Johannes W. Schottmann - Belarus (2004)

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Michael Becker ist mit Nierenkoliken von einer Reise nach Weißrussland zurückgekehrt. Eine langjährige Beziehung ist zerbrochen, eine weitere gescheitert. Bei der Auflösung der Elternwohnung findet er rätselhafte Aufzeichnungen seines Vaters, die um dessen Kriegserlebnisse zu kreisen scheinen. Gibt es da ein Familiengeheimnis? Michael begibt sich auf Spurensuche…

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Immerhin habe ich mich bremsen können und ihr kein Wort über meine Bekanntschaften gesagt. Sie hätte sofort eingehakt und mich ausgequetscht. Wie es ihre Art ist. Obwohl - mir ist schon klar, dass sie eine andere Frau vermutet. Wenn es so einfach wäre.

Jedenfalls soll sie ihre Finger da raus halten. Punkt.

Meine große Schwierigkeit ist, dass ich nicht weiß, ob ich über etwas Reales schreibe oder nur über meine Wünsche, meine Fantasien. Darf ich mich in diese Träume versenken? Schaffe ich so nicht noch mehr Fantasiewelt und werde am Ende nicht mehr unterscheiden können, was real ist und was nicht?

Was ist real, was ist wirklich?

Unbestreitbar, also real, ist, dass gleich vom ersten Augenblick an, als ich sie erblickte, eine Wirkung auf mich da war. (Was ich hiermit zugeben und bezeugen möchte.)

Während der langen Anreise hatte ich mich mit vielen aus unserer Gruppe unterhalten. Einige hatte ich schon beim Vorbereitungstreffen kennen gelernt, aber da war die Zeit knapp gewesen. Jetzt hatten wir vierundzwanzig Stunden im Zug. Die lange Strecke quer durch Polen.

Ein Ehepaar, das schon in Kanada und Argentinien, in China und Indien und sonstwo gewesen war. Jetzt wollten sie mal was Besonderes, was ganz Ausgefallenes: Belarus, ein Land, von dem man praktisch nichts hört und so gut wie nichts weiß.

Eine etwas verhärmte Frau um die vierzig, die der Herkunft ihres Vaters nachgehen wollte. Der war während des Krieges als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt worden und nach dem Krieg geblieben. Hatte geheiratet. Obwohl er behauptete, aus dem östlichen Polen zu stammen, glaubte seine Familie ihm das nicht so recht. Dann - nach seinem Tod - hätten sie aber Unterlagen gefunden, wonach das offenbar doch stimmte. Sie wollte nun dieses Dorf, aus dem er stamme und das heute zu Weißrussland gehöre, aufsuchen. Anders als über eine Gruppenreise kann man nicht dorthin gelangen. Was sie wirklich suchte, ist mir die ganze Fahrt über nicht klar geworden.

Noch ein Ehepaar. Die Frau war auf der Suche nach dem Grab ihres Vaters. Eine Reise in eine untergegangene, unwirklich gewordene Vergangenheit.

Ein anderer, Frührentner, fragte nach meinen Motiven. Ich blieb vage. Schilderte nur, wie ich auf der Wehrmachtsausstellung den Flyer gefunden hatte. Die Stätten, an denen sich der deutsche Wahnsinn ausgetobt hatte, wollte ich mir ansehen. Aber das kam wohl zu wuchtig. Schweigen.

Wir standen auf dem Gang. Der Zug ratterte. Die Landschaft flog vorüber.

Man aß mitgebrachte Brote, Brötchen, Äpfelchen, Möhrchen.

Es wurde Nachmittag. Es wurde Abend. Es wurde Nacht. Die Abteile wurden umgerüstet, Schlafkojen eingerichtet. Einige legten sich hin, andere nicht. Ich blieb auf dem Gang. Als die Spurbreite gewechselt wurde, kamen die meisten wieder raus um zuzuschauen.

Die ganze Zeit, die ganze lange Fahrt über, hatte ich sie nicht gesehen. Eigenartig. Ich wusste nichts von ihr.

Weit nach Mitternacht kamen wir an. Ein verlassener Bahnsteig, dürftig beleuchtet. Nur unsere Gruppe verließ den Zug. Man sammelte unsere Pässe ein und führte uns über Treppen und durch Gänge - wie früher, wie vor der Grenzöffnung, wenn man von West- nach Ost-Berlin wollte. Mit einem Mal fühlten wir alle so etwas wie Beklommenheit. Unser westliches Freiheitsgefühl hatten wir bis hierhin unversehrt mitnehmen können - so wie man manchmal im geschlossenen Auto eine Fliege an einen fernen Ort verschleppt. Und jetzt standen wir in einer mächtigen Bahnhofshalle, die von einer hohen dünnen Wand durchschnitten wurde. Ein Gebäude, das aus einer anderen, einer prächtigen Epoche stammte, eine Epoche, die sich in dem weit oben hängenden, weit ausladenden Kronleuchter immer noch manifestierte. Wir dagegen leben längst in einer Zeit, in der man ohne ästhetische Rücksichten alte Strahler austauscht gegen matte Energiesparleuchten.

