Helene Arnet - Mit Gottvertrauen im Gepäck

Здесь есть возможность читать онлайн «Helene Arnet - Mit Gottvertrauen im Gepäck» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Mit Gottvertrauen im Gepäck: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Mit Gottvertrauen im Gepäck»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

1969 verliess die im aargauischen Freiamt geborene Schwester Gaudentia Meier das Kloster Baldegg und reiste nach Papua-Neuguinea. Für die ausgebildete Krankenschwester und Hebamme ging damit ein Kindheitstraum in Erfüllung. Sie hatte keine Ahnung, was sie erwarten würde. Und auch die Einheimischen, auf die sie traf, sahen das erste Mal eine weisse Frau. In den folgenden 50 Jahren baute Schwester Gaudentia mitten im Regenwald zusammen mit vier Mitschwestern ein Spital und eine Pfl egerinnenschule auf. Sie leistete Geburtshilfe, wurde zur Pionierin der Aids-Prävention und setzte sich vehement gegen die Verfolgung von Frauen als Hexen ein. Die Klosterfrau wagte den Schritt in die weite Welt, mit kaum mehr als Gottvertrauen im Gepäck. Heute ist Schwester Gaudentia über 80 Jahre alt. In vielen Gesprächen mit der Journalistin Helene Arnet berichtete sie aus ihrem bewegten Leben, das sie in grossen Teilen in ihrer neuen Heimat im südwestlichen Pazifi k verbrachte.

Mit Gottvertrauen im Gepäck — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Mit Gottvertrauen im Gepäck», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Nach der Messe wird im Hof des alten Klostertrakts ein Gruppenbild für die Presse aufgenommen. Sr. Gaudentia Meier steht in der hintersten Reihe in der Mitte. Sie wirkt etwas schmaler im Gesicht als die meisten Mitschwestern, die Gläser ihrer Brille haben sich im Sonnenlicht dunkel verfärbt, sie lächelt zurückhaltend in die Kamera, der Schleier ist nach hinten gerutscht, sodass er den Ansatz ihrer weissen Haare freigibt. Die energische Bewegung, mit der sie den stets nach hinten rutschenden Schleier richtet, wird während unseren Gesprächen schon bald zum vertrauten Bild.

Das erste Gespräch

Vier Tage sind vergangen, seit Sr. Gaudentia in Baldegg ihre Goldene Profess feierte. Jetzt begrüsst sie mich im Garten ihrer Nichte Gabriela in Waltenschwil, der Tochter ihres ältesten Bruders. Viele Bilder und Gedanken seien ihr während des Gottesdienstes durch den Kopf gegangen. «Ich habe fest zurückgedacht, was ich in den fünfzig Jahren alles erlebt habe. Es war ein dankbares Zurückdenken, und ich sagte mir, dass ich ein reiches und erfülltes Leben habe, obwohl ich Klosterfrau bin. Oder eigentlich, weil ich Klosterfrau bin: Wäre ich nicht ins Kloster eingetreten, hätte ich das alles nie machen können.»

Ordensschwester, Missionsstation, Papua-Neuguinea: Was Sr. Gaudentia gemacht hat, ist nicht nur einzigartig, sondern auch exemplarisch für eine Lebensweise, die es in dieser Form wahrscheinlich bald nicht mehr geben wird. Weil sie ungewöhnlich, ja aussergewöhnlich, exotisch und gleichzeitig verblüffend bodenständig ist.

Das alles scheint so weit entfernt von meiner Realität. Mein Gegenüber schnürt ihren Rucksack auf und packt Bücher, Magazine und einige Fotokopien aus. Zum Schluss zieht sie ein schwarzrotes Fähnchen aus einer Seitentasche, die Flagge von Papua-Neuguinea. Sie zeigt, auf rotem Grund, einen goldenen Paradiesvogel im Flug, auf Schwarz das silberne Sternbild Kreuz des Südens.

