Sonja Knoll - Es gibt nur deinen Weg

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Die Wiener Psychologin Sonja Knoll reflektiert in ihrem Memoir ihren ungewöhnlichen Genesungsweg – nicht gegen, sondern «durch den Krebs», wie sie zu betonen pflegt. Mutig ehrlich, wach und poetisch beschreibt sie äußere und innere Wahrnehmungen, Konflikte zwischen Ratio und Psyche, materieller und geistiger Welt. Lange Zeit scheint das Leben der Psychologin und Alleinerzieherin «perfekt im Griff» – unabhängig und erfolgreich. Dann, mit 43, folgt die Diagnose Lymphdrüsenkrebs («Krebs des Immunsystems»). Laut Schulmedizin gut behandel-, aber nicht heilbar. Berührend persönlich, analytisch und auch humorvoll schildert Sonja Knoll ihre Erfahrungen und Erkenntnisse – kaleidoskopisch dargestellt in verschiedenen Szenen der 14-jährigen Krankheitsphase. Die Autorin zeigt, was es bedeutet, nicht nur «medizinisch gesund» zu werden, sondern ganzheitlich zu heilen. Die Psychologin hat sich selbst zum «Studienobjekt» gemacht: «Wenn Krebs allein über den Körper zu heilen versucht wird, werden meist nur Symptome bekämpft. Eine umfassende Heilung bezieht die Wechselwirkungen von Körper, Geist und psychischen Faktoren mit ein.» Die sogenannte Psychoneuroimmunologie ist hochaktuell: Im Rahmen der Resilienzforschung werden die menschlichen Selbstheilungskräfte beleuchtet.

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»Faszinierend!«, der Arzt beugt sich interessiert vor.

»Ja, man kann sich Lymphdrüsenkrebs genau so vorstellen. Ihr System ist verunreinigt. Sie werden herausfinden müssen, was genau die spezifischen Verschmutzungen in Ihrem Leben sind!«

»Und jetzt wird es darum gehen, mein Fluss-System im Körper zu reinigen?«

»Genau! Alles Schädliche muss raus, damit Ihre Lymphe wieder ihren eigentlichen Namen verdient. Klares Wasser.«

Warten

Mein Leben ist in einen »Warten-Modus« gelenkt worden. Ich warte auf die nächste Chemo, ich warte darauf, dass die Erschöpfung nachlässt, ich warte auf das Ergebnis des Bluttests, dann werde ich wissen, ob ich auf die nächste Chemo warten muss, ich warte auf das Abklingen der Nebenwirkungen, ich warte auf das Ende des Therapiezyklus, ich warte auf den nächsten Onkologentermin.

Das Warten macht mich müde.

Ich bin aus dem Leben geworfen worden, in einen Leer-Raum, einen Warte-Raum. Das Fortschreiten des Lebens, das aktive, selbstbestimmte, das unabhängige Leben, mein Leben, ist zu einem Stillstand gekommen.

Wann werde ich wieder leben statt zu warten?

Cortison

Im Inneren meines Körpers herrscht Aufregung, überdrehte unhörbare Motoren, lautloses hektisches Dröhnen, Herzhämmern: Das Cortison versetzt den Puls in Aufruhr. Der Körper schreit nach Ruhe. Das tonlose Rasen in mir lässt Stille nicht zu. Ich möchte weinen. Ich möchte schlafen.

Also Wach-bleiben-Müssen. Nachdenken. Nach. Denken. Was denn denken? Eindösen. Was hab ich grad gedacht? Die verschwommenen Gedanken sinken wieder zurück in den Dämmer. Ich bringe nur einfache Sätze zustande. Keine Nebensätze. Nur Basales. Banales. Welcher Wochentag ist heute? Wann kommt Dommi heim? Ich hätte gern Tee.

Das Denken rinnt zäh durchs Hirn. Ich kann meinen Gedanken zuschauen. Wie sie entstehen. Wie kleine Luftblasen. Wie sie bedächtig aufsteigen in der Zähigkeit des Sirups. Sich, kaum an der Oberfläche, langsam auflösen. Die klebrige Masse ist wieder luftblasenlos. Alles in Zeitlupe.

Manchmal tropft ein wichtiger Gedanke ins Dämmern: »Ich muss aufs Klo!«

Schleppe mich ins Bad. Gehen ist Schlafwandeln. Alles ist nur halb. Halb bewusst. Halb schwindlig. Dann sinke ich schwitzend vor Anstrengung wieder zurück ins Bett. In anstrengenden Herzklopfschlummer. Ich vibriere heiß und lautlos. Übermüdet und überdreht.

Ich höre den Wohnungsschlüssel in der Türe – ist es schon so spät? Schon Nachmittag? Dominique kommt von der Schule nach Hause. Und ich hab gar nicht gekocht für sie. Hat sie in der Schule etwas gegessen? Ich spüre einen leichten Stich im Magen, das schlechte Gewissen. Kenne ich seit vielen Jahren. Ich bin berufstätig. Will alles unter einen Hut bringen. So gut wie möglich. Ich will meiner Tochter täglich frisches Essen kochen. Sie bei ihren schulischen Anforderungen unterstützen. Ich will mir die Krankheit möglichst nicht anmerken lassen. Damit sie nicht noch mehr leiden muss meinetwegen – mit Glatze und Dauererschöpfung.

Bei den Assessments, die ich zusammen mit Kolleginnen und Kollegen durchführe, werde ich in ein paar Wochen natürlich wieder »fit und top« sein müssen. Anders – so hat mir mein junger und vor Gesundheit strotzender Vorgesetzter zu verstehen gegeben – brauch ich gleich gar nicht mehr zu kommen. Ersatz für mich findet sich im Handumdrehen. Ich brauch es nur zu sagen. Die Berufswelt ist halt tough. Sorry ...

