Bettina Kerwien - Mitternachtsnotar

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Die Bewohner der idyllischen Reihenhaussiedlung „Am Rabennest“ in Reinickendorf sind auf hundertachtzig. Eine private Immobiliengesellschaft, die fest in der Hand der Familie Trasseur ist, hat ihre denkmalgeschützte Siedlung aufgekauft und will sie luxussanieren. Den Bestandsmietern wird mit horrenden Mieterhöhungen und Kündigung gedroht. Das löst ihren Protest aus. Doch dann hängt plötzlich der Hausmeister tot am Dachbalken. Hat er sich selbst umgebracht? Privatdetektiv Martin Sanders bezweifelt das. Der ehemalige Personenschützer mit dunkler Vergangenheit hat gerade sein eigenes Büro in Moabit eröffnet, als ihn sein Vater um Hilfe bittet. Der ist einer der Investoren der Immobiliengesellschaft und erhält seit einiger Zeit Drohbriefe, in denen er zum Sanierungsstopp aufgefordert wird. Auf einer Investorenparty, bei der die Siedlungsobjekte verkauft werden und der Mitternachtsnotar, das Familienoberhaupt der Trasseurs, die fragwürdigen Kaufverträge beurkundet, trifft Sanders die durchgeknallte Liberty Vale wieder. Sanders hat Libby bei seinem letzten Fall kennengelernt. Sie hat ihr Studium geschmissen, verdient sich ihren Lebensunterhalt als Escortlady und hat sich in Sanders verliebt. Als sie von Sanders’ Auftrag erfährt und zufällig in den Besitz eines Beweismittels gelangt, will sie ihn informieren. Aber dann kommt der Mitternachtsnotar ums Leben, und auch Libby gerät in Gefahr … Bettina Kerwien hat einen atemberaubenden Spannungsroman geschrieben, der Krimi, Actionroman und Liebesgeschichte in einem ist und das brisante Thema Gentrifizierung behandelt.

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Fehlt bloß noch, dass sie durch die Zähne pfeift. Aber ich gehorch, setz mich und bestell mir ein Jever. Schlag das oberste Buch von meinem Stapel auf, Titel: Das Harry-und-Sally-Dilemma . Nichts Neues auf den ersten zehn Seiten. Die Dame mit dem Flammenhaar mustert mich eindringlich, während ich feststell, dass Harry es schon vor 25 Jahren wusste: Männer und Frauen können keine Freunde sein, der Sex kommt ihnen immer dazwischen.

Ich ignorier den investigativen Blick meiner Tischnachbarin und nehm das nächste Buch zur Hand: Freundschaft ohne Sex . Frustrierende Keuschheitsprosa. Ein anderer Stil, dieselbe Meinung: Feierabendbier mit Tussi . Oder etwas orientalisch-lockerer: Tausendmal berührt . O weh, da kommt mir mein Bier gerade recht.

Ich schieb die Bücher beiseite und trink das halbe Glas auf ex. Nur geht das dumme Problem davon nicht weg. Dumm, dumm, dumm, summt es in meiner Hypophyse. Ich werd es wohl selbst lösen müssen. Beziehungsweise, da gibt’s nichts zu lösen. Nur auszuhalten.

»Wie ist er denn, Kindchen?«, fragt plötzlich die Cognac-Stimme. Die Professorin mit dem Flammenhaar greift über den Tisch, legt mir ihre Hand auf den Unterarm. Es ist eine braungebrannte Hexenhand mit rotlackierten Fingernägeln, über und über bedeckt von Goldringen und Altersflecken. Sieht cool aus, à la Seeräuber-Jenny.

Ich zieh den Arm nicht weg. Dafür die Augenbrauen hoch. »Er?«, frag ich, um Zeit zu gewinnen.

