Bettina Kerwien - Mitternachtsnotar

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Die Bewohner der idyllischen Reihenhaussiedlung „Am Rabennest“ in Reinickendorf sind auf hundertachtzig. Eine private Immobiliengesellschaft, die fest in der Hand der Familie Trasseur ist, hat ihre denkmalgeschützte Siedlung aufgekauft und will sie luxussanieren. Den Bestandsmietern wird mit horrenden Mieterhöhungen und Kündigung gedroht. Das löst ihren Protest aus. Doch dann hängt plötzlich der Hausmeister tot am Dachbalken. Hat er sich selbst umgebracht? Privatdetektiv Martin Sanders bezweifelt das. Der ehemalige Personenschützer mit dunkler Vergangenheit hat gerade sein eigenes Büro in Moabit eröffnet, als ihn sein Vater um Hilfe bittet. Der ist einer der Investoren der Immobiliengesellschaft und erhält seit einiger Zeit Drohbriefe, in denen er zum Sanierungsstopp aufgefordert wird. Auf einer Investorenparty, bei der die Siedlungsobjekte verkauft werden und der Mitternachtsnotar, das Familienoberhaupt der Trasseurs, die fragwürdigen Kaufverträge beurkundet, trifft Sanders die durchgeknallte Liberty Vale wieder. Sanders hat Libby bei seinem letzten Fall kennengelernt. Sie hat ihr Studium geschmissen, verdient sich ihren Lebensunterhalt als Escortlady und hat sich in Sanders verliebt. Als sie von Sanders’ Auftrag erfährt und zufällig in den Besitz eines Beweismittels gelangt, will sie ihn informieren. Aber dann kommt der Mitternachtsnotar ums Leben, und auch Libby gerät in Gefahr … Bettina Kerwien hat einen atemberaubenden Spannungsroman geschrieben, der Krimi, Actionroman und Liebesgeschichte in einem ist und das brisante Thema Gentrifizierung behandelt.

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Trasseurs Augen werden schmal und hart wie Münzgeldschlitze.

»Sagen Sie Ihrem Vater, er muss sich keine Sorgen machen.«

»Oh, das tut er jetzt bereits nicht mehr. Er vertraut voll und ganz darauf, dass wir beide das Problem für ihn lösen.«

Trasseur inhaliert tief. Rauch steigt ihm aus Mund und Nase, als er sagt: »Finger weg von meinen Geschäften, junger Mann.«

»Vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt.« Sanders steht auf, nimmt eine besonders scheußliche Maske von der Wand, dreht sie hin und her. »Behandeln Sie die Rabennest-Mieter fair. Dann sehen Sie mich nie wieder. Andernfalls …« Er hält sich die Maske vors Gesicht.

Trasseurs Wohlstandsgesicht wird blass, der ganze Mann schwillt an. »Sie drohen mir? Das ist schlechter Stil. Und außerdem eine Nummer zu groß für Sie.« Seine Nasenflügel blähen sich wie die Schallblasen eines paarungsbereiten Frosches. »In Ihrem eigenen Interesse, lassen Sie mich das machen. Meine Familie hat Verbindungen. Wir hängen das nicht gern so hoch, aber wir haben Einfluss.«

Sanders legt die Maske neben das Brandweinglas auf den Schreibtisch. »Unter diesen Umständen bin ich überzeugt, dass Sie Richtig von Falsch unterscheiden können, Herr Trasseur.«

Der Notar hat genug Klasse, um die Kurve zu kriegen. »Ein Mann macht oft jede Menge Quatsch für Geld, wissen Sie«, sagt er.

Sanders kennt diesen sentimentalen Tonfall, der meist ein Geständnis einleitet. »Dafür sind wir beide das beste Beispiel«, entgegnet er.

