Wolfram Ette - Zeitschrift für kritische Theorie / Zeitschrift für kritische Theorie, Heft 38/39

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Zeitschrift für kritische Theorie ist ein Diskussionsforum für die materiale Anwendung kritischer Theorie auf aktuelle Gegenstände und bietet einen Rahmen für Gespräche zwischen den verschiedenen methodologischen Auffassungen heutiger Formen kritischer Theorie.
Sie dient als Forum, das einzelne theoretische Anstrengungen thematisch zu bündeln und kontinuierlich zu präsentieren versucht.
Mit Beiträgen von:
Erika Benini
Wolfram Ette
Tatjana Freytag
Frigga Haug
Philip Hogh
Janne Mende
Samuel Salzborn
William E. Scheuerman
Gerhard Schweppenhäuser
Michael Städtler
Christoph Türcke
Hedrik Wallat
Irving Wohlfahrth

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Ungeachtet der Vorteile dieser Herangehensweise gibt diese Neuorientierung Grund zur Sorge. Auch wenn Verwaltungs- und Aufsichtsrecht heutzutage in vielerlei Weise mit ökonomischem Handeln verwoben sind und es dadurch zunehmend schwieriger wird, Pathologien des Kapitalismus deutlich von solchen in Verwaltung und Recht abzugrenzen, so lässt sich dennoch eine Vielzahl empirischer und analytischer Gründe finden, diese Überlappung nicht übermäßig aufzubauschen. Am offensichtlichsten ist dieser: Kritische Theorie wäre gut beraten, die weiter aktuell bleibende Bedeutung kapitalistischer Pathologien, die nur indirekt mit der im letzten Teil der Theorie des kommunikativen Handelns thematisierten Verrechtlichung verwandt sind, nicht zu unterschätzen. Spätestens seit Ende des keynesianischen Klassenkompromisses der Nachkriegszeit und dem Wiederaufleben der politischen Rechten in den späten 1970ern sind die Einwohner selbst der privilegiertesten kapitalistischen Gesellschaften einer nahezu demiurgischen Kapazität des modernen Kapitalismus ausgesetzt, die gesellschaftliches Leben in massiver Weise formt (und deformiert). Natürlich wurden wesentliche Teile dieser Entwicklung auf juristischem Wege umgesetzt. Manche jedoch scheinen nur entfernt mit den Pathologien der Rechtsentwicklung verwandt, wie sie auf den letzten Seiten der Theorie des kommunikativen Handelns beschrieben sind. Und selbst diese basieren im Wesentlichen auf wirtschaftlichen oder materiellen Veränderungen: die Weltwirtschaft wurde in den 1970ern von einer ›Akkumulationskrise‹ getroffen, die eine massive Reorganisation der Nachkriegswirtschaft zur Folge hatte.20 Obgleich es sich um neue Entwicklungen handelt, erinnern doch viele von ihnen an althergebrachte Formen kapitalistischer Ungerechtigkeit: Schule, Familie und unzählige weitere gesellschaftliche Bereiche werden im Eiltempo mit den Systemdynamiken des aufkommenden – und nach wie vor stark umstrittenen –›post-fordistischen‹ Kapitalismus in Einklang gebracht. Selbst das sogenannte ›Verwaltungs‹-System wird outsourced oder zumindest umgebaut – im Einklang mit den Organisationsmodellen des modernen Kapitalismus, deren angebliche Flexibilität und Effizienz inzwischen weithin gerühmt werden.21 Entgegen Habermas’ Erwartungen in der Theorie des kommunikativen Handelns haben auch jüngere soziale Protestbewegungen einen unmittelbar klassenbasierten Charakter angenommen: Denken wir z. B. an die sogenannte Antiglobalisierungsbewegung, an aktuelle Proteste gegen Neoliberalismus und Austeritätsmaßnahmen in Europa und anderswo, oder an den ökonomischen Populismus unzähliger Bewegungen und Parteien im linken wie im rechten Spektrum. Hierbei sind große Teile der Bevölkerung involviert, und nicht, wie die Theorie des kommunikativen Handelns vermuten ließe, lediglich vom keynesianischen Kompromiss ausgeschlossene Randgruppen (vgl. II, 512). Die postmaterialistische politische Haltung, die wir auf den letzten Seiten der Theorie des kommunikativen Handelns finden, spielt im Vergleich mit altmodischem ›meat and potatoes‹-Materialismus nur eine Nebenrolle (vgl. II, 576 f.).

Es sollte uns Sorgen bereiten, dass die analytische Struktur der Theorie des kommunikativen Handelns ihrem Autor – und denjenigen (inklusive des Verfassers dieser Zeilen), die sein Vorhaben mit Wohlwollen begleiten – Anlass gibt, die Bedeutung manch wesentlicher Pathologien unserer heutigen Gesellschaft herunterzuspielen. Auch wenn wir den orthodoxen Marxismus zu Recht aussortiert haben mögen, müssen wir dennoch mehr traditionell-linken Facetten der Kapitalismuskritik einen höheren Status in unseren theoretischen und praktischen Bemühungen einräumen.

