»Träume sind verschlüsselte Botschaften aus dem Unterbewusstsein«, sagte Sigmund Freud. Die inneren Bilder, die in unseren Träumen auftauchen, sind das archetypische, über Jahrtausende im Menschen gewachsene Wissen. Darum lohnt es sich auf jeden Fall, ein Traumtagebuch anzulegen und über die eigenen Träume genau Buch zu führen.
Am besten geht man so vor: Legen Sie Notizbuch und Bleistift neben das Bett, um den Traum gleich nach dem Aufwachen so exakt wie möglich zu notieren und später vielleicht Einzelheiten und Interpretationen hinzuzufügen. Wichtig sind Symbole, die in unseren Träumen erscheinen, um eine konkrete Situation näher zu beleuchten. Um uns zu ermahnen oder anzuregen, um uns etwas zu vermitteln oder um uns aufmerksam zu machen. Traumsymbole bedeuten jedoch nicht für jeden Menschen dasselbe, darum muss man sich an sie herantasten und sich fragen: Welche Gefühle hatte ich in meinem Traum? Mit welcher Situation oder Gestalt kann ich mich identifizieren?
Wie man Träume bewusst steuern kann
Träume sind der Spiegel unserer Seele und ein wichtiger Wegweiser bei Entscheidungen. Deshalb sollten wir unseren Träumen viel Aufmerksamkeit und Beachtung schenken. Es gibt eine besondere Technik, die man erlernen kann, um seine Träume zu »steuern« und darin Regie zu führen. Es ist das »luzide« Träumen. Es bedarf allerdings einiger Übung und viel Geduld für das »luzide« Träumen, den Umgang mit dem »Klar- und Wachtraum«. Wer das beherrscht, kann bald völlige Kontrolle über das Traumgeschehen ausüben, kann Regie in seinen eigenen Träumen führen.
Tagtraumtraining
Suchen Sie einen leicht abgedunkelten Raum auf, in dem Sie sich wohlfühlen. Sie sollten das Traumtraining nur dann durchführen, wenn Sie innerlich nicht gestresst, abgespannt oder erregt sind. Setzen Sie sich in einen hochlehnigen Sessel, legen Sie sich auf eine Couch oder in Ihr Bett. Lockern Sie unbedingt enge Hosengürtel und Krawattenknoten, eben alles, was ein- oder beengt. Wenn Sie liegen, nehmen Sie die Rückenlage ein, schließen Sie die Augen, und atmen Sie fünf Minuten, am besten in gleichbleibendem Rhythmus, ein und aus. Das hilft, die Nerven und den Organismus zu »neutralisieren« und eine allgemeine Ruhetönung zu erreichen. Kein Gedanke wird mehr zugelassen. Sollten neue Gedanken während der Ruhephase auftauchen, beachten Sie sie nicht. Dadurch lösen sie sich von selbst auf, und Sie können sich immer tiefer fallen lassen.
Ist die luzide Phase eingetreten (das bemerken Sie, wenn Sie keinerlei Umweltgeräusche mehr wahrnehmen), lassen Sie die Traumbilder vor Ihrem inneren Auge Revue passieren.
Deutung einiger häufiger Traumbilder
Für die Deutung von Traumbildern, Traumsymbolen oder Bilderfahrungen gibt es kein Patentrezept. Jeder Traum ist anders, jedem Traum liegt ein anderes Erfahrungsleben zugrunde, jede Seele hat ihre eigenen Bilder, Farben und Empfindungen. Die wichtigsten Traumsymbole, die in den Träumen eines jeden Menschen einmal vorkommen oder schon geträumt wurden, sind folgende:
Wald
Ein geheimnisvoller Ort, in dem viele harmlose und gefährliche Wesen leben. Wer sich im Wald verirrt, sucht auch im Leben seinen Weg. Wer seinen Weg ohne Weiteres findet, kommt auch im Leben voran. In Träumen warnt der Wald vor Gefahren, vor familiären oder persönlichen Problemen, vor falschen Freunden. Ein vom Sonnenlicht durchfluteter Wald verheißt neue Kräfte, Segen und Erfolg.
Baum
Der Baum gilt in allen Kulturen als ein Symbol des Lebens. Der Traum vom Baum ist eine der beglückendsten und schönsten Erfahrungen. Bäume stehen für kraftvolles Leben, für Fruchtbarkeit, für alles, was wächst.
