Janina Julklapp - Litho

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Litho, die geheimnisvolle, umtriebige Stadt in der Mitte des Inselkontinents Asthenos wird von zwei Morden und der Droge Splitterlauf erschüttert. Selbst die Falkenauten, die vom Tempel aus über die Stadt wachen, sind machtlos. Steckt längst vergessen geglaubte Hexerei dahinter?
Aki, genannt Wegemeistersohn, stolpert als nordländischer Flüchtling in das Gewirr aus Intrigen und Verrat. Auch das Leben der rebellischen Filmliebhaberin Frida Iringa gerät nach dem Attentat auf ihren Freund aus den Fugen. Die Wege von Aki und Frida kreuzen sich an unvermuteter Stelle. Gemeinsam verfolgen sie eine Spur, die weit in die düstere Vergangenheit des Kontinents reicht.

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Gerade war der Tempelläufer dabei, das heilige Buch in seiner Tasche zu verstauen als der Falkenaut diese Worte zu ihm sagte, die Frida nie vergessen würde. Er sagte: „So hat die Ketzerin ihr gerechtes Urteil erfahren.“

Der Tempelläufer nickte und beide gingen fort. Sie hatten Frida nicht bemerkt. Das kleine Mädchen stand bebend vor Zorn am Ufer.

„Mama…“, flüsterte sie. „Das ist nicht wahr, er lügt! Bitte… bitte komm zurück. Bitte. Ich hab‘ Angst!“

Der Aphel glitzerte schillernd in der Sonne. Es war nichts zu hören außer das stetige Flüstern und Gluckern des Wassers. Frida kniete sich hin und griff nach einem kantigen Stein, der in der Erde lag. Sie drückte ihn so fest zusammen, dass sich die scharfen Kanten in ihre Haut ritzten. Kleine Blutstropfen quollen heraus. Frida starrte leer auf den Stein. Sie merkte kaum, dass schwere, salzige Tränen in ihre Hand tropften und das dunkle Blut hellrot färbten. Eine Welle der Wut überschwemmte sie. Frida sprang auf, schleuderte den Stein ins Wasser soweit sie konnte und schrie:

„Er lügt! Er lügt! Komm zurück, Mama! Sag ihm, dass er lügt!“

Der Stein plumpste hinein. Große konzentrische Kreise markierten die Stelle wo er verschwunden war. Niemand antworte Frida. Sie atmete heftig und schluchzte. Plötzlich erhob sich am anderen Ufer ein Vogel in den blauen Himmel. Es war ein Falke. Frida beobachtete ihn, er flatterte steil hinauf zum Gebirge Perihel.

„Bring sie zurück!“, brüllte Frida. „Bring sie zurück! Sie ist keine Ketzerin!“

Ihre Stimme überschlug sich. Sie weinte und weinte, während die Schwingen des Vogels in der Ferne unsichtbar wurden.

„Ich hasse dich!“, schrie sie ihm in den Himmel nach.

Stundenlang stand Frida am Ufer des Flusses Aphel. Als die Tränen versiegten, setzte sie sich ins Gras und wiegte sich hin und her. Der Falke kam nicht wieder. Während die Sonne langsam hinter dem Gebirge Perihel verschwand und die Schatten durch das Tal krochen, dachte sie immer über diese Worte des Falkenauten nach. Und je länger sie grübelte, desto sicherer wurde sie. Agnes war ein guter, weichherziger Mensch gewesen. Sie hatte wunderbare Kuchen gebacken, verletzte Tiere von der Straße geholt und mit Frida so lange gepflegt, bis sie wieder gesund waren. Sie war die beste Mutter der Welt gewesen, das wusste Frida. Und wenn ihre Mutter eine Ketzerin gewesen war, dann waren Ketzer gute Menschen. Es war nicht gerecht, dass ihre Mutter sterben musste. Die Falkenauten waren böse. „Ich mache eine neue Wirkung“, beschloss Frida. „Wer meine Mutter tötet, den werde ich jagen und bestrafen.“

Als Frida im Dunkeln zurück schlich, hörte sie vor dem Haus ihren Vater mit der Nachbarin sprechen. Frida verharrte still am Eckstein.

„Kinners vergessen, Iringa. Des Fridle ist noch klein. Die weiß das nimmer in zehn Jahr’n. Heirat’n se nochmal, dann sin geordnete Verhältnisse.“

Die Antwort ihres Vaters war sehr leise. Sie hörte nur, wie die Nachbarin scharf die Luft einzog, „ Horch, Dogan !“ zischte und davoneilte.

Wenn Menschen wie die Nachbarin glaubten, Kinder würden vergessen, irrten sie sich. Denn die Worte und Ereignisse, die Frida an diesem Tag hörte, gruben sich tief in ihre Seele. Wenn sie in den nächsten Jahren ihres jungen Lebens nachts schweißgebadet und zornig in ihrem Bett aufwachte, sah und hörte sie nur eines: „So hat die Ketzerin ihr gerechtes Urteil erfahren.“

Ursache, Wirkung. Bisweilen liegen diese beiden Ereignisse sehr lange auseinander. Zum Beispiel zehn Jahre.

