Mario Ganß - Behindert? - Was soll’s!

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Mit erstaunlicher Genauigkeit, leisem Humor und großer Dankbarkeit erinnert sich der Autor an eine Lebensphase, die ihn außerordentlich geprägt hat: seine Schulzeit in einem Internat für Körperbehinderte in der DDR. Wäre da beispielsweise nicht sein wunderbarer Lehrer Herr Reimert gewesen, der mit seinem unerschöpflichen Ideenreichtum und Basteltalent zum Funktionieren einer der ersten Spezialschreibmaschinen, die aus dem Westen importiert wurden, beigetragen hat, dann würde es dieses Buch offensichtlich nicht geben. Man stelle sich heute vor: Ein Pfleger wirft sich einfach ein behindertes Kind über die Schulter und trägt es die Treppe hinauf, nicht aus Spaß, nein, weil es weder eine Schräge noch einen Aufzug gibt. Das war Alltag und in eben jenem Alltag selbstverständlich, ebenso selbstverständlich wie das Staunen über den ersten Elektrorollstuhl, kleine und größere Missgeschicke, Tränen und Erfolge, die sich in kleinen Schritten einstellen. Es herrscht ein leichter, ja heiterer Ton in diesem Buch, in dem nicht geurteilt, sondern auf beeindruckende Weise erzählt wird, wie wunderbar Leben sein kann, auch mit Handicap.

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Für diese Ausfahrten standen uns solche Rollstühle zur Verfügung, wie ich einen davon zu Hause hatte. Obwohl sich der Rollstuhl für meine Eltern eher als unhandlich erwies, war dieser für Spazierfahrten mit mehreren Kindern durchaus praktisch. Wegen der langen Sitzfläche hatten in ihm gleich zwei Kinder Platz. Einige Kinder aus der Vorschule waren recht gut zu Fuß. Dennoch erwies es sich als günstiger für sie bei längeren Spaziergängen eine Sitz- und Fahrgelegenheit zu haben. So bot unter gegebenen Umständen der lange Fußkasten des Rollstuhles Platz für ein drittes Kind. Auf diese Weise bekamen unsere beiden Erzieherinnen uns sechs Kinder auf einmal unter. Wegen den größeren starren Rädern vorn am Rollstuhl war dieser auch ganz gut für die in dieser Gegend verbreiteten unebenen Wege geeignet.

Die nähere Umgebung bot sich für schöne Spaziergänge regelrecht an. Nicht weit von unserem Haus entfernt begann ein großer Wald. Unweit von diesem schloss sich ein kleiner Teich mit einer hübschen Wiese an. Hier ließ es sich hervorragend spielen und herumtoben. Wenn der Boden nicht zu nass war, setzten uns die Erzieherinnen auf die Wiese und wir konnten herumkrabbeln. Manchmal nahmen wir Decken und etwas zu essen mit. Das Picknick am Teich war dann immer etwas Besonderes.

Einen erfrischenden Spaziergang durch den Wald empfand ich oft als ziemlich schaurig. Es gab Stellen, an denen der Baumwuchs der Fichten sehr dicht war. Düsterheit und somit eine gewisse gruselige Stimmung machten sich breit. Oft kamen wir an Kreuzungen vorbei, deren Wege noch tiefer in den Wald hineingingen. Insgeheim wäre ich diese Wege gern einmal entlang gegangen, um zu erfahren, wo sie hinführten.

Selbst der Winter hinderte uns nicht daran, die kalte, aber klare Luft zu genießen. Dann größtenteils auf zwei Kufen. Zwar bedeutete dies für unsere Erzieherinnen immer zusätzliche Arbeit. Mussten wir doch zunächst einmal warm angezogen werden. Dann wurden die Schlitten herausgeholt. Einen nicht unerheblichen Nachteil bei diesen Aktionen gab es: kurioserweise die vom Schnee geräumten Wege. Die Kinder, die einigermaßen gut zu Fuß waren, konnten ja die betreffenden geräumten Stellen selbst gehen. Doch mich, der noch nicht einmal alleine stehen konnte, musste man mit dem Schlitten über den so manchmal blanken Weg ziehen. Da auch andere Kinder, gerade bei Schnee, schlecht laufen konnten, wurden auch schon einmal zwei Kinder auf einen Schlitten gesetzt. Dies bedeutete oft für die Erzieherinnen eine ganz gewaltige Plackerei, zwei Kinder gleichzeitig über stellenweise blanke Steine zu ziehen. Doch niemand von ihnen tat dies widerwillig, da sie ebenfalls durchaus Spaß an der Sache hatten!

An Bergen für ein flottes Rodeln mangelte es bei uns keinesfalls. Unter anderem schlängelte sich ein geeigneter langer Berg gleich hinter unserem Haus entlang. Bei solchen Schlittenfahrten gingen Frau Fischer und Fräulein Kleinert entweder nur mit einigen Kindern oder es kamen noch ein oder zwei von den Pflegern hinzu. Ein weiterer leerer Schlitten wurde mitgenommen. Der Grund war einfach. Es passten zwar immer zwei Kinder auf einen Schlitten, doch beim Herunterrodeln der Berge musste immer ein Erwachsener mitfahren. Während dieser Zeit setzte man das zweite Kind auf den leeren Schlitten. Man konnte uns ja nicht einfach in den Schnee setzen und warten lassen, bis die anderen gerodelt waren.

