Kay Peter Jankrift - Krankheit und Heilkunde im Mittelalter

Здесь есть возможность читать онлайн «Kay Peter Jankrift - Krankheit und Heilkunde im Mittelalter» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Krankheit und Heilkunde im Mittelalter: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Krankheit und Heilkunde im Mittelalter»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Ob Kaiser oder Papst, Kaufmann, Bauer oder gar Arzt, ob Frau oder Mann, jung oder alt – Krankheit und Tod kann niemand entgehen. Wie gingen die Menschen des Mittelalters mit diesen zentralen Konstanten menschlicher Existenz um, welche Auswirkungen hatten z.B. Seuchen auf die Gesellschaften, welche Folgen der plötzliche Tod eines Herrschers? Auf der Basis interdisziplinärer Forschungen gibt Kay Peter Jankrift einen konzisen Überblick: Einleitend skizziert er, welche besonderen Informationen die verschiedenen Quellengattungen bieten. Die theoretischen Grundlagen der mittelalterlichen Medizin, wesentliche Entwicklungslinien abendländischer Heilkunde, die Bedrohungen, die für mittelalterliche Gesellschaften von Krankheiten wie Pest oder Lepra ausgingen sowie das Verhältnis von Ärzten und Patienten zueinander stehen im Mittelpunkt der folgenden Kapitel. Abschließend handelt er vom zeitgenössischen Umgang mit dem Tod.

Krankheit und Heilkunde im Mittelalter — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Krankheit und Heilkunde im Mittelalter», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Isidor von Sevilla

Der um das Jahr 560 geborene Enzyklopädist und spätere Bischof von Sevilla, Isidor, wies der Medizin in seiner Auseinandersetzung mit Cassiodors Artes-Modell schließlich den Platz einer secunda philosophia , einer zweiten Philosophie, zu. Diese setzte nach Isidor die Kenntnis der sieben freien Künste bereits voraus, sodass sie nicht selbst zu den artes gehören könne. Zwar verfasste Isidor von Sevilla auch einige medizinisch bedeutsame Kapitel im Rahmen seiner Werke, doch gilt die Abfassung seiner so genannten Etymologiae für die weitere Entwicklung der frühmittelalterlichen Heilkunde und Gesundheitspflege als seine wichtigste Leistung. Seinem Titel entsprechend bietet das Werk Worterklärungen unter Rückgriff auf Ableitungen und Definitionen bekannter Verfasser medizinischer Schriften, mit deren Hilfe das Verständnis der klassischen Texte erst möglich wurde. Die entscheidenden theoretischen Grundlagen waren nunmehr gelegt. Das goldene Zeitalter der zu Recht so genannten Klostermedizin war angebrochen.

b) Die Auseinandersetzung der Kirchenväter und Apologeten mit dem Erbe des griechisch-römischen Heilwissens

Die Bewahrung des antiken griechisch-römischen Heilwissens durch die frühmittelalterlichen Klöster war indes alles andere als ein selbstverständlicher Prozess. Die Kirchenväter und Apologeten setzten sich ebenso intensiv wie kritisch mit den Inhalten und Konzeptionen der Schriften aus der heidnischen Vergangenheit auseinander. Im Vordergrund stand dabei zunächst die untrennbar mit der christlichen Krankheitskonzeption verknüpfte Frage, ob der Mensch nicht durch ein Studium des Körpers und Versuche zur Behandlung von Krankheiten dem göttlichen Heilsplan zuwiderhandle. Krankheit und Gesundheit waren nach dieser Auffassung keine allein rational erklärbaren Phänomene, sondern gottgewollte Zustände. Die gegensätzlichen Pole, den Körper im platonischen Sinne als erhaltenswerte göttliche Schöpfung zu betrachten und gleichzeitig Erkrankungen eine unabänderbare Funktion innerhalb des unergründlichen göttlichen Heilskonzepts zugestehen zu müssen, waren nicht leicht zusammenzuführen.

Ambrosius, Basilios und Hieronymus

Der Kirchenvater Ambrosius (340 – 397) war der Auffassung, die von Gott gesandte Krankheit gelte sowohl der irdischen Läuterung wie auch der Vorbereitung auf das Jüngste Gericht. Den Arzt wollte er dennoch nicht ausgeschlossen wissen. Dieser sollte mit all seinem Vermögen den Dienst an den Kranken versehen. Basileios der Große (329 – 379), Bischof von Caesarea und Gründer eines großen Xenodochiums, einer legendenumwobenen Einrichtung zur Betreuung Fremder, Kranker und Armer, sah in der Heilkunst ebenso eine göttliche Gabe wie in der Krankheit. Der Kirchenvater Hieronymus (348 – 420) propagierte das Bild vom einzig wahren heilenden und zugleich heilbringenden Arzt, dem Christus Medicus; eine Vorstellung, die für die Medizin im mittelalterlichen Abendland prägend bleiben sollte. Augustinus (345 – 430) schließlich billigte der Medizin zwar zu, hilfreich für die Christenheit zu wirken, doch erfüllte Krankheit in seinen Augen die Funktion einer göttlichen Ermahnung. Mit dieser Vorstellung befand er sich fest auf dem Boden der Heiligen Schrift. So heißt es darin schon bei Jesus Sirach im 15. Vers des 38. Kapitels: „Nur wer vor seinem Schöpfer sündigt, wird in des Arztes Hände überliefert.“ Entsprechend sollten die Mittel zur Krankheitsbehandlung – und dies durchaus nicht nur im übertragenen Sinne – ebenso bitter sein wie die Buße. Strikt wandte sich Antonius gegen die Anatomie, die in seinen Augen nichts dazu beigetragen habe, jene rechten Maßverhältnisse zu entdecken, auf denen die Harmonie eines Körpers beruhe. Dieser werde vielmehr nur durch seine innerliche wie äußerliche Ganzheit zu einem vollkommenen Organismus. Eine Vorstellung, die weitreichende Folgen für die Entwicklung und Rolle der mittelalterlichen Anatomie und Chirurgie haben sollte.