»Männer sind nichts gegen Frauen.« Trasseur grinst wie der Erleuchtete. »Sie machen sich keine Vorstellungen, was meine Frau alles für Geld tun würde, Junge. Sie kennen Waltraud nicht. Gegen Waltraud bin ich sanft wie ein Lamm.«

»Ihre Familiengeheimnisse sind bei mir in den besten Händen.«

Comeback

Es muss ja irgendwann sein. Hartes Licht, keine Wolke am Himmel, es ist ein Sommertag mitten im Frühling. Ich bin wach, ich hab mein Modelkleid reinigen lassen, ich hab mir die Nasenhaare mit dem Milchaufschäumer epiliert.

Ich hab Wanja den Raben von Poe erklärt. Hoff ich zumindest. Statt mich zur Belohnung Unter den Linden ins Café Einstein zu setzen, geh ich zur Studienberatung für Rechtswissenschaftler in die Dahlemer Van’t-Hoff-Straße. Das ist eine Villengegend, in der sich in den letzten zehn Jahren bis auf ein paar Neubauten für die Freie Universität nicht viel getan hat. Die Unigebäude haben allerdings nicht mehr den graffitibekritzelten Sponticharme der Jahre nach der Wiedervereinigung. Stattdessen Glas und Beton, und auch in der Studentenschaft ist mehr Zug drin.

Bei der Beratung sitzt mir nicht der vor zehn Jahren noch übliche picklige Asta-Vertreter gegenüber, sondern eine perfekt geschminkte Frau Anfang zwanzig im Kostüm und mit Kopftuch, aber ohne Akzent. »Hast du denn die Zwischenprüfung bestanden?«, fragt die Perfekte sehr freundlich.

»Klar.«

Das Nichtbestehen der vorlesungsbegleitenden Zwischenprüfung führt zur sofortigen Zwangsexmatrikulation, das weiß sogar ein Silver Surfer wie ich. Aber hey, ich hab ja nicht hingeschmissen, weil ich zu blöd war, sondern wegen Horst Lustenberger.

Horst Lustenberger, der zweite Mann meiner Mutter, ist ein verdienstvolles Mitglied des Deutschen Bundestages. Niemand außer mir kann sich daran erinnern, dass er während des Berliner Bankenskandals im Jahr 1999 in die Parteikasse gegriffen hat. Ich hatte damals gerade ein Studentenpraktikum in der Parteizentrale absolviert, weil der Horst ja etwas für mich tun wollte. Schlechtes Timing.

Während des Praktikums teilte mich der Justiziar zur Abteilung Haushalt und Finanzen ein, da herrschte nämlich Personalnot. Also saß ich da, Wilhelmstraße 60, Zimmer 006, und sortierte Belege. Im Nebenzimmer saß der oberste Buchhalter der Fraktion, der Büroleiter. Das war seit sechzehn Jahren ein gewisser Mister Unauffällig in Person. Morgens sah ich ihn ins Büro huschen und abends wieder raus.

Als es schließlich losging mit dem Skandal, riefen zuerst Parteikollegen an. Dann die Innenrevision. Und zum Schluss nur noch Journalisten. 1,5 Millionen Mark waren auf schwarzen Kohl-Konten aufgetaucht. Irgendwann ging ich nicht mehr ans Telefon. Und am nächsten Morgen hängte sich der unauffällige Herr am Heizungsrohr auf. Seither bin ich durch mit der Politikerbagage im Allgemeinen und dem Horst im Besonderen.

