Mario Ganß - Behindert? - Was soll’s!

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Mit erstaunlicher Genauigkeit, leisem Humor und großer Dankbarkeit erinnert sich der Autor an eine Lebensphase, die ihn außerordentlich geprägt hat: seine Schulzeit in einem Internat für Körperbehinderte in der DDR. Wäre da beispielsweise nicht sein wunderbarer Lehrer Herr Reimert gewesen, der mit seinem unerschöpflichen Ideenreichtum und Basteltalent zum Funktionieren einer der ersten Spezialschreibmaschinen, die aus dem Westen importiert wurden, beigetragen hat, dann würde es dieses Buch offensichtlich nicht geben. Man stelle sich heute vor: Ein Pfleger wirft sich einfach ein behindertes Kind über die Schulter und trägt es die Treppe hinauf, nicht aus Spaß, nein, weil es weder eine Schräge noch einen Aufzug gibt. Das war Alltag und in eben jenem Alltag selbstverständlich, ebenso selbstverständlich wie das Staunen über den ersten Elektrorollstuhl, kleine und größere Missgeschicke, Tränen und Erfolge, die sich in kleinen Schritten einstellen. Es herrscht ein leichter, ja heiterer Ton in diesem Buch, in dem nicht geurteilt, sondern auf beeindruckende Weise erzählt wird, wie wunderbar Leben sein kann, auch mit Handicap.

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Solche Sonntage hasste ich eigentlich. Zwar freute ich mich, dass ich meine Eltern einmal wieder sah. Doch wusste ich, dass sie nach wenigen Stunden abermals ohne mich nach Hause fahren würden. Meistens war an diesen doch ersehnten Sonntagen auch noch Elternversammlung. So blieb im Grunde noch weniger gemeinsame Zeit für uns mit unseren Eltern.

Am ersten Besuchssonntag, den ich in Oehrenfeld erlebte, fand ein Gespräch zwischen Herrn Dr. Friedrich und meinen Eltern statt. Herr Dr. Friedrich hatte sehr viele Erfahrungen aus seinem jahrelangen Umgang mit körperlich behinderten Kindern. Er konnte zum ersten Mal meinen Eltern klipp und klar sagen, was es mit meiner Behinderung auf sich hat. Meine Eltern erfuhren, dass ich geistig vollkommen entwickelt bin. Nur das Gehirn konnte auf Grund des Sauerstoffmangels bei der Geburt meinen Körper nicht richtig steuern. Deshalb habe ich diese krampfartigen Bewegungen. Etwas scherzhaft meinte Herr Dr. Friedrich: »Mit dieser Behinderung kann ihr Sohn hundert Jahre alt werden.«

In den Monaten vor der Einschulung wurden ich und die anderen Kinder intensiv auf die Schule vorbereitet. Wir waren sechs Kinder in der Vorschulgruppe. Durch diese überschaubare Anzahl konnte mit jedem von uns intensiv geübt werden.

Da es in Oehrenfeld eine allgemein übliche zehnklassige polytechnische Oberschule gab, orientierten sich auch die Beschäftigungen in der Vorschule an dem Bildungs- und Erziehungsplan des damaligen Bildungswesens.

In zahlreichen und durchaus lustigen Beschäftigungen brachten uns Fräulein Kleinert und Fräulein Fischer bei, mit Mengen zu rechnen und zu zeichnen. Beim Zeichnen übte man mit uns unter anderem schräge und gerade Striche sowie verschiedene Bögen. Die Kinder aus meiner Vorschulgruppe meisterten diese Übungen relativ leicht, konnten sie doch zumindest eine ihrer Hand richtig bewegen. Bei Detlef, der ebenfalls wie ich Spastiker war und Koordinierungsschwierigkeiten der Hände hatte, konnte man immerhin mit ein wenig Geduld erkennen, was er zeichnete. Hingegen war bei mir auch nicht mit größter Fantasie zu erahnen, was ich da unter gewaltigen Anstrengungen zu Papier brachte. Nur durch Führen meiner Hand war ein einigermaßen akzeptables Ergebnis erkennbar.

Zum Rechnen nahmen wir kleine farbige Holzstäbchen, aber auch andere geometrische Figuren zu Hilfe. Während ich das Rechnen problemlos im Kopf bewältigte, bereitete es mir große Mühe, die Stäbchen und Figuren auf dem Tisch geordnet hinzulegen. Immer wieder stieß ich sie durch meine unkontrollierten Bewegungen der Hände durcheinander. Auch hier gelang es mir nur mit Hilfe der Erzieherinnen (sie führten meine Hände), die Stäbchen und Figuren einigermaßen richtig abzulegen.

Natürlich stand auch Basteln auf unserem Programm. In den meisten Fällen war hier der Umgang mit einer Schere erforderlich. Während die anderen Kinder bei dieser nicht ganz ungefährlichen Tätigkeit unter strenger Kontrolle der Erzieherinnen standen, gab man mir verständlicherweise erst gar keine Schere in die Hand. Zu groß wäre für mich und die Anderen die Verletzungsgefahr gewesen.

In weiteren Beschäftigungen lernten wir Lieder und Gedichte, was mir besonders leicht fiel und mir immer Freude bereitete. Als mich meine Eltern Ostern wieder einmal nach Hause holten, sagte ich ihnen spontan ein für diesen Anlass gelerntes Gedicht auf, worüber sie sich sehr freuten.