«Ich kann besser erzählen, wenn ich Bilder vor mir habe», sagt Sr. Gaudentia. Das letzte Mal, als sie in Heimurlaub ging, schenkten ihr ihre Mitarbeiterinnen zum Abschied ein Kleid in den Nationalfarben. Das hat sie ihrer Nichte weitergegeben – «ich kann das ja schlecht anziehen», sagt sie. Lacht, trinkt einen Schluck Kaffee und schaut mich dann erwartungsvoll an. Das Fähnchen wird sie mir nach diesem Nachmittag zum Abschied schenken. «Ich sehe die Flagge ja bald wieder, jeden Tag», sagt sie. Es steht seither auf meinem Arbeitstisch und ist mir mittlerweile ganz vertraut.

«Als Ordensschwester kann ich mich wirklich voll und ganz für eine Sache einsetzen, ohne mich darum kümmern zu müssen, ob sich das in irgendeiner Weise auszahlt», erzählt Sr. Gaudentia. «Wir haben zwischendurch auch Laienhelferinnen und Laienhelfer bei uns in Papua, doch müssen diese immer wieder heim und dort arbeiten, damit sie Geld zurücklegen können fürs Alter. Das muss ich nicht. Ich muss mich nicht sorgen.»

Sie spricht langsam, und manchmal rutschen englische Wörter dazwischen. «Mein Deutsch ist nicht mehr so gut», sagt sie dann. Am Satzende folgt hie und da ein eigentümliches, leicht näselndes «He», das dem Sinn nach wie ein in den Schweizer Dialekt übertragenes «Well» oder «You see» wirkt. Sr. Gaudentia ist erst vor Kurzem aus Mendi, der Hauptstadt der Provinz Südliches Hochland in Papua-Neuguinea, für einen dreimonatigen Urlaub ins Mutterkloster zurückgekehrt. Ihr Deutsch wird im Laufe der Gespräche wieder fliessender; geblieben ist der Freiämter Dialekt aus ihrer Heimat Waltenschwil bei Wohlen, der etwas altertümlich anmutet.

13. Oktober 1969

Ankunft in der Steinzeit

Wesen wie von einem anderen Stern

Am Donnerstag, dem 9. Oktober 1969, landeten die fünf Schwestern aus Baldegg in Port Moresby, der Hauptstadt von Papua-Neuguinea. Von dort flog meist zweimal pro Woche ein einmotoriges Flugzeug nach Mendi, der Hauptstadt des Südlichen Hochlands. Ein Fünfplätzer. Im ersten Flieger fanden nur zwei Schwestern Platz. Die anderen drei, darunter Sr. Gaudentia, kamen bei australischen Ordensschwestern unter. «Die legten für uns drei Matratzen in die Kapelle, dort konnten wir schlafen.» Am Sonntag ging dann ihr Flug nach Mendi. Von dort wurden die fünf Baldegger Schwestern, wiederum mit einem kleinen Flugzeug, nach Det, ihrem Einsatzort, gebracht. «Wir landeten in der Steinzeit», erzählt Sr. Gaudentia.

Papua-Neuguinea, im südwestlichen Pazifik gelegen, wurde damals noch von Australien verwaltet. Det war – und ist auch heute – keine Stadt, kein Dorf, sondern eine kleine Missionsstation mitten im dichten Regenwald, welche noch nicht einmal mit einer Strasse erschlossen war. Doch es gab eine Flugpiste. Die Station war drei Jahre zuvor von einem Kapuziner bezogen worden. Die Einheimischen wohnten in der Umgebung in einfachen Häusern. Organisiert waren und sind sie bis heute in Sippenverbänden. Kurz bevor die Schwestern eintrafen, war es in der Gegend verschiedentlich zu Stammeskämpfen gekommen.

