Doris Bewernitz - Wo die Seele aufblüht

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"Willst du ein Leben lang glücklich sein, so lege dir einen Garten an", sagt ein Sprichwort. An einem Freitag im April erfüllt sich die Autorin diesen Traum und erwirbt ein kleines Stück Natur, das sie von nun an mit Leben füllt.
Ein Jahr lang begleiten wir sie auf diesem Weg. Wir erfahren, wie die Komposttherapie funktioniert, welches Credo die Nacktschnecke singt oder wie sich Moosgraffiti züchten lässt.
Doch dieses Buch ist viel mehr als ein spannend und unterhaltsam erzähltes Gartenbuch. Es ist eine Liebeserklärung an den Garten, an jeden Garten, an das Leben überhaupt.
"Kommen Sie", ruft Frau K., und schließt auf. Ich mache zwei Schritte, die Tür fällt hinter uns zu, und ich werde verschluckt. Verschluckt vom Blattgrün, Krähengeschrei, Amselgesang, Blütenduft. Ich muss mich zwingen, nicht stehen zu bleiben und stattdessen der Frau zu folgen, die rasch auf dem schmalen Weg voranschreitet. Rechter Hand liegt der Damm der S-Bahn. Aber hier ist das Paradies.

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Ein Mann aus der Gegend, nach dem Alter dieser beiden Bäume befragt, erzählt: Er hätte Anfang der Fünfzigerjahre, wenn er die Schule schwänzte, natürlich nicht nach Hause gehen können. Das hätte mächtigen Ärger gegeben. Also wäre er den ganzen Vormittag S-Bahn gefahren. Besonders geeignet sei dazu die Ringbahn gewesen, in ihr konnte er einfach bis zum Schulschluss sitzen bleiben, sei immer schön im Kreis gefahren und habe sich die Stadt angeguckt. Und bei dieser Gelegenheit hätte er von der S-Bahn aus immer diese beiden Kirschbäume gesehen, deren Kronen schon damals die Höhe des Bahnsteigs überstiegen und voller glänzender roter Früchte hingen. Und immer wäre ihm dann das Wasser im Mund zusammengelaufen und er hätte sich in diesen Garten geträumt und sich danach gesehnt, einmal in diese Bäume zu klettern und sich den Bauch voller Kirschen schlagen zu dürfen …

Ich bin froh, diese Geschichte zu hören. Nun weiß ich, dass meine Kirschbäume in den Fünfzigerjahren schon wenigstens zwanzig Jahre alt gewesen sein müssen, was bedeuten würde, dass sie wahrscheinlich 1930 bei Anlage des Gartens gepflanzt wurden. Somit sind sie heute über achtzig Jahre alt. Und trotzdem noch so kraftvoll und blühfreudig!

Im April ziehen die Kirschveteranen ihre Hochzeitsgewänder an. An jedem noch so kleinen Zweig sitzen die schneeweißen Blütenbüschel, dicht an dicht, leuchten in der Sonne und duften vor sich hin. Alle Menschen, die in den Garten kommen, stellen sich auf die Kirschwiese, legen den Kopf in den Nacken, gucken ganz selig und bestaunen die tausenden kleinen Blumensträuße vor dem blauem Frühlingshimmel. Genüsslich ziehen sie den Duft durch die Nasenlöcher, rufen Ah! und Oh!, und hören erst damit erst auf, wenn sie Genickschmerzen bekommen.

Dann summt und brummt es dort oben, die Nektarsucher wissen gar nicht, wo sie in diesem Überangebot zuerst naschen sollen, umschwirren die Kronen, aus deren Inneren eine berauschende Süße hervorbricht, taumeln von Kelch zu Kelch und genießen. Von unten nach oben pulsiert der Saft in den Bäumen, von den kleinsten Wurzelfasern bis in die höchsten Zweige. Ein Überfluss ist das, ein Reichtum, eine Üppigkeit, dass einem ganz schwindlig werden kann. Und als wüssten sie, dass diese Pracht nur von kurzer Dauer ist, fliegen Bienen und Hummeln von morgens bis abends, pausenlos, um so viel Köstlichkeit wie möglich einzusammeln und auch ja viele Blüten zu bestäuben.

Ein paar Tage später gibt es ein neues Schauspiel. Es schneit. Die Wiese sieht von fern bereift aus. Kleine, lichtweiße Kelchblätter lösen sich, segeln lautlos herab, alle Gartenpflanzen sind weiß gefleckt, Gänseblümchen, Tulpen und Osterglocken spielen Karneval, frischgestutzte Rosenstöcke sehen aus wie Harlekine, der Buddelkasten hat eine Spitzendecke aus Blüten bekommen. Tagelang gleiten die Kirschblüten friedlich auf Grashalme, Beete, Wege, Buddelsand und Menschenköpfe.

Im Mai kann, wer gute Augen hat, schon spärliche, länglich geformte grüne Knubbel an den Stielbüscheln entdecken. Und im Juni sind diese unscheinbaren Verdickungen zu kugelrunden Früchten herangewachsen. Nun erst zeigt sich, dass man hier zwei ganz verschiedene Kirschbäume vor sich hat. Der vordere bringt glänzend dunkelrote, fast schwarze Knupperkirschen hervor, der hintere hellrote. Die Kirschen werden dicker und dicker, leuchten in der Sonne, die Zweige beginnen sich nach unten zu biegen. Und nun, als hätte jemand ein weithin hörbares Signal gegeben, stürzt sich alles, was Flügel, Schnabel und Krallen hat, in die Kronen. Stare, Meisen, Spatzen, Eichelhäher, Krähen, Amseln, Elstern und natürlich auch das Eichhörnchen. Alle wollen sie mal kurz nachschauen, ob es schon so weit ist. Ob die Kirschen schon süß genug, knackig genug, saftig genug sind. Zu diesem Zweck müssen sie natürlich die eine oder andere anpicken. Oder sie herunterschmeißen. Oder von ihr abbeißen.

