Peter Langer - Der Ruhrbaron aus Oberhausen Paul Reusch

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Die politische Verantwortung des Konzernherrn der GHH in Oberhausen: Paul Reusch in der Zeit von 1908-1942

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Reusch hatte sich zuvor genau erkundigt und dabei erfahren, dass sich die Rechtskreise von der „Deutschen Vereinigung“ die Abwerbung national denkender Katholiken vom Zentrum erhofften. 82Die Satzung legte als Hauptzweck die „kraftvolle Förderung der vaterländischen Interessen“ fest. Dem dienten die „Sicherung und Stärkung der politischen und wirtschaftlichen Machtstellung des Deutschen Reiches, … die Pflege des christlichen und deutschen Charakters unseres Staats- und Volkslebens, … der Ausgleich der konfessionellen Gegensätze, … die Erhaltung eines lebens- und leistungsfähigen Mittelstandes“ und „die Bekämpfung der Sozial-demokratie“. 83In direkter Konfrontation mit dem Zentrum agitierte die DV in ländlichen Regionen vor allem des Ostens gegen das Koalitionsrecht der Landarbeiter und für die Unterdrückung der Polen. 84Diese Themen spielten naturgemäß in der Industrieregion an der Ruhr nur eine untergeordnete Rolle.

Das Aufblühen der Deutschen Vereinigung machte gleichzeitig den „Reichsverband gegen die Sozialdemokratie“ überflüssig. Paul Reusch blieb zwar vorerst Mitglied in diesem „Reichsverband“, zahlte aber nur einen Beitrag von 20 Mark im Jahr und akzeptierte, dass die meisten leitenden Angestellten der GHH ihren Austritt erklärten. Bergassessor Kellermann führte genau Buch darüber. 85

Reusch war nach seinem Beitritt zur „Deutschen Vereinigung“ intensiv bemüht, in Oberhausen eine eigene Ortsgruppe ins Leben zu rufen. Am 15. Januar 1911 waren mehr als 100 sorgfältig ausgewählte Honoratioren zur Gründungsversammlung ins Beamten-Gesellschaftshaus der GHH eingeladen. 109 Anwesende trugen sich in die Mitgliederliste ein. Kein Arbeiter war darunter und natürlich keine Frau. Es wurde ein 15-köpfiger Vorstand gewählt mit Reusch als 1. Vorsitzendem. 86

Zwei Monate später kam der Reichsvorsitzende, Seine Excellenz Graf zu Hönsbröch, nach Oberhausen, um im Saal des Herrn in der Beek über Zweck und Ziel der Deutschen Vereinigung zu referieren. Reusch betonte bei seiner Begrüßung, dass es ihm zuallererst um die „Förderung des konfessionellen Friedens“ gehe. „Man habe nur einen Wunsch, Frieden zu stiften. Möge es gelingen, diesen Frieden zu fördern nicht nur zum Wohle unserer Stadt, sondern auch zum Segen unseres gesamten deutschen Vaterlandes.“ 87Der Hauptredner Graf Hönsbröch machte dann deutlich, auf welcher Grundlage nach den Vorstellungen der Herren in der Deutschen Vereinigung der erstrebte „Friede“ nur möglich war: Die Forderungen der rechts-konservativen Kreise in der Verfassungsfrage bezüglich Elsass-Lothringens, beim Schutz der sogenannten „Arbeitswilligen“ gegen den „Terrorismus der Sozialdemokratie“, beim Protektionismus zugunsten von Schwerindustrie und Groß-Landwirtschaft und allgemein bei der Weiterentwicklung der Sozialpolitik seien zu erfüllen. 88Seine Excellenz ließ es sich nicht nehmen, gegen den politischen Katholizismus zu polemisieren und löste dadurch in der Stadt eine heftige Kontroverse mit dem Zentrum aus.

Der ihm nachfolgende Redner, Pfarrer Wessel aus dem benachbarten Mülheim an der Ruhr, heizte mit überschäumendem nationalistischem Schwulst die Emotionen noch stärker auf. Nach der Warnung der deutschen Katholiken vor der „roten Flut“ verweilte er lange beim Thema Elsass-Lothringen: „Das gemeinsame für unsere Ostmarkenpolitik und für unsere Verbeugungspolitik in Elsass-Lothringen ist, dass wir vergessen, dass wir da etwas überkommen [sic!] haben als ein Erbe von unseren Vätern, das sie uns hinterlassen haben, um dafür einzusetzen alles, was wir haben (Bravo): Gut und Blut, Weib und Kind, Heimat und Herd. Für dieses Elsass haben deutsche Männer geblutet und haben im Feld gestanden, der evangelische neben dem katholischen und haben einander die Hände gereicht, wenn das tödliche Blei den einen zur Seite riss, und haben sich ins Auge gesehen und nicht gefragt, bist du evangelisch oder katholisch, sondern sie haben einander begrüßt, und wars mit dem letzten Lächeln: ,Ich hatt’ einen Kameraden.’ Und darum ist es ein gemeinsames Gut, und das sollten wir den Französlingen ausliefern? Möchte der schwächlichen Regierung noch einmal im letzten Augenblick der furor teutonicus, der echte deutsche Zorn, den Weg zurückweisen.“ 89Nachdem alle stehend „Deutschland, Deutschland über alles“ geschmettert hatten, „schloss Kommerzienrat Reusch die Versammlung mit dem Wunsche auf ein weiteres Blühen der Deutschen Vereinigung.“ 90Drei Monate später wurde Reusch in den Vorstand der Deutschen Vereinigung für das Industriegebiet berufen. 91

