Heinz Nauer - Fromme Industrie

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Der Benziger Verlag prägte über mehr als zwei Jahrhunderte die Schweizer Verlagslandschaft. Bereits im 18. Jahrhundert etablierte die Verlegerfamilie im Wallfahrtsort Einsiedeln einen Handel mit Rosenkränzen und religiösen Souvenirs.
Im 19. Jahrhundert weitete das Unternehmen seine Aktivitäten aus. Benziger wurde international tätig, mit Filialen in den USA, Frankreich und Deutschland. In enger Wechselwirkung mit der katholischen Kirche entwickelte sich der Verlag zu einem global agierenden, katholischen Medienkonzern.
Mit massenproduzierten Gebetbüchern, Andachtsbildern, Devotionalien und Zeitschriften trug der Verlag massgeblich dazu bei, den katholischen Glauben im Alltag der Gläubigen zu verankern und die Bedeutung der Kirche zu stärken. Heinz Nauers Publikation beleuchtet die Geschichte des Benziger Verlags von seinen Anfängen bis zum Verkauf in den 1990er-Jahren. Die Publikation stützt sich insbesondere auf das umfangreiche und bislang wenig bekannte Nachlassarchiv des Verlags in Einsiedeln.

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Im Kanton Schwyz dauerte es letztlich noch rund zwanzig Jahre, bis das Nachdrucken von fremden Verlagswerken verboten wurde. Nachdem 1874 die Kompetenz zur Gesetzgebung in Fragen des Urheberrechts von den Kantonen auf den Bund übergegangen war, wurde 1883 das «Bundesgesetz betr. das Urheberrecht an Werken der Literatur und Kunst» geschaffen, das dieser bis dahin gängigen Praxis im Kanton Schwyz ein Ende bereitete. Drei Jahre später folgte das erste multilaterale internationale Urheberrechtsabkommen («Berner Konvention»). 178

Am Platz Einsiedeln war Benziger zu einem Mindestmass an Koordination mit seinen Konkurrenten gezwungen. Dies betraf vor allem die Preispolitik gegenüber den lokalen Wiederverkäufern ihrer Verlagswaren. 179Auch bei der Umsetzung des eidgenössischen Fabrikgesetzes nach 1877 sprachen sich die Firmenleitungen ab. Aufrührerischem Verhalten unter der Arbeiterschaft sollte so frühzeitig ein Riegel geschoben, Anreize zur Konkurrenz zu wechseln vermieden werden. 180Allerdings waren Verstösse gegen die Abmachungen an der Tagesordnung. Auch schreckten alle Beteiligten weder vor Betriebsspionage noch vor öffentlicher Verleumdung ihrer geschäftlichen Konkurrenten zurück. Die Sprache, mit der die Konflikte ausgefochten wurden, trug teilweise martialische Züge. Als die Praxis des Nachdruckens zu Beginn der 1880er-Jahre auch in der Schweiz zunehmend unter Druck geriet, sprach die Verlagsleitung von einem «ersten nöthigsten Feldzug zur Wiedereroberung von vielen Kunden in Süddeutschland», die ihnen von den «frechen Nachdruckern» geraubt worden seien. 181

Im Unterschied zum Konkurrenzverhältnis zum Kloster in der ersten Jahrhunderthälfte scheint bei diesen Auseinandersetzungen die politisch-ideologische Komponente nicht im Vordergrund gestanden zu haben. Zumindest legen die Quellen diesen Schluss nahe. Die Verleger aus den Familien Benziger, Eberle und Wyss, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts öffentliche Ämter bekleideten, vertraten politisch ähnliche Positionen und bewegten sich fast immer in der politischen Mitte. In der einschlägigen Literatur werden sie je nach Grenzziehung der gemässigt liberalen – dazu gehören Josef Karl B.-Meyer, Nikolaus B.-Benziger I, Plazid Martin Wyss, Ambros Eberle und Heinrich Wyss – oder der gemässigt konservativen Richtung – Karl B.-von Reding und Nikolaus B.-Benziger II – zugerechnet. 182

Einfluss der Firma Benziger auf die regionale Entwicklung

Die Firma Benziger war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der mit Abstand grösste Arbeitgeber in Einsiedeln und ermöglichte Hunderten von Menschen einen konstanten Verdienst. In einer Danksagung der Arbeiterschaft im «Einsiedler Anzeiger» anlässlich der 100-Jahr-Jubiläumsfeier 1892 heisst es: «Denn unser Ort ist durch tausend Fäden an dem Aufblühen dieser Firma interessiert, die nunmehr seit 100 Jahren für zahlreiche Familien der Kornboden war, welchen die Natur unserem Gebirgstale versagt hat.» 183

Es ist klar, dass die Konzentration so vieler Arbeiter in einer Branche auch Risiken barg. In Zeiten stockenden Absatzes und mangelnder Druckaufträge konnte die Firma ihre Angestellten nur mit Mühe beschäftigen. Dass sich die Verleger ihrer Verantwortung gegenüber der Einwohnerschaft durchaus bewusst waren, zeigt folgendes Beispiel: Im Juli 1870, nur wenige Tage nach der Kriegserklärung von Kaiser Napoleon III. an Preussen, schrieb die Verlagsleitung in die USA: «Mit dem ersten Kriegston hört für uns aller europäische Verkehr auf. Die Aufträge werden abbestellt, neue kommen nicht mehr, die Reisenden ruhen. Zahlungen werden zurückgehalten […] kurz die Cassa ist ohne Einnahmen. Mit den Ausgaben steht es anders, die gehen fort. Den kleinen Handwerker-Lieferanten, Künstlern […] &namentlich den hiesigen Arbeitern können wir Zahlung nicht zurückhalten. Namentlich für letztere zu sorgen ist unsere Pflicht.» Die Verlagsleitung bat die amerikanischen Filialen im selben Brief für Druckaufträge in den USA zu sorgen, damit die einheimischen Arbeiter weiterbeschäftigt werden konnten, und appellierte an das Pflichtgefühl ihrer Associés: «Es liegt ausser Zweifel, dass Ihr vaterländisch Gefühl für die Mitbürger Einsiedelns zu sorgen ebenso sehr Sie animirt …» 184

