Identitätskonzepte in der Literatur

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Als Begriff wie als Diskurs wird Identität in der Gegenwart zunehmend einseitig ideologisch vereinnahmt und politisch instrumentalisiert. Vor diesem Hintergrund perspektivieren die Beiträge des Bandes den Terminus im Hinblick auf seinen Gehalt und seine historischen Bedeutungsdimensionen. Der Literatur ist seit dem Aufkommen national(staatlich)er Diskurse im 18. Jahrhundert eine wesentliche Rolle für die Konstitution und die Bestätigung von Identität zugefallen. Dies gilt vor allem für Literatur mit regionalem Bezug, aus der sich Stereotypen der Verengung und Trivialität, z. B. der Heimatliteratur, entwickelt haben. Die Beiträge des Bandes untersuchen die Funktion der Konstitution und Stiftung von Identität durch die Literatur. Sie schlagen einen Bogen von den Anfängen eines Identitätsdiskurses bis in die unmittelbare Gegenwart und betrachten Texte mit der Perspektive auf bestimmte Autor*innen, Regionen, Ethnien oder Themenkomplexe.

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Wie also funktioniert regionale Literaturgeschichtsschreibung im Kontext der Moderne? Eine Antwort auf diese Frage haben unlängst Britta Caspers, Dirk Hallenberger, Werner Jung und Rolf Parr publiziert. Sie arbeiten darin mit dem Konzept der Kulminations-/Knotenpunke:

Auf regionale Literaturgeschichtsschreibung übertragen bedeutet dies, das Handlungssystem Literatur (auf das die bisherigen Arbeiten zur regionalen Literaturgeschichtsschreibung hauptsächlich abheben) mit dem Symbolsystem Literatur (und damit der konkreten Ästhetik der einzelnen Texte) kurzzuschließen.11

Die Grundlage des Ansatzes bildet ein „interdiskurstheoretischer Zugriff“, der „nach denjenigen diskursiven Elementen [fragt], die Texte und Regionen gleichermaßen zugesprochen werden, […]. Damit aber können Regionen und Regionalitäten […] als ‚Kulturraumverdichtungen‘ begriffen werden […].“12

Dem Begriff der Kulturraumverdichtung ähnlich, allerdings stärker im medialen Arbeitsfeld der Kulturwissenschaften angesiedelt, ist der Begriff der Kulturtopographie, den Gertrude Cepl-Kaufmann für das Forschungsprogramm der „Moderne im Rheinland“ ausdifferenziert hat.13 Ausgehend von der Befragung einer Rhetorik der Region,14 die eine Methode zur Befragung von Ereignissen in ihrer regionenkonstitutiven Relevanz darstellt, rückte zunächst der Vergleich einer Gedächtnislandschaft im Dreiländereck15 und, daran anschließend, mit dem Forschungsschwerpunkt der „Bonner Republik“,16 die Frage nach der kulturwissenschaftlichen Verdichtung von Regionenentwürfen als Erinnerungsorten in den Blick und damit der Begriff der Kulturtopographie.17

Aus einer medien- und kulturtheoretischen Perspektive hat Hartmut Böhme das Thema der kulturellen Topographie bereits 2005 in einem umfangreichen Sammelband bearbeitet, dabei standen allerdings nicht die regionalen Aspekte deutschsprachiger Literatur, sondern vielmehr die raumtheoretischen Lesarten von Literatur im Kontext von Transnationalität im Fokus. Der Band ist damit dem Forschungsfeld der interkulturellen Literaturwissenschaft zuzuordnen, die nach den Transfers zwischen Fremdem und Eigenem fragt.18 In der Übertragung von Ereignissen und biographischen Stationen auf Karten, so zeigt Toni Bernhardt anhand der Geschichte der Literaturgeographie, ist dieses Nachdenken über das Verhältnis von Text und Raum vorgenommen worden.19

Der Schweizer Literaturwissenschaftler Michael Böhler, Co-Leiter und Nationaler Koordinator des trilateralen Forschungsschwerpunkts der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und des Schweizerischen Nationalfonds zu „Differenzierung und Integration. Sprache und Literatur deutschsprachiger Länder im Prozess der Modernisierung“ arbeitet mit dem Begriff der Kulturtopographien, allerdings ohne ihn methodisch zu klären.20 Im Fokus des Forschungsschwerpunkts stand die Untersuchung von „Vielfalt und Einheit der Literatur im deutschsprachigen Kulturraum unter dem Gesichtspunkt ihrer kulturtopographischen Ordnungsstrukturen und deren Dynamik“.21 Es ging in insgesamt 35 Projekten um die Frage, welche Karte sich als verbindendes Narrativ für die Gliederungselemente von „deutschsprachig“ und „Literatur“ entwickeln ließ. Neben der Relevanz regionaler Fragestellungen in der Ablösung nationaler Diskurse sowie einer Verschiebung des Fokus’ auf europäische Identitätsfragen, legten die theoretischen Verschiebungen des Literaturbegriffs im Kontext von New Historicism, Diskursanalyse/Kulturpoetik und Wissenspoetik die Grundlage zur Einrichtung eines trilateralen Forschungsschwerpunkts. Dementsprechend stellt Michael Böhler in seinem eröffnenden Beitrag für die regionale Literaturgeschichte fest:

