Helene Arnet - Mit Gottvertrauen im Gepäck

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1969 verliess die im aargauischen Freiamt geborene Schwester Gaudentia Meier das Kloster Baldegg und reiste nach Papua-Neuguinea. Für die ausgebildete Krankenschwester und Hebamme ging damit ein Kindheitstraum in Erfüllung. Sie hatte keine Ahnung, was sie erwarten würde. Und auch die Einheimischen, auf die sie traf, sahen das erste Mal eine weisse Frau. In den folgenden 50 Jahren baute Schwester Gaudentia mitten im Regenwald zusammen mit vier Mitschwestern ein Spital und eine Pfl egerinnenschule auf. Sie leistete Geburtshilfe, wurde zur Pionierin der Aids-Prävention und setzte sich vehement gegen die Verfolgung von Frauen als Hexen ein. Die Klosterfrau wagte den Schritt in die weite Welt, mit kaum mehr als Gottvertrauen im Gepäck. Heute ist Schwester Gaudentia über 80 Jahre alt. In vielen Gesprächen mit der Journalistin Helene Arnet berichtete sie aus ihrem bewegten Leben, das sie in grossen Teilen in ihrer neuen Heimat im südwestlichen Pazifi k verbrachte.

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Wenn Sr. Gaudentia von den Sitten und Traditionen der Einheimischen erzählt, wechselt sie unvermittelt von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück. Das hat durchaus seine Berechtigung, denn sie hat ganz nah erlebt, wie der Einfluss der Aussenwelt das Leben und das soziale Gefüge der Menschen im ländlich geprägten Südlichen Hochland verändert hat. Als sie ankam, war alles noch ursprünglich, was sie keineswegs idealisiert. In den 1980er-Jahren wurde der Einfluss von aussen allmählich spürbar und auf den Fotos, die sie gerne mit mir anschaut, auch sichtbar. Statt der grossen Blätter, welche die Papuas als Regenschutz über sich oder ihre Kinder breiteten, tauchen erstmals Plastikblachen auf. Männer tragen T-Shirts mit Werbeaufdrucken, doch unten herum immer noch die Blätter, die sie jeweils direkt vor dem Haus pflücken.

«Sonntags», so erzählt Sr. Gaudentia, «haben sie jeweils frische Blätter umgelegt und sich mit Öl eingerieben, bevor sie in die Kirche kamen.» Und sie fährt fort: «In den Grundzügen bis heute geblieben ist das Zusammenleben in der Sippe. Die Männer wohnen in niedrigen Männerhäusern, in die man nicht aufrecht hineingehen kann. Es macht Sinn, dass die Häuser niedrig und klein sind, denn dann braucht es weniger Holz, um den Raum aufzuwärmen. Nachts kann es sehr kalt werden. Das Feuer, um das man draussen und drinnen sitzt, ist bis heute sehr wichtig.»

Dann nimmt sie ein Blatt Papier und zeichnet mit schnellen Strichen ein langes Haus mit verschiedenen Eingängen. Sie erzählt dazu: «Die Frauen leben in Langhäusern, die aber unterteilt sind. Jede Frau hat ihren eigenen Eingang, ihr eigenes Feuer und kocht für ihren Mann und ihre Kinder. Der Mann wohnt zusammen mit den grösseren Buben im Männerhaus. Wenn die Frau mit ihrem Mann zusammen sein will, sagt sie zu ihm, wenn sie ihm die Süsskartoffeln bringt: ‹Komm heute Nacht.› Dann gehen sie zusammen irgendwo in den Garten oder in den Busch.» Bei den Papuas ist es bis heute möglich, dass ein Mann mehrere Frauen hat. Sofern er sich das leisten kann. Es kann also sein, dass ein Häuptling eines Stamms zehn oder noch mehr Frauen hat. Was Sr. Gaudentia an diesem Umstand besonders interessiert, ist die Rolle der Frauen: «Oft ist es eine Frau, die ihrem Mann sagt, er solle eine weitere Frau nehmen. Dann etwa, wenn sie mit den vielen Kindern und dem Garten, den sie besorgt, überfordert ist. Sie sucht dem Mann eine Frau aus, die ihr passt. Schliesslich lebt sie im Frauenhaus sehr nahe mit ihr zusammen. Und wenn der Mann sich nicht danach richtet, wehrt sich die Frau. Das kann so weit gehen, dass sie eine Frau, die der Mann gegen ihren Willen gewählt hat, umbringt. Ein mächtiges Mittel sind auch die Kinder. Sie haben bei den Papuas einen hohen Stellenwert und werden in der Regel von den Frauen liebevoll behandelt. Es sei denn, der Vater benimmt sich nicht gut. Dann kommt es vor, dass die Frauen die Kinder dieses Mannes vernachlässigen. Das ist ihre Waffe.»