Ich rufe Freunde an, vermelde, dass die Kirschen reif sind. Sie kommen, mit Eimern, Spankörben und Schüsseln, stellen Leitern an den Stamm, steigen hinauf, klettern in die Äste, mit nackten Füßen. Die Sonne scheint, die Menschen schwitzen, mit einem Arm umklammern sie einen dicken Ast, halten sich in schwindelerregenden Höhen, die andere Hand greift nach einem Kirschbündel. Sie werden zu Zirkuskünstlern, balancieren, lachen und pflücken, Schweiß tropft von Stirnen, Eimer und Körbe füllen sich rot.

Die Bäume werden leichter und leerer. Können ihre Arme endlich wieder aufrichten und in den Himmel recken. Es ist, als würden sie seufzen vor Erleichterung.

Abends, wenn es still geworden ist im Garten, gehe ich noch einmal zu meinen Kirschbäumen.

Wie ein altes Ehepaar kommen sie mir vor, als hielten sie sich an den Händen mit ihren Zweigen, die sich nun wieder berühren. Sie stehen so friedlich nebeneinander. Einer von ihnen, denke ich, wird vor dem anderen sterben. Sicher der hintere, dessen Stamm schon von Pilzen übersät ist. Wie es dann wohl dem anderen geht? Ob sein Partner ihm fehlen wird?

Aber das kann noch lange dauern. Eine Weile bleiben sie sicher noch.

Voller Dankbarkeit lege ich meine Hand auf den Stamm. Ich stelle mir vor, wie jemand in schlimmen Zeiten froh war, dass es diese Bäume gab. Im zweiten Weltkrieg standen sie schon hier. Welch ein Symbol der Hoffnung und des Lebens müssen sie gewesen sein in ihrer blühenden Pracht im April ‘45, kurz vor Kriegsende. Welch ein Trost einige Monate später ihre Speise. Und erst im Hungerjahr 1946. Manch einer wird geweint haben vor Glück, als er sie entdeckte. Einmal satt essen. Vielleicht hat einer von diesen Menschen damals auch seine Hand an den Stamm gelegt, so wie ich jetzt, als wolle er sich bedanken.

Wenn die Vögel begriffen haben, dass die Äste für dieses Jahr leer sind, fliegen sie zu anderen Bäumen. Dann kehrt Ruhe ein in den Kronen. Dann können meine Kirschbäume die Augen schließen und Kraft sammeln für die kalte Zeit.

Meisenpost

Natürlich bekomme ich im Garten keine Post. Dass ein Briefkasten mit meinem Namen am Zaun hängt, hat rein romantische Gründe. Briefkästen in der heutigen Zeit haben etwas zutiefst Romantisches.

Bei der Sanierung unseres Mietshauses wurden unter anderem alle alten Briefkästen entfernt, die sich im Laufe der Jahre zu echten Individuen entwickelt hatten. Selbstgeschriebene Namensschilder, diverse Aufkleber (von „Atomkraft – Nein danke!“ über „Hier nur Liebesbriefe!“ bis „Keine Werbung – Lasst die Bäume leben!“), persönliche Nachrichten an den Postboten, verrostete oder verbogene Türen und mehrere neue Farbanstriche hatten ihnen ein unverwechselbares Flair verliehen. Es kam mich das kalte Grausen an, als ich fortan im Hausflur von den neuen, seelenlosen und einheitsbeschrifteten Edelstahlkästen empfangen wurde.

Die alten waren lieblos auf einen Schuttberg geworfen worden. Ich brachte es nicht übers Herz, meinen dort liegen zu lassen. Ihn, der über so viele Jahre Erwartung, Hoffnung, Sehnsucht, Freude und Trauer zu mir getragen und mir so viel liebe Post beschert hatte. Als ich ihn zwischen Putzbrocken und Ziegelschutt liegen sah, musste ich ihn einfach mitnehmen. Ich trug ihn in den Garten und hängte ihn an den Zaun.

Das war Anfang März.

Zum Ende des Monats begann mein Hund, sein Winterfell abzuwerfen. Diese Prozedur dauert in der Regel drei Wochen, in denen der Wind dicke weiße Hundefellflocken über Grashalme und Gänseblümchen treibt.

Eines Morgens, als ich gerade beim Kaffee saß, erblickte ich einen merkwürdigen Vogel. Er hüpfte über die Wiese, pickte etwas auf, hatte einen unförmigen weißen Kopf und im Vergleich dazu einen schmächtigen kleinen Körper mit auffallend gelbem Bauch, der an eine Kohlmeise erinnerte. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich tatsächlich um eine solche handelte. Sie stopfte sich Hundehaarbüschel um Hundehaarbüschel in den Schnabel, bis sie aussah, als wüchsen ihr rechts und links riesige Bärte aus dem Kopf. Als ich befürchtete, sie würde jeden Moment an dem Haargewirr ersticken, setzte sie zum Flug an. Neugierig verfolgte ich sie mit den Augen und staunte nicht schlecht, als sie im Schlitz meines alten Briefkastens verschwand.

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