Kay Peter Jankrift - Krankheit und Heilkunde im Mittelalter

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Ob Kaiser oder Papst, Kaufmann, Bauer oder gar Arzt, ob Frau oder Mann, jung oder alt – Krankheit und Tod kann niemand entgehen. Wie gingen die Menschen des Mittelalters mit diesen zentralen Konstanten menschlicher Existenz um, welche Auswirkungen hatten z.B. Seuchen auf die Gesellschaften, welche Folgen der plötzliche Tod eines Herrschers? Auf der Basis interdisziplinärer Forschungen gibt Kay Peter Jankrift einen konzisen Überblick: Einleitend skizziert er, welche besonderen Informationen die verschiedenen Quellengattungen bieten. Die theoretischen Grundlagen der mittelalterlichen Medizin, wesentliche Entwicklungslinien abendländischer Heilkunde, die Bedrohungen, die für mittelalterliche Gesellschaften von Krankheiten wie Pest oder Lepra ausgingen sowie das Verhältnis von Ärzten und Patienten zueinander stehen im Mittelpunkt der folgenden Kapitel. Abschließend handelt er vom zeitgenössischen Umgang mit dem Tod.

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Aufgrund von Sünde nämlich wurde Saulus mit dem Verlust des Augenlichts geschlagen, wird jedoch nur geheilt durch die Handauflegung eines Menschen (Apg 9,8 – 18). […]

Diese Rechtfertigung verweist deutlich auf die trotz politischer Unterstützung in der klösterlichen Umwelt noch immer keineswegs selbstverständliche Verbreitung und praktische Anwendung von Heilwissen. Untermauert wird der durchgängig hippokratische, durch christliches Gedankengut überformte Geist des Kompendiums denn auch durch eine geschickte rhetorische Ablehnung volksmedizinisch-magischer Elemente.

d) Volksmedizin und Magie

Merseburger Zaubersprüche und Leechbooks

Die bewusst christliche Ausrichtung des Lorscher Arzneibuchs unter konsequenter Zurückweisung von Magie und Aberglauben darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Klostermedizin als Bewahrerin der griechisch-römischen Heilkunde trotz ihrer unbestreitbar weitreichenden Wirkung keinesfalls in alle Bereiche des medizinischen Alltags vordrang. Neben dieser existierte auch weiterhin eine in ihrer Tragweite aufgrund des Fehlens schriftlicher Zeugnisse kaum abzuschätzende Volksmedizin, für die – von jeglichem theoretischen Überbau unberührt – neben Erfahrung im Umgang mit Krankheiten auch magische Elemente eine Rolle spielten. Die Stabreime der so genannten Merseburger Zaubersprüche, die im Einband eines Gebetbuches in der Bibliothek des Merseburger Domkapitels entdeckt wurden, werfen ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Bedeutung der Magie innerhalb des volksmedizinischen Alltags. Nicht Christus, Wodan tritt hier in einem der Reime, dessen Ursprung bis in die Abfassungszeit des Lorscher Arzneibuchs zurückreicht, als Heiler in Erscheinung. Er ist derjenige, dem unter ständiger Beschwörung die Heilung einer Verrenkung – in diesem Fall der eines Pferdes – überantwortet wird. Ein weiteres eindrucksvolles Zeugnis für die Anwendung magischer Praktiken im Rahmen der medizinischen Alltagspraxis liefert das im 10. Jahrhundert auf den Britischen Inseln entstandene Leechbook des Bald . Ein gewisser Bald, von dem nicht mehr bekannt geworden ist als sein Name, verfasste das Kompendium in der angelsächsischen Vulgärsprache und gemäß den Ausführungen der Handschrift zum Eigengebrauch. Er gehörte zu jener Gruppe von weltlichen Heilkundigen, die nicht an den Klosterschulen ausgebildet wurden und über die bis heute nur wenig bekannt ist. Die Leeches erwarben ihr Wissen in einer Art Ausbildung, die am ehesten mit einer handwerklichen Lehre verglichen werden könnte, und zogen wahrscheinlich von einem Ort zum nächsten. Einschübe in lateinischer Sprache sowie Plinius dem Älteren oder Alexander von Tralleis (um 525–ca. 605) zugeschriebene Passagen weisen ebenso wie Empfehlungen zum Lesen einer Messe über bestimmte Heilkräuter darauf hin, dass der heilkundige Empiriker einen gewissen Bildungsstand besaß und dass ihm die klösterliche Medizin nicht fremd war. Nicht wenige Rezepte hingegen enthalten eindeutig magische Beschwörungsformeln, die einen Patienten von seinem Leiden befreien sollen.

Ein weiteres Zeugnis magisch-medizinischer Natur ist das im gleichen Kulturraum im 11. Jahrhundert zusammengefügte Sammelwerk Lacnunga . In diesem Werk verschmolzen christliche Vorstellungen mit heidnischen Traditionen zur Behandlung von Krankheiten aller Art. Lateinische Gebete oder ein Stab mit den Namen der Evangelisten gehörten beispielsweise zum Fertigungsprozess einer Heilsalbe, deren Grundstoff Butter einer weißen und einer roten Kuh sein musste. Als Verursacher der Beschwerden wurden häufig Kobolde oder Elfen angesehen. Doch selbst den frühmittelalterlichen Mönchen in den Klöstern waren die Vorstellungswelten des Leechbook oder der Lacnunga keineswegs fremd. Auch sie scheuten sich nicht, in althergebrachter Weise Sprüche zur Vertreibung krankheitsverursachender Elfen zu benutzen.

e) König Lothar II. und Theutberga. Ein Beispiel zur Bedeutung der Magie in mittelalterlichen Krankheitskonzeptionen

Magie vermochte nach zeitgenössischer Vorstellung nicht nur zu heilen, sie konnte auch Krankheit verursachen. Bis weit über das Mittelalter hinaus spielte die Magie eine nicht zu verkennende Rolle für die Konzeption von Krankheit. Ein Beispiel für die Wirkung dieses Motivs bieten die Auseinandersetzungen um die Ehe König Lothars II. (gest. 869) mit seiner Gattin Theutberga. Im Jahre 855 schloss König Lothar II. die Ehe mit Theutberga aus dem Adelsgeschlecht der Bosoniden. Aus diesem höchst einflussreichen Geschlecht stammten im 9. Jahrhundert mehrere Könige von Burgund und der Provence. Trotz der unverkennbar von pragmatischen Erwägungen geleiteten Eheschließung mochte der König nicht von seiner früheren Verbindung zu einer Frau namens Waldrade lassen. Schon bald strebte er danach, den mit Theutberga geschlossenen Ehebund zu lösen und stattdessen seine inoffizielle so genannte Friedelehe mit Waldrade zu einer Vollehe zu erheben. Diese königlichen Bestrebungen führten zu einer jahrelangen Auseinandersetzung um die königliche Scheidung auf höchster politischer Ebene. Nach einem vorangegangenen Gottesurteil zugunsten Theutbergas widmeten sich gleich mehrere Synoden in Aachen der Angelegenheit. Im Zentrum der Diskussionen stand die schwer wiegende Beschuldigung, Theutberga unterhielte ein inzestuöses Verhältnis zu ihrem Bruder. Ein mit diesem gezeugtes Kind habe sie durch einen Trank abgetrieben. Um die Bedeutung von Magie für mittelalterliche Krankheitskonzeptionen zu beleuchten, ist ein Aspekt von Interesse, der im Rahmen der Auseinandersetzungen über die Auflösung von Lothars Ehe zwar eine untergeordnete, aber keineswegs bedeutungslose Rolle gespielt zu haben scheint: Aus der Ehe mit Theutberga waren keine Kinder hervorgegangen. Mit Waldrade indes hatte der Herrscher mehrere Kinder – darunter vielleicht schon 857 einen Sohn namens Hugo – gezeugt.

Impotenz durch Magie

Die Möglichkeit einer durch magische Kräfte hervorgerufenen Impotenz des Königs, ein triftiger Scheidungsgrund, wurde Gegenstand der theologischen Erörterung. Erzbischof Hinkmar von Reims, der sich entschieden gegen eine Auflösung der Ehe mit Theutberga wandte, befasste sich in einem langen Gutachten über den Fall auch mit der Frage, ob es überhaupt möglich sei, dass ein Mann aufgrund bösen Zaubers zwar zu seiner rechtmäßig angetrauten Gattin nicht in ehelichen Verkehr treten könne, anderen Frauen hingegen beizuwohnen vermöchte . Für den Erzbischof von Reims und seine Zeitgenossen stand trotz der daneben bestehenden christlich motivierten und von den griechisch-römischen Autoren entwickelten Krankheitskonzeptionen außer Frage, dass magische Einflüsse durchaus Impotenz bewirken könnten. Da die Ehe in diesem Fall aus kirchenrechtlicher Sicht nicht vollzogen werden konnte, äußerte sich Hinkmar dahingehend, dass eine Scheidung erfolgen dürfe, sofern Versuche zur Heilung des durch bösen Zauber verursachten Leidens scheiterten. Selbst in späteren Jahrhunderten beschäftigten sich Kirchenrechtler noch verschiedentlich mit der Frage der Eheauflösung wegen angehexter Impotenz. Auch sie schlossen sich – wie beispielsweise Ivo von Chartres am Beginn des 12. Jahrhunderts – dem Urteil des Hinkmar von Reims an. Unklar bleibt, welchen Anteil im Rahmen der geschilderten Scheidungsaffäre der Glaube an die Wirksamkeit solchen Schadenzaubers tatsächlich zukam. Mag die angenommene Impotenz des Herrschers auch auf einer Spekulation fußen, die sich aus den am Hof kursierenden Gerüchten nährte, so hielt es ein angesehner Theologe wie Hinkmar doch immerhin für notwendig, sich ernsthaft mit dem Problem auseinanderzusetzen.

Anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass zeitgenössische Krankheitskonzeptionen sich nicht auf christliche oder rationale Erklärungsmodelle beschränkten, sondern auch die Magie und insbesondere den Krankheitszauber wie selbstverständlich umfassten.

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