Gerd Ludemann - Ketzer
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Unter Verwendung aller verfügbarer Quellen zeigt Gerd Lüdemann, dass häufig nicht die Rechtgläubigkeit der Ketzerei, sondern die Ketzerei der Orthodoxie vorausging. Machtfragen standen meist im Mittelpunkt des Interesses, und keine Seite schreckte vor Gewalt oder Fälschungen zurück.
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Dieser Rückschluss auf eine Ablehnung der Kollekte71 wurde in der Forschung oftmals so nicht gezogen. Jürgen Becker schreibt: Es »muß … unter den Judenchristen in Jerusalem Leute gegeben haben, die für eine Verweigerung der Kollekte eintraten.« Er fährt sogleich einschränkend fort: »Zu diesen wird mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit nicht Jakobus gezählt haben.«72 Die Hauptbegründung dafür leuchtet jedoch nicht ein, denn in einer Konfliktsituation war es auf jeden Fall denkbar, »daß Jakobus seine Anerkennung des Heidenchristentums auf dem Apostelkonvent … durch die offizielle Verweigerung der heidenchristlichen Kollekte praktisch in Gestalt eines öffentlichen Eklats rückgängig machen konnte.«73
Aber wieso soll den Jerusalemer Judenchristen eine Kollekte nicht mehr willkommen gewesen sein, die sie einige Jahre zuvor noch akzeptiert hatten? Mehrere Gründe legen sich als Antworten nahe.
Zum einen war die Spannung zwischen Paulus und den Jerusalemern gestiegen. Der Apostel hatte Worte gegen das Gesetz geschrieben, die den Jerusalemern zu Ohren gekommen waren. Aus ihrer Mitte waren Spione in die paulinischen Gemeinden entsandt worden. Sie hatten dort Gräueltaten gegen das Gesetz beobachtet, die geborene Juden betrafen: Judenchristen beschnitten ihre Kinder nicht mehr und aßen zusammen mit Heidenchristen.
Zum anderen war die Lage in Jerusalem für die dortige Gemeinde schwieriger geworden, weil sich einflussreiche Gruppen in Jerusalem im Vorfeld des jüdischen Krieges radikalisiert hatten. Und vielleicht ist die Kollekte auf der Konferenz zunächst gar nicht gefordert, sondern erst von Paulus ins Spiel gebracht worden, um einen Verhandlungserfolg zu erzielen.
Unter den 18 Halachot (vgl. MSchab 1,4 – 9), die einige Juden vor der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 beschlossen hatten, befand sich auch das Verbot, von Heiden Geschenke anzunehmen.74 Man kann darin eine Entsprechung zum Verhalten der Jerusalemer Gemeinde gegenüber der Gabe der heidenchristlichen Kirchen sehen und schlussfolgern: Was einst akzeptabel war, war jetzt, mitbedingt durch Entwicklungen in Jerusalem und im paulinischen Missionsgebiet, für die Jerusalemer Gemeinde unerträglich, ja geradezu »ein vergiftetes Geschäft«75 geworden.
Paulus ahnte offenbar Böses, denn er bittet kurz vor der Reise nach Jerusalem die Römer um Beistand im Gebet, »dass ich errettet werde vor den Ungehorsamen (= Juden) in Judäa und mein Dienst (= die Kollekte) den Heiligen (= der Jerusalemer Gemeinde) willkommen sei«. (Röm 15,31). M. a. W., er kennt die Entrüstung der (ungläubigen) Juden in Jerusalem, aber auch die Verschlossenheit der dortigen Gemeinde gegenüber seiner Person und der Kollekte.
Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus über die Hinrichtung des Jakobus
Josephus, Ant XX 199 – 203:
»Der jüngere Hannas jedoch, dessen Ernennung zum Hohepriester ich soeben erwähnt habe, war von heftiger und verwegener Gemütsart und gehörte zur Partei der Sadduzäer, die, wie schon früher bemerkt, im Gerichte härter und liebloser sind als alle anderen Juden. Streng und hart, wie er war, glaubte Hannas auch jetzt, da Festus gestorben, Albinus aber noch nicht angekommen war, eine günstige Gelegenheit gefunden zu haben. Er versammelte daher den Hohen Rat zum Gericht und stellte vor dasselbe den Bruder des Jesus, der Christus genannt wird, mit Namen Jakobus, sowie noch einige andere, die er der vermeintlichen Gesetzesübertretung anklagte und zur Steinigung führen ließ. Das aber erbitterte auch die eifrigsten Beobachter des Gesetzes, und sie schickten deshalb insgeheim Abgeordnete an den König (sc. Agrippa) mit der Bitte, den Hannas schriftlich aufzufordern, daß er dergleichen nicht mehr tue. Denn es war nicht das erste Mal, daß er nicht recht gehandelt hätte.«76
Die Erzählung des jüdischen Historikers Flavius Josephus »ist ein echter Bericht des Jerusalemer Priesters und Augenzeugen und ist sicher zuverlässig, nicht eine christliche Interpolation.«77 Zum Zeitpunkt der Hinrichtung des Jakobus ca. 62 n. Chr. war Josephus Priester in Jerusalem und etwa 25 Jahre alt (Vita 12 f). Das Interesse der Erzählung betrifft den sadduzäischen Hohenpriester Hannas, der sich eine unrechtmäßige Hinrichtung zu Schulde hat kommen lassen, nicht etwa Jakobus. Auch deswegen scheidet die These einer späteren Hinzufügung durch einen Christen aus.