Die offizielle Währung in Papua-Neuguinea ist der Kina. Doch war bei der Ankunft der Schwestern Geld nicht gebräuchlich. «In erster Linie waren die Papuas in unserer Region Selbstversorger. Das blieb noch lange so. Wenn sie etwas von ausserhalb brauchten, tauschten sie es. Es gab eine Art Wochenmarkt, auf dem Waren getauscht wurden. Für gewisse Geschäfte bezahlte man auch mit Kina-Muscheln.» Der Name der Geldwährung leitet sich von dieser Muschel ab. Das Brautgeld wird in vielen Stämmen auch heute noch in Form von Muscheln bezahlt. Sr. Gaudentia fährt fort: «Wenn ein Kind stirbt, muss der Mann der Sippe der Frau eine Entschädigung bezahlen. Das tut er oft mit Kina-Muscheln oder mit Schweinen. Reichtum zeigt sich in ländlichen Regionen bis heute an der Anzahl Schweine, die man besitzt. Gegessen werden meist nur Süsskartoffeln, Bananen und Bohnen. Die Süsskartoffeln sind mir mit der Zeit furchtbar verleidet. Proteine nehmen sie in Form von Heuschrecken, Käfern und Würmern zu sich. Wer es sich leisten kann, hält ein paar Schweine, die in den Frauenhäusern leben und auch von den Frauen gewirtet werden. Zum Weiden werden die Tiere in den Busch getrieben.»

Nun blättert Sr. Gaudentia wieder in einem Fotoalbum und zeigt ein Bild, auf dem ein an den Füssen gefesseltes Schweinchen zu sehen ist. Die Frau sei daran, diesem die Hauer zu stutzen, damit es nicht so stark wühlen könne, sollte es versehentlich in die Gärten gelangen. Auch sie habe manchmal einem Schwein die Hauer gestutzt. Für die Tiere sei das eine Tortur, aber es sei einfach nicht anders gegangen, sagt sie entschuldigend, denn die Schweine, die sie auf der Missionsstation hielten, hätten jeweils alles umgeackert. Sie habe es sich nur bei den kleinen getraut. Den Hunden hätten die Einheimischen manchmal die Zähne gezogen, damit sie die Kinder nicht bissen. «Schön ist das nicht, aber ein Hundebiss bedeutete, bevor wir kamen und gegen Tetanus impfen konnten, nicht selten den Tod.»

Wie hatte sie sich denn mit den Einheimischen verständigt? Die Sprachenvielfalt in Papua-Neuguinea ist geradezu legendär, und die vielen Stammessprachen sind nicht zuletzt darauf ausgelegt, dass Aussenstehende sie nicht verstehen. «Zu Beginn sprachen die wenigsten Pidgin-Englisch, mit dem wir uns mit ihnen zu verständigen versuchten. Also taten wir es in der ersten Zeit mit Händen und Füssen oder hatten, wenn immer möglich, einen Dolmetscher zur Seite. Ich lernte auch, ihre Sippenzugehörigkeit anhand des Kopfschmucks oder der Bemalung zu erkennen. Das war sehr nützlich.»

