Ungelöst ist allerdings das Paradoxon, dass solange die kapitalistische Produktionsweise weiter existiert, die Integration in den Arbeitsmarkt gesellschaftliche Teilhabe und Emanzipation bedeutet. Daher kann man leicht dem trügerischen Schluss aufsitzen, dass die Umformung von unbezahlter Hausarbeit in Lohnarbeit ein Fortschritt sei und dabei übersehen, dass es nur eine Besserstellung im bürgerlich-kapitalistischen System wäre, nicht aber eine Emanzipation daraus. Es ist also die Frage aufgeworfen, welche Produkte und Dienste wir brauchen bzw. was wachsen soll – und wovon wir besser ablassen. Danach stellt sich die Frage, wie produziert werden soll – was wir weiterhin marktförmig herstellen oder dem Markt wieder entziehen wollen (de-kommodifizieren). Ferner geht es um die Frage, wie wir den Wohlstand verteilen wollen und gesellschaftliche Teilhabe und Mitbestimmung bestmöglich garantieren können. Kurz: Wie können wir gesellschaftliche Spaltungen vermeiden? In den Produktionsverhältnissen steckt ein Schlüssel dafür.
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