Sonja Knoll - Es gibt nur deinen Weg

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Die Wiener Psychologin Sonja Knoll reflektiert in ihrem Memoir ihren ungewöhnlichen Genesungsweg – nicht gegen, sondern «durch den Krebs», wie sie zu betonen pflegt. Mutig ehrlich, wach und poetisch beschreibt sie äußere und innere Wahrnehmungen, Konflikte zwischen Ratio und Psyche, materieller und geistiger Welt. Lange Zeit scheint das Leben der Psychologin und Alleinerzieherin «perfekt im Griff» – unabhängig und erfolgreich. Dann, mit 43, folgt die Diagnose Lymphdrüsenkrebs («Krebs des Immunsystems»). Laut Schulmedizin gut behandel-, aber nicht heilbar. Berührend persönlich, analytisch und auch humorvoll schildert Sonja Knoll ihre Erfahrungen und Erkenntnisse – kaleidoskopisch dargestellt in verschiedenen Szenen der 14-jährigen Krankheitsphase. Die Autorin zeigt, was es bedeutet, nicht nur «medizinisch gesund» zu werden, sondern ganzheitlich zu heilen. Die Psychologin hat sich selbst zum «Studienobjekt» gemacht: «Wenn Krebs allein über den Körper zu heilen versucht wird, werden meist nur Symptome bekämpft. Eine umfassende Heilung bezieht die Wechselwirkungen von Körper, Geist und psychischen Faktoren mit ein.» Die sogenannte Psychoneuroimmunologie ist hochaktuell: Im Rahmen der Resilienzforschung werden die menschlichen Selbstheilungskräfte beleuchtet.

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Aber vielleicht sind die Magenschmerzen auch nur Hunger. Ich habe kaum gefrühstückt. Es ist später Vormittag. Eigentlich sollte man doch erwarten dürfen, dass man in einem Spital etwas zu essen bekommt. Jetzt bin ich eindeutig verärgert. Und hungrig. Aber noch ist nicht Mittagessenszeit.

Wieder fallen mir die buddhistischen Texte ein: Wer Dinge erwartet – wer sich Erwartungen macht – kann enttäuscht werden. Wer keine Erwartungen hat – sich keine Erwartungen macht – kann auch keiner Täuschung unterliegen. Der Täuschung, andere wüssten, was ich brauche. Oder der Täuschung, andere seien da, um mir meine unausgesprochenen Wünsche zu erfüllen.

Aber haben wir Menschen nicht sozusagen automatisch Erwartungen? Darf ich nicht erwarten, ein stilles, unbedeutendes Leben zu führen und im Gegenzug dafür, dass ich nichts Böses tue und mich bemühe, ein halbwegs guter, sozial verträglicher Mensch zu sein, von Schicksalsschlägen verschont zu werden?

Wie viele Idioten werden gesund steinalt?! Ups – das ist nicht gerade buddhistische Gelassenheit, die da aus mir flucht. Naja – ich habe ja auch erst angefangen zu üben: das Loslassen, das Keine-Erwartungen-Haben, die Gelassenheit.

Haha – Gelassenheit, wenn man solche unerfreulichen Prognosen hat wie ich, ganz allein ist mit der pubertierenden Tochter und sich Sorgen machen muss um den Job, weil der junge Chef sich unsterblich fühlt und nicht gerade empathisch ist ...

Shit-shit-shit. Jetzt bin ich aber arg abgeglitten.

Ist gar nicht so leicht, die Gedanken nicht einfach wild und ungezähmt laufen zu lassen, sondern zu disziplinieren. Also: Ich versuche, wieder ins Hier und Jetzt zu gelangen (auch dieser Ausdruck, so klug er ist, und so schwierig die Idee zu verwirklichen ist, geht mir ein bisserl auf die Nerven, weil er so inflationär angewendet wird).

Als die Schwester kommt, um den dritten Beutel anzuhängen, bitte ich sie um eine Kleinigkeit zu essen. Kein Problem. Mit ein paar Nüsschen lässt sich die Zeit bis zum Essen gut überstehen.

Ich habe vor kurzem begonnen, mich von gewissen Erwartungen zu verabschieden. Also ich versuche es zumindest. Das ist nicht leicht, denn mein Leben hat die längste Zeit auf bestimmten Annahmen beruht, die ich wohl als Erwartungen bezeichnen darf:

- ich bin ein gesunder Mensch – falsch

- ich werde als Psychologin Karriere machen – falsch

- ich werde mit Dommi ihre Matura feiern – falsch

- ich werde mit meinen Enkelkindern im Schönbrunner Schlosspark Eichkatzerln füttern – falsch

- ich werde als stolze Brautmutter meine Tochter einen sympathischen jungen Mann heiraten sehen – gut, an der Reihenfolge Hochzeit / Kinder könnte ich noch feilen ...

Dennoch: alles falsch.

Ich werde tot sein.

Aber sind das nicht auch schon wieder Erwartungen? Sollte ich jedes »falsch« durch »vielleicht« oder »wer weiß« ersetzen?! Das Schwierige ist, nicht zu wissen, keine Gewissheit zu haben, wie – und ob überhaupt – es weitergeht: »es«, mein Leben.

Jetzt einmal den heutigen Tag überstehen! Ich döse weg.

Die Schwester hängt die vierte Flasche, die Angst-Flasche an.

