Lilly Maier - Auf Wiedersehen, Kinder!

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Der junge Wiener Ernst Papanek ist Vollblut-Sozialist, leidenschaftlicher Pädagoge und unerschütterlicher Optimist. Obwohl er nach dem Februaraufstand 1934 nur knapp den Häschern des Dollfuß-Regimes ins Exil entkommt, ändert das nichts an seinem politischen und sozialen Engagement. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges leitet er vier Kinderheime in Montmorency bei Paris für 283 jüdische Flüchtlingskinder aus Deutschland und Österreich. In wenigen Monaten gelingt es ihm, ein beeindruckendes pädagogisches System aufzubauen, das für seine Zeit geradezu revolutionär ist. Er kann die Kinder später in die USA holen und vor dem Holocaust bewahren. In New York verwendet Papanek dieselben pädagogischen Ansätze und leitet
für zehn Jahre eine Schule für straffällige Jugendliche.
Bis heute können wir von seinen für die damalige Zeit ungewöhnlichen und revolutionären Methoden im Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen lernen.
Lilly Maiers große Biografie gibt dem heute beinahe Vergessenen seinen rechtmässigen Platz in der Geschichte zurück.

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Auch in ihrer Ehe hatte Lene sehr klare Ansichten und ihr war durchaus bewusst, worauf sie sich mit der Heirat eines Vollblut-Sozialdemokraten eingelassen hatte. »Als Ernst und ich heirateten, kannten wir uns schon so lange. Wir mussten nicht experimentieren und erst Dinge über uns herausfinden«, schrieb sie in ihren unveröffentlichten Memoiren. »Ich war nicht enttäuscht, dass Ernst so viel Zeit für die Politik verwendet hat. Ich habe immer gesagt, Politik ist sein Leben und ich bin seine Geliebte.«

Es war Lene Papanek, die das Geld für die Familie verdiente (in diesem Aspekt hatte ihr Vater Recht behalten), aber deswegen machte sie Ernst keine Vorwürfe. Lene glaubte fest daran, dass Liebe kein Grund sei, Gegenliebe zu verlangen, und dass jeder das Recht habe, persönliche Entscheidungen zu treffen.

Auf die Probe gestellt wurden Lenes Ansichten im Sommer 1927. Es war eine Zeit der politischen Unruhen in der jungen österreichischen Republik und Lene war schwanger. Gustl war ein Jahr alt und sie hatte gerade wieder angefangen zu arbeiten, Ernst studierte noch am Pädagogischen Institut und brachte kaum Geld nach Hause. Lene wollte nicht so rasch nach Gustl ein zweites Kind und ihre Eltern drängten sie zu einer Abtreibung. (Wegen auffälliger Herzgeräusche war der Eingriff legal möglich, heißt es in der Familie.)

Ein paar Tage nach dem Eingriff kam es am 15. Juli 1927 zum Justizpalastbrand. Tausende von wütenden Arbeitern protestierten gegen das als ungerecht empfundene Urteil im sogenannten »Schattendorfer Prozess«, dabei brach Feuer im Justizpalast aus. Der Wiener Bürgermeister Karl Seitz und weitere sozialdemokratische Führer versuchten, die aufgebrachten Demonstranten zu beruhigen, doch diese weigerten sich, Löschwägen durchzulassen. Die Polizei fing an, in die Menge zu schießen. Am Ende des Tages gab es 89 Tote.

Auch Ernst Papanek fuhr zum Justizpalast, um beruhigend auf die Arbeiter einzuwirken. Die ganze Nacht über meldete er sich nicht, niemand wusste, wo er war und ob er noch lebte. Lene saß schlaflos neben dem Telefon, mehr besorgt als wütend.

Um 10 Uhr morgens rief Ernst endlich an. »Ich war froh, dass ihm nichts passiert war«, erinnerte sich Lene Papanek noch Jahrzehnte später. »Und ich war stolz, dass er so einen Einfluss auf die Arbeiter hatte und Seitz helfen konnte. Aber ich war auch verletzt und hatte das Gefühl, dass er mich und unsere Liebe vergessen hatte. Er hätte sich Sorgen um mich machen sollen, so kurz nach der Abtreibung.«

Mit etwas Abstand stellte sie resigniert fest: »Das ist der Nachteil, wenn man mit einem Mann verheiratet ist, der sein Leben der Rettung der Menschheit gewidmet hat.«

4.

Auf dem Weg in den Untergrund

Bilder einer politischen Karriere im Roten Wien Ernst Papanek spricht 1933 bei - фото 20

Bilder einer politischen Karriere im Roten Wien:

Ernst Papanek spricht 1933 bei einer illegalen Maifeier im Wienerwald vor einer Gruppe Kinder …

und bei einem Aufmarsch der Sozialistischen Arbeiterjugend 1931 steht er - фото 21

… und bei einem Aufmarsch der Sozialistischen Arbeiterjugend.

1931 steht er links von Otto Bauer bei dessen Rede zur Internationalen - фото 22

1931 steht er links von Otto Bauer bei dessen Rede zur Internationalen Arbeiterolympiade in Wien.

