Frank Hebben - Maschinenkinder

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»Frank Hebbens Geschichten schaffen, was nur der besten Literatur gelingt: Sie bringen einen dazu, Fragen zu stellen. Bei der einen Story mag man sich fragen, was Realität, was Illusion ist. Bei der nächsten, wie man in einer Zukunft, in der sich das Gedächtnis manipulieren lässt, der menschlichen Erfahrung und Erinnerung trauen kann. Er fordert unsere ethischen Maßstäbe heraus, indem er die Grenzen dessen erkundet, was als Kunst betrachtet werden kann. Er versetzt uns in die ferne Zukunft oder die ferne Vergangenheit – mitunter sogar in derselben Erzählung. Wenn ein Autor uns dazu bringt, Fragen zu stellen, heißt es, dass er uns zum Nachdenken anregt. Auf Frank Hebben trifft das sicher zu, und mehr noch: Er ist anregend, belesen und unterhaltsam. Hier kommt man mehr als nur auf seine Kosten. Man bekommt alles, was ein guter Autor einem geben kann.«
Jeffrey Thomas, Autor von Punktown
»Atmosphärisch dicht und intensiv. Wie eine chinesische Tuschezeichnung: Das meiste entsteht erst im Auge, in der Phantasie, des Betrachters. Das zeigt, dass die skizzenhaften Striche gut gesetzt sind. Kann nicht jeder, ich würde sogar behaupten: Das können nur wenige.«
Michael Szameit

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Erneute Stille zwischen ihnen. Deshalb stand sie auf, um Feuerholz aus einer Kiste zu holen, als es plötzlich an der Haustür klopfte – alle drei schraken zusammen. Eine junge Frau trat ein, lächelte, nahm verlegen den Pelzhut vom Kopf.

»Wo bin ich hier?«, wollte sie wissen.

SCHWARZFALL

»Natur und Gesetz sah man im Dunkeln nicht;

Gott sprach, es werde Tesla, und überall ward Licht.«

(Laudatio zur Verleihung der Edison-Medaille durch das Amerikanische Institut der Elektroingenieure)

Nach 1901 standen sie bald in vielen Reichsstädten: Teslaspulen, groß wie Leuchttürme, um die Menschen mit drahtlosem Strom zu versorgen, jede Maschine und jedes Gefährt. Erst elektrische Monster, die Blitze in alle Richtungen warfen, dass einem die Haare zu Berge standen, euphorische Zustände herrschten und Jesus zu einem sprach und die Engel, nahe der Kugel, der Elektrode aus Kupfer, die in den Himmel hochstach; man beim Händeschütteln ständig einen Stromschlag bekam, die Pelzstolen der Damen knisterten und auch das Innenfutter der Herren, aus edlem Samt, mit Distelmuster bestickt; die Luft nach Ozon roch, abends, wenn in den Häusern die Glühbirnen brannten, die Kochplatten glühten und die Grammophone ganz ohne Federwerk sangen.

Diese Spulen hatten einen besseren Wirkungsgrad: Nun war über den Dächern bloß noch das magische Lichtspiel zu sehen, ein Funkeln, ein Pulsen, während die Stromkutschen ihre Passagiere sanft zu den Salons hintrugen, zu den Boulevards und Revuen.

Empfänger sogen die freie Energie auf und gaben sie an die Maschinen weiter; lang war es her, dass Überladungen sprühten und die Elektrik verschmorte: der Antrieb der Webstühle, Drehbänke; die Schmuckuhren der Kaufleute; die Pranken der Arbeiter in den Fabriken, ausgestattet mit zigfacher Körperkraft.

La Belle Époque!

Vorbei die dunklen Zeiten, als Bauern auf karger Scholle, verarmt und elend, von Missernten ausgezehrt, vom Ziehen des Pflugs, Regen und Kälte, sich ein neues Leben in den Städten erhofften … und doch nur die lichtlosen Hinterhöfe bezogen, abseits der prächtigen Straßen und Villen, wo der neue Geldadel wohnte.

Mit Wechselstrom war der Segen über die Bürger gekommen: Selbst jede Dienstmagd und jede Köchin, jeder Dreher, Mechaniker und Bergmann hatte fließend Wasser, ein Telephon in der Stube stehen – auch eine Sitzbadewanne, die beheizt werden konnte, für die lieben Kinderlein.

Es herrschte Ruhe im Volk.

Sogar Maschinenstürmer, die früher das Proletariat aufhetzten, Scheiben einschlugen und Fließbänder demolierten, saßen mit den Fabrikanten an einem Tisch und bekamen, was sie wollten: freie Stromgliedmaßen für alle – egal, ob für das Mädchen, das mit zierlichen Händen den Saum der Prunkkleider vernähte, oder für den Hafenarbeiter, der aus dem Frachtraum der Voltaschiffe hölzerne Kiste um Kiste wegschleppte, Baumwolle, Kautschuk und Elfenbein von den Kolonien in Asien und Afrika.

Von geschulten Doktoren am Leib angebracht, glückte meistens die Operation, die sehr günstig war, oft kostenlos, und die Warteliste kurz: Die Hospitäler eröffneten einen neuen Krankenflügel; für die Justierung, für Reparaturen aller Art.

Nachts, in den roten Varietés, ließen Tänzerinnen ihre grazilen Metallbeine glänzen, wenn zum wilden Cancan der Absinth durch die Kehlen floss, die Wangen sich röteten, die Jetons locker saßen, ehe die Grüne Stromfee in den Glühlampen seufzend starb und ein neuer Tag anbrach, der das trunkene Gelächter von den Straßen fegte.

