Petra Gabriel - Kaltfront

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Im Februar 1956 schießt Kriminalkommissar Otto Kappe bei einer Polizeirazzia gegen eine Fälscherwerkstatt eine flüchtende Frau nieder. Bis auf weiteres ist er vom Dienst suspendiert. Doch ungeduldig, wie er ist, stellt er heimlich Nachforschungen an. Und wer, wenn nicht sein Onkel, der Oberkommissar a.D. Hermann Kappe, könnte ihm dabei behilflich sein? Als die beiden die verletzte Frau im Krankenhaus besuchen wollen, ist sie verschwunden. Auf der Suche nach ihr kommen Otto und Hermann Kappe den Machenschaften des DDR-Geheimdienstes in die Quere. Sie stoßen auf Versuche des Ostens, die West-Berliner Energieversorgung zu sabotieren – und decken einen politischen Mord auf …
Es geschah in Berlin, bekannt als 'Kappe-Reihe', spiegelt in fiktiven Kriminalfällen das Berlin des 20. Jahrhunderts wieder. Petra Gabriel zeichnet in ihrem neuen Band – dem ersten, in dessen Mittelpunkt der junge Kommissar Otto Kappe steht – ein packendes Bild von dem Gegeneinander westlicher und östlicher Geheimorganisationen im Berlin der 50er Jahre.

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Sie konnte das Kind doch nicht einsperren! Lenchen hatte recht, wenn sie Aufklärung einforderte und fragte: «Warum muss ich mich immer verstecken? Warum darf niemand wissen, dass es mich gibt? Weil du dich für mich schämst? Weil du nicht willst, dass die Leute von deiner unehelichen Tochter wissen?» Lenchen hielt sie für ihre Mutter. Das Kind wusste von nichts. Wie sollte man ihm auch sagen, dass es das Ergebnis einer Vergewaltigung war und die wirkliche Mutter seine Gegenwart nicht ertrug? Dass die Mutter im Zuchthaus saß und ihr Vermögen eingezogen worden war. Wie sollte man das einem Kind sagen?

Anfangs waren Ursula und sie tatsächlich bei einigen kleineren Sabotageakten der KgU dabei gewesen, aber inzwischen schon lange nicht mehr – nicht mehr, seit es 1951 und 1952 eine Welle von Todesurteilen in der DDR gegeben hatte. 250 Angeklagte hatten vor Sowjetgerichten gestanden, 70 Todesurteile wegen «konterrevolutionärer Verbrechen» hatten die Militärtribunale auf der Grundlage des Artikels 58 aus dem Strafgesetzbuch der RFSSR, der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepubliken, ausgesprochen. Das durften sie seit dem Vertrag von Jalta und dem Genfer Abkommen von 1949. Ursulas Mann hatten sie auch hingerichtet. Ulrich, von dem sie sich gleich nach der Vergewaltigung hatte scheiden lassen und der weder von der Gewalttat noch von Lenchen je etwas erfahren hatte.

Ein halbes Jahr vor Ursulas Verhaftung hatte Ida sich zusammen mit Lenchen eine Bleibe im Westen gesucht. «Republikflucht» nannten sie das in der Zone. Darauf standen schwere Strafen. Dann war sie zur SPD und zur KgU gekommen, hatte sich dadurch Freunde und einen gewissen Schutz erhofft. Aber die hatten ihr auch nicht helfen können. Die Spitzel vom MfS, dem Ministerium für Staatssicherheit, hatten sie am Ende doch gefunden. Sie musste es also allein schaffen, irgendwie. Was sollte aus Lenchen werden, wenn sie selbst auch noch ins Gefängnis kam? Wenn sie nicht tat, was die wollten, blühte ihr das sicher. Es gab genügend Beispiele für Menschen, die aus West-Berlin in die Zone entführt worden waren, und für drakonische Urteile, auch wegen «Republikflucht».

Ein Mitangeklagter von Ursula, Ewald Janike aus Köpenik, ein ehemaliger Volkspolizist, war wegen «Spionage, Hetze und terroristischer Umtriebe» zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Und warum? Weil er genau das Gleiche wie sie selbst für die KgU getan hatte: Er hatte in Briefen Berliner in der Zone zur «Flucht nach dem Westen» zu überreden versucht. Außerdem sollte er die Stärke der Arbeiterkampfgruppen in den ihm bekannten Betrieben verraten und dem «Klassenfeind» Hinweise für die Durchführung von Sabotageakten gegeben haben.

Und jetzt hatte sie selbst einen Sabotageakt verübt – aber gegen ein West-Berliner Unternehmen: die Gasag, die Gaswerke AG. Ihr wurde schlecht, wenn sie nur daran dachte. Nun arbeitete sie also für das MfS. Sie hatten sie dazu gezwungen und gedroht, sie sonst wegen «Republikflucht» in ein Ostgefängnis zu schaffen. Und sie hatten sie erpresst, mit Ursula.

«Wollen Sie denn nicht, dass Ihre Schwester im Gefängnis einige Erleichterungen bekommt? Es kann hart werden für jemanden, der draußen keine Freunde hat. Es gäbe sogar die Möglichkeit, ihr das Leben schwerzumachen, wenn Sie nicht mitziehen. Anderenfalls könnten wir uns womöglich sogar bereit erklären, Ihre Schwester in den Westen zu entlassen. Gegen Devisen. Sie haben doch Devisen?» Das waren die Worte ihres Kontaktmanns Lars Bendler gewesen. 30 000 Mark wollten sie haben. Für diese Summe und für ihre Mitarbeit waren sie bereit, Ursula freizugeben.