Die Dame nickt in Richtung der Lebenshilfe-Bücher. »Er«, sagt sie und nimmt einen Schluck vom Weißwein. »Och, Kindchen, jetzt denken Sie bestimmt, die Frau ist ein Unikum.« Madame Flammenhaar lacht wie ein Dudelsack beim Einspielen.

»Volltreffer«, erwider ich und zieh den Arm nun doch weg. »Ein übergriffiges Unikum, genauer gesagt. Außerdem kenn ich Sie. Ich hab mal eine Vorlesung in Rechtspsychologie bei Ihnen gehört.«

Sie fixiert mich durch den Rauch ihrer Mentholzigarette wie eine Priesterin ein Menschenopfer. »Nehmen Sie es nicht persönlich. Ich kann nicht anders.«

»Sie sprechen wildfremde Menschen an und stellen ihnen intime Fragen?«

Die Frau lächelt und drapiert einen feuerroten Satinschal um ihre Sonnenstudioschultern. Sie trägt ein stylisches ärmelloses Etuikleid. Auf dem rechten Oberarm prangt ein Tattoo. Ein rauchender Colt, darunter der Schriftzug Revolver Club . Sie zieht an ihrer Zigarettenspitze. Es riecht nach Shalimar und Tabak.

»Seit vierzig Jahren mach ich kaum was anderes, Kindchen.« Sie schiebt eine knallrote Visitenkarte über den Tisch. Doktor Helen Sturm, Psychotherapeutin, Rosenthaler Platz steht da. Na klar. Doktor Sturm. Ulkigerweise fühlt sich unsere Begegnung jetzt gerade genau richtig an.

»Und?«, frag ich. »Schon mal jemanden von der Freundschaft geheilt?«

»Die Freundschaft«, sagt sie und zwinkert mir zu, »ist immer die kleine Schwester der Liebe.«

Ich nehm einen Schluck Bier. Der Splitter in meinem Herzen bewegt sich beim Schlucken.

»Och, Kindchen, nun gucken Sie doch nicht so! Kopf hoch! Eine tolle Frau wie Sie! Kommen Sie, ich gebe Ihnen einen aus. Was Richtiges. Cognac mit Eis. Wir Seelenklempner trinken immer Cognac.«

»Wir Jurastudentinnen trinken alles, was wir nicht bezahlen müssen.«

Helen Sturm lacht. Sie ist auch eine tolle Frau, für ihr Alter. Wenn meine Uschis mit siebzig noch so stehen, stell ich einen Misstrauensantrag gegen das Newton’sche Gravitationsgesetz. Die Drinks kommen, wir prosten uns zu.

»Liberty Vale«, sag ich. »Libby.«

Frau Doktor mit dem Flammenhaar nippt am Cognac. »Helen. Wissen Sie, Kindchen, ich bin zu neugierig, um in Rente zu gehen. Immer bin ich neugierig. Wie zum Beispiel jetzt auf Sie. Was ist das für ein Mann, der eine Wahnsinnsfrau wie Sie dazu bringt, Bücher über platonische Freundschaft zu lesen?«

Ich muss schmunzeln. Über mich selbst. Es ist warm. Der Alkohol wirkt. Und wenn ich ehrlich bin, ich möchte wirklich darüber reden. »Er ist immer da, wenn ich ihn brauch, wissen Sie«, sag ich.

»Och, Kindchen, Details! Nun machen Sie sich doch mal locker!« Helen verdreht die Augen. »Ich will ihn dir doch nicht wegnehmen. Nur mal drüber reden.« Sie seufzt. »Ach, junge Männer, es gibt nichts Rührenderes – finden Sie nicht auch?«

Ich wehr mich noch ein bisschen. »Er ist nicht mehr zwanzig. Ich auch nicht. Der Hormonrausch ist vorbei.«

»Wie heißt er denn?« Doktor Helen spitzt den dunkelrot geschminkten Mund.

Ich atme tief durch. »Sanders«, sag ich. »Ich glaub, er hat vergessen, dass er einen Vornamen hat.«

»Sehr geheimnisvoll, was?« Fast scheint es, als stellte sie unter ihrem Flammenhaar die Ohren auf.

