Urs Hafner - Forschung in der Filterblase

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Die Schweizer Hochschulen bauten in den letzten Jahren ihre Kommunikationsstellen massiv aus, insbesondere im Bereich Social Media. Sie erhoffen sich davon die zielgenaue Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Die Bürgerinnen und Bürger sollen besser über die Leistungen der von ihnen finanzierten Forschung informiert werden. Denn unbestritten gilt: In der demokratischen Wissensgesellschaft muss zwischen Forschung und Publikum ein offener Dialog geführt werden, in beiderseitigem Interesse. Doch die Kommunikationsstellen wenden sich von der breiten Öffentlichkeit ab. Sie betreiben primär Reputationsmanagement und Community-Building der aktuellen und künftigen Studierenden, also ihrer «Kunden». Sie kommunizieren wie Unternehmen und vernachlässigen den Diskurs zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Und die Medien übernehmen die professionell aufbereiteten Erfolgsmeldungen dankbar. Wer springt in die Bresche?

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Urs Hafner legt mit diesem Buch keine abschliessende Bestandsaufnahme, sondern eine anregende Diskussionsvorlage für die künftige Gestaltung der Wissenschaftskommunikation und des Wissenschaftsjournalismus in der Schweiz vor. Zu diesem Zweck stellt er abschliessend mehrere Forderungen auf, wie sich die Forschung aus der «Filterblase» der aktuellen Wissenschaftskommunikation befreien kann. Sie verdienen eine fundierte Prüfung. Es ist zu hoffen, dass Wissenschaftlerinnen und Praktiker auf dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation die von Hafner beklagte Ängstlichkeit ablegen und sich auf eine offene Diskussion seiner Befunde und Korrekturvorschläge einlassen.

«Caspar Hirschi ist Professor für Allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen und forscht unter anderem zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik.»

Prolog: Die Realität des Virtuellen

Wie wird heute, im digitalen Zeitalter mit seinen Social Media und den kriselnden Massenmedien, Wissenschaft öffentlich? Auf welchen Wegen gelangen in der Schweiz die Forschungsergebnisse zum Publikum, und welche? Erreichen wissenschaftliche Inhalte nun via soziale Netzwerke fast alle Bürgerinnen und Bürger? Kann man Wissen twittern – und wenn ja, welches? Nur das positivistische? Und wieso gilt die Vermittlung akademischen Wissens überhaupt als wichtig? Wenigstens daran besteht kein Zweifel: Mit der sogenannten Wissenschaftskommunikation, die hauptsächlich von den Hochschulen betrieben wird, kümmert sich eine wachsende Branche um den Wissenstransfer in die Öffentlichkeit. Und daneben sind weitere Akteure aktiv: Wissenschaftsjournalistinnen und Forschende. Einige haben sich auf Twitter eine beachtliche Gefolgschaft aufgebaut.

Auf die sozialen Netzwerke möchte ich hier besonders eingehen, weil sie unsere Kommunikationsgewohnheiten und Mediennutzung verändern. Ich meine vor allem Facebook, Twitter, Instagram, YouTube, LinkedIn und Blogs – und davon nicht zu trennen die Webseiten, zu denen die Kanäle und ihre mit Bewegtbildern animierten Nachrichten meist führen, ob sie nun von einer Hochschule, einem Medienunternehmen oder von Privatpersonen betrieben werden. Fast jede Nachricht im Web zirkuliert heute zunächst als Tweet, als Post oder vielleicht auch als E-Mail – und fast immer kostenfrei. Das Internet und die Gratisökonomie pflügen den Nachrichtenverkehr um: immer mehr, immer schneller, immer kürzer. Die Bezahlschranken, welche die Medienunternehmen im Netz errichten, haben an der Beschleunigung nichts geändert. Wohin diese uns führen wird, darüber rätseln die Medienauguren. Lange hatten die Optimisten die Oberhand: Das Netz habe jegliche Kommunikation demokratisiert, alle könnten sich nun frei äussern und miteinander austauschen. Mittlerweile überwiegt die Skepsis: Die berüchtigten digitalen Filterblasen führten zur Isolierung der Bürgerinnen und Bürger. Indem sich jeder in seinem eigenen virtuellen Spiegelkabinett einrichte, schotte er sich von der realen Welt ab.

Es gibt kein Zurück, aber gibt es ein Vorwärts? Manche wollen das Reale ausgerechnet mit dem Virtuellen zurückgewinnen. 2018 präsentierte das Historische Museum Basel aus Anlass von Jacob Burckhardts 200. Geburtstag zusammen mit der Universität die wissenschaftskommunikative 3-D-Installation «Desktop». Indem sich die Besucherin ein klobiges Brillengestell aufsetzte, verband sie sich mit dem Internet, wo sie in eine virtuelle Welt eintauchte. Das Gerät heisst VR-Brille (VR für Virtual Reality) oder auch Artificial-Reality- oder Mixed-Reality-Brille. Jacob Burckhardt, der so originelle wie reaktionäre Historiker des 19. Jahrhunderts, der fast nur mehr Fachhistorikern bekannt ist, bildet die VR-Ausnahme. Die Regel heisst: Sex und Gewalt, vielleicht auch Design und Kunst. Auch wenn heute global nur rund zwanzig Millionen VR-Brillen in Umlauf sind: Gemäss ihren enthusiastischen Promotoren sind sie «the next big thing». Die VR werde Smartphones und Laptops verdrängen, denen sie haushoch überlegen sei. Bald würden wir nur noch mit solchen – natürlich viel angenehmer zu tragenden – Geräten kommunizieren, Musik hören, arbeiten, uns zerstreuen, einkaufen und Massenmedien konsumieren.

