Bettina Kerwien - Mitternachtsnotar

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Die Bewohner der idyllischen Reihenhaussiedlung „Am Rabennest“ in Reinickendorf sind auf hundertachtzig. Eine private Immobiliengesellschaft, die fest in der Hand der Familie Trasseur ist, hat ihre denkmalgeschützte Siedlung aufgekauft und will sie luxussanieren. Den Bestandsmietern wird mit horrenden Mieterhöhungen und Kündigung gedroht. Das löst ihren Protest aus. Doch dann hängt plötzlich der Hausmeister tot am Dachbalken. Hat er sich selbst umgebracht? Privatdetektiv Martin Sanders bezweifelt das. Der ehemalige Personenschützer mit dunkler Vergangenheit hat gerade sein eigenes Büro in Moabit eröffnet, als ihn sein Vater um Hilfe bittet. Der ist einer der Investoren der Immobiliengesellschaft und erhält seit einiger Zeit Drohbriefe, in denen er zum Sanierungsstopp aufgefordert wird. Auf einer Investorenparty, bei der die Siedlungsobjekte verkauft werden und der Mitternachtsnotar, das Familienoberhaupt der Trasseurs, die fragwürdigen Kaufverträge beurkundet, trifft Sanders die durchgeknallte Liberty Vale wieder. Sanders hat Libby bei seinem letzten Fall kennengelernt. Sie hat ihr Studium geschmissen, verdient sich ihren Lebensunterhalt als Escortlady und hat sich in Sanders verliebt. Als sie von Sanders’ Auftrag erfährt und zufällig in den Besitz eines Beweismittels gelangt, will sie ihn informieren. Aber dann kommt der Mitternachtsnotar ums Leben, und auch Libby gerät in Gefahr … Bettina Kerwien hat einen atemberaubenden Spannungsroman geschrieben, der Krimi, Actionroman und Liebesgeschichte in einem ist und das brisante Thema Gentrifizierung behandelt.

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Er greift unter den Tisch und fördert einen Gummistampfer zutage. Eine von diesen Saugglocken, mit denen Klempner Abflussverstopfungen beseitigen. Martin Sanders weiß nicht genau, wie die Dinger heißen. »Ein Pömpel?«, fragt er.

Rainhard Sanders stellt den Pömpel auf den Schreibtisch. »Lag vor der Haustür. Das ist ein Symbol. Die Rabennest-Bestandsmieter sind allesamt prekäre, randständige Existenzen. Da ist ein Querulant dabei, Jürgen Schrödter, so eine Art Rädelsführer. Ein Rentner, der sich die Zeit damit vertreibt, den Widerstand gegen die Sanierungsgesellschaft zu organisieren. Gewerkschaft, SPD und Linksautonome unterstützen ihn im Bezirk. Im Internet gibt es einen sogenannten Protestblog. Für jeden Tag der Woche melden die eine Demo an, seit dreihundert Tagen. Sitzen im Vorgarten, essen Kuchen und tragen Plakate durch die Siedlung. Der Presse konnte ich entnehmen, dass einer dabei so eine Saugglocke geschwungen hat. Ein Polizist in voller Kampfmontur hat ihn mit erhobenen Händen an die Wand gestellt, gefilzt und ihm das Ding abgenommen. Davon kursiert ein Video im Internet.«

»Lauter Alte, die Krawall machen?« Martin Sanders muss schmunzeln. »Warum setzt du nicht einen deiner angestellten Rechtsanwälte darauf an? Der Brief mit der Brille reicht für eine Strafanzeige.«

»Ich will kein Aufsehen. Mit dem Leitenden Oberstaatsanwalt habe ich schon gesprochen. Ich kenne ihn vom Fortune Club. Aber ohne Strafanzeige sind ihm die Hände gebunden. Und das ganze Spektakel will ich nicht. Ich will Diskretion. Dazu habe ich dich erzogen.«

Richtig. Der Vater hat ihn zum Schweigen erzogen. Dafür schuldet er ihm nichts. »Siebzig Euro die Stunde, netto, plus Spesen«, sagt Martin Sanders, der sonst nie mehr als fünfzig Euro verlangt.

»Respekt, Martin. Du hast Geschäftssinn«, lobt ihn der Mann, der ihn sonst nie gelobt hat.

Martin Sanders zieht ein Diktiergerät aus der Jackentasche, schaltet es ein, legt es über Libbys nackten Körper wie einen schwarzen Balken. »Erzähl mir alles, von Anfang an«, fordert er seinen Vater auf. »Gibt es hier auf dem Grundstück eine Überwachungskamera?«

»Nein, so etwas hatten wir noch nie nötig.«

»Ich rate dir dazu. Woher hast du den Kontakt für das Investment?«

Rainhard Sanders’ Augen glitzern wie der Friedrichstadtpalast im Winter. »Du stellst die richtigen Fragen. Vielleicht lernen wir uns ja durch diese Zusammenarbeit auch persönlich wieder mehr schätzen.«

»Nur die Fakten bitte – Vater.«

Vorgeladen

Als ich das nächste Mal wach werd, ist es wieder ein paar Männer und ein paar Tage später, wieder nachmittags. Mein Gesicht fühlt sich an wie ’ne Tüte Marshmallows.

Ich geh ins Bad, und dabei fällt mir ein, ich brauch ein Ziel. Ein anderes Ziel, als Wanja hängenzulassen. Etwas mit mehr Triumphpotenzial. Ich brauch zum Beispiel Haarextentions. Oder das neue Buch von Terézia Mora, Alle Tage , das habe ich geliebt. Schon den ersten Satz: Nennen wir die Zeit jetzt, nennen wir den Ort hier. Der Gedanke bringt mich in Schwung. Berlin ist ja berühmt für das Hier und Jetzt.

