Katrin Ludwig - Ein kleines Ei ist auch ein Huhn

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Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, heißt es. Dieses Buch erzählt von jüdischen Feiertagen, Mahlzeiten, Sitten und Gebräuchen.
Küche, Kochen, Kochrezepte, Familie und Feste – zu diesem oder jenem ist es zu befragen. Geschichten von Menschen sind darin verwoben, zum Beispiel die der alten Mara, denn Familienfeste und Festtafeln sind ein Urgrund langlebiger Geschichten, wie sie von meiner Mutter, einer russischen Jüdin, erfahren und erzählt wurden, ein Leben lang. Das Scheunenviertel in Berlin, das «Schtetl und die Mulackei» sind der lokale Hintergrund, doch die Küche und ihre Gesetze sprengen Grenzen und Zeiten und verweisen auf Geschichte und Herkunft der Juden.

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Waren die Sabbatkerzen heruntergebrannt, ging die Mahlzeit ihrem Ende entgegen.

Sabbatkerzen dürfen nicht gelöscht oder ausgeblasen werden, denn kein Jude darf am Sabbat mit dem Feuer in Berührung kommen. Ein Schabbes-goj, ein Gemeindediener nicht jüdischer Herkunft, ging in kleinen Gemeinden und Stadtvierteln umher und löschte das Licht in den Fenstern.

"Es ist", sagt Mara, "ein gutes Gefühl in dir, an jedem Sabbat, weil du weißt, alle haben es. Und du weißt, es ist irgendwie Freude bei allen. Mir hat es immer Kraft gegeben."

Heinrich Heines Geschichte von Moses Lump, den alle Welt nur Lümpchen nannte, lässt ähnliches anklingen:

"... der läuft die ganze Woche herum, in Wind und Wetter, mit seinem Packen auf dem Rücken, um seine paar Mark zu verdienen; wenn der nun Freitag abends nach Hause kömmt, findet er die Lampe mit sieben Lichtern angezündet, den Tisch weiß gedeckt, und er legt seinen Packen und seine Sorgen von sich und setzt sich zu Tisch mit seiner schiefen Frau und noch schieferen Tochter, isst mit ihnen Fische, die gekocht sind in einer angenehmen weißen Knoblauchsauce, singt dabei die prächtigsten Lieder vom König David, freut sich von ganzem Herzen über den Auszug der Kinder Israels aus Ägypten, freut sich auch, dass alle Bösewichter, die ihnen Böses getan, am Ende gestorben sind, dass König Pharao; Nebukadnezar, Haman; Antiochus, Titus und solche Leute tot sind, dass Lümpchen aber noch lebt und mit seiner Frau Fisch isst ...

Die Fische sind delikat und der Mann ist glücklich, er braucht sich mit keiner Bildung abzuquälen, er sitzt vergnügt in seiner Religion und seinem grünen Schlafrock, wie Diogenes in seiner Tonne, er betrachtet vergnügt seine Lichter, die er nicht einmal selbst putzt. Und ich sage Ihnen, wenn die Lichter etwas matt brennen und die Schabbesfrau, die sie zu putzen hat, nicht bei der Hand ist, und Rothschild der Große käme jetzt herein mit all seinen Maklern, Diskonteuren. Spediteuren und Chefs de Comptoir, womit er die Welt erobert, und er spräche:

Moses Lump, bitte dir eine Gnade aus, was du haben willst, soll geschehen ... ich bin überzeugt, Moses Lump würde ruhig antworten: Putz mir die Lichter! und Rothschild der Große würde mit Verwunderung sagen: Wär ich nicht Rothschild, so möchte ich so ein Lümpchen sein!" (5)

Selbst der ärmste Jude hat ein SabbatHuhn Maras Satz oft zu lesen und zu - фото 4

Selbst der ärmste Jude hat ein Sabbat-Huhn

Maras Satz, oft zu lesen und zu hören, gehört wohl zu den Standard-Sätzen, die das Leben geschrieben hat.

Die Speisen des Sabbats haben ihre feste Abfolge. Der Sabbat-Vorabend, hat seine Regeln, ebenso wie der darauffolgende Sabbat.

Ihren Sabbateingang beschreibt Mara so:

Nach Beendigung der rituellen Handlung wird der gefillte Fisch aufgetragen. Ihm folgt die Brühe, die goldene Jojch mit verschiedenen Suppeneinlagen. Ihr schließt sich das Sabbat-Huhn an, gekocht, geröstet, gebraten (es kann auch Ente oder Gans sein, je nach Geldbeutel).