Ich fasse zusammen: »Er ist still, sanft, aber absolut konsequent.« Ich lass den bernsteinfarbenen Cognac im Glas kreisen. »Er ist Privatdetektiv.«

»Romantisch«, seufzt Doktor Helen genüsslich. »Klingt nicht sehr verheiratet.«

»Traumatisiert«, sag ich, halb gegen meinen Willen, »oder wie das im Fachjargon heißt.«

Helen nickt. »Mein liebes Fräulein Libby …«, sie beugt sich vor, »… wenn Sie mal ganz allgemein darüber nachdenken: Was interessiert Sie an einem Mann?«

»Die netten Körperteile, die Frauen nicht haben.« Ich muss an diese Körperteile denken. Mir wird in etwa so, als wäre mir eine Schale zartschmelzende Crème brûlée über den Bauch in die Hose gerutscht, die nun dort flambiert würde.

Doktor Helen schaut mir direkt in mein vor Aufregung bebendes limbisches System. »Falsche Antwort. Was eine Frau eigentlich braucht, ist jemand mit einer faszinierenden Persönlichkeit. Weißt du was?« Helen Sturm tippt mit dem Finger auf die lackrote Visitenkarte auf dem Tisch. »Komm doch morgen mal in meiner Sprechstunde vorbei.«

Wildes Herz

Hannes Neuhaus ist so etwas wie ein Freund. Als Sanders an der Selbstbedienungstheke des »La Moncanza« nach Espresso, Pinot Grigio und Pizza ansteht, muss er sich das eingestehen. Denn nur für einen Freund betritt er dieses Etablissement mit seinen klebrigen Aromen auf der türkischen Seite der Turmstraße.

Der Gastraum sieht aus wie das Refektorium eines italienischen Provinzklosters. Das Ambiente ist so echt wie ein Glasauge. Aus unerfindlichen Gründen ist das »La Moncanza« schon seit Jahrzehnten die Lieblingspizzeria von Neuhaus. Der Leiter des LKA 6 sitzt auf seinem Stammplatz in der Ecke, dreht wie selbstverständlich den Pfefferstreuer auf und zu.

Bis vor ein paar Jahren war Neuhaus Sanders’ Chef bei den Personenschützern. Und jetzt ist Neuhaus der neue Mann von Sanders’ Exfrau Silke. Sanders kann das sportlich sehen. Meistens. Zum Beispiel, wenn er Informationen braucht. Dann kann er sogar Pizza vom Blech mit Champignons, Peperoni und Käse für 1,20 Euro pro Stück bestellen. Ob er sie auch isst, wird sich zeigen.

Wein und Kaffee werden schwungvoll über den fleckigen Tresen geschoben. Während Sanders die Getränke zu Neuhaus trägt, sieht er sein eigenes Gesicht in den mit Muscheln eingefassten Wandspiegeln leuchten wie Schnee in einer hellen Novembernacht. Der rosige Neuhaus hingegen scheint aus einer Meditation über den Oreganogeruch aus der Küche zu erwachen. Er quittiert die Ankunft der Getränke mit einem seligen Grunzen.

Seit Neuhaus mit Silke verheiratet ist, ist er nicht mehr so hager wie früher. Es scheint ein bisschen so, als sei der Leiter des LKA 6 von einer leuchtenden Aura umgeben, wie eine Marienerscheinung. Denn gegen jede Wahrscheinlichkeit ist Silke wieder schwanger.

Die Pizzaquadrate, die der Wirt vor Sanders auf den Tresen klatscht, ziehen billige Käsefäden. Sanders braucht eine ganze Handvoll Servietten, um die durchgesuppten Pappdeckel bis zum Tisch zu balancieren. Er setzt sich Neuhaus gegenüber und riecht am Espresso. Nichts, woran man sich auf dem Totenbett erinnert.

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