Das Radio war zu diesem Zeitpunkt so ziemlich die einzige Verbindung zur Medienwelt. Es gab zwar in unserem Haus einen Fernsehapparat (damals in schwarz/weiß), doch dieser stand in der ersten Etage und wir Kinder vermissten ihn im Grunde auch überhaupt nicht.

Neben der Unterhaltung wurde das Radio natürlich für einige Beschäftigungen genutzt. Da gab es eine Sendung, die speziell für Vorschulkinder gemacht wurde, das »Butzemannhaus«. Dies kam in der Woche immer morgens von 8.40 bis 9.00 Uhr im »Radio der DDR«. An jedem Tag der Woche stand die Sendung unter einem anderen Thema. So wurden meines Wissens nach Geschichten erzählt, zum Beispiel»Vom kleinen Pfennig«. 1An einem anderen Tag sangen Kinder bekannte Lieder, bei denen wir mit einstimmen konnten. Mit der Zeit wussten wir schon immer, was an welchem Tag kam. Das »Butzemannhaus« stellte einen festen Bestandteil unserer Beschäftigungen dar, sofern keine besonderen Aktivitäten wie Spaziergänge geplant waren. Dementsprechend freuten wir uns mehr oder weniger auf die Sendungen, je nach dem, welches Thema an den Tagen dran war. Doch einen besonderen Tag werde ich nicht vergessen:

Es war wieder einmal ein Mittwoch, die Zeit um den 30. November, meinem Geburtstag. Draußen begann es in der düsteren Zeit gerade Tag zu werden. Fräulein Kleinert setzte uns vor das Radio – es war noch ein alter großer aus Holz gefertigter Röhrenapparat – um das »Butzemannhaus« zu hören. Für uns Kinder verlief alles wie gewohnt. Wir quasselten noch miteinander, während die Sendung schon anfing. Wir wussten, dass mittwochs immer die »Glückwunschtante« mit ihrem Teddy »Brummelchen« Glückwünsche für Kinder über den Sender schickte. Dies fanden wir eher langweilig. Kannten wir die Kinder ja sowieso nicht, die da genannt wurden.

Doch an diesem Tag mahnte uns Fräulein Kleinert ungewöhnlich oft zur Ruhe. Warum nur? Hatte sie sich etwas ausgedacht, von dem wir noch nichts ahnten?

Ja und so war es tatsächlich. Immer wenn die »Glückwunschtante« die Namen der Kinder aufzählte, die Geburtstag hatten, sollten wir ganz still sein und Fräulein Kleinert drehte das Radio ein wenig lauter. Und ganz plötzlich, total unerwartet erklang aus dem Lautsprecher mein Name, »Mario Ganß«. Schlagartig war es natürlich dann mit der Ruhe vorbei! Ich hüpfte vor lauter Aufregung fast aus meinem Stühlchen. Die anderen Kinder riefen in heller Begeisterung wild durcheinander: »Mario, du warst im Radio!« Man kann sich vorstellen, dass es anschließend fast unmöglich war, die Sendung noch zu Ende zu hören. Aber das nahm Fräulein Kleinert spielend in Kauf, denn ihr war ja die Überraschung absolut gelungen!

Hinterher erzählte mir Fräulein Kleinert, dass meine Oma die ganze Sache ausgeheckt hatte. Sie rief beim Sender an und bestellte die Glückwünsche zu meinem Geburtstag.

Richtig viel Spaß machten uns die Turnstunden mit Fräulein Fischer und Fräulein Kleinert. Hier konnten wir, im Gegensatz zur Physiotherapie, einmal nach Herzenslust so richtig herumtoben. Keiner achtete dabei so streng darauf, dass wir uns nicht so bewegten, wie wir es eigentlich bei Frau Ziegenbarth immer tun mussten.

Nach den lehrreichen Beschäftigungen blieb natürlich viel Zeit zum Spielen. Dafür eignete sich unser Gruppenraum bestens, da er sehr groß war. Der riesige Traktorreifen hatte es uns allen besonders angetan. Mit ihm spielten wir alle am liebsten. Konnte man sich doch in seinem Inneren so schön verstecken und sich mit ihm durch die Gegend rollen lassen.

Wenn der gegenüberliegende Gymnastikraum nicht gerade für die Physiotherapie oder den Sportunterricht genutzt wurde, durften wir auch in diesem spielen, meistens am Nachmittag oder am Wochenende. Dann waren auch die anderen Kinder aus der ersten und zweiten Klasse dabei. Oft spielten wir »Feuer, Wasser, Sturm«. Dieses Spiel mochten wir fast alle sehr gerne, denn es eignete sich gut zum Austoben. Dabei ging es darum, Kommandos einer Erzieherin so schnell wie möglich zu folgen. Sagte sie »Feuer«, dann rannten beziehungsweise krabbelten alle Kinder durch den Raum. Bei »Wasser« suchte sich jeder etwas, worauf man klettern konnte, die Sprossenleiter zum Beispiel, aber eine Matte tat es auch. »Sturm« war das Zeichen, sich flach auf den Boden zu legen. Derjenige, der bei diesen Anweisungen jeweils der Letzte war, schied aus.

Die Spaziergänge an der frischen Luft standen bei uns Knirpsen ganz oben auf unserer Wunschliste.

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