Hunderte von Einheimischen versammelten sich, als sie hörten, dass die Missionarinnen bald eintreffen würden. Ein Foto zeigt die fünf Schwestern kurz nach der Landung vor dem kleinen Flugzeug, in ihren langen, schweren Ordenskleidern mit schwarzem Schleier. Sie sind umringt von einem guten Dutzend nackter Kinder, teilweise mit geblähten Bäuchen. Die Kinder zeigen keine Scheu, blicken aber ernst in die Kamera. Die Ordensfrauen überragen auch die erwachsenen Papuas, die sich etwas im Hintergrund halten. Sie selbst wirken unbeschwert, neugierig, tatkräftig. Sr. Gaudentia erinnert sich: «Die Männer trugen nur einen Lendenschurz und hinten Blätter, sie hatten Pfeil und Bogen dabei. Die Frauen trugen Röcke aus Schilf und eine Art Tuch. Der Kopf war bedeckt, die Brüste frei.»

Die Frage, wie denn ihr erster Eindruck gewesen sei, beantwortet Sr. Gaudentia so: «Wenn ich zurückdenke, frage ich mich eher, wie das wohl für die Einheimischen war, als wir in Det eintrafen. Wir waren die ersten weissen Frauen, die sie zu sehen bekamen. Ein Pater war vorher hin und wieder dort gewesen, aber sonst hatten sie keinen Kontakt zum Rest der Welt. Sie kannten nur die nähere Umgebung, und Frauen in so viel Stoff hatten sie sowieso noch nie gesehen. Immerhin trugen wir eine Kopfbedeckung wie die Frauen. Was die Papuas aber vor allem faszinierte, waren unsere schwarzen Strümpfe, die wir damals vorschriftsmässig trugen. Sie zupften daran und wunderten sich, was das sein sollte. Menschen, die oben weiss und unten schwarz sind.» Die Strümpfe habe man dann übrigens bald sein lassen. «Das war unerträglich in diesem Klima.» Mit den Läusen aber musste man sich abfinden. «Eine echte Plage», sagt sie.

Sie seien den Menschen dort wohl wie Wesen von einem anderen Stern vorgekommen, fährt Sr. Gaudentia fort. Für die Schwestern bedeutete es einen Zeitsprung. Es folgt eine Beschreibung, die typisch ist für Sr. Gaudentias anschauliche Art zu erzählen: «Wir wussten schon, dass die Menschen in Papua, insbesondere im Hochland, noch nicht oft in Berührung mit der sogenannten Zivilisation gekommen waren. Aber dass sie noch so urtümlich lebten, war uns nicht klar gewesen. Sie hatten keine Gegenstände aus Metall, verwendeten keine Wagen mit Rädern, das war im Busch unpraktisch. Sie kannten die kleinen Flugzeuge, nicht aber Autos. Als dann später das erste Auto bei uns in Det ankam und auf der Flugpiste fuhr, konnten sie es nicht fassen, dass dieses Vehikel am Ende der Piste nicht abhob und wegflog, sondern einfach weiterfuhr. Sie kannten auch keine Streichhölzer. Sie machten Feuer, indem sie Späne spleissten und dann eine Schnur um einen Holzstab rieben, damit Funken in die Späne stieben. Wenn es dann zu rauchen begann, bliesen sie ganz sachte, bis die Flammen hochschossen. Die kleinen Kinder waren meist ganz nackt, sie trugen höchstens mal Windeln aus Blättern und hatten nie ein wundes ‹Fudi›. Die Mütter trugen sie meist auf der Schulter. Das ist eigentlich heute noch so. Auch leben Männer und Frauen in der Gegend bis heute in getrennten Häusern. Die Buben ziehen zu den Männern, wenn sie der Brust entwöhnt sind, die Mädchen bleiben bei den Frauen.»

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Mit Gottvertrauen im Gepäck»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Mit Gottvertrauen im Gepäck» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Mit Gottvertrauen im Gepäck»

Обсуждение, отзывы о книге «Mit Gottvertrauen im Gepäck» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x