Gerd Ludemann - Ketzer

Здесь есть возможность читать онлайн «Gerd Ludemann - Ketzer» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Ketzer: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Ketzer»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Das frühe Christentum zeichne sich durch große Harmonie aus und Ketzer seien erst viel später aufgetreten: so die weitverbreitete Meinung in Kirche und Wissenschaft. Eine unhaltbare Sicht und nichts weniger als Wunschdenken damaliger Ketzerbestreiter wie vieler heutiger Theologen.
Unter Verwendung aller verfügbarer Quellen zeigt Gerd Lüdemann, dass häufig nicht die Rechtgläubigkeit der Ketzerei, sondern die Ketzerei der Orthodoxie vorausging. Machtfragen standen meist im Mittelpunkt des Interesses, und keine Seite schreckte vor Gewalt oder Fälschungen zurück.

Ketzer — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Ketzer», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Teil II: Das Jerusalemer Judenchristentum nach dem Jüdischen Krieg

Das Referat bei Irenäus

Ein summarisches Referat über die Judenchristen findet sich bei Irenäus, Haer I 26,2:

»Die sogenannten Ebionäer stimmen (uns) zwar darin zu, dass die Welt vom wahrhaftigen Gott gemacht ist, aber über den Kyrios erzählen sie genau wie Kerinth und Karpokrates. Sie verwenden nur das Evangelium nach Matthäus, und den Apostel Paulus lehnen sie ab, indem sie ihn Apostaten vom Gesetz nennen. Sie bemühen sich übereifrig um die Auslegung der prophetischen Schriften. Sie praktizieren die Beschneidung und halten an diesen Gewohnheiten, die vom Gesetz verlangt sind, fest, auch an den jüdischen Lebensformen, so dass sie Jerusalem verehren, als ob es Haus Gottes sei.«83

Da zwischen dem Ende der Jerusalemer Gemeinde und der Niederschrift des zitierten Referats gut ein Jahrhundert liegt, muss die Vermutung, die Gruppe der Ebioniten sei ein Ableger der Jerusalemer Gemeinde, natürlich begründet werden. Für ihre historische Plausibilität sprechen folgende Überlegungen:

1. Der Name »Ebioniten« dürfte die Selbstbezeichnung dieser Gruppe sein. Irenäus, bzw. seine Quelle, gebraucht ihn ja ohne weiteren Kommentar – wohl deswegen, weil sie darüber nichts Näheres auszuführen wussten. Der Name geht auf das hebräische Wort ebjonim zurück. Diese Selbstprädikation konnte an eine jüdische Ehrenbezeichnung anknüpfen (vgl. Ps 86,1 f; 132,15 f; Jes 61,1 ff); höchstwahrscheinlich jedoch nahm die Gruppe damit einen Titel der Jerusalemer Urgemeinde, »die Armen«, auf.84

2. Die Paulusfeindschaft ist im christlichen Bereich in der Zeit vor 70 vor allem für Gruppen bezeugt, die aus Jerusalem stammen.

3. Das Gleiche gilt von der Gesetzesbeobachtung, die in der Beschneidung gipfelt.

4. Die Gebetsrichtung nach Jerusalem macht die Herkunft der Ebioniten von dort wahrscheinlich.

Fazit: Das Irenäus-Referat enthält ein wertvolles Zeugnis über den Ableger der ältesten Jerusalemer Gemeinde. Man wird dabei jedoch mit mehreren Gruppen rechnen, die Irenäus in diesem Referat zusammengefasst hat.

Der Bericht Justins85

Eine Generation vor Irenäus beschreibt der Apologet Justin judenchristliche Gruppen im Dialog mit Tryphon 46 f. Der relativ ausführliche Text ist wegen seiner Wichtigkeit86 am Ende dieses Buches (S. 290 – 291) auszugsweise in deutscher Übersetzung beigegeben.87

Justin zählt folgende Merkmale der von ihm beschriebenen Christen auf: Sie halten den Sabbath, praktizieren die Beschneidung, beobachten Monate und praktizieren Taufen bzw. Reinigungsbäder (vgl. Dial 46,2).88 Das erweist sie als Judenchristen. Man wird sie zusätzlich in überwiegendem Maße als Juden im ethnischen Sinne bezeichnen dürfen. Zwar setzt Justin voraus, dass ein Heidenchrist Judenchrist oder sogar Jude werden könnte. Doch sind das Spezialfälle, die gerade als Ausnahmen die Regel bestätigen, dass Justin in Dial 46 f von als Juden geborenen Christen und ihrem Verhältnis zu Heidenchristen handelt.

Nach dem Justinreferat nahmen die Judenchristen eine unterschiedliche Haltung zu ihren heidnischen Glaubensbrüdern ein. Sie hatten darüber eine abweichende Meinung, ob sie die von ihnen geübte Gesetzespraxis auch von den Heidenchristen verlangen sollten. Der eine Teil lehnte die Gemeinschaft mit den Heidenchristen ab, falls diese nicht ebenfalls jüdisch lebten (47,3). Der andere Teil befürwortete ohne eine solche Forderung Gemeinschaft mit ihnen (47,2).

An welche Art Gemeinschaft ist gedacht? Justin spricht 47,2 vom Zusammenleben, d. h. von der Gemeinschaft des geselligen Verkehrs und des Essens.

