«Siggi, schön, dass du kommen konntest!» Stötzenau wies mit der Hand zu Katzmann. «Das ist der Reporter, den ich am Fernsprecher erwähnt habe. Katzmann, Konrad Katzmann. Von der Leipziger Volkszeitung.»
Wulpius wuchtete sich auf den Stuhl, wobei er kaum an Höhe abnahm. Er bekam Wein und sagte: «Ah, der Meißner. Sehr gut, Theo.» Dann drehte er sich zu Katzmann und erklärte: «Mir gehören ein paar Weinberge in der Gegend. Ich komme leider nur noch selten hin, aber meine Winzer leisten ganze Arbeit. Finden Sie nicht?»
Schon wieder Weingespräche! «In der Tat ein guter Wein», sagte Katzmann.
«Ah, der Dialekt. Sie kommen aus der Dresdner Ecke. Da ist das bei Ihnen sicher ein Hauswein. Oder trinkt man in Ihren Kreisen andere Getränke?»
Der Bürgerdünkel. Katzmann erlebte das als LVZ Redakteur so oft, dass er sich nicht mal mehr darüber ärgerte. «Nein, nein, ich trinke gerne Wein. Und ja, in meinem Elternhaus stehen Weine vom Elbufer hoch im Kurs.»
Wulpuis nickte und trank noch einen Schluck.
«Siggi, Herr Katzmann hat mich heute Morgen nach der Blei-Bande gefragt …»
«Ja, ja, während der Messe passieren die verrücktesten Sachen in der Stadt. Meine Oma sagte immer: Messezeit ist Kanaillenzeit. Alle werden plötzlich aktiv …»
Katzmann lag die Frage auf der Zunge, welche Aktivitäten Wulpius umtreiben. Aber der schien in Plauderlaune, da wollte er nicht unterbrechen.
«Der gute Theo macht seine Mark mit der Messe, ich habe ein wenig Geld in die Konzertreihe der guten Bernadette La Belle gesteckt … Haben Sie sie schon gesehen?»
«Ja, gerade gestern. Unsere Kulturredaktion wird auch einen Artikel schreiben.»
«Vortrefflich.» Wulpius spülte die Worte mit einem Schluck Wein hinunter, so dass etwas unklar wurde, ob er den anstehenden LVZ Beitrag oder sein Getränk meinte. «Darf ich fragen, was Sie mit der Blei-Bande zu tun haben? Die Arbeiterpresse hat für gewöhnlich andere Sorgen …»
«Nun, mein Chefredakteur sagt immer, man solle das Große und Ganze betrachten. Da ist die Blei-Bande sicher von minderer Bedeutung. Ich interessiere mich dennoch für sie. Ich habe gestern eine Botschaft von einem Doktor Blei erhalten.»
«Gestern?» Wulpius zog eine Augenbraue nach oben.
«Spät am Abend.»
«Dann geht das alles wieder los …» Der dicke Mann schien im Polster zu versinken.
«Was geht wieder los, Herr Wulpius?»
«Herr Katzmann … Ich weiß nicht, was die Botschaft beinhaltete, aber ich kann Ihnen nur den dringenden Rat geben, etwaige Anweisungen auf das Genaueste zu befolgen.» Wulpius sprach leise weiter. «Und die Polizei würde ich an Ihrer Stelle nicht mit Einzelheiten behelligen.»
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