Er war am 2. November 1911 bei einer vertraulichen Besprechung der Ausschussmitglieder für das Rhein-Ruhr-Gebiet anwesend, als für die bevorstehende Reichstagswahl vereinbart wurde, die nationalen Parteien zu unterstützen und sich bei einer Stichwahl notfalls hinter den Zentrumskandidaten zu stellen, wenn nur so die Wahl eines Sozialdemokraten verhindert werden konnte. 92Ergebnis der Duisburger Besprechung war ein äußerst polemisch formulierter Wahlaufruf gegen die SPD: Die Sozialdemokratie sei eine „internationale vaterlandslose Partei“. Als in der Marokkokrise eine „gewaltige Erregung“ durch die deutsche Nation ging, „sannen die Häupter der Umsturzpartei auf Hochverrat und hetzten die Massen zum Generalstreik.“ Die Sozialdemokratie wolle die monarchische Staatsordnung zerstören, das Privateigentum aufheben und Religion und Familie vernichten. Aber besonders um die Armee und Marine sorgte sich die Deutsche Vereinigung: Eine starke SPD-Reichstagsfraktion würde „mit Hilfe national unzuverlässiger und schwankender Elemente dieses unser Rüstzeug … schwächen“. 93Reusch erklärte sich mit diesem Aufruf „voll und ganz einverstanden“. 94

Danach erreichte der Reichstagswahlkampf seine heiße Phase. Reusch und seine Unternehmerkollegen hatten sich massiv in die Nominierung des Kandidaten der Nationalliberalen Partei eingemischt. 95Der Name der „Deutschen Vereinigung“ wurde bei der Stichwahl herangezogen, um zu erreichen, dass die Katholiken nicht für den Sozialdemokraten, sondern für den Nationalliberalen stimmten. Nach dem Erfolg im Wahlkreis Duisburg/Mülheim/Oberhausen wurde im Vorstand Bilanz gezogen. Reusch hielt fest, dass das Zentrum sich „in nationaler Hinsicht … gebessert“ habe, aber „auf sozialem Gebiete … auch fortan auf der Seite der Sozialdemokratie“ stehen würde. Deshalb sollte die Deutsche Vereinigung den „Kampf suaviter in modo weiter führen“. Auf Reichsebene sollte sie sich verstärkt für ein „Zusammengehen von Industrie und Landwirtschaft“ einsetzen. 96

Abb 3Deutsche Wacht Bonn 26 11 1911 Sonderdruck Aufruf gegen die - фото 4 Abb 3Deutsche Wacht Bonn 26 11 1911 Sonderdruck Aufruf gegen die - фото 5

Abb. 3:„Deutsche Wacht“, Bonn, 26. 11. 1911, Sonderdruck, Aufruf gegen die Sozialdemokratie, in: RWWA 130-300127/8

Wie groß der Einfluss Reuschs in diesem Verband schon war, ist auch daran zu ermessen, dass die Generalversammlung am 21. April 1912 im Beekschen Saale in Oberhausen stattfand. Reusch lud alle Delegierten ins Hütten-Casino der GHH zum Essen ein. 97Bei seiner Begrüßung brachte er die Genugtuung darüber zum Ausdruck, dass bei der Reichstagswahl im hiesigen Wahlkreis „Nationalliberale und Zentrum Schulter an Schulter kämpften und den Wahlkreis der Sozialdemokratie entrissen“. 98Die scharfen rhetorischen Attacken gegen die SPD und die Gewerkschaften überließ er dem Grafen Hönsbröch. Trotzdem griff ihn die katholische „Oberhausener Volkszeitung“ direkt an. Reusch sei einem „fundamentalen Irrtum“ unterlegen, als er behauptete, Zentrum und Nationalliberale hätten Schulter an Schulter gekämpft, da es der Deutschen Vereinigung gelungen sei, die konfessionellen Gegensätze zu überbrücken. Das Zentrum sehe in der Deutschen Vereinigung nach wie vor „eine Organisation, gegründet von einigen abtrünnigen früheren Zentrumsleuten zur Bekämpfung des Zentrums“. 99Reuschs Stellvertreter Woltmann referierte bei der Generalversammlung über „Industrie und Landwirtschaft“ und warb dafür, „Landwirtschaft und Industrie in jeder Weise zu fördern“. 100Dies konnte – so fasste die katholische „Volkszeitung“ seinen Appell auf – nur durch Fortführung der Schutzzollpolitik sichergestellt werden. 101Woltmanns Gedanken über die Interessengemeinschaft von Industrie und Landwirtschaft bildeten den Auftakt für Reuschs hartnäckige Bemühungen zur Wiederbelebung des Bündnisses von Junkern und Schlotbaronen. Die Deutsche Vereinigung war für ihn dabei nur ein Forum unter mehreren. 102

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