Johannes Czwalina - Wer mutig ist, der kennt die Angst

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Zivilcourage und Integrität sind die Kardinaltugenden für nachhaltiges seelisches Wohlergehen, auch wenn sie mit kurzfristigen Nachteilen verbunden sein können. Johannes Czwalina, ehemals Großstadtpfarrer in Basel und heute Leiter einer der renommiertesten Consulting-Agenturen im deutschsprachigen Raum, macht diesen Zusammenhang deutlich anhand von Szenen aus Wirtschaft, Geschichte und Privatleben. Er zeigt konkret auf, wie man aus den eigenen Ängsten heraustreten und couragiert auftreten kann. Aus seiner langjährigen Beratungspraxis, unter anderem in den Chefetagen deutscher und Schweizer Top-Unternehmen, nennt er Beispiele dafür, welchen Schaden Opportunismus und Zuschauermentalität für den Einzelnen und die Gesellschaft haben. Denn auch in einer Bürgergesellschaft ist Zivilcourage der Schlüssel zur Freiheit. Konkrete Hilfestellungen begleiten den Leser bei der Wiederentdeckung dieser Haltung: – Welchen Vorteil bietet couragiertes Handeln? – Wie unterscheiden sich Mut und Zivilcourage? – Was hindert uns am mutigen, authentischen handeln? – Wie können wir auch unter Druck couragiert auftreten und die Angst überwinden? In vielen kleinen Schritten, angeregt durch Checklisten und Fragen zur Selbsteinschätzung, werden wir so zu Menschen, die mutig für ihre Überzeugungen eintreten. Durch die prophetische Weisheit der Bibel inspiriert, hält Czwalina ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Feigheit, Charakterlosigkeit und Opportunismus, weil nicht weniger als die Unverwechselbarkeit der eigenen Persönlichkeit und das Wohlergehen einer Gesellschaft auf dem Spiel stehen. Johannes Czwalina, Gründer und Leiter eines Baseler Kompetenzzentrums für Führungskräfte, ist einer der profiliertesten Top-Berater im deutschen Sprachraum, der neben seiner kommerziellen Beratungsarbeit im Bereich Social Responsibility seit langem einen ehrenamtlichen Dienst für Notleidende Verantwortungsträger betreibt.

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Auf der Konferenz der »Siebentausend« in Peking wollte Mao, dass Liu Maos Rede bei der einzigen Plenarsitzung am 27. Januar 1962 vortrug. Zu Maos Überraschung hielt Liu nicht die geplante Rede. Er hielt eine Rede, die sich davon deutlich unterschied. An diesem besagten 27. Januar nahm Liu Shao-Chi seinen ganzen Mut zusammen. Er wagte es, vor den 7000 Spitzenfunktionären Maos Politik anzugreifen. Liu klärte über die Hungersnot und das herrschende Elend auf. Er regte die Leute an, über Maos Politik kritisch nachzudenken. Lius Rede löste, wie erwartet, stürmische Reaktionen beim Publikum aus. Nun aber wussten die Delegierten, dass der Präsident, Liu, hinter ihnen stand, und äußerten ungeniert ihre Meinung, verurteilten die alte Politik und bestanden darauf, dass diese auf keinen Fall wiederholt werden dürfe! Mao machte sich nun wohl oder übel an die Schadensbegrenzung, damit keiner auf die Idee kam, die Hungersnot mit seiner Person zu verbinden. Er war gedrängt, am 30. Januar 1962 vor versammeltem Saal das erste Mal seit seiner Machtergreifung 1949 Selbstkritik zu üben. Mao war gezwungen, die fatalen Quoten der Lebensmittelabgaben abzuschaffen, die für 1962 und später vorgesehen waren. Millionen von Menschen blieb durch diese Verordnung, die durch Liu ins Rollen gebracht wurde, der Hungertod erspart. Somit wurde das Jahr 1962 zu einem der freiheitlichsten Jahre seit Beginn von Maos Herrschaft.

Doch Liu wusste, dass ihn Mao nicht einfach so davonkommen lassen würde. Der sonst so zurückhaltende Liu blieb sehr leidenschaftlich und sprach oft über die Not des chinesischen Volkes. Währenddessen plante Mao seine Rache.

Während der Kulturrevolution von 1966 bis 1976 versuchte Mao alles, um Liu und seine Familie zu demütigen. Jedes Mal, wenn sich Liu mit Worten zu wehren versuchte, wurde er von den Maoanhängern mit ihren roten Büchern niedergeschlagen. Liu wurde in seinem eigenen Haus gefangen genommen und gequält. Er bewahrte aber dennoch seine Würde: Im Februar 1968 hatte er eine letzte Verteidigungsschrift verfasst, in der er Mao sogar wegen seines diktatorischen Stils in den zwanziger Jahren angriff. Mao war sehr aufgebracht, weil er Lius Willen nicht brechen konnte, und setzte alles daran, Lius Stimme zum Schweigen zu bringen.

Liu wurde mitten in einer Nacht halb nackt in ein Flugzeug nach Kaifeng verfrachtet. Nachdem die Bitten, Liu in ein Krankenhaus aufzunehmen, abgelehnt wurden, verstarb Liu Shao-Chi.

Resümee:Liu Shao-Chi überlegte sich, was wichtig für ihn war. Karriere oder seine Glaubwürdigkeit? Ihm war das Leben seines Volkes mehr wert als die Konsequenzen, die ihn erwarteten. Sein Leitbild blieb seine persönliche Überzeugung. Mit Liebe gegenüber seinem Volk und Mut gegenüber dem Staatspräsidenten Mao konnte Liu die Authentizität aufbringen, die für seine Auflehnung gegen Mao nötig war. Wenn Liu in dieser Schlüsselszene am 29. Januar 1962 nicht so mutig gewesen wäre, hätten noch viele weitere unschuldige Menschen ihr Leben lassen müssen. Er hat sich und seine ganze Existenz bewusst dafür geopfert, dass andere Menschen ein freieres Leben führen konnten.