Wir standen jetzt vor der brutal-schlichten Trennwand, die die Bahnhofshalle teilte. Aus dem Teil, der uns versperrt war, drangen undefinierbare Stimmen herüber. Wir hatten zu warten.

Es hatte sich ein Kreis gebildet, in dem darüber spekuliert wurde, was jetzt auf uns zukommen würde. Da stand sie: in der Mitte. Bestrahlt vom Licht, das vom Gründerzeit-Kronleuchter herunter perlte. Gehörte sie zu unserer Gruppe?! Andere gab es hier nicht. Die Umstehenden unterhielten sich mit ihr, kannten sie also.

Ich glaube, ich kriegte den Mund nicht wieder zu. Darauf war ich nicht gefasst.

Ab diesem Moment wirkte eine nicht vorhergesehene Kraft auf die klare Richtung ein, die meine Erkundungsreise eigentlich hatte nehmen sollen.

Egon hustet. Raucherhusten. Er richtet sich auf. Was schreibst du denn da? Liebesbriefe?

Idiot.

3 - Krankenbesuch

Helga hat ihren Polo rückwärts eingeparkt, hat den Motor abgestellt - und ist im Auto sitzen geblieben.

Sie schaut über den Parkplatz hinweg zu dem Backsteingebäude des Krankenhauses.

Michael im Krankenhaus. Gleich werden sie sich sehen. Wann war das zuletzt?

Als es ihr einfällt, wäre sie am liebsten sofort wieder nach Hause gefahren. Sein verzweifelter Anruf vor zwei Tagen - nur den hatte sie im Kopf gehabt. Wie hätte sie ihm von Hamburg aus helfen sollen? Und als sie gehört hat, dass er im Krankenhaus liegt, ist es für sie selbstverständlich gewesen, ihn hier zu besuchen.

Jemand hupt, aber es gilt nicht ihr. Eine kinderreiche Familie, vermutlich Türken, steigt - einer nach dem anderen - aus einem Kleinbus aus. Offenbar versperren sie irgendjemandem die Ausfahrt.

Helga ist schon dabei, die Wagentür zu öffnen, als ihr auffällt, dass die Fenster noch heruntergekurbelt sind. Also noch einmal den Motor starten und die Fenster schließen. Und wieder ist sie fast ausgestiegen, als ihr der Gedanke kommt, dass es in der prallen Sonne sicher besser ist, die Fenster wenigstens einen Spaltbreit offen zu lassen.

Schon beginnt sie, sich zu ärgern. -

Endlich ist alles erledigt - sie hat das Auto abgeschlossen und sich in den gemächlichen Strom von Besuchern eingereiht, der auf das Eingangsportal zusteuert. Sie bemerkt, dass die Leute um sie herum Geschenke, meist Blumensträuße dabei haben, und entschließt sich, noch einmal kehrt zu machen. Bevor sie losgefahren ist, hat sie lange hin und her überlegt und sich schließlich gegen einen Blumenstrauß entschieden. Stattdessen hat ein kleines Büchlein mitgebracht, von dem sie hofft, dass es ihm gefallen wird. Obwohl - sie haben sich seit längerem nicht gesehen, haben nur einige Male telefoniert. Michael könnte sich - erst recht nach seiner großen Reise - verändert haben. Diese zurückliegenden Monate waren bestimmt auch für ihn ein großer Einschnitt.

Sie ist wieder am Auto angelangt und öffnet die Beifahrertür. Gerade, als sie das geschenkmäßig verpackte Buch in die Hand nehmen will, erstarrt sie. Auf einmal ist ihr klar: sie wird das Büchlein nicht mitnehmen - sie wird sich im Krankenhaus nach einer Alternative umsehen. Normalerweise müsste es dort wenigstens einen Blumenladen geben. -

Schließlich betritt sie die Eingangshalle und entdeckt sogleich einen Kiosk. Dort ersteht sie ohne zu zögern, einen Kasten Pralinen für fünfzehn Euro. Zwar könnte auch der etwas kitschig oder bieder wirken, aber das ist jetzt zweitrangig.

Sie schreitet auf die Information zu und lässt sich Michaels Zimmer nennen. -

Als sie das Krankenzimmer betritt, schallen ihr unerwartete Lachgeräusche entgegen. Die Stimmen kommen aus einem Fernseher, der gegenüber den beiden Betten an der Wand hängt. Michael sitzt mit dem Rücken zu ihr auf dem hinteren Bett und scheint aus dem Fenster hinaus zu schauen. Auf dem vorderen Bett fläzt sich ein dicker, mittelalter Mann im Trainingsanzug und starrt begeistert in den Fernseher, wo offenbar eine Comedy-Sendung zum Mitlachen läuft.

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