Aus der hier vorgenommenen Sichtung historiografischer Zugänge zum Regionsbegriff lässt sich abschließend eine Arbeitsdefinition ableiten:
Region – Eine Arbeitsdefinition:
Eine Region ist zum einen ein erkenntnistheoretisches und historisch-soziales Konstrukt mit flexiblen Grenzziehungen, die es im jeweiligen Kontext genau zu definieren und argumentieren gilt, zum anderen aber verdankt sie sich konkreten räumlich-materiellen Faktoren, also einem Realsubstrat mit fassbaren Auswirkungen. Eine Region ist Teil eines übergeordneten geografischen, politischen, sozioökonomischen oder ökosystemaren Ganzen und mit ihrem Außen vielseitig verflochten.
Die räumliche Ausdehnung kann über nationale Grenzen hinausgehen (Makroregionen) und Räume unterhalb der Nation wie Bundesländer oder wesentlich kleinere Einheiten wie Städte oder Dörfer (Mikroregionen) betreffen.
Konstruiert, gestaltet, inszeniert, gepflegt und gelebt werden Regionen und regionale Identitäten aktiv und passiv von individuellen (z. B. Personen aus Politik, Journalismus, Wissenschaft, Kunst oder Werbung) und kollektiven (Massenmedien, Vereine, Institutionen, Parteien, Firmen etc.) Akteurinnen und Akteuren – dies geschieht etwa in Geschichten, Liedern, Bildern etc. und wird durch Museen, Ausstellungen und Ähnliches im kollektiven Gedächtnis verankert. Von wem, weshalb und auf welchem Wege Regionen gestaltet werden, ist kontextabhängig und mitunter eine Machtfrage.
Die folgende Grafik ( Abb. 4) von Ernst Langthaler (2012) veranschaulicht ein Konzept von Region, das nicht mehr von einem absoluten Raumverständnis („Containerraum“), ausgeht, sondern Region relational im Sinne einer Summe von „Orten in Beziehung“ auffasst. Er veranschaulicht eine Loslösung vom überholten absolut(istisch)en Raumbegriff und eine Annäherung an ein relationales Verständnis von Raum. Damit kommt für den Raum- bzw. auch Regions-Begriff die zentrale Komponente von (Austausch-)Beziehungen im Verflechtungsraum zum Vorschein.
Abb. 4 Die Region: Vom Behälter- zum Verflechtungsraum (Quelle: Langthaler 2012, 33)
Literaturtipps
Jagodzinski, S., Kmak-Pamirska, A. & Řezník, M. (Hg.). (2018). Regionalität als historische Kategorie: Ostmitteleuropäische Perspektiven . Einzelveröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts Warschau: Bd. 37. fibre.
Stauber, R. (2009). Regionalismus . In F. Jaeger (Hg.), Enzyklopädie der Neuzeit:
Band 10: Physiologie – Religiöses Epos (S. 858–869). J. B. Metzler.
Werlen, B. (2008). Sozialgeographie: Eine Einführung (3. Aufl.). UTB Geographie,
Sozialwissenschaften: Bd. 1911. Haupt; UTB.
2Übersetzung (Caesar 2014 – Reclam): Von Auximum aus drang Caesar weiter vor und durchquerte in Eilmärschen das ganze picenische Land. Alle Praefekturen dieses Gebietes nahmen ihn mit größter Bereitwilligkeit auf und unterstützten sein Heer mit allem Notwendigen. […] In gleicher Weise zog er, soweit er konnte, aus den umliegenden Gegenden Kohorten zusammen, die aufgrund der pompeianischen Aushebungen gebildet worden waren.
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