Aber auch ohne Spaziergänge hielten wir uns viel in unserem Garten hinter dem Haus auf. Neben Zierrasen mit Blumenrabatten, die wir nicht betreten durften, lud uns eine große Wiese zum Spielen und Herumtoben ein. Von dieser extra abgetrennt gab es Spielgeräte wie ein Karussell und eine Schaukel. Bänke fand man hier natürlich auch. Wer nicht allein laufen konnte, wurde in den Garten getragen und auf eine Bank oder gleich auf die Wiese gesetzt.

Ich kann mich kaum erinnern, dass wir Rollstühle benutzten, wenn wir in den Garten gingen. Wenige Ausnahmen gab es, und zwar für die Kinder, die entweder zu schwer waren oder sich gerade etwas gebrochen hatten. Dies kam gar nicht so selten vor, denn einige Kinder hatten die sogenannte »Glasknochenkrankheit«.

Etwas, dem wohl alle Kinder während eines Schuljahres entgegenfiebern, sind die großen und kleineren Ferien. Da machten wir Vorschulkinder keine Ausnahme. Wir hatten immer mit den Schulkindern zeitgleich Ferien. Den Tag der Abreise konnten wir verständlicherweise kaum erwarten. War so endlich erneut die Zeit gekommen, seine Eltern nach etwa vier bis sechs Wochen in die Arme schließen zu können. Die Koffer waren meistens schon gepackt und so hieß es, so schnell wie möglich ins Auto und ab nach Hause. Unterhielten sich meine Eltern dann noch mit den Erzieherinnen, so drängelte ich vehement. Die Freude, nach so langer Zeit in seine gewohnte Heimat zu kommen und seine lieben Verwandten wiederzusehen, war einfach riesig!

Aber so groß die Freude war, einmal nach Hause zu fahren, bedeutete dies auch ebenso jedes Mal Schmerz, wieder nach Oehrenfeld fahren zu müssen. Diese Tage hasste ich sehr! Schon ab Halberstadt fing ich an zu schluchzen. Dies steigerte sich bis Oehrenfeld in ein tränenreiches und lautes Weinen. Man wird es wohl schon vom Weiten gehört und sich gedacht haben: »Jetzt ist wieder Mario Ganß im Anmarsch.« Meine Eltern fackelten beim Abschied auch nicht lange. Sie übergaben mich dem Personal und verschwanden dann gleich. Auch wenn diese Art und Weise vielleicht nicht gerade die schönste war, sich voneinander zu verabschieden, stellte sie sich dennoch für mich als die beste heraus. Nachdem meine Eltern gingen, weinte ich noch einen kurzen Moment. Dann sah ich meine Freunde, fing an, mit ihnen zu reden oder zu spielen und die Welt war für mich halbwegs in Ordnung.

Mit der Zeit und in den kommenden Jahren wurde dieser Trennungsschmerz zwar immer weniger, doch so richtig verschwand er nie.

Eine Entscheidung stand an

Das Jahr in der Vorschule näherte sich dem Ende. Doch ehe es endlich in die ersten langersehnten großen Ferien ging, stand uns Kindern ein abschließender Test bevor. In ihm wollte man noch einmal jedes Kind einzeln prüfen, ob es geistig und physisch in der Lage sein würde, die Schule zu besuchen.

Der Test hatte aber noch einen weiteren Hintergrund, von dem wir Kinder zu diesem Zeitpunkt noch nichts mitbekamen. Eines war klar: Alle Kinder, die in Oehrenfeld eingeschult wurden, mussten schon gewisse geistige Voraussetzungen erfüllen. Nicht umsonst war es eine zehnklassige Oberschule mit einem ganz normalen Lehrplan, nach dem sich auch diese Schule zu richten hatte. Nun gab es aber Kinder, die zwar geistig völlig auf der Höhe ihres Alters waren, aber aufgrund ihrer schweren körperlichen Behinderung trotzdem Schwierigkeiten in der Schule gehabt hätten. Wie sollten diese Kinder unter anderem im Unterricht schreiben? Für langes Üben und Experimentieren mit ihnen sah der vorgeschriebene Lehrplan keine Zeit vor.

Um diesen Kindern trotzdem die Möglichkeit zu geben, in angemessener Weise am Unterricht teilzunehmen und ihr Defizit durch gezieltes Üben zu mindern, sollten ab dem kommenden Schuljahr erstmals sogenannte S-Klassen (Sonder-Klassen) eingeführt werden. Man teilte die ersten zwei regulären Schuljahre in drei auf, also in die Klassen S1, S2 und S3. So gingen wir je anderthalb Jahre in die erste beziehungsweise in die zweite Klasse. Unter diesen Gegebenheiten würde der Klassenlehrer mehr Zeit haben, jedes Kind individuell zu fördern.

Unsere Erzieherinnen bereiteten uns Wochen zuvor in Beschäftigungen auf dieses Ereignis vor. Es sollte ein kleiner Test mit jedem einzelnen Kind durchgeführt werden, der ähnlich einer Beschäftigung ablaufen sollte. Man erzählte uns, dass an diesem Test der Schuldirektor, Herr Mertens, der ärztliche Leiter, Herr Dr. Friedrich und unser zukünftiger Klassenlehrer, Herr Reimert, daran teilnehmen würden. Außerdem sollte unsere Erzieherin, Fräulein Kleinert auch an diesem Tag mit dabei sein. Dies beruhigte mich etwas. Hatte ich so wenigstens eine vertraute Person an meiner Seite.

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