Im gleichen Tempo, in dem das Medikament in meinen Körper tröpfelt, verlässt mich die Lebensenergie. Ich spüre, wie eine Welle der Schwäche sich in mir ausbreitet, sich meines Körpers bemächtigt. Ein Tsunami der Ohnmacht. Ich muss wehrlos mit anfühlen, wie die Gedanken sich in Nichts auflösen, wie mich alle Kraft verlässt. Als würde das Leben aus mir fliehen, um Platz zu machen für die zerstörerische Arbeit der Chemikalien, die mich vor dem Tod bewahren werden.

Vielleicht.

Was im Moment von mir bleibt: im hellen Spitalszimmer das Gefühl eines hohlen Körpers, in den Gift tropft. In der leeren Körperhülle eine schwere Seele.

Im Halbdämmer beginne ich ein Gespräch mit Gott. Oft in den letzten Tagen habe ich gehadert: Wieso gerade ich, die ich nie so exzessiv geraucht habe wie der G., die nie so unmäßig gefressen hat wie die U., die nie so viel gesoffen hat wie die T. und nie so unverantwortlich gerast ist wie der H.

Heute ist mir nicht nach schimpfen, ich bin erschöpft vom buddhistischen Denken. Bevor ich wegdämmere, versuche ich noch die katholische Verhandlungsschiene, die ist mir von Kindheit an vertraut: Ich schwöre Gott, dass ich nicht nur weniger, sondern gar nie mehr rauchen werde, dass ich meine durch die Chemos angegriffene Leber gar nie mehr mit einem einzigen Schluck Alkohol belasten werde, und dass ich mich ab sofort und ausschließlich gesund ernähren werde – und diese meine guten Vorsätze nicht so lasch und lausig brechen werde wie all die vergangenen Gelöbnisse.

Ich verspreche treuherzig und ehrlich, meine Schwester zu mögen, meine Eltern auszuhalten, nie mehr schlecht über meinen dummen Chef zu sprechen (für das Denken kann ich keine Garantie übernehmen), und im Übrigen alle Therapien ohne Jammern über mich ergehen zu lassen – wenn er mir nur einen einzigen Wunsch erfüllt: »Bitte lass mich Dommis Matura erleben.«

Meine Haare

Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.

Viktor Frankl

Niemand hat mich darauf vorbereitet, dass das Ausfallen der Haare auch körperlich weh tun würde. Es fühlt sich an wie damals, als ich als kleines Mädchen manchmal meine langen braunen Locken zu zwei Rossschwanzerln gebunden trug, die ich mit Haargummi ganz straff zusammengezurrt hatte. Beim Auflösen der Zopferln hat die Kopfhaut genau so weh getan wie jetzt. Ich stehe auf – auf dem Kopfpolster bleibt ein leicht verfilzter Schleier brauner Haare zurück.

Mir wird flau im Magen. Wie beim Abwärtsfahren auf der Hochschaubahn. Mein Herz ist ein Sack voll Tränen, weich, schwer. Doch zwischen meinem Herz und den Augen gibt es eine unsichtbare Barriere. Die Tränen kommen nicht bis zu den Augen. Ich bin trocken wie ein Stück Holz. Ich würde so gerne weinen können. Das würde mich erleichtern. Aber ich bin im »Funktionsmodus«, im »Ich-ertrage-alles-Modus«, im »Nur-nichts-anmerken-lassen-Modus«, auch gegenüber mir selbst. Mir ist schlecht. Ich möchte schreien.

Ich streiche das feine Haarvlies mit den Fingern vom Kissen. Meine Haare!

Nichts wird mich in den folgenden Jahren meiner Krankheit noch einmal so erschüttern.

Die Kältehaube hat nicht verhindern können, dass ich eine – das Wort ist furchtbar – eine Glatze bekommen werde. Seit dem Beginn der Therapien hat mir eine der freundlichen Krankenschwestern immer die Eishaube auf den Kopf gepresst, die aussieht wie eine unförmige Schimütze oder wie ein riesiger Eierwärmer. Zwischen zwei Silikonschichten wird ein Gel auf vier Grad abgekühlt. Durch die Kälte sollen sich die Blutgefäße unter der Kopfhaut verengen, sodass die Medikamente nicht an die Haarwurzeln herankommen und die Haare erhalten bleiben. Die enganliegende Haube hat während der mehrstündigen Infusionen immer Kopfschmerzen ausgelöst, aber ich wollte alles dafür tun, um meine Locken zu retten, die Onkologieschwestern haben mich darin bestärkt und mir Mut zugesprochen.

Ich gehe ins Bad, zögere, in den Spiegel zu schauen – aber ich sehe aus wie immer in den letzten Wochen: mein Gesicht unnatürlich rosig und schwammig vom Cortison, Ringe unter den Augen. Ich wage nicht, meinen Kopf zu berühren, will nicht, dass noch mehr Haare ausfallen. Mir ist gleichgültig, was Ärzte und Freunde mir beteuert haben: »Sie werden sehen, Frau Knoll, selbst wenn Ihre Haare ausfallen sollten, sie wachsen wieder nach, das kann ich Ihnen versichern!«, »Mach dir keine Sorgen, Sonja, die kommen wieder! Bei meiner Freundin sind sie schöner nachgekommen als vorher!« Mir ist das alles scheißegal. Meine Haare sind wunderschön, ich will sie nicht schöner. Ich will sie nicht verlieren! Mein Magen verkrampft sich in ohnmächtiger Wut.

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