Denn als Horst Lustenberger mit seiner Saftgulasch-Attitüde und seinem klebrigen Geld in mein Leben trat, war es zu spät – ich war schon sechzehn. Meine Mutter und ich zogen zu ihm, Beletage im Altbau am Spreeufer, KPM-Geschirr, handgenähte Bettwäsche, Gardinensteif, Kristalllüster, ständig roch es nach Bratensoße. Plötzlich saß ich jeden Abend um sieben mit dem Horst am Tisch. Meine Mutter und er glutzerten sich über die Kunstblumen hinweg so pubertär an, dass sogar die Rinderbrust auf den Bandnudeln rot wurde. Mit bebenden Nasenflügeln gestand der Horst beim Sonntagsfrühstück, was er sich vom Leben noch wünsche: »Wenn ich dich adoptieren würde, Libby, dann wären wir doch eine richtige Familie.«

Was natürlich ausgeschlossen war. Ich lass mich doch nicht von einem etablierten Presssack adoptieren. Und erst recht nicht, wenn der das will. Da merkte ich dann, wie mir plötzlich zwischen weichem Ei und Kuchenbrötchen ein Rückgrat wuchs. »Sorry, Horst«, sagte ich, »nichts gegen dich, aber ich will einfach nicht Liberty Lustenberger heißen. Das bin ich irgendwie nicht.«

Das hat so was Deterministisches, wie Lolo Ferrari. Ich heiß lieber wie mein richtiger Vater, Vale wie in vale of tears , Tal der Tränen. Eine Art selbsterfüllende Prophezeiung, denn der Horst nahm die Absage natürlich trotzdem persönlich. Wir stritten nicht direkt, aber er wurde so ruhig wie ein Rumpsteak nach dem Abbraten, und meine Mutter schluchzte ins Zwiebelgehackte. Fünf Jahre später adoptierten die beiden Wanja und versuchten ihr Erziehungsglück bei ihr.

Jedenfalls, als ich den Horst damit konfrontierte, dass er bei den Schwarzkonten seine Finger im Honigtöpfchen hatte, da sagte er: »Na, wenn das so schlimm ist, dann wirst du ja auch keine finanzielle Unterstützung mehr von mir haben wollen.«

Wollte ich nicht. Danke, Horst Lustenberger. Du hast es mir ermöglicht, als Flugbegleiterin die Welt zu sehen. London, Rio, Tokio. Kein schlechtes Leben. Aber es fehlte ein bisschen an Substanz.

Ich bewerb mich für einen Studienplatz im Herbstsemester. Dann geh ich die Brümmerstraße runter zum U-Bahnhof Thielplatz. Studieren war ja schon immer Frustrationstoleranztraining. Aber hey, Schuldrecht zweites Semester: Auch seine Seele kann man nur einmal abtreten. Dann doch lieber gewinnbringend. Liberty Vale. Rechtsanwältin. Fachanwältin für Strafrecht. Ich seh schon den Gesichtsausdruck von Horst vor mir, wenn ich die Visitenkarte vor ihm auf den Tisch knall. Und jetzt brauch ich dringend was zu trinken.

Reinickendorf steht auf

Das ist neu und sensationell: Ein Bürgerantrag hat es bis in die Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Reinickendorf geschafft. Sanders war noch nie auf der Sitzung einer BVV, aber man kann die Tagesordnung im Internet nachlesen: Jürgen Schrödter hat einen Milieuschutzantrag für die Siedlung Am Rabennest gestellt, und der soll öffentlich verhandelt werden.

Der BVV-Saal im Rathaus Reinickendorf ist ein erhabener Ort, er könnte auch das Seitenschiff eines Doms sein. Ein bedeutungsschwerer Kuppelsaal mit blau-goldenem Lilienmuster an einer Decke, von der Messinglüster hängen. Bemalte Bleiglasfenster und eine Art steinerner Thron geben dem Ensemble die Atmosphäre eines mittelalterlichen Saals. Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Arthur Drohbeck, ein gedrungener Mittvierziger ohne Hals, mit schwarzer Fönfrisur und hellblauer Seidenkrawatte hat rote Flecke im Gesicht. Er hält sich an seinem Aktenordner fest. Die Knöchel seiner schmalen gelben Hände sind weiß. Neben ihm sitzt der blonde Peer Mann vom Bauausschuss und trommelt mit Daumen und Zeigefinger seiner rechten Hand den Radetzkymarsch. Die Politiker sind nervös.

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