«Woher soll ich 30 000 Westmark nehmen?», hatte sie Bendler gefragt. «So viel Geld bekomme ich von meinem Sekretärinnengehalt nie im Leben zusammen.»

«Das kriegen wir schon hin. Arbeiten Sie nur fleißig für uns! Es gibt vieles, was Sie für uns tun können. Sich umhören zum Beispiel, in der KgU, im SPD-Büro Ost. Dort, wo unsere Feinde sitzen. Wir bezahlen Sie für die Informationen und legen die Summe auf ein Konto. Ausnahmsweise. Wenn Sie sich die 30 000 Mark erarbeitet haben, lassen wir Ihre Schwester frei. Und denken Sie daran, wir behalten Sie immer im Auge!»

Daraufhin war sie in der geheimen Wohnung der KgU am Fraenkelufer untergetaucht. Bei diesem undurchsichtigen Peter Klaus. Sie hatten sich bei einer KgU-Versammlung getroffen, und er hatte mit seinen Kontakten geprahlt und ihr hinter vorgehaltener Hand erzählt, dass er die geheimen Wohnungen der KgU kenne. Normalerweise hätte Ida sich nie an einen solchen Schwätzer gewandt, doch jemand anderes war ihr auf die Schnelle nicht eingefallen.

Vielleicht würden die von drüben sie vergessen und sich ein anderes Opfer suchen. So hatte sie sich das jedenfalls erhofft. Wie hatte sie nur so naiv sein können! Wahrscheinlich waren sie ihr nach der Arbeit von der Gasag bis zu der Wohnung gefolgt. So musste es gewesen sein. Sie hatte nichts bemerkt, sich eingebildet, ganz vorsichtig gewesen zu sein. Doch das waren geschulte Agenten, und sie war nur eine ganz gewöhnliche Frau, eine Sekretärin. Noch nicht einmal technisch begabt, anders als ihre Schwester Ursula.

Peter Klaus hatte sie nicht gerne aufgenommen, obwohl er von Bendler nichts wusste. Er lebte auch nur zeitweise am Fraenkelufer, immer dann, wenn er selbst untertauchen musste oder einen seiner «Kontakte» traf. Aber er hatte sich breitschlagen und Lenchen und sie bis auf weiteres dort wohnen lassen.

Doch man entkam diesen Leuten nicht, wenn sie sich erst einmal festgebissen hatten, das hätte sie eigentlich wissen müssen. Dieser Bendler vom MfS, Deckname «Käthe», hatte sie auf dem Weg zur Arbeit abgepasst. «Käthe». Wie albern – und gleichzeitig verharmlosend! Das klang nach Käthe-Kruse-Puppe. Nun, ihr eigener Deckname war auch nicht viel besser. Ja, sie hatte jetzt ebenfalls einen: «Mäuschen». Eine Verniedlichung des Irrsinns, das waren diese Namen.

Das war überhaupt alles absurd. Ida wusste, sie musste den anderen von der KgU eigentlich erzählen, dass das MfS von der Wohnung am Fraenkelufer wusste. Auch für die Genossen von der SPD wäre es wichtig gewesen zu erfahren, dass das MfS an einer der Ihren dran war. Aber wie sollte sie das erklären? Sie wäre aufgeflogen. Ida hasste sich für diese Heimlichtuerei. Zeit ihres Lebens war sie immer geradeheraus gewesen. Inzwischen lagen ihr die vielen Geheimnisse, die sie bewahren musste, wie Steine auf der Seele.

Erneut fragte Ida sich, von wessen Kugel sie erwischt worden war. Dieses ganze Geflecht aus Lügen und Betrügereien war so schwer zu durchschauen. Waren die Leute von der KgU oder der SPD dahintergekommen, dass sie ein doppeltes Spiel spielte? Die hatten alle Kontakte zur Organisation Gehlen oder zur CIA, während sie ganz allein für ihre Familie kämpfen musste. War es die Kugel des Kommissars gewesen oder die eines Unbekannten, der sie im Auftrag des MfS umbringen sollte? Jetzt, wo sie getan hatte, was sie sollte, wurde sie wohl nicht mehr gebraucht. Oder sie wollten sie nur erschrecken und zur Räson bringen, damit sie brav weiterfunktionierte. Denn wenn diese Leute schossen, dann trafen sie meist auch. Dabei wäre es überhaupt nicht nötig gewesen, ihr Angst zu bereiten. Davon hatte sie auch so genug.

Für das Gaswerk Mariendorf, wo sie als Sekretärin arbeitete, würden die Zeitungen morgen eine innerbetriebliche Störung melden. In diesen kalten Tagen war es besonders schlimm, wenn es auch noch Probleme mit dem Gas gab. Die Berliner Elektrizitätswerke, die BEWAG, schafften es entgegen den Meldungen in den Zeitungen tatsächlich kaum, genügend Energie für all die Heizsonnen zu erzeugen, die in diesen Tagen angeschaltet wurden. Nicht auszudenken, wenn jetzt auch noch die Gasthermen ausfallen würden! Aber genau das wollten die im Osten. Im Westen von Berlin sollte alles vor die Hunde gehen, während sie im Osten mit einer reibungslosen Versorgung der Bevölkerung glänzen konnten.

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