Nicht lange, bis diese Prothesen zur Mode gehörten, weil sie den Herren mehr Stärke und den Damen mehr Anmut verliehen, so sehr begehrt, dass auch der Adel nicht länger verzichten wollte: Teuer und kunstvoll, aus Silber und Gold, trug sie die Gattin zur Schau, mit viel Haut, in der Oper, dass sogar der Kaiser verzückt vom Balkon runterspannte, sprachlos:

Elektrische Ziervögel, die auf dem Unterarm zwitscherten. Finger spielten ein Lied, sobald man sie bewegte. Es gab Lampen, eingefasst wie Edelsteine, und Verkleidungen aus Buntglas, von innen erleuchtet wie Kirchenfenster. Dezent unter dem Seidentaft versteckt: mechanische Korsette, die sich selber strafften …

Welch schwelgerische Pracht!

Sonntags, beim Pferderennen, protzten die Männer von ihrer Kraft: wie sie den Büffel jagten, durch die Prärie, ohne Kutsche und Ross; einen Leoparden erlegten, mit bloßer Hand, zwischen den trommelnden Schatten des Urwalds.

Und wie die Väter so ihre Söhne, die sich nach Reifenschlagen und Seilchenspringen mit kleinen Heldentaten überboten: Einer hatte die Schildkröten zerquetscht; der andere den Papierdrachen gehalten, bei Sturm … und dass auf dem Jahrmarkt der Lukas recht lustig klingelte, als der Hammer den Kopf traf.

Der Fortschritt galoppierte.

Immer neue, immer größere Erfindungen wurden gemacht, man staunte über Cinématographen, über Flugapparate; dem Genie der Ingenieure schienen keinerlei Grenzen gesetzt:

An jenem Abend, als der Klügste der Klugen seine Laudatio hörte, lächelnd, und nachher beim Sekt auf der Terrasse dozierte, da träumten sie wieder den ewigen Traum, eines Tages selbst den Tod zu beherrschen: von künstlichen Herzen war die Rede, für die Alten und Kranken – und davon, die Ionosphäre in Resonanz zu versetzen, um den ganzen Planeten zum Leiter zu machen.

So griff man nach den Sternen am Himmel, wo neben dem Funkeln der Elektroden zögernd andere Lichter erschienen, schillernde, bunte Bänder, eine Aurora Borealis: stille Musik, ein Partikel, ein Ton, bis die Melodie zum Sonnensturm wurde, der das Magnetfeld der Erde aufwühlte …

Jede Schwankung setzte mehr Energien frei. Die Entladungen schlugen ins Hochspannungsnetz, dass Störlichtbögen, dick wie Kabel, über die Teslaspulen peitschten, am Gerüst, an der Kugel oben, ehe die Stromspitzen durch den Äther schossen.

Papiere gingen in Flammen auf.

Elektrische Funken spritzten ins Dekolleté, und Rauch quoll aus den Blusen hervor, manches Kleid, mancher Anzug fing Feuer, während die Überspannung durch weitere Stadtteile raste, dann das Arbeiterviertel erreichte und dort die großen Maschinen lahmlegte.

Schwarzfall!

Treibriemen, die eben noch fröhlich kreisten, wurden langsam, eierten, nur um kraftlos auszutrudeln; Lastkräne, Fahrtreppen, Ventilatoren, sie standen still – keine Prothese ließ sich bewegen, kein Finger, kein Zeh, auch die Gedanken vom Schrecken gelähmt. Kurz glühten die Carbonfäden nach, eisrot und schläfrig, dann wurden alle Lampen finster.

Jene, die Glück im Unglück hatten, krochen daheim in den Sessel, auf die Couch, ins Himmelbett und harrten dort aus, leichenblass, und hofften auf neuen Strom; doch viele wurden beim Konzert überrascht, beim Galadiner – oder mitten auf der Straße, als die Gelenke plötzlich nachgaben. Ganz ohne Kraft wogen die Gliedmaßen schwer wie Blei: ein eherner Handschuh, ein Klotz am Bein; man war an Ort und Stelle gefangen. Und keine Hilfe. Die Stunden endlos.

In den Schatten, gespenstisch vom Nordlicht erhellt, spielte die Angst einem seltsame Streiche: Die Turmuhren starrten als Zyklopen herab; Omnibusse und Kutschen waren zu bösen Tieren geworden, die lauerten, obgleich kein Motor zu hören war, nur das klagende Stöhnen der Leute.

Der Morgen graute, bevor Rettung kam. Männer der Feuerwache, Polizei, Reservisten durchfuhren die Straßen auf klapprigen Karren, einen Ochsen, einen Gaul vorgespannt, und sammelten die Hilflosen ein, um sie nach Hause zu bringen oder ins Hospital.

Noch am Tage schien alles reglos erstarrt. Es gab Tote zu beklagen, eine Bibliothek war ausgebrannt, und keine Zeitung erschien, da die Druckerpressen nicht liefen.

Das Mittelalter einer stromlosen Stadt.

Weil die Telegraphen der Ortschaften schwiegen, wurden Fesselballons gestartet, um die Schäden zu untersuchen … Ein Blick durchs Fernglas zeigte das Ausmaß der Zerstörung: geplatzte Isolatoren, deren Öl die Überlandmasten versengte; die verkohlten Trafos der Umspannstationen, Spulen, von Ruß befleckt, auch hatte der Sonnensturm die Generatoren der Kraftwerke glatt aus dem Netz geworfen.

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