Ich mag gar nicht daran denken, kann mir nicht vorstellen, je wieder genug Kraft für den Beruf zu haben, den ich gerne ausübe, mich je wieder konzentrieren zu können.

Also kämpfen. Wie all die vergangenen Jahre auch. Allein kämpfen. Kämpfen um den Job, kämpfen um die Gesundheit, kämpfen gegen die Zeit, in der ich nicht gleichzeitig im Büro sein und meine Tochter vom Zug abholen kann. Schnell auf dem Heimweg einkaufen, nach Hause, kochen. Dann ins Bett fallen. Ab Freitag schlechtes Gewissen, weil ich an den Wochenenden mit Dominique kein »Programm« machen, nichts unternehmen kann wie andere, »richtige« Familien. Ihr Vater, der mit dem Aufbau seiner zweiten Familie beschäftigt ist, nimmt seine Tochter nicht öfters zu sich als er muss. Nicht, dass er sie nicht gernhätte – aber so wirklich unterstützt fühle ich mich nicht.

Ist ja auch nicht notwendig. Wir sind ja nicht mehr verheiratet. Er hat mir gegenüber keine Verpflichtungen mehr.

Ich merke, wie mir ein bisschen übel wird vor Verzweiflung. Aber ich will so nicht weiterdenken, Hilflosigkeit und Verbitterung schwächen mich. Ich setze mich im Bett auf, ziehe eine der dünnen Baumwollmützen über die Glatze, um meiner Tochter meinen haarlosen Anblick zu ersparen. Sie kommt zu mir ins Schlafzimmer. Bussi.

Sie dreht sich halb weg. Sie ist ein bisschen angepisst, dass ich sie nicht vom Zug abgeholt habe. Ich entschuldige mich dafür, bereite ein Z’Vieri vor – eine Jause, wie man zu Hause in Wien sagen würde.

In Wien ... Nein, jetzt nicht dran denken, keine Zeit für Heimweh.

Ich mache Tee für uns beide – Kaffee würde ich im Moment nicht vertragen, der würde meinen Körper zusätzlich aufheizen. Dommi geht ins Bad und bürstet hingebungsvoll ihre wunderschönen langen Locken. Als kleines Kind hatte sie eine goldene Löwenmähne. Was für ein herziges Mädchen sie war. Immer so sonnig. Was für eine hübsche junge Frau aus ihr geworden ist.

Ich habe ihr mit meinem Krebs die Sonne genommen. Sie ist ernst geworden, oder sauer, oder überfordert, oder traurig, auf jeden Fall schweigsam. Wieviel davon ist ihre Pubertät, wieviel davon mein Krebs – bin ich schuld dran?

Wieder der Schlechte-Gewissen-Stich.

»Wie war’s in der Schule?«

»OK.« Sie schaut mich nicht an.

»Einen Mehrwortsatz bitte!«

»Es – war – ganz – OK.«

»Na geh, bitte!« Ich werde unwirsch.

»Wir haben die Matheschularbeit zurückbekommen. Fünf.« Jetzt strahlt sie plötzlich, womöglich gegen ihren Willen. Ich freue mich sehr. Fünf ist in der Schweiz die zweitbeste Note. In Mathe, ihrem Angstfach. Sprachen sind ihr lieber. Ich stehe auf und drücke sie fest. Sie lässt es geschehen, versteift sich nicht wie so oft in letzter Zeit. Ich hab sie so lieb.

»Und sonst?«

»Nix. Viele Hausaufgaben.« Und weg ist sie, in ihrem Zimmer.

Erwarte ich zu viel, wenn ich mir wünsche, dass sie mich fragt, wie es mir geht? Heute, nach einer weiteren Chemotherapie, die mich ganz offensichtlich mitnimmt? Oder kann sie das ganz einfach nicht, weil sie mich nicht schwach erleben will? Die Psychologin in mir erwacht kurz. Erkundigt sie sich nicht, weil sie nicht ertragen kann, ihre Mutter zu verlieren? Ich verstehe meine Tochter, es tut trotzdem weh.

Ich würde auch gern gedrückt werden.

Sudoku

Ich nehme eines der Gratisblätter aus der Box am Bahnsteig. Der politische oder wirtschaftliche Inhalt ist mir egal. Ich suche die Seite vor dem Fernsehprogramm. Ich reiße ungeduldig die Seiten herum, suche nach dem Quadrat, bestehend aus kleineren Quadraten, manche mit Ziffern gefüllt. Je weniger Ziffern, desto schwerer. Sudoku. Ich wühle in der Handtasche nach dem Druckbleistift.

In Bern steigt gottlob niemand in die S-Bahn, den ich kenne, mit dem ich mich unterhalten müsste. Ich fange gleich mit dem schwereren der beiden Zahlenrätsel an, das leichtere ist dann die »Nachspeise«. Es wird eine gute Fahrt, wenn ich in den 17 Minuten vom Bahnhof Bern bis nach Hause beide gelöst habe. Beim Einfahren in meine Station fülle ich die letzten beiden leeren Kästchen aus. Ein gutes Omen. Ich werde wieder gesund werden.

Zu Hause muss ich nicht sofort etwas für’s Abendessen vorbereiten und schnappe mir sofort eines der drei herumliegenden Sudoku-Büchlein. Eigentlich ist es ein Kalender, und ich habe bereits alle Sudokus bis Ende August fertig. Jetzt ist März.

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