Wenn Sr. Gaudentia von uns seltsam anmutenden Ritualen der Papuas erzählt, psychologisiert oder wertet sie nicht. Sie habe immer versuchen wollen, zu beobachten und zu verstehen. Entsprechend gut kennt sie die Sitten der verschiedenen Stämme. Sie kann vieles bis ins kleinste Detail beschreiben, und wenn sie von den traditionellen Tänzen erzählt, steht sie auf und – ja, wackelt mit dem Hintern.

Die Totenrituale etwa sind sehr unterschiedlich. Sie erzählt vom Stamm der Kutubu, dessen Mitglieder an der Küste leben und die Leichname der Verstorbenen auf eine eigentliche Toteninsel bringen. «Die Papuas in unserer Region kannten dagegen nicht einmal den Einbaum, weil es dort keine Seen und grösseren Flüsse gibt. Wenn bei uns jemand starb, hängten sie ihn an einen Baum und betrauerten ihn, das hiess ‹mornen›. War es ein höher gestellter Mann, blieb er tagelang dort hängen, Frauen wurden schneller heruntergenommen. Dann begruben sie den Leichnam und bauten über dem Grab aus Buschmaterial eine kleine Hütte für seinen oder ihren Geist. Der muss sich ja auch irgendwo aufhalten können. Mit der Zeit waren diese Hüttchen aus Zement und bekamen ein Wellblechdach. Frauen, die in Trauer sind, malen sich ihr Gesicht weiss an und schmücken sich mit weissen Ketten. Später haben die Sippen sogar ihre Autos mit Lehm bestrichen, wenn jemand gestorben war. Ich erinnere mich, dass Sr. Lukas einmal mit dem Auto im Busch unterwegs war, als ein hoher Angehöriger einer in der Nähe lebenden Sippe tödlich verunglückte. Solche Ereignisse führen meist unweigerlich zu blutigen Auseinandersetzungen, und Sr. Lukas war in Gefahr, zwischen die Fronten zu geraten. Da sagten Einheimische zu ihr: ‹Komm, wir malen dein Auto weiss an, dann glauben sie, du seist eine von ihnen.› Sie sind schlau, weisst du, denn es ist ein ständiger Kampf, um zu überleben. Das hat geklappt, Sr. Lukas kam sicher nach Hause.»

Sr. Martine erinnert sich an ihren ersten Besuch in Det. Das war 1972 anlässlich einer Kirchenweihe. «Es war eine mühevolle Reise, zumal ich vorher schon in Tansania zu Besuch war. Von dort flog man über Bombay nach Hongkong oder Manila, dann nach Port Moresby und anschliessend mit einem kleinen Flieger nach Mendi. Von dort aus gings auf holperigen Pisten nach Det. Die Schwestern wohnten in Buschhäusern aus Naturmaterial. Sie waren sehr schön gebaut. In Erinnerungen sind mir aber vor allem die Flöhe; das war fast ein Martyrium. Kaum war man dort, war man voller Flöhe. Ich musste mich zusammennehmen, dass ich nicht andauernd darüber sprach und jammerte, denn es hat mich derart gejuckt. Die Menschen waren freundlich, manchmal richtig anhänglich, und die Frauen arbeiteten schwer. Die Männer dagegen taten nicht viel. Das Leben dort war anstrengend und fordernd, auch für unsere Schwestern. Ich kann verstehen, dass einige von ihnen das nicht allzu lange aushielten und darum baten, zurückkehren zu dürfen. Als ich damals, nach meinem ersten Besuch, in Singapur ins Flugzeug zurück in die Schweiz stieg, dachte ich, dass es das letzte Mal sei, dass ich so etwas tue. Ich hatte genug. Und ging dann doch wieder zurück.»

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