In einem Glückskeks vom Thai-Imbiss hab ich neulich den Spruch Morgen wird besser als heute gefunden. Nur leider ist ja immer wieder direkt heute. Es ist schwer, die Tage abzuleben. Die Abende sind unerträglich, aber noch schlimmer ist die dumpfe Zeit ohne Make-up, die Wartezeit, diese Zwischenzeit, in der man auf sich selbst und sein leeres Wohnzimmer und die Wände seiner Wohnung zurückgeworfen ist. Abends, für Geld, bin ich Weltklasse, nachmittags, für mich selbst, Kreisklasse.

Probehalber geh ich ins Wohnzimmer und seh mich um. Hier hat lange schon niemand mehr aufgeräumt. Es hat auch lange niemand den Anrufbeantworter abgehört. Ich stell mir ganz offiziell die Frage: Wollen Sie, Fräulein Liberty Vale, dieses Leben lieben und ehren, bis dass der Tod euch scheidet? Oh, nö, lieber nich, Euer Ehren.

Ich muss daran denken, wie Sanders mich zum Essen ausgeführt hat. Keine sechs Wochen ist das her. Hinterher fuhr er mich nach Hause, ich schaute seinem Auto nach, das sich von mir wegbewegte, über den regennassen Asphalt der Turmstraße. Sanders ist ein Mann in Schwarz-Weiß in einer Stadt aus purem Technicolor. Und was mehr ist, er trägt sein eigenes Schwarz mit sich. Wie jedes echte, tiefe, melancholische Schwarz lässt auch seines die Farben um ihn herum heller und klarer erscheinen. Kein Wunder, dass ich ihn nicht gehen lassen will. Ich hab’s trotzdem gemacht. Man kann schließlich nicht den ganzen Tag nur an sich selbst denken.

Stopp. Ich mach es mir vielleicht ein bisschen einfach. Also schön. Auf dem Anrufbeantworter sind ein paar Nachrichten von meiner Mutter. Ob ich Wanja nicht doch bei Englisch helfen könnte? Auf dem Wohnzimmertisch liegen drei Stapel ungeöffnete Post. Was mach ich bloß mit dem angebrochenen Tag? Ich könnt mir zum Beispiel ’ne Rose in den Hintern schieben und so tun, als wär ich ’ne Blumenvase. Oder ich könnt die Post aufmachen. Wenn ich nicht zu viel mit Wegrennen zu tun hätt.

Mein Magen rumort. Also wank ich zurück ins Bad, halt den Kopf unter den Wasserhahn. Duschen würde mir jetzt zu weit gehen. Das mach ich heute Abend. Außer zum Arbeiten muss ich eigentlich gar nicht auf die Straße, denn Süpermarket-Ümit stellt mir immer seine abgelaufenen Lebensmittel vor die Tür. Nett. Was Ümit nicht liefert, ist Eierlikör – damit hat er’s nicht so. Also lauf ich zumindest keine Gefahr, mir mein Selbstmitleid noch mal schönzusaufen.

Zurück im Wohnzimmer, tret ich auf den Saum meiner Schlafanzughose, rutsch aus, die Stapel mit der Post verteilen sich auf dem Teppich. Ein Brief sticht heraus. Amtlicher Recyclingpapierumschlag, freigestempelt: Berliner Justiz .

Mein Anrufbeantworter springt schon wieder an. »Deine Schwester fragt, ob du morgen Nachmittag Zeit hast. Sie versteht einfach dieses Gedicht nicht. Das ist doch sicher kein Problem, oder? Kommst du zu uns? Ich habe gebacken! Tschüssi! Küssi!«

Meine Mutter. So knallhart fröhlich wie die Nachtigallen im Hof. Sie will etwas ganz Normales. Ich bin allergisch gegen Normales. Mit Literatur kenn ich mich allerdings aus. Ah, distinctly I remember it was in the bleak December … Aber hey, über kurz oder lang werden wir eh alle tot sein. Auch wenn das jetzt vielleicht doch ein bisschen langfristig gedacht ist.

Also gut. Bin schon brav, Mama. Und ich bin mutig. Ich reiße den Justiz-Umschlag auf. Der Absender ist das Landeskriminalamt, und sie wollen mich zur Vernehmung laden, als Zeugin wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Zeugin? Ich fühle mich aber als Opfer. Basta. Wann soll ich dahin? Morgen, neun Uhr. Ups.

Der nächste Brief, den ich aufmach, ist von meiner Rechtsschutzversicherung. Kernsatz: Hiermit kündigen wir den zwischen uns geschlossenen Vertrag gemäß Paragraf 23b der Versicherungsbedingungen, da Sie den Versicherungsfall mutwillig herbeigeführt haben.

Okay, also denken. Aber das hilft plötzlich gar nicht mehr, sondern verstärkt lediglich meinen innigen Wunsch, meine Möbel zusammenzutreten. Ich kenn nur eine einzige Strafverteidigerin: Doktor Selma Ehrlich. Die Tochter von Süpermarket-Ümit. Selma ist so was wie eine Studienfreundin. Wir haben uns immer gut verstanden. Ihre Kanzlei ist an der Straßenecke gegenüber. Selma muss mir helfen.

Ich stell mich vor mein Bücherregal und knall die Stirn ein paarmal dagegen, bis mir ein halber Meter Suhrkamp auf den Kopf fällt. Ich hab eine fabelhafte Glückssträhne. Das Beste wäre wohl, ich würde die Wand hochklettern und mich durch die Zimmerdecke nagen.

Erweiterter Suizid

Sanders bildet sich ein, dass Fräulein Könitzer ihm ein wenig fester den Oberarm drückt, als es das beim In-den-Mantel-Helfen bräuchte. Der Mantel ist klamm.

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