Johannes W. Schottmann - Belarus (2004)
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Jetzt dreht Michael sich um und entdeckt sie. Er winkt sie heran und ruft seinem Zimmernachbarn zu, er solle sich Kopfhörer aufsetzen. Der schaltet daraufhin - mit einem breiten Grinsen im Gesicht - das Fernsehgerät aus, wälzt sich vom Bett und brummelt, eine rauchen zu gehen.
Michael versucht sich aufzurichten, wobei er die linke Hand in die Hüfte gestützt hält. Offenbar will er einen Stuhl heranziehen. Sie kommt ihm zuvor und setzt sich ans Fußende von Michaels Bett vor das Fenster. Er entschuldigt sich noch einmal für seinen Anruf von vor zwei Tagen. Und wie bereits am Telefon erwidert sie, dass er sich nicht entschuldigen müsse - es sei für sie von Hamburg aus nur schwierig gewesen, Hilfe zu organisieren. Michael nickt,
Wie es komme, fragt sie, dass er jetzt im Krankenhaus liege.
Nierensteine, erwidert er. Offenbar will er sich dazu nicht näher äußern. Er fragt, wie es ihr gehe.
Ihr gehe es gut, sagt sie ebenfalls betont knapp. Wie seine große Reise verlaufen sei. Ob er denn etwas heraus bekommen habe, das ihm in Bezug auf seinen Vater weiter helfen würde.
Michael zögert mit einer Antwort. So direkt sei das auch nicht zu erwarten gewesen, meint er schließlich und beginnt, sich über das unbekannte osteuropäische Land namens Belarus auszulassen, das von den deutschen Besatzern auch Weißruthenien genannt worden sei, und das mehr als jedes andere unter den Zerstörungen des Krieges gelitten habe. Er redet über dessen kurze und schwierige Geschichte, über die Zerrissenheit, über den Stillstand im Lande.
Helga sieht sich um und registriert, dass auf dem Beistellschränkchen neben dem Bett nur eine Flasche Wasser, ein Glas und ein Schälchen mit einigen weißen Pillen stehen. Keine Blumen oder Geschenke. Auch nicht auf den Fensterbänken.
Michael erzählt von interessanten Treffen mit ehemaligen Zwangsarbeiterinnen. Die würden sogar heute noch scheel angesehen, weil sie es im Krieg bei den Deutschen besser gehabt hätten. Von den vielen Gedenkstätten im ganzen Land, die immer noch von der Bevölkerung gepflegt würden, zeigt er sich beeindruckt.
Als er in seinem Reisebericht für einen Moment inne hält, fragt Helga, ob sie ihm noch etwas Gutes tun könne. Und tatsächlich braucht Michael nicht zu überlegen: Ob sie es vielleicht auf sich nehmen und ihm aus der Wohnung seiner Mutter den Computer holen könne? Sie ist dazu sofort bereit, und als er wieder versucht, sich für sein Ansinnen zu entschuldigen, winkt sie energisch ab: Das sei doch selbstverständlich - schließlich könne er in seinem Zustand ja nicht selbst losmarschieren.
Sie erhebt sich. Ob sie ihm noch etwas anderes aus der Wohnung mitbringen solle?
Er schüttelt den Kopf und reicht ihr die Schlüssel.
Dann bis gleich.
4 -Notiz Walters zu seiner Verwundung
19.9.69
Ob das gut ist, weiß ich nicht. In ein paar Wochen werde ich meine Schwester besuchen, es wird mir auf jeden Fall gut tun, mit ihr zu reden. Man hätte es sich ja vorher nicht träumen lassen, aber tatsächlich habe ich doch eine Menge Sachen zusammengeschrieben und trotzdem wäre noch unendlich viel zu erzählen. Interessieren wird es nur keinen. Wilma hat sich daran gewöhnt, dass ich sie allein vor dem Fernseher sitzen lasse (wenn sie nicht mit ihrem Klatschtanten zusammen ist). Und ich ziehe mich in mein Arbeitszimmer zurück.
Wenn ich mir ansehe, was ich alles zusammengeschrieben habe, dann fällt mir auf, wie manche Dinge, die eigentlich viel wichtiger wären, nicht vorkommen. Man denke nur mal an meine Verwundung, eigentlich waren es zwei. Die Narben sind noch da und tun ab und zu immer noch weh und am Bauch fehlt ein ganzes Stück Fleisch. Aber darüber mache ich mir am wenigsten Gedanken.