In der freien Stadt Litho in der Unterstadt saß eine junge Frau auf dem Boden ihres Kleiderschrankes, eine schwere Schreibmaschine auf den Knien und tippte. Über ihr brannte eine elektrische Glühlampe, die den dunklen Schrank erhellte. Es roch nach altem Holz, Farbbändern und muffiger Kleidung. Im Schein der Lampe schimmerten die schwarzen Locken, die auf die schmalen Schultern des Mädchens – der jungen Frau fielen. Die ‚Südländerin‘ wurde sie inzwischen nicht mehr genannt. Sie war blass geworden, als hätte sie schon Jahre in diesem Schrank gesessen. Ihre Augen, klein und perlmuttgrau, waren angestrengt zusammengekniffen. Wenn nicht die tiefe Zornesfalte über der Nase gewesen wäre, so wäre sie eine schöne Frau. Sie verlieh ihr ein grimmiges Aussehen.

Die junge Frau – ihr Name war Frida – trug Handschuhe aus Wolle und tippte mit nur einem Finger. Der Anschlag auf der Schreibmaschine verriet meist zu viel über den Verfasser, daher war die lange und mühsame Ein-Finger-Technik bedeutend sicherer. Neben ihr lag ein Stapel an beschriebenen Papierbögen.

Als sie hundert Bögen getippt hatte, hielt Frida inne und seufzte tief. Ihr Arm tat weh. Jedes Mal, wenn Frida aufsah, so wie jetzt, starrte sie auf ihren alten Wintermantel, der Mottenlöcher hatte. Vorsichtig rollte sie den letzten Papierbogen aus der Schreibwalze und legte ihn zuoberst auf den Stapel. Dann schob sie die Schreibmaschine in die linke hinterste Ecke des Schrankes und versteckte sie unter einem Stapel Nachthemden. Frida knipste das Licht aus, klemmte sich den Papierstapel unter den Arm und öffnete die Schranktür. Mühsam kletterte sie hinaus und als sie sich aufrichtete, knackten ihre Knie und Wirbel verdächtig. Seit Mitternacht hatte Frida in dem Kleiderschrank unter der elektrischen Glühlampe gesessen und mit einem Finger getippt. Sie war hungrig und müde. Vor allem fühlte sie sich krumm. Frida war größer als die meisten Frauen in Litho und das Sitzen im Kleiderschrank war anstrengend. Sorgfältig schloss sie den Schrank ab und steckte den Schlüssel in einen Beutel, der an ihrem Gürtel hing. Sie drehte sich zu den Fenstern um, vor die sie schon in der Nacht die Vorhänge gezogen hatte. Steif in den Knien stakste Frida zu ihrem Schreibtisch vor den Fenstern. Darauf lag eine verbeulte Schultasche. Frida öffnete sie, steckte den Papierstapel hinein und stellte sie zurück auf den Schreibtisch. Ein Blick auf den kleinen schwarzen Wecker sagte ihr, dass sie nicht mehr viel Zeit hatte. Sie zog den braunen Ledermantel über und band sich zuletzt ein Tuch um den Kopf, unter dem sie ihre schwarzen Locken versteckte. Sie klemmte sich die verbeulte Tasche unter den Arm und verließ pünktlich um halb vier in der Frühe die Wohnung.

Schon als Frida in das Treppenhaus trat, hörte sie leises Gemurmel. Sie lehnte sich über das breite Geländer und sah hinunter. Halb im Schatten der Treppe verborgen standen fünf Halbwüchsige und flüsterten aufgeregt miteinander. Schnell lief Frida ins Erdgeschoss. Die Jungen verstummten und beobachteten, wie sie die letzten Stufen hinunterstieg.

„Zum Dogan“, sagte Frida leise. „Was genau soll das werden?“

Der Größte von ihnen, ein hellblonder, schlaksiger Junge von siebzehn Jahren trat auf sie zu und lächelte nervös. Er reichte ihr bis ans Kinn.

„Morgen, Frida.“

Seine Stimme klang dünn und heiser.

„Tag, Leo.“

Ihre Augen wanderten über die anderen Jungen. Keiner von ihnen war älter als fünfzehn Jahre. Sie sahen mager aus und blass. Frida räusperte sich und sagte so leise wie möglich, um die Nachbarn nicht aufzuwecken: „Ich weiß, was ihr wollt. Aber das kommt nicht in Frage. Ich mache das allein.“

Die Jungen wechselten schnelle Blicke untereinander. Leo wandte sich wieder an Frida. Er richtete sich hoch auf und blickte sie unverwandt an. „Das kannst du nicht. Du brauchst uns.“

Frida wusste, dass er Recht hatte. Sie hatte viel Zeit in der chaotischen und lumpigen Unterstadtbibliothek verbracht. In den Büchern, egal ob in Geschichtsbüchern oder in Romanen, begannen alle Revolutionen mit einem Haufen Halbwüchsiger, die heimlich Schriften im Keller, auf dem Dachboden oder im Kleiderschrank verfassten und Plakate an Wände klebten. Der entscheidende Punkt dabei schien zu sein, dass es immer ein Haufen Halbwüchsiger war, die sich tragende Namen wie Die blauen Wölfe oder Der Antimagische Untergrund oder Violette Hexen Fraktion gegeben hatten. Selten hatte eine einzige Frau ein ganzes Regierungssystem zum Einsturz gebracht. Abgesehen von der Muttergöttin Yetunde aber die war, ja, eine Göttin. Frida ballte die Fäuste und drückte die Tasche fester gegen ihren Bauch.

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