Zu den Folgen des Nationalsozialismus und des Abdriftens der Germanistik in eine ‚Deutsche Wissenschaft‘ gehörte in der Nachkriegszeit in unmittelbarer Reaktion darauf der fast völlige Diskussionsabbruch von Fragen um binnenkulturelle Ausdifferenzierungen des deutschsprachigen Literaturraums in unterschiedliche Kultur- und Literaturlandschaften mit je eigenen Traditionslinien und literarischen Ausprägungen, die Ausblendung jener Fragen also, die im Zusammenhang mit dem Nationalliteraturdiskurs des 19. Jahrhunderts, teilweise schon im 18. Jahrhundert, eingesetzt hatten und die in der Folge mit wechselnder Intensität und zu je unterschiedlichen Zeitpunkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutiert worden waren.22

Böhlau zeigt, wie die Frage regionaler Literaturgeschichtsschreibung anfänglich nicht nur an ihrer eigenen Wissenschaftsgeschichte,23 sondern auch im theoretischen state of the art des Faches, der werkimmanenten Textinterpretation, in den 1950ern scheitert und über die Vorstellung, dass „nur das Mindergeglückte die Spuren seines Herkommens an sich trägt“24 die Suche nach einem übergeordneten – nationalen – Narrativ dennoch seine Dominanz behauptet. Dass nun seit 20–30 Jahren die regionale Literaturgeschichtsschreibung wieder an Konjunktur gewinnt, ist sicherlich auch ein Impuls, der aus der Arbeit an der Europäischen Gemeinschaft sowie dem dazugehörigen Nachdenken über ein gemeinsames Narrativ, über das Spektrum geteilter Erinnerungsmomente resultiert: „It is, therefore, not surprising that culture and cultural heritage became an integral element of European political discourse on a collective European identity long before the EYCH, notably since the very beginning of the European project after the Second World War“,25 so der habilitierte Historiker und Forschungsadministrator im Europäischen Parlament Markus J. Prutsch. Die Suche nach verbindenden Inhalten und Perspektiven zielt dabei weniger auf Vereinheitlichung, sondern auf die Entwicklung eines Begriffs von Diversität, der zugleich verbindend ist.26 Dies findet aktuell allerdings nicht im Bereich der Literatur statt. So lässt sich das Bauhausjahr 2019,27 mit seinen zentralen Projekten „bauhaus imaginista“28 und den „Bauhaus Agenten“29 als ein Versuch verstehen, der, gleichwohl aus Deutschland heraus, an Möglichkeiten eines transnationalen Geschichtsnarrativs gearbeitet hat. Ebenso die Organisation der Erinnerung an den Beginn des Ersten Weltkriegs 2014 von Frankreich, England und Nordrhein-Westfalen aus, die u.a. an der Frage nach einer europäischen Geschichte des Ersten Weltkriegs gearbeitet haben.30 Das Potenzial von Kunst, Literatur und Kulturtheorie als transkulturelle Metanarrative hat Konjunktur und wird als gemeinsames Jahr und Jubiläum inszeniert, so auch im European Year of Cultural Heritage (EYCH) 2018.

Mit diesem Appell an die Fassbarkeit von Ambivalenz und Diversität, Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit, Moderne und Antimoderne haben sich in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen zuletzt vor allem die Arbeiten zur Theorie auseinandergesetzt. Für die Literaturwissenschaft kulminiert das in einem erweiterten Textbegriff, den immer auch die Debatte um das Spezifische von Texten begleitet, also das, was z.B. die Germanistik wiederum als Textwissenschaft legitimiert und damit von anderen Disziplinen abgrenzt, so z.B., ausgehend von der Diskurstheorie, über die Befragung von Texten auf ihre Wissensbegriffe, in den darin vermittelten Kultur- und Wissenspoetiken. So gilt es, auch für die regionale Literaturgeschichtsschreibung, Komparatistik, Interdisziplinarität und Textbegriff in ein Verhältnis zu setzen. Einen Differenzierungsansatz stellt dabei die Frage nach dem Impact dar, den Texte und ihre Wissenschaften auf die außertextuelle und außeruniversitäre Realität haben.

Wenn Eberhard Lämmert also auf dem Lateinamerikanischen Germanistenkongress 2003 die Relevanz der Regionalwissenschaft für die Zukunft der Germanistik betont,31 so zeigt er damit Wege der germanistischen Realitätsrelevanz auf und vernetzt das prozessuale Handlungsgeschehen in den Texten mit der außertextuellen Realität, er legitimiert das Fach. Die Beschreibung der Laokoon-Gruppe wird damit raumgestaltend. Wilhelm Amann hat, den Beitrag Eberhard Lämmerts aufgreifend, über die Definition des Begriffs Region in der Geschichtswissenschaft, der Soziologie und der Sozialgeographie u.a. in Verbindung mit dem Begriff der Globalisierung eine methodisch orientierte Definition von Region erarbeitet:

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