Der Genosse Papanek zeigt sich in seinen Reden kämpferisch 1932 lädt er zur - фото 23

Der Genosse Papanek zeigt sich in seinen Reden kämpferisch, 1932 lädt er zur »Abrechnung mit dem Nazi-Großmaul«.

Es gibt ein Foto von meiner Großmutter aus ihrer Zeit bei den Roten Falken , einer Jugendorganisation der Sozialdemokraten. Das Foto ist schwarz-weiß und trotzdem strahlen mir die rote Krawatte und das knallrote Falkenabzeichen geradezu entgegen. Mein Vater war mit 16 Jahren Praktikant bei der Arbeiter-Zeitung und mein Uropa mütterlicherseits war als lebenslanger Kinderfreunde -Gruppenleiter im Herzen so rot gefärbt, dass er einmal aus antikapitalistischer Überzeugung ein Erbe ablehnte. Trotzdem wusste ich vor dem Schreiben dieses Buches sehr wenig über die Geschichte der Arbeiterbewegung. Also mache ich mich im Winter 2020 auf den Weg zum Karl-Marx-Hof, Wiens bekanntestem Gemeindebau.

Seit 2010 gibt es hier den Waschsalon , ein Museum über das Rote Wien und seine Errungenschaften. Durch ein schmales Stiegenhaus geht es zu einer Tür mit der Inschrift »Männerbad 2. Kl.«. Vom Bad selbst ist heute nichts mehr übrig; das modern renovierte Museum präsentiert sich mit ansprechend gestalteten Tafeln und Vitrinen voller Objekte.

»Die vier Figuren beim Haupteingang vom Karl-Marx-Hof stehen für die sozialdemokratischen Tugenden: Aufklärung, Befreiung, Fürsorge und Körperkultur«, erklärt ein älterer Herr mit graumeliertem Haar, der ehrenamtlich Führungen durch den Waschsalon anbietet. Gut zwanzig Menschen stehen im Kreis um ihn, darunter auch einige Italiener und Amerikaner. Im Schnellschritt geht es durch die Meilensteine der Sozialdemokratie in Wien, angefangen mit der 1848er-Revolution.

»Das Rote Wien hat sich dann 1919 durch die ersten freien Wahlen institutionalisiert«, fährt der Herr fort und beginnt beeindruckende Zahlen herunterzurattern: In den 15 Jahren seines Bestehens wurden im sozialdemokratischen Wien über 60.000 Gemeindewohnungen, 89 Kindergärten, 25 Bäder und das Praterstadion gebaut. Voller Tatendrang setzte die Stadtregierung Steuererleichterungen für die unteren Schichten durch, reformierte die Bildung und halbierte die Säuglingssterblichkeit. 64Gegenüber der Vorkriegszeit stieg die Lebenserwartung um ganze 19,5 Jahre. 1934 wohnten 250.000 Menschen, also jeder achte Wiener, in einer neugebauten Sozialwohnung, deren Grundriss im Waschsalon am Boden aufgezeichnet ist. Finanziert wurde das Ganze durch eine von Finanzstadtrat Hugo Breitner erdachte Reichensteuer auf »alles, was nach Luxus riecht«: Champagner, Pferde, Autos und Hauspersonal.

Nach der einstündigen Führung kaufe ich mir einen roten Topflappen mit den drei weißen Pfeilen der Sozialistischen Jugend. Gehäkelt von der »Fleißigen Biene«, einer SPÖ-Frauengruppe, hängt er jetzt an meiner Wand und begleitet mich beim Schreiben über Ernst Papanek.

***

Durch die atheistisch-sozialistische Erziehung der Papaneks entstand ein spannender Feiertagskalender: Geschenke gab es an Weihnachten und Geburtstagen, aber der Höhepunkt des Jahres lag im Frühling. Am 1. Mai.

Der »Tag der Arbeit« wurde in Wien erstmals 1890 gefeiert, damals noch verboten von der kaiserlichen Regierung. Seit 1922 gab (und gibt) es die zentrale Maifeier vor dem Rathaus, nachmittags trafen sich die Arbeiter meistens im Prater. »Vom frühen Morgen an brummte unser ganzes Haus vor Aufregung«, beschrieb Gustl Papanek den Feiertag in einem Schulaufsatz. 65Während sein Vater in Arbeiterbezirken Reden hielt, schaute der kleine Gustl ständig zur Tür und auf die Uhr, so aufgeregt wie manches Kind heute auf das Christkind wartet: »Endlich war es Zeit und stolz betrat ich eine Straßenbahn und schwenkte die ganze Zeit eine kleine rote Fahne.« Beim Rathaus angelangt, beobachtete Gustl an der Hand seiner Mutter die vorbeimarschierenden Arbeiter, »überzeugt, dass das ganze Spektakel nur für mich allein veranstaltet wurde«. Ein ganz besonderes Erlebnis für den damals Sechsjährigen war der 1. Mai 1933: »Ernst nahm mich mit zu den Reden und stellte mich dem Bürgermeister Seitz vor«, erzählte mir Gus Papanek. »Und der Bürgermeister sagte zu mir: ›Ah, du bist ja der kleine Papanek.‹ Das machte einen großen Eindruck auf mich.«

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