Immer wieder wurde aber auch öffentliche Kritik an den Verlegern laut. Ihnen gehe es nicht um das Wohl der Arbeiter, sondern nur um den eigenen Profit, lautete der Vorwurf. Interessant in dieser Hinsicht waren die Pläne der Firma Benziger im Jahr 1865, in Euthal ein neues Fabrikgebäude für die Buchbinderei zu erstellen. Euthal galt damals als ärmstes Viertel Einsiedelns und war gemäss einem Artikel im «Einsiedler Anzeiger» ein «ödes, abgelegenes verdienstloses Nest». 185Die Firma Benziger hatte in Euthal schon länger mehrere Dutzend Kinder zum Kolorieren von Heiligenbildern sowie zum Falzen und Heften von Gebetbüchern beschäftigt und beabsichtigte nun, dort eine eigene Buchbinderei einzurichten. Zunächst wurde im Schulhaus eine kleine Buchbinderei installiert, wo vor allem Frauen einen Nebenerwerb zur Landwirtschaft verdienten. Die Firma Benziger wollte diesen Zweig weiterausbauen und plante einen grosszügigen Neubau für mindestens fünfzig Arbeiter. Der Grund dafür: Die Löhne waren in Euthal, nur wenige Kilometer von Einsiedeln entfernt, tiefer als im Dorf Einsiedeln und kompensierten die höheren Transportkosten ausreichend. Im Sommer 1865 schrieb die Verlagsleitung in die USA: «In Eutthal werden billigere Löhne die Fracht u. einige Mehrauslagen mehr als decken. Unsere Befürchtung ist in Einsiedeln werden unter kurzem die Löhne stark steigen u. stets fortsteigen, während im Eutthal auf noch lange in diesem Punkte Ruhe d.h. genug Arbeitskraft zu weit billigerem Lohne sich finden wird.» Zudem galten die Euthaler Arbeiter für die Verleger als «eifrige, thätige Leute und weit lenksamer als unsere unruhigen Dorfbewohner». 186

Die Firma Benziger wollte das neue Fabrikgebäude nur errichten, wenn die Korporation Euthal ihr Holz im Wert von 8000 Franken sowie den nötigen Bauplatz zur Verfügung stellte. Gegen diese Forderung formierte sich in Euthal Widerstand. Im «Einsiedler Anzeiger» meldete sich ein anonymer Gegner zu Wort: «Ist den H. H. Gebr. Benziger an dem Erstellen eines Arbeiterhauses etwas gelegen, so können und werden sie dies thun, ohne dass ihnen die Aermsten der Welt solch’ enorme Vergabungen […] machen müssen, indem dies Herren sind, denen das Ausgeben von 8000 Franken für Holz weniger wehe thut, als uns.» 187An einer ausserordentlichen Genossenversammlung am 2. Juli 1865 kam es zum Eklat. Mehr als zwanzig Gegner der Firma Benziger verliessen protestierend den Versammlungssaal. Die Vorlage wurde darauf angenommen, das Fabrikgebäude letztlich aber erst in den 1870er-Jahren realisiert. 188

Es stellt sich hier die Frage, ob die Firma Benziger auch auf andere Branchen in der Region einwirkte und nachhaltige Innovationen auslöste. In den Quellen greifbar sind lediglich einige Hersteller mechanischer Werkzeuge sowie mit Maschinen ausgestattete Schreinereien, die sich rund um die Druckereibranche entwickelten und die Firma Benziger und die anderen Druckereien vor Ort belieferten. In einem grösseren Kontext lassen sich aber durchaus sogenannte Rückkoppelungseffekte auf die regionale Wirtschaft und Gesellschaft feststellen. Mitglieder der Verlegerfamilie waren als Initianten, Gönner, Financiers oder Inhaber öffentlicher Ämter an auffallend vielen wirtschaftlichen und sozialen Neuerungen in Einsiedeln massgeblich beteiligt. Ich sehe «Rückkoppelungseffekte» vor allem auf drei Ebenen: Erstens hat die Firma Benziger oder haben einzelne Mitglieder der Verlegerfamilie als «Privatleute» konkrete infrastrukturelle Projekte initiiert oder finanziell unterstützt (Gaswerk, Eisenbahn, Krankenhaus usw.). Eine zweite Ebene betrifft das Bildungswesen. Mehrere Familienmitglieder haben sich in verschiedenen Funktionen als Förderer einer guten Schulbildung betätigt. Die dritte Ebene ist eher psychologischer Natur. Die Firma Benziger hat den hohen Bekanntheitsgrad Einsiedelns als Wallfahrtsort massiv zu eigenen Werbezwecken eingesetzt und sich in die Geschichte und die Erscheinung des Orts eingeschrieben. Dieses «Labelling» hat der «Marke» Einsiedeln eine zusätzliche Sichtbarkeit verschafft und dürfte sich förderlich auf die Wallfahrt ausgewirkt haben.

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