Ganz stimmt das nicht. Denn dieser Griff nach der Dose - das sehe ich immer wieder vor Augen. Und genau der hat mir den zweiten Treffer eingebrockt, der mich dann umgehauen hat. Wenn ich nicht so blöde gewesen wäre - aber das war schon der Schock, da steht man neben sich und macht sinnlose Dinge. Und auf der einen Seite kommt der Gedanke: hättest du besser nicht. Oder so: greif nicht hin, dann passiert auch nichts. Als ob man die Sache zurückdrehen und ungeschehen machen könnte. Geht natürlich nicht. Aber auf der anderen Seite bin ich sicher - ich würde immer wieder hingreifen, das war nun mal ein Schatz damals: diese Dose Schoka-Cola. Die wollte ich nicht verlieren. Womöglich noch dem Iwan überlassen.
“Verbohrt” hat mich der verdammte Major einmal genannt. Aber das ist ein anderer Fall. Manche Sachen bleiben besser ungesagt, sie werden sonst zu mächtig und man kommt davon nicht wieder los. So wie ich immer wieder noch einmal rauf muss auf den Panzer, um die blöde Dose mit der Schokolade zu holen. Und paff. Da kennt man keine Angst, obwohl das besser wäre, man hätte sie in dem Moment gehabt. Aber so ist das eben im Krieg. Da kann es knallen und spritzen links und rechts und du scherst dich nicht drum. Du machst einfach weiter. Für Führer, Volk und Vaterland. Als ob man nicht an seinem Leben hängt. Dabei hängt doch jeder dran.
5 - Pinselquälereien
Meine Finger fühlen sich rau an. Hatte vorhin etwas Mühe die Farbe abzubürsten. Kleine Pause beim Streichen: die gönn‘ ich mir. Als ich gestern vom Krankenhaus nach Haus kam - das geht mir schon locker über die Lippen: als ob ich hier zuhause wäre. Als ich also gestern in die Wohnung kam und die alte Tapete sah, dieses gepunktete orange-grelle Blumenmuster, Geschmack der sechziger Jahre! - wenn ich mich recht erinnere, habe ich sie damals sogar mit Jörg, einem Klassenkameraden, im Wohnzimmer angeklebt. Als ich jetzt dieses Muster sah, stand für mich fest: Das muss weg!
Ich frage mich, wie ich wochenlang hier leben konnte, ohne daran Anstoß zu nehmen. Jetzt musste das sofort weg. Rüber zur Nachbarin und frage, wo man hier am besten Farbe und dergleichen kauft. Bei Max Bahr, wie in Hamburg. Sie wollte mir unbedingt ihre Pinsel und ihren Tapeziertisch leihen (Nachtigall, hör ick dir trapsen?). Aber ich habe nicht vor zu tapezieren. Einfach nur überstreichen - ganz in Weiß und ohne Blumenstrauß.
Mit dem Bus hin. Zwei Eimer Farbe, Quast, Rolle, Gitter zum Abstreifen, Folie. Mit dem Taxi zurück. Und los ging‘s. Am meisten hielt das Aufräumen auf. Konnte es kaum erwarten, endlich den Pinsel zu schwingen. (Apropos - Passage zum Wegstreichen - die Unterbrechung kam eben, weil ich meinen ganz persönlichen Pinsel quälen musste; da habe ich sie alle der Reihe nach erlebt: das Dreigestirn, anfangen mit Helga, dann die anderen …)
Die praktische Arbeit tut mir gut. Anfangs ließ ich noch das Radio laufen, aber das habe ich bald abgestellt. Die bessere Unterhaltung kam von innen. Hier war ich mit Jörg beim Tapezieren. Dann tauchten Lehrer von uns auf, die geistig im Dritten Reich stecken geblieben waren und über die wir uns herrlich aufregen konnten. Zum Beispiel, wenn wir bei Unterrichtsausfall durch die Stadt stromerten. Oder wir standen bei Tchibo im Steh-Café und versuchten mit Mädchen vom Lyzeum anzubändeln. Es war wie im Kino.
Zwei Wände habe ich bis jetzt geschafft. Es stinkt nach Farbe, aber das Zimmer strahlt schon.
In Wilmas Wohnzimmer werde ich mich zunächst einrichten. Die Matratze aus ihrem Schlafzimmer muss ich leider noch benutzen, aber bald kommt hier eine Schlafcouch her. Der kleine gläserne Tisch darf bleiben. Auch der alte Sessel - den werde ich mit einem auffrischenden Tuch abdecken. Vors Fenster mein alter Schreibtisch (ist immer noch meiner, auch wenn Walter ihn nach mir offenbar sehr ausgiebig genutzt hat).
Ein paar Blühpflanzen, die Farbe in Wilmas eintöniges Grün bringen, würden sich gut machen. Traue mir nur nicht zu, etwas Passendes zu finden. Ob ich mich im Back-Shop blicken lassen könnte, um mich beraten zu lassen? (Na - das lassen wir! Man kann die Sache nicht zurückdrehen. Und das wollen wir doch auch nicht, oder?!)
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