Christa Burkhardt - Der Patient der Patientin

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Linda ist ein Zahlenmensch. Eine glücklich geschiedene 50-Jährige, die von Buchhaltung und Übersetzungen lebt. Als sie erfährt, dass ihr Hausarzt seit einem schweren Unfall ein Pflegefall ist, beschließt sie, ihn im Heim zu besuchen.
Seine ausweglose Situation macht ihr schwer zu schaffen. Er bittet sie um Sterbehilfe und sie hadert mit sich und ihrer Entscheidung. Aufs Geratewohl probiert sie ein paar Massagegriffe an ihm aus, und plötzlich zuckt sein Zeigefinger.
Ihre gemeinsame Geschichte beginnt.
Miteinander erleben sie Fortschritte und Rückschritte, Krisen und schmerzhafte Erinnerungen. Und immer wieder kommt die Frage auf: Warum tut sie das alles für ihn? Welche Rolle spielt sie ihn seinem Leben? Und er in ihrem? Verbindet sie nur Dankbarkeit oder ist es mehr?
"Der Patient der Patientin" ist eine Geschichte über eine Begegnung, die zufällig beginnt und vieles verändert.

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Sie waren ein eingespieltes Team. Mutter kochte, putzte und rauchte und hielt sich sonst aus allem raus. Ihre große Schwester kannte sich aus mit Schmuck und Make-up, knutschte mit jedem Jungen, der nicht bei Drei auf dem Baum war, vererbte ihr alle schicken Klamotten und lieh ihr Kassettenrekorder und Fahrrad. Dafür machte sie ihr die Mathe-Hausaufgaben und dachte sich Lügengeschichten als Alibi für ihre nächtlichen Streifzüge aus.

Ihrem kleinen Bruder las sie stapelweise Kinder- und Abenteuerbücher vor, klebte ihm Pflaster auf die aufgeschlagenen Knie, feuerte ihn beim Fußballspielen an und lauschte seinen täglich wechselnden Berufswünschen. Pilot wie sein Papa war schon lang nicht mehr vorgekommen.

Sie besuchte die Handelsschule. Der Zahlen wegen. Sie konnte Schreibmaschine, Steno und Buchführung. Als ihre Mutter eines Tages als neuen Freund Nummer X einen Anwalt anschleppte, beschloss sie, Rechtsanwaltsgehilfin zu werden. Später arbeitete sie in einem Notariat. Und voila, das tat sie immer noch, als sie Jens kennenlernte. Zahlen, Gesetze, Paragrafen. Ihre Berufswelt mochte ereignislos sein, aber sie war verlässlich.

Für dieses Notariat erledigte sie bis heute immer wieder Schreib- und Übersetzungsarbeiten. Denn zwischen Schul- und Ausbildungszeit schob sie ganz entgegen ihrer sonst eher langweiligen Lebensweise ein Jahr als Au-Pair in Spanien. Wie sie darauf gekommen war, hätte sie weder heute noch damals begründen können. Vielleicht hatte sie einfach genug davon, immer nur den Menschen um sie herum in deren Leben Gesellschaft zu leisten?

Die beiden Kinder dort waren pflegeleicht, die Eltern nett, die Gegend traumhaft. Als sie zurückkam, sprach sie fließend Spanisch, ließ sich – ganz Zahlen- und Faktenmensch – diese Sprachkenntnisse zertifizieren und hatte so seit ihrem 17. Lebensjahr stets ein freiberufliches Übersetzerstandbein.

Dieses Standbein hatte sie emotional durch so manche vollgesabberte Kleinkinderquengelei und finanziell durch so manche Engpässe getragen. Auch heute noch hatte sie mehrere Kunden für Buchhaltung, Schriftverkehr und Übersetzungen, bestand aber stets darauf, zu Hause zu arbeiten.

Büros waren ihr zu kalt, Kolleginnentratsch unerträglich und der Kaffee schmeckte zu Hause besser. Außerdem war sie – trotz ihrer modebewussten Schwester, die Visagistin geworden war – eher der Jeans und Schlabberpulli als der Hosenanzug und Kostümchen-Typ.

Als in kurzen Abständen zuerst ihr Schwiegervater und dann ihre Mutter krank wurden und starben, entdeckte sie ihr Interesse für die Medizin. Nein, nicht für die Schulmedizin. Dafür hatte sie Dr. Breitenbach. Sie beschäftigte sich mit Heilkräutern, Homöopathie, chinesischer Medizin, Aromatherapie, mit allen möglichen Arten von Massagen und alternativen Heilmethoden.

Nicht um ihre Kenntnisse beruflich zu nutzen, nein, sie sammelte Informationen wie andere Menschen Briefmarken, Autogramme oder Versteinerungen. Sie saugte unvoreingenommen und vorurteilsfrei alles auf wie ein Schwamm, glaubte an nichts, hielt aber alles für möglich.

Vieles probierte sie an sich aus, an den Kindern. Nie war sie fanatisch oder verbissen, immer blieb sie neugierig und offen. Niemand hielt sie je für esoterisch. Und wenn doch, hätte er ihr Unrecht getan. Stück für Stück ergänzte sie die vertraute Zahlen- und Faktenwelt ihres Berufes um eine neue, unaufgeregt ganzheitliche Sicht der Dinge.