Eine nähere Betrachtung zentraler Stellen der Theorie des kommunikativen Handelns verweist auf zusätzliche, theorieinterne Gründe für Habermas’ Vernachlässigung – oder vielleicht mangelnde Antizipation ihrer anhaltenden Bedeutung – von vergleichsweise konventionellen Arten sozialer Pathologien des Kapitalismus. Seine Beschäftigung mit der Verrechtlichung basiert zumindest teilweise auf der Idee, dass Staatsverwaltung als ›System‹ begriffen werden könne, in perfekter Analogie zum Wirtschaftssystem des modernen Kapitalismus, und folgerichtig, dass Verwaltungshandlungen durch ein abstraktes Medium (hier: ›Macht‹) koordiniert werden könnten, in gleicher Weise wie der Steuerungsmechanismus (›Geld‹) der Wirtschaft. In detaillierter und kritischer Aufarbeitung von Parsons, von dem er die Idee von Macht und Geld als den zwei Hauptsteuerungsmedien der heutigen Gesellschaft übernimmt, beschreibt Habermas, wie moderne Subsysteme ihre Autonomie gegenüber der Lebenswelt nur dann erringen können, wenn sich das Vorhandensein koordinierender Medien zeigen lässt, welche »Verständigungsbedarf, Interpretationsaufwand und Dissensrisiko« effektiv verringern (II, 393). Von diesem Standpunkt aus können »Medien wie Geld oder Macht […] die Kosten von Dissens weitgehend einsparen, weil sie die Handlungskoordinierung von sprachlicher Konsensbildung abkoppeln« (II, 393). Unzählige kritische Kommentatoren haben sich den Kopf zerbrochen über Parsons’ idiosynkratische Auffassung von Macht, gemäß derer sich ihre Dynamiken als Parallele zur Funktionsweise des Geldes in einer Marktwirtschaft denken ließe, doch Habermas scheint davon überzeugt, dass grade dieses Merkmal der Systemtheorie wesentlich für seinen Versuch ist, sie mit den Errungenschaften der kritischen Theorie der Frankfurter Schule zu verbinden.22

Seine Rechtfertigung dafür, Macht in Analogie zu Geld – und damit grundlegend für das Verständnis von Staatsverwaltung als ›System‹– zu betrachten, entpuppt sich leider als eine der unbefriedigendsten Passagen der Theorie des kommunikativen Handelns (II, 391-419).23 Tatsächlich sind es wiederholt Habermas’ eigene Aussagen, die das Vorhandensein essentieller Unterschiede zwischen Geld und Macht untermauern. Trotz Parsons’ Bemühungen, die Idee der Systemmedien auf Bereiche jenseits der Ökonomie auszuweiten, gibt Habermas sofort zu, »dass die strukturellen Analogien […] undeutlicher, die begrifflichen Bestimmungen nicht nur abstrakter, sondern auch unpräziser und am Ende metaphorisch werden« (II, 386). Vielleicht sei das Konzept eines Steuerungsmediums nur in direkter Verbindung mit materieller Reproduktion sinnvoll (vgl. II, 391). Geld funktioniere nur deshalb als Steuerungsmedium, weil der so geartete Informationsfluss »nach einer von Konsensbildungsprozessen unabhängigen Automatik verlaufen soll« (II, 395), leicht messbar sei und auf unkompliziert quantifizierbare Art übertragen und gelagert werden könne, was den Bedarf an kommunikativem Austausch massiv reduziere. Wie Habermas jedoch zugesteht, zirkuliert Macht weitaus weniger mühelos als Geld; sie ist auch nicht leicht zu lagern, zu hinterlegen oder zu berechnen. Tatsächlich ist ihr abstrakter oder generalisierbarer Charakter von Natur aus anfälliger als der des Geldes: »Gleichwohl wohnt ihr stets die Tendenz inne, sich mit der Person des Mächtigen und dem Kontext der Machtausübung stärker symbiotisch zu verbinden« (II, 402). Sie unterscheide sich auch in ihren Folgen; Parsons’ These, dass sich direkte Parallelen ziehen ließen zwischen den üblichen Eigenschaften einer Marktwirtschaft (z. B. Inflation und Deflation) und denen des politischen Systems, hätte sich ebenso als problematisch erwiesen (vgl. II, 403). Der wichtigste Punkt dürfte sein, dass trotz der Abhängigkeit einer erfolgreichen Marktwirtschaft vom Vertrauen (beispielsweise in die zukünftige Übertragbarkeit von Zahlungsmitteln in Waren und Dienstleistungen) Macht in unmittelbarer Weise der Legitimation bedarf (vgl. II, 402-405). Geldbasierte Tauschbeziehungen seien nicht notwendigerweise für einen der Beteiligten zum Nachteil, während Verwaltungsmacht verlange, dass einer der Teilnehmer Befehle entgegennimmt und daher strukturell benachteiligt wird (II, 406). Es sei daher nicht überraschend, dass das Medium Macht enger mit der Lebenswelt und den Prozessen gesellschaftlicher Reproduktion verbunden ist als Geld. Letzteres werde »zwar mit der kommunikativ strukturierten Lebenswelt rückgekoppelt, aber nicht, wie das legitimationsbedürftige Machtmedium, von sprachlichen Konsensbildungsprozessen wiederum abhängig gemacht« (II, 407).

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