Johannes W. Schottmann - Belarus (2004)

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Michael Becker ist mit Nierenkoliken von einer Reise nach Weißrussland zurückgekehrt. Eine langjährige Beziehung ist zerbrochen, eine weitere gescheitert. Bei der Auflösung der Elternwohnung findet er rätselhafte Aufzeichnungen seines Vaters, die um dessen Kriegserlebnisse zu kreisen scheinen. Gibt es da ein Familiengeheimnis? Michael begibt sich auf Spurensuche…

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Als sie zurückkam, war die Stimmung angespannt. Sie konnte nicht verstehen, dass ich noch länger hier bleiben wollte. Sie hielt mir vor, meinen Aufenthalt mutwillig in die Länge zu ziehen. Als ich eingestand, dass mich im Augenblick auch nichts nach Hamburg zöge, sah sie sich bestätigt. Sie wurde ungewohnt heftig: Mir sei die Erbschaft zu Kopf gestiegen! Wie ich mir das dächte - wie sie dastünde vor den anderen?! Ich könne mich doch meinen Verpflichtungen nicht einfach entziehen. Meinst du Eberhard? fragte ich, den würde ich morgen anrufen. Also bin ich dir egal! schloss sie daraus. Bis eben war ich noch gut genug, rief sie, aber jetzt brauchst du mich nicht mehr, ja?! So kannte ich sie nicht.

Nu komm mal wieder runter, sagte ich. Nein, komm du runter! erwiderte sie.

Dann, auf einmal, raffte sie ihre Kleidungsstücke zusammen und ging aus dem Zimmer. Eine Zeitlang hörte ich sie im Flur hantieren. Ich glaubte hin und wieder ein unterdrücktes Schluchzen zu hören. Schließlich klappte tatsächlich die Wohnungstür.

Sie war weg.

Du Schweinehund.

Sagte ich zu mir.

11 - Ein Spaziergang

Heute früh klingelte es Sturm. Ich schreckte hoch und stieß das Wasserglas um, aus dem ich gestern Abend Rotwein getrunken hatte. Torkelte fluchend in den Flur: Wer da?! Es waren die Cramer-Leute, unangemeldet. Sie brachten die Schlafcouch. Ich zog mir rasch was über, während sie das kleine Monstrum die Treppe hochwuchteten. Schob die Matratze mitsamt meiner Bettwäsche beiseite. Sie trugen die Couch senkrecht durch den Türrahmen, sie passte haarscharf durch, stellten sie auf der Erkerseite hin und rissen die Folie ab. Gut sah sie da aus! Mein Groll war sofort aufgelöst. Ich unterschrieb und gab ihnen zwanzig Euro Trinkgeld. Als sie weg waren, öffnete ich meinen Bademantel, köpfte eine Flasche Sekt und ließ mich auf die Couch fallen. Prost!

Damit war der Vormittag gelaufen. Sekt am Morgen legt bei mir den Schalter um. Dann gehen nur noch zwei Sachen. Entweder mit ner Frau ins Bett - nach zwei Stunden wäre der Kopf wieder klar. Oder: einfach raus an die frische Luft. Realistisch ist derzeit nur die zweite Variante. Und ich will gar nicht mal sagen: leider.

Bin also raus. Herrliches Gefühl, wieder durch die Stadt zu schlendern nach Krankenhaus und Schufterei in der Wohnung. Schaute mir die Schaufenster an. Demnächst werde ich mich neu einkleiden, das ist fällig. Landete in der sogenannten Breiten Straße, dem Einkaufsgässchen im Zentrum. Spazierte spontan in die Buchhandlung Rother. Mal Ausschau halten nach einer Einschlaflektüre. So was brauche ich zum Rotwein, funktioniert besser als Fernsehen. Wurde fündig: Lieselott Bandel, Das Schwesternhaus . Billiger Schinken, keine Frage. Ein Bestseller: Millionen Leser können nicht irren. Irgendwie ist mir im Augenblick eher nach Massengeschmack als nach Hochkultur. Was Ähnliches hatte ich wahrscheinlich zuletzt als Teenager in die Hand genommen, als ich mir ab und zu einen von Wilmas heißgeliebten Krimis auslieh ( Kommissar X - hieß der so?).

Vor dem Schwesternhaus hatte ich sogar Proust in der Hand, und fast hätte der mich reizen können. Mir fiel ein Kollege beim Bund ein, Manfred Depenbrock. Der stammte aus dem Ruhrpott, aus einer Unternehmerfamilie und las damals Proust. Warum, konnte er uns nicht erklären. Wir fragten nach der gesellschaftlichen Relevanz solch langatmiger Schilderungen des Lebens von Adelskreisen (auch wenn wir damals den Ausdruck gesellschaftliche Relevanz sicherlich noch nicht kannten). Und hielten mit Marcuse dagegen (wo ist der geblieben? der ist doch heute ganz weit weg!). Aber Proust wäre mir jetzt unheimlich, wie er da in seiner pariser Klause vegetiert und im Bett liegend bis zum bitteren Ende an seinem Roman schreibt. Da kräuseln sich mir die Nackenhaare: so möchte ich nicht enden.