Kann man Burckhardt mit VR in die Gegenwart holen, die Massenmedien für den entlegenen Gegenstand erwärmen, ein junges Publikum für geschichtstheoretische Überlegungen begeistern? Das war der Plan. Sicher ist: Hätte man Burckhardt wie bei seinen letzten Jubiläen eine klassische Museumsausstellung gewidmet, die seinen Schreibtisch, Bilder aus seinem Leben und seine Manuskripte gezeigt hätte, wären die bildungsbürgerlich Interessierten unter sich geblieben. «Desktop» wollte genau das nicht, sondern mithilfe der neuen Medien die Grenzen zum wissenschaftsfernen Publikum überschreiten und diesem die Wissenschaft des Jacob Burckhardt und seiner Historiografie kommunizieren.

Das Resultat ist zwiespältig. Unverkennbar ist einerseits der Mut, mit der Installation Leute zu erreichen, die zwar nicht mit Burckhardt, aber mit Virtual Reality vertraut sind – also ein jüngeres und technikaffines, vermutlich überwiegend männliches Publikum. Allerdings bezwang das mit Wissenschaften und Bürgerkultur nicht vertraute Publikum die hohe Hürde «Museum» kaum. Und selbst wenn es sich in den künstlerisch gestalteten Burckhardt-Raum begeben hätte: Es hätte zur Figur Jacob Burckhardt, zum Historismus, zu Burckhardts Renaissance, zur Historiografie, zum Sinn des Historischen, zum Rassismus des 19. Jahrhunderts nicht viel erfahren.

Zugegeben: Der Kommunikation und Vermittlung von Wissenschaft geht es nicht mehr darum, das unwissende Publikum mit Wissen zu versorgen und sein Bildungsdefizit zu beheben. Die Wissenschaftskommunikation sowie der Wissenschaftsjournalismus sollten weder nach dem Modell des Lexikons noch des Wissensquiz funktionieren. Aber: Was könnten dann das Ziel und der Effekt der Vermittlung von Wissenschaft, einer Ausstellung oder Installation zum Beispiel zu Jacob Burckhardt sein? Wird VR die Wissenschaftskommunikation erobern? Ich riskiere keine Prognose. Mein Buch hält den Stand der Wissenschaftskommunikation in der Schweiz fest. Die Zukunft wird weisen, was die Analyse taugt.

Zuerst wird Definitionsarbeit geleistet: Da die Begriffe Wissenschaftskommunikation, Wissenschaftspopularisierung und Wissenschaftsjournalismus nicht trennscharf benutzt werden, versuche ich zu klären. Das Kapitel öffnet zudem den historischen Raum: Wissenschaftskommunikation ist nicht neu. Ihre Anfänge datieren ins 19. Jahrhundert, als es noch keine Kommunikationsabteilungen gab, als aber prominente Professoren insbesondere die Naturwissenschaften popularisierten. Danach wende ich mich dem Verhältnis von Wissenschaften und Öffentlichkeit in Wissensgesellschaften zu. Die Bestimmung des Verhältnisses ist grundlegend für dieses Buch: Wenn die Entstehung der Demokratie und der Wissenschaften miteinander verknüpft sind, wie der Sozialphilosoph Jürgen Habermas behauptet, dann ist die Kommunikation der Wissenschaften mit der Res publica bedeutsam. In diesem Kapitel wird diskutiert, ob die beiden Systeme – Wissenschaft und Politik – überhaupt miteinander kommunizieren können und wozu diese Kommunikation gut sein soll. In der Schweiz ist in der politischen Sphäre eine ganz besondere Vorstellung von Bildung, Wissenschaft und Forschung dominant. Es regiert der Pragmatismus.

Weiter werden die Hochschulen beziehungsweise ihre Kommunikationsabteilungen ins Visier genommen. Sie sind in der Schweiz die wichtigsten Produzentinnen von Wissenschaftsnews. In den letzten zwanzig Jahren haben sie einen rasanten Aufstieg erlebt. Manche besitzen gar eine Videoabteilung und ein Fernsehstudio. Ich präsentiere drei für meine Fragen aufschlussreiche Fälle: die Universitäten St. Gallen, Tessin und Basel. St. Gallen ist eine Vorreiterin der multimedial-digitalen Kommunikation; viele Abteilungen würden gerne so produzieren. Die kleine Università della Svizzera italiana (USI) arbeitet nach einem neuen Konzept, das die Kommunikation nahtlos in die Wettbewerbsstrategie der Universität einbindet; auch dies schwebt nicht wenigen Hochschulen als Ideal vor. Basel schliesslich, eine mittelgrosse Volluniversität, setzt mit breiter Themenpalette pragmatisch auf den digitalen Wandel. Ihre Wissenschaftskommunikation steht für die der meisten Universitäten: Sie präferiert einen journalistischen Ansatz, der seine Grenzen am Ruf der Institution findet, der keinen Schaden nehmen darf. Zudem werfe ich einen Blick auf das «System Westschweiz» und die Fachhochschulen. Nicht zuletzt präsentiere ich Zahlen zur Social-Media-Kommunikation der universitären Hochschulen.

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