Das Problem wurde für reisende Christen akut, die Unterkunft in christlichen Häusern suchten und auf die Hilfe ihrer Brüder und Schwestern angewiesen waren. Justin, der nach eigener Angabe aus Flavia Neapolis in Palästina stammt (I Apol 1,1) und sich später in Ephesus und Rom aufhielt, war schon von seiner Biographie her die Wichtigkeit einer solchen Frage geläufig. Da er zumindest in Palästina Judenchristen persönlich kennengelernt hatte, empfand er Verständnis für ihre Eigenheiten. Andere Heidenchristen brachten diese Toleranz nicht auf und lehnten die Gemeinschaft mit Judenchristen generell ab.

Justin scheinen daher Judenchristen beider Arten vertraut zu sein, so dass seinem Bericht ein besonderer Wert zukommt. Da zwischen ihnen nur die Stellung zu den Heidenchristen kontrovers gewesen zu sein scheint, mag man davon ausgehen, dass sie nicht zu verschiedenen Gemeinden gehört haben, sondern jeweils in einer Gemeinschaft vereint gewesen sind. Eine Parallele liefert die judenchristliche Kirche Jerusalems vor 70 n. Chr., die trotz unterschiedlicher Einstellung zur Heidenchristenheit eine Gemeinde bildete. »Unschwer sind hier (sc. im Bericht Justins) die beiden auf dem Apostelkonvent von judenchristlicher Seite in Jerusalem vertretenen Positionen wiederzuerkennen, wie immer auch der Zusammenhang historisch sein mag.«89

Über den geographischen Ort der Judenchristen äußert Justin sich leider nicht. Man wird aber wahrscheinlich an Palästina denken (vielleicht aber auch an Kleinasien); in beiden Gebieten hat sich Justin längere Zeit aufgehalten.

Es ist nun möglich, eine Paulusfeindschaft der Judenchristen Justins als wahrscheinlich zu erweisen, obwohl Justin diese nicht ausdrücklich erwähnt.

Als Voraussetzung sei die Annahme eingeführt, dass Paulus in der ersten Hälfte des 2. Jh.s im östlichen und westlichen Christentum bekannt gewesen ist. Zwar kann man den Gebrauch seiner Briefe und/​oder die Kenntnis seiner Person nicht in jeder heidenchristlichen Gemeinde voraussetzen, wohl aber in den Zentren Antiochien, Kleinasien, Griechenland und natürlich Rom.

Nun hat eine Klasse der Judenchristen Justins harte Forderungen gegenüber Heidenchristen erhoben und bei ihrer Nichtbeachtung die Gemeinschaft mit diesen abgelehnt. Dies setzt voraus, daß die Judenchristen über Heidenchristen einschließlich ihrer Wertschätzung des Heidenapostels informiert waren. Eine Verweigerung der Gemeinschaft mit den Heidenchristen war daher in vielen Fällen notwendig mit einer Ablehnung des Paulus verbunden.

Die Frage, ob Justin Paulusbriefe gekannt und benutzt hat, ist sicher positiv zu beantworten. So benutzt er Dial 27,3 dieselben Psalm- und Jesajazitate wie Röm 3,12 – Ps 14,3; 5,10; 140,4; Jes 59,7 f –, und zwar in derselben Reihenfolge, und er gibt Dial 39,1 f »die Klage des Elias gegen Israel und Gottes Antwort (vgl. 1Kg 19,10/​17) in einer Weise wieder …, die in mehreren Einzelheiten gegen die LXX-Version mit Röm 11,2/​5 übereinstimmt.«90 Überdies ist daran zu erinnern, dass in Rom vor dem Ende des 1. Jh.s Petrus und Paulus ein festes Personenpaar und zumindest Röm und 1Kor greifbar waren. Man vgl. dazu auch den am Ausgang des 1. Jh.s verfassten Brief der römischen Kirche an die korinthische Gemeinde:

(1) »Doch um mit den alten Beispielen aufzuhören, lasst uns zu den Kämpfen der jüngsten Zeit kommen: Nehmen wir die edlen Beispiele unseres Geschlechts. (2) Wegen Eifersucht und Neid sind die größten und gerechtesten Säulen verfolgt worden und haben bis zum Tode gekämpft. (3) Halten wir uns vor Augen die tapferen Apostel: (4) Petrus, der wegen ungerechtfertigter Eifersucht nicht eine und nicht zwei, sondern viele Mühen auf sich genommen hat und der so – nachdem er Zeugnis abgelegt hatte – gelangt ist an den ihm geschuldeten Ort der Herrlichkeit. (5) Wegen Eifersucht und Streit hat Paulus den Kampfpreis der Geduld aufgewiesen: (6) Siebenmal Ketten tragend, vertrieben, gesteinigt, Herold im Osten wie im Westen, hat er den edlen Ruhm für seinen Glauben empfangen. (7) Gerechtigkeit hat er die ganze Welt gelehrt und hat Zeugnis abgelegt vor den Führenden, so ist er aus der Welt geschieden und ist an den heiligen Ort gelangt – größtes Vorbild der Geduld«. (1Clem 5,1 – 7).

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Ketzer»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Ketzer» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Ketzer»

Обсуждение, отзывы о книге «Ketzer» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x