Bin dann über den Markt und bei meiner alten Schule vorbei. Das ehrwürdige Ratsgymnasium hat einen modernen Seitenflügel erhalten, einen funktionalistischen Zweckbau, der zum verschnörkelten Kaiser-Wilhelm-Stil - der selbst schon ein Stilgemisch, wenn auch längst hingenommen - passt wie Faust auf Auge. Es war übrigens das erste Mal seit der Schulzeit, dass ich die Ratsherrnstraße wieder betreten habe. Von da weiter zum Herzberg. Da lebten Erinnerungen auf. Die ersten Küsschen mit einer dicklichen Tanzstundendame. Naja, so haben wir mal angefangen.

Nebenan, unten beim alten Gütergleis, hatten wir mal mit der Abi-Klasse gefeiert. Am Lagerfeuer, in das wir aufgespießte Kartoffeln hielten. Dazu gab es Bier, das wir stolz - wir waren jetzt groß! - direkt aus der Flasche tranken; und Rührei, das eine rührige Mutti vorbereitet hatte: Rudis Mutter, jetzt fällt es mir wieder ein. Wo mag der Bursche abgeblieben sein? Jedenfalls hing da eine Pfanne über dem Feuer, das war seine Konstruktion. Eines der leckersten Essen, an das ich mich erinnern kann. Einmal hatten wir unseren Klassenlehrer dabei, Bulldozer Heinze, unsympathischer Bursche; war in der CDU und hatte was gegen aufbegehrende Schüler und Studenten. Bei ihm musste alles seine stramme Ordnung haben. Kein Sex vor der Ehe. Schüler hatten vor ihren Lehrern zu kuschen. Nach dem Abi haben wir ein Plakat mit seinen Sprüchen über dem Eingang zur Schule aufgehängt, das gab einen richtigen kleinen Provinz-Skandal.

Alles längst vorbei.

Bin dann durch den Park am Fluss entlang zurück in die Stadt. Da kamen andere, frischere Erinnerungen - die lassen wir besser beiseite.

In der feinen Gegend am Wall hat man vor einigen Jugendstilhäusern sogenannte Stolpersteine verlegt, die an jüdische Bewohner erinnern, die von den Nazis abgeholt und im Osten umgebracht wurden. Solche Stolpersteine kennt man von Hamburg. Hätte nicht erwartet, dass man hier auch schon so weit ist.

Bin dann beim Schützenplatz in ein Café eingekehrt, um nicht in Versuchung zu geraten, im bewussten Back-Shop zu landen. Zum Kaffee Heidelbeertorte: aber bitte mit Sahne. Die Uhr in der Mitte des Platzes zeigte unentwegt symbolische 5 nach 12 an - wahrscheinlich war sie schon länger kaputt, war mir bis dahin nur nicht aufgefallen. Ich muss versonnen auf sie gestarrt haben, als ich regelrecht zusammenzuckte - die hübsche Bedienung war von hinten herangekommen und hatte gesagt: Dein Mokka!

12 - Weckruf

Zuerst glaubte er, er hätte nur zu viel in sich hinein gestopft und deswegen Bauchschmerzen bekommen. Er schlurfte ins Bad und versuchte, sich auf der Toilette zu erleichtern. Die Schmerzen nahmen in Stößen und Wellen zu. Als er sie wiedererkannte, geriet er in Panik. Was sollte er tun? Das Telefon war abgemeldet. Und wenn er wieder ohnmächtig würde? Fast könnte ihm ein solch hilfloser Zustand verlockend erscheinen, die Qual wäre ausgesetzt. Er presste seine Hände gegen den Bauch, krümmte sich; kippte beinahe vornüber. Er hielt sich krampfhaft am Wannenrand fest, beugte sich zitternd vor, um Wasser einlaufen zu lassen - vielleicht könnte ein heißes Bad ihn retten. Das laut hineinsprudelnde Wasser schien etwas zu beruhigen. Michael konnte jetzt wenigstens aufstehen und seine Hose schließen. Er versuchte sich so gerade wie möglich zu halten, als er, sich mit den Händen an der Wand absichernd, über den Flur wankte, hinaus ins Treppenhaus. Er klingelte gegenüber. Er hörte, wie sie den Türöffnerknopf betätigte. Er klopfte. Das fahle Gesicht von Barbara Kahler sah ihn an. Seine Stimme versagte. Sie rückte nahe an ihn heran. Ob sie einen Notarzt rufen könne? Aber sicher. Ohne Erstaunen oder Aufregung nahm sie den Hörer und rief an. Währenddessen war ihr Kater an seinen Beinen vorbei gestrichen und in die gegenüberliegende Wohnung geschlüpft. Frau Kahler, brachte er mühsam heraus, ich lasse die Wohnungstür angelehnt, können Sie bitte den Arzt reinschicken - ich lege mich in die Wanne. Selbstverständlich. Was kann ich noch für Sie tun? Danke, ich gehe. Michael ging, den rechten Arm fest gegen seinen Bauch gedrückt, zurück in seine Wohnung. Im Bad zog er sich aus und stieg in die Wanne. Kurz danach klopfte die Kahler an der Eingangstür und rief in den Flur hinein, ob er Momo gesehen habe. Sie solle sich umschauen, im Bad sei er jedenfalls nicht.

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