Eine Zwischeneinlage oder auch Beilage sind farcierte Hälschen (gefüllte Hühnerhälse, aus denen die Knochen entfernt sind und stattdessen eine Füllung eingelegt wird) oder auch Kischkes, Därme mit delikaten Füllungen.

Nun wird der Zimmes gereicht, ein Auflauf, der süß oder salzig ist, aus Obst oder Gemüse, eine Nachspeise, die zumeist Trockenobst enthält und ebenso eine Beigabe zum Hauptgang sein kann. Maras Zimmes bestand aus Karotten in flüssigem heißem Honig.

Danach beschließen vielerlei Gemüse das Essen. Bei Tee mit Zitrone oder mit süßer, sehr edler Konfitüre und kleinem Gebäck hat der Sabbateingang seinen Abschluss gefunden.

Aber Mara erzählt auch von kargerem Sabbat-Essen. Da war das kleine Huhn schon das Ende der Mahlzeit und die Brühe, verdünnt mit viel Wasser, trug keine Fettaugen, leuchtete nicht golden. Keine Nachspeisen, nur wenige Vorspeisen, zumeist Gemüse in Dill und Knoblauchsauce. Wenn die Straßen des Scheunenviertels etwas reichlich hatten, dann waren es die kleinen ärmlichen (oder auch elenden) Geschäfte und Handlungen, in denen Gemüse verkauft wurde. Mara ging stets erst kurz vor Schluss kaufen. Da war es noch billiger. Und sie nahm dann nur das Beste.

Mischket Liebermanns Erinnerungen an den Sabbat ihrer Kindheit ähneln der kargen Variante, die Mara auch kennt:

"Es ging bei uns tatsächlich so zu wie bei Heine in der 'Prinzessin Sabbat'. Die ganze Woche lebten wir wie die Bettler, am Sabbat aber wie die Könige. Es begann schon am Freitagabend. Meine Mutter zündete die Kerzen im silbernen Leuchter an. Ja, im silbernen Leuchter, der schon vielen Generationen gute Dienste geleistet hatte. Sie sprach ein kurzes Gebet und ließ die Tränen laufen. Vater und die Brüder gingen in die Synagoge. Wir Mädels deckten den Tisch festlich. Neben Vaters Platz kamen die selbst gebackene Chale, das geflochtene Weißbrot mit Mohn, zugedeckt mit einer weißen Serviette, und der selbst gemachte Rosinenwein. In die Mitte des Tisches der gefüllte Fisch.

Wenn die Männer aus der Synagoge heimkehrten, so nach zwei Stunden, saßen wir Mädels und die Mutter schon am Tisch in unseren schönsten Kleidern, das heißt ohne Schürzen. Jeder hatte seinen bestimmten Platz. Stehend, mit einem Glas Wein in der Hand, sprach Vater ein Dankgebet für den Wein, von dem wir nippten, für die Chale, von der wir alle ein Stück abbrachen. Zum Glück waren die Gebete kurz. Wir waren hungrig wie die Wölfe. Tagsüber wurde am Freitag doppelt gespart. Das Mahl begann. Mit Fisch, ganz wie es sich gehört. Dann folgte die Hühnerbrühe mit selbst gemachten Nudeln und etwas Hühnerklein. Keine Nachspeise. Das wäre schon Luxus. Alles andere war Brauch. Jede Woche dasselbe. Jahraus, jahrein. Und der Hunger, der sich schon am Sabbatausgang einstellte, war auch derselbe. Die Woche über nährten wir uns in der Hauptsache von Brot und Kartoffeln, in allen nur möglichen Varianten". (6)

Mara hatte einen reichen Vetter, einen Schuh-Fabrikanten, der behielt vom Sabbat-Huhn nur die Brühe. Das ausgekochte Fleisch ging an die ärmere Verwandtschaft, und Mara war jedes Mal froh darüber, verdoppelte es doch die Fleischmahlzeit oder aber es war Fleisch für die Woche.

Mara wusste zu sparen, aber sie verstand es auch, den Feiertagen ihren Glanz zu verleihen.

Der Sabbat-Morgen, der frühe Sonnabend, verhieß kein oder ein karges Frühstück, etwas Gebäck, etwas Tee oder Kaffee. Dann begab sich die Familie zum Sabbat-Gottesdienst. Die Männer voran, gefolgt von Frauen und Söhnen. Die Töchter blieben zu Hause, spielten oder hatten Pflichten den jüngeren Geschwistern gegenüber.

Nach diesem Gottesdienst erfolgte die Sabbatmahlzeit, die sogleich eingenommen werden konnte, denn im