Sind wir noch fähig zum Mut?

In meinem Institut stelle ich Klienten seit Jahren immer wieder die gleichen drei Fragen:

Was bevorzugen Sie: Freiheit oder Unfreiheit? Alle antworten: Freiheit!

Was bevorzugen Sie: Sicherheit oder Unsicherheit? Alle antworten: Sicherheit!

Was bevorzugen Sie: Mehr Sicherheit, dafür aber eine Einschränkung an Freiheit, oder mehr Freiheit, dafür aber eine Einschränkung an Sicherheit?

80 Prozent antworten: »Mehr Sicherheit, und dafür im Zweifelsfalle lieber eine Einschränkung an Freiheit!«

Wahrscheinlich gehören Sie und ich zu diesen 80 Prozent. Lohnt es sich, mit so gearteten Wesen über Mut und Zivilcourage zu reflektieren?

Der mutige Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer schreibt am 20. Juli 1944 resigniert und von großen Selbstzweifeln geplagt sein Gedicht »Stationen auf dem Wege zur Freiheit«27:

»Wir sind stumme Zeugen böser Taten gewesen, wir sind mit vielen Wassern gewaschen, wir haben die Künste der Verstellung und der mehrdeutigen Rede gelernt, wir sind durch Erfahrung misstrauisch gegen die Menschen geworden und mussten ihnen die Wahrheit und das freie Wort oft schuldig bleiben, wir sind durch unerträgliche Konflikte mürbe oder vielleicht zynisch geworden – sind wir noch brauchbar?«

Auch der Apostel Paulus stöhnt vor mehr als 2000 Jahren schon in seinem Brief an die Römer verzweifelt:

»Wer will mich erlösen von diesem Leibe des Verderbens? Das Gute, das ich im Grunde tun will, tue ich nicht, und das Böse, das ich nicht tun will, tue ich.«

Zählt heute nur noch der Mut von gestern?

Abba Kovner war der Erste, der die Warschauer Juden zum Aufstand gedrängt hatte. Er lebte als Partisan und wirkte im Untergrund. Ruzka Korczak, eine andere Partisanin, schreibt über ihn: »Abba begriff die Wirklichkeit nicht wie ein Gelehrter, der logische Schlüsse zieht, sondern wie ein Prophet. Ein Prophet ist schließlich nichts anderes als ein Mensch, der sich für einen kurzen Augenblick aus der Geschichte löst, um den Weg zu überblicken, der in den Wald hinunterführt.« Am Silvesterabend 1942/​43 hielt er im Wilnaer Ghetto folgende Rede:

»Jedes Volk hat seine Heldengeschichten. Und diese Geschichten geben ihm die Kraft weiterzumachen. Aber sie dürfen nicht nur Vergangenheit sein, Teil unserer uralten Geschichte. Sie müssen auch Teil unseres realen Lebens werden. Wir müssen jetzt, nicht erst später mit unserem Gewissen ins Reine kommen. Was soll die nachfolgende Generation von uns lernen? Es ist besser, als freier Mensch im Kampf zu sterben, als durch die Gnade seines Mörders weiterzuleben! Wenn du nur dich selbst in Sicherheit bringst, kannst du dann einem Kind der nächsten Generation in die Augen sehen, wenn es fragt: ›Was hast du getan, als man unsere Leute zu Tausenden, zu Millionen abschlachtete?‹ Wirst du ihm gerne sagen: Ich habe mich versteckt und deswegen lebe ich noch?«28

In unserer nachfolgenden Generation hört man zwar gerne eben zitierte Geschichte und bestätigt auch ihre Gültigkeit, kommt aber in unserer pluralistischen Situation nicht auf die Idee, sich selbst ins Geschehen miteinzubeziehen. Die mutigen Menschen, die sich durch Integrität, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Suche nach einem Leben in der Wahrheit auszeichnen, werden gar nicht mehr erwähnt. So spüren viele auch keine Anreize mehr, Mut zu praktizieren.

Im Allgemeinen hält man Zivilcourage für etwas Gutes, solange die Herausforderung in der konkreten Alltagssituation nicht selbst zu meistern ist.

»Manche bewundern sie als Tugend bei anderen und in früheren Zeiten, sehen aber nicht ihre heutige Möglichkeit und Notwendigkeit. Vor weltgeschichtlichen Tragödien gab es zwar immer wieder Mahner, aber ihre Anzahl war stets gering und ihr Wort zählte in der Regel erst lange nach ihrem Tod, dann nämlich, wenn sie von der nachfolgenden Generation zu Helden erhoben wurden.«29

Diese überhöhten Helden, die an herausragender Stelle agierten, die Interessen vieler vertraten, das Heft des Handelns fest in der Hand hatten, die nicht zweifelten, die keine Angst hatten, die keine Dummheiten begingen, die einen festen Charakter und Willen hatten, die sich nur für das Gute einsetzten und das Richtige taten, nimmt die Gesellschaft heute nicht mehr so wahr und auch nicht mehr so an.

Hierin liegt aber auch eine Chance. Gerade weil der Held heute nicht mehr gefeiert wird, gerade weil viele Helden nicht mehr gekannt, erkannt und anerkannt werden, sind wir herausgefordert, uns für ein mutiges Leben zu begeistern, ohne dafür Anerkennung zu bekommen.

Macht Demokratie Zivilcourage überflüssig?

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