Josephus blickt aus Gründen des Kontrasts, indem er die Grausamkeit des Sadduzäers Hannas herausstreicht, offenbar auf einen Vorfall unter Johannes Hyrkanus zurück (Ant XIII 293 – 296), der von der Milde der Pharisäer vor Gericht Zeugnis ablegte.
Der oben zitierte Josephus-Text lässt folgende Schlüsse zu78:
1. Jakobus wurde auf Betreiben des Hohenpriesters Hannas vor dem Hohen Rat zusammen mit einigen anderen, die wohl als Judenchristen zu identifizieren sind, wegen Gesetzesübertretung zum Tod durch Steinigung verurteilt. Dies geschah zwischen dem Tod des Prokurators Festus und vor der Ankunft des neuen Prokurators, des Albinus, ungefähr im Jahr 62.
2. Eine Gruppe, die zu den eifrigsten Beobachtern des Gesetzes gehörte, d. h. Pharisäer, protestierte aufs schärfste gegen das Vorgehen des Hannas, was zu dessen Absetzung führte. Dabei mag offen bleiben, ob die Pharisäer sich gegen das Recht des Hohenpriesters aussprachen, den Hohenrat ohne Genehmigung des Prokurators in einem Kapitalprozeß einzuberufen, oder ob sie gegen das Todesurteil Stellung nahmen oder gegen beides.79 In jedem Fall protestierten die Pharisäer sowohl gegen die Anklage als auch gegen den Ausgang des Verfahrens. Die Anklage, dass Jakobus und seine Anhänger Gesetzesbrecher seien, erfolgte daher zu Unrecht.
Die Stellung des Jakobus muss so profiliert gewesen sein, dass die Gruppe, die er repräsentierte, nun nicht mehr als in, sondern neben der jüdischen Gemeinde stehend angesehen wurde. Er galt als der Gerechte (vgl. Hegesipp bei Euseb, KG II 23,7). Nach Martin Hengel hat der »Beiname ›der Gerechte‹… dabei in ähnlicher Weise ›ekklesiologische‹ Bedeutung wie ›Kephas‹ für Simon, ja er übertrifft für das Judenchristentum dessen Gewicht bei weitem. Zugleich erklärt die Funktion des Jakobus als saddiq seine Bezeichnung als ›Schutzmauer‹. Schon seine Existenz hält Unheil von seinem Volke fern, seine Fürbitte dringt zu Gott und hat Sühne wirkende Funktion, denn die Gerechten verwandeln Gottes Strafgerechtigkeit in Barmherzigkeit.«80 Jakobus’ vorbildlicher Thoragehorsam wurde offenbar auch außerhalb der Jerusalemer Gemeinde anerkannt.
Sein Amt mag vom Hohenpriester als Konkurrenz empfunden worden sein. Die Macht seiner Person und das traditionelle Misstrauen der Sadduzäer, welche meistens den Hohenpriester stellten, gegen Neuerungen werden ein übriges hinzugetan haben. So konnte der Hohepriester Hannas auch den Jakobus seinen Gegnern zurechnen, gegen die er im Hohenrat Todesurteile durchsetzte. Jakobus wurde gesteinigt, er starb aber in Wahrheit nicht »als Gesetzesbrecher«, wie selbst Martin Hengel missverständlich schreibt81, sondern aus persönlicher Rivalität, über deren theologischen Hintergrund kein Urteil mehr möglich ist.82 Wenn irgendwo, dann wird hier der untadelige Wandel des Jakobus im Judentum deutlich.
Trotzdem trug die Hinrichtung des Jakobus dazu bei, dass aus den innerjüdischen Spannungen ein Bruch zwischen zwei Gemeinden wurde, von denen die eine langfristig nicht mehr zur jüdischen Gemeinschaft gehören sollte. Eine historische Entwicklung, die ungeplant war, führte zu einem Resultat, das vorher niemand ahnen konnte und das bezüglich der Jerusalemer Gemeinde unter Jakobus – historisch geurteilt – unberechtigt war.
Allerdings würde es zu weit führen, anzunehmen, dass sich Anhänger des Jakobus nicht am jüdischen Aufstand gegen Rom beteiligten. Zwar verwarf die Mehrheit einen Aufstand gegen die Römer. Selbst der Hohepriester Hannas, der Jakobus steinigen ließ, gehörte der gemäßigten Partei an, die einen Krieg gegen die Römer ablehnte. Doch folgt daraus keinesfalls, dass die Jerusalemer Gemeinde die Hauptstadt verließ, um so weniger, als ein Großteil der sogenannten Friedenspartei auch nicht aus Jerusalem flüchtete. Man wird vielmehr ernsthaft mit der Möglichkeit rechnen, dass ein Teil der christlichen Gemeinde ebenso wie die friedenswilligen Pharisäer und Sadduzäer im Jüdischen Krieg in Solidarität mit ihrem Volk umgekommen ist. Ein anderer Teil hatte Jerusalem bereits vorher verlassen, und noch andere Judenchristen dürften vor der anrückenden römischen Armee aus Galiläa und Samarien in das Ostjordanland geflohen sein.
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