Viele Legenden, Geschichten und Mythen ranken sich um die Bäume. Liebenden verheißt dieses Traumbild eine positive Begegnung mit der geliebten Person. Ein alter dürrer Baum zeigt an, dass man ein hohes Alter in Gesundheit und Zufriedenheit erreichen wird. Wird im Traum ein Baum gefällt, muss sich der Träumende auf eine entbehrungsreiche Zeit gefasst machen. Bäume zu pflanzen, ist ein gutes Zeichen, es symbolisiert die Verbundenheit mit der Natur, mit der sich immer erneuernden, unerschöpflichen Kraft des Lebens.
Haus
Das Haus im Traum ist der menschliche Körper, ist der Träumende selbst. Das Dach oder der Speicher stellen Bereiche dar, worin alte Erinnerungen verborgen sind, oder Dinge, die man gern verborgen halten möchte. Der Arbeitsraum ist analog dem Arbeitsleben des Menschen zu sehen, wo er seiner Tätigkeit nachgeht, um (über) leben zu können. Das Wohnzimmer ist der Ort der Ruhe und der Besinnung, aber auch der gastlichen Geselligkeit, wo alle schönen Erinnerungen und freudige Ereignisse ihren Niederschlag finden und fanden. Das Schlafzimmer ist der Bereich der Sexualität, der intimen Zweisamkeit. In der Küche wird der Mensch gestärkt, hier bekommt er die Energie, um sein Leben zu meistern. Der Keller ist der dunkle, geheimnisvolle Bereich des Unterbewussten.
Wasser/Wasserfall
Wasser ist fast immer ein Symbol der Geburt. Es deutet auf Erfolge, auf Gewinne und sprudelnde Ideen hin. Im Traum stellt es die psychische Energie dar, welche den Träumer beseelt und der er auf Schritt und Tritt auf seiner Wanderung durchs Leben begegnen kann. Jedes Gewässer ist ein geheimes Reservoir, angefüllt mit Energie und Stärke, dessen sich der Träumer nur bedienen muss. Die Stärke und Intensität der Energie ist wie der Zustand des Wassers: Erscheint es trübe, ist die Kraft gering. Ist es schwarz, gibt es unklare Verhältnisse, undurchsichtige Beziehungen oder Geschäfte. Jetzt muss der Träumende langsamer treten, um die verloren gegangenen Potenziale wieder erneuern zu können.
Schnee
Wo es Schnee gibt, ist es kalt. Eine logische Folgerung. So ist es aber auch im Traumgeschehen. Es ist kalt, wo sich das weiße Tuch ausbreitet, also kalt in der Seele. Es fehlt die Wärme, die das Leben zwischen Menschen so erträglich macht. Das sollte den Träumenden zum Nachdenken anregen. Wahrscheinlich weiß er auch, woran es mangelt. Aber eine falsche Scham hält ihn zurück.
Dabei kann er nur gewinnen, wenn es ihm gelingt, sich anderen Menschen gegenüber mehr zu öffnen und ihnen entgegen zu kommen. Mit ein wenig Mühe wird sich die Erstarrung lösen und die Wärme wird den ihr gebührenden Platz einnehmen.
Eis
Eis im Traum, eine Eisfläche oder ein vereister See stellt eine Warnung dar, persönliche Beziehungen zu Menschen nicht »einfrieren« und zu Eis erstarren zu lassen. Manchmal ist es aber auch schon fast zu spät, wenn sich dieses Traumbild in Erinnerung bringt. Deshalb muss der Träumer auf seine individuelle Weise erspüren, wie er diesen Zustand bei seinen Mitmenschen verhindert und gar nicht erst auftauchen lässt. Denn das Symbol Eis wird vom Unterbewusstsein manchmal lange vorher »gesendet«, bevor eine Beziehung zu erstarren beginnt.
Tod
Träumt man vom Tod, ist das nicht das Lebensende. Es ist ein Wandlungssymbol, denn es wird etwas Neues kommen, für das etwas stirbt. Es ist ein starkes Symbol, das einen ganz neuen positiven Lebensweg aufzeigt. Oder auf das Ende einer Beziehung hinweist.
Das sind nur einige Symbole, die als Beispiel dienen sollen. Die Signale aus dem Unterbewusstsein, dem Reich der Träume und dem Tor zu unserer Seele, sind nicht für jeden Menschen gleich. Es gibt Unterschiede in der Wahrnehmung. Die meisten Träume sind individuell. Bestimmte Motive wiederholen sich zwar, aber jeder muss seine »nächtlichen Traumfilme« letztendlich zu deuten lernen. Wichtig zu wissen, ist, dass Träume vorbereiten, warnen oder den Weg weisen können.
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