Ihre Rückenschmerzen verschwanden, aber sie behielt es für sich. Ebenso wie ihre Wissenssammlung über Dinge und Zusammenhänge, die über ihre Zahlenwelt hinausreichten und diese so herrlich weiteten.

Ein Gefallen

„Herr Breitenbach?“ Zwei Wochen waren seit ihrem ersten Besuch bei ihm vergangen. Um an diesen anzuknüpfen, nahm sie wieder seine Hand. Heute lag er auf der Seite. Der Patient wurde regelmäßig bewegt, beübt und umgelagert, hatte ihr eine Schwesternschülerin auf dem Gang erklärt. Sonst würden die Glieder steif werden, der Kreislauf und die Lunge schlappmachen und er sich wund liegen. Sie hatte geschluckt. Der Patient. Das war alles, was von diesem Menschen geblieben war. Ein Patient. Eine Akte, die geführt und abgehandelt werden musste. Unwillkürlich dachte sie an das fensterlose Archiv in ihrer Kanzlei.

Er öffnete die Augen. Sie versuchte sich so hinzustellen, dass er ihr aus seiner Perspektive ins Gesicht sehen konnte. Das war gar nicht so leicht. „Linda“, sagte er nach einer Weile mit seiner heiseren Stimme. Dann schloss er die Augen wieder. Sie ließ seine Hand nicht los. Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. Da sagte er: „Ich bin nicht gut in Besuch.“ Sie lächelte. „Ich auch nicht.“ Wieder schwiegen beide.

„Hältst du wieder meine Hand“, fragte er plötzlich. Sie nickte. „Ich spüre nichts.“ Sie bekam eine Gänsehaut, aber seine Hand ließ sie trotzdem nicht los. Auf einmal seufzte er. „Ich dachte, ich bin schon weiter.“ Sie hatte keine Ahnung, wovon er sprach. Aber das war sein bisher längster Satz gewesen. „Weiter?“, fragte sie.

„Ja, weiter.“ Er machte eine Pause, wappnete sich für die vielen Worte, die er gleich in eine Welt entlassen sollte, zu der er nicht mehr gehörte. „Es sieht vielleicht nicht so aus, aber ich arbeite an einem Projekt“, fuhr er fort. Sie stand immer noch unbequem, damit er ihr in die Augen schauen konnte. Er verdrehte immer noch Kopf und Augen, um sie anschauen zu können, während er sprach.

„Mein Leben ist jetzt das hier. Aber das ist kein Leben. Mein Problem ist mein Verstand, denn er arbeitet. Er arbeitet tadellos. Als hätte er nicht mitbekommen, dass ich gar nicht mehr am Leben bin.“

Er schluckte schwer. Das Reden strengte ihn an. Er machte eine Pause, schloss die Augen und öffnete sie nach einer Weile wieder. „Deshalb ist mein Projekt, den Verstand zu verlieren. Möglichst bald. Damit ich das hier ertragen kann. Endlich. Vielleicht. Daran arbeite ich.“ Er schluckte wieder.

„Und jetzt bist du hier. Ein Mensch aus meinem Leben, das ich hatte. Und plötzlich erinnere ich mich wieder, wie es sich anfühlt, ein Mensch zu sein, dieser Mensch zu sein. Dieser Mensch, der ich nicht mehr bin und nicht mehr sein kann. Ich dachte, ich bin schon weiter mit meinem Projekt.“ Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie wusste nicht, was sie denken sollte. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Die Verzweiflung im Raum, seine Verzweiflung war mit Händen zu greifen, und es gab nichts, was sie für ihn tun konnte.

„Linda, kannst du mir eine Gefallen tun?“ Sie nickte. Ja, ja, natürlich! Alles würde sie tun. Wenn es denn etwas zu tun gab, das ihm helfen konnte, selbstverständlich würde sie es tun. Sie würde dafür alles stehen und liegenlassen. Sofort würde sie es tun! Unwillkürlich drückte sie seine Hand fester. Die Hand, die er nicht spüren konnte. Sie nickte. „Welchen denn?“ Er schloss die Augen, dann sah er sie wieder an. „Hilf‘ mir zu sterben.“

Patrick

Eine Pflegerin hatte ihren Besuch bei ihm abrupt beendet. Der Patient müsse jetzt umgelagert, die Bronchien müssten abgesaugt, Urin- und Kotbeutel geleert und dann müsse der Patient gefüttert werden. Sie könne gern ein anderes Mal wiederkommen, auf Wiedersehen.

Wie betäubt schloss sie die Tür hinter sich. Sie war einfach gegangen. Wie hätte sie sich auch verabschieden sollen? Sie wollte gehen. Raus hier. Weg hier. Aber sie konnte nicht. Kraftlos sank sie auf einen der Stühle, die im Gang standen. Sie konnte nicht mehr. Was hatte er bei ihrem ersten Besuch gesagt? Komm‘ wieder, wenn du es aushältst. Aber sie hielt es nicht aus. Es war nicht auszuhalten. Es war zu viel.

„Noch nicht oft hier, was?“, fragte auf einmal jemand und hielt ihr ein Glas Wasser hin. Dankbar nahm sie es entgegen. Ohne zu fragen, setzte er sich neben sie. Er war jung. Er trug die hellblaue Kleidung des Pflegepersonals und hatte seine Rasta-Mähne in einen Pferdeschwanz gezwungen.

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