c) Das Lorscher Arzneibuch. Ein heilkundliches Zeugnis aus der Karolingerzeit

Während des 8. Jahrhunderts, unter dem Einfluss der Karolinger, traten die von Benedikt und Cassiodor propagierten Leitlinien christlich-wissenschaftlicher Gesundheitspflege und Heilkunde unaufhaltsam ihren Triumphzug durch den christianisierten Teil des Abendlandes an. Im Jahre 743 wurde allen Klöstern innerhalb des karolingischen Herrschaftsbereiches die Annahme der Benediktsregel verordnet. Einige Jahrzehnte später verfügte Karl der Große im Rahmen seiner umfassenden Reformen des Verwaltungs- und Klosterwesens, dass der Unterricht an allen Kloster- und Kathedralschulen des Reiches künftig in Anlehnung an das Lehrmodell Cassiodors erfolgen sollte.

Einzigartiges Zeugnis

Als ein einzigartiges Zeugnis medizinischer Lehrinhalte und Wissensvermittlung des 8. Jahrhunderts präsentiert sich das so genannte Lorscher Arzneibuch, das sich heute in der Staatsbibliothek Bamberg befindet. Um das Jahr 795, zur Regierungszeit Karls des Großen abgefasst, gelangte das in der Abtei Lorsch entstandene Buch um die Jahrtausendwende in den Besitz Kaiser Ottos III. (994 – 1002). Dessen Nachfolger auf dem Thron, Heinrich II. (1002 – 1024), übergab es der Obhut der Bamberger Dombibliothek. Das Lorscher Arzneibuch umfasst Auszüge aus zahlreichen Schriften, vor allem aus den Werken verschiedener griechischer und römischer Autoren und einen breiten Kanon der während des 5. und 6. Jahrhunderts gebräuchlichen Arzneimittelrezepte. Zumeist zweisprachige Pflanzenglossare, die Hermeneumata, und Listen, die mögliche Substanzen als Ersatz für schwer beschaffbare oder teuere Drogen durch günstigere vor Ort erwerbbare nennen, schließen sich an. Ebenso findet sich eine Übersicht der angezeigten Maße und Gewichte. Einen weiteren Annex mit diätetischen Empfehlungen bildet der so genannte Anthimus-Brief. Besonderes Augenmerk verdient die programmatische, im Sinne Cassiodors gestaltete Rechtfertigung der Heilkunde , die den eigentlichen medizinischen Texten voransteht.

Q

Rechtfertigung der Heilkunde im Lorscher Arzneibuch

U. Stoll, Das „Lorscher Arzneibuch“, S. 49ff.

Ich bin genötigt, denen zu erwidern, die sagen, ich hätte dieses Buch unnützerweise geschrieben, indem sie behaupten, darin stehe nur wenig Wahres geschrieben. Jedoch wie taub hörte ich nicht auf ihre Worte (Ps 38,14), weil ich die Notlage der Hilfsbedürftigen für wichtiger ansah als den Tadel derer, die gegen mich tobten. Deshalb werde ich ihnen erwidern, nicht mit meinen eigenen Worten, sondern mit denen der Heiligen Schrift. Ist doch die menschliche Heilkunst durchaus nicht zu verschmähen, da feststeht, dass sie den göttlichen Büchern nicht unbekannt ist. Das bisher Gesagte werde als mit der Gunst des Herrn nunmehr fortgesetzt. […]

Wir nehmen aber wahr, dass nicht nur die Medizin als solche in den göttlichen Büchern erwähnt wird, sondern wir finden auch Namen von Arzneisorten, aus denen sie jeweils hergestellt wird. Denn bei Jeremias liest man: „Ist denn kein Balsam in Gilead oder ist kein Arzt dort? Weshalb also ist die Narbe nicht abgeheilt.“ (Jer 8,22) Und wiederum derselbe Prophet: „Wenn du dich“, sagt er, „auch mit Natron gesäubert hast und viel Seifenkraut angewendet hast, bist du doch befleckt.“ (Jer 2,22) […]

Denn aus drei Ursachen wird der Leib von Krankheit befallen: aus einer Sünde, aus einer Bewährungsprobe und aus einer Leidensanfälligkeit. Nur dieser letzteren kann menschliche Heilkunst abhelfen, jenen aber einzig und allein die Liebe der göttlichen Barmherzigkeit. Gleichwohl wurden auch sie bisweilen nicht ohne menschliche Beihilfe geheilt. Das legen wir besser dar, wenn wir einen Beleg bringen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Krankheit und Heilkunde im Mittelalter»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Krankheit und Heilkunde im Mittelalter» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Krankheit und Heilkunde im Mittelalter»

Обсуждение, отзывы о книге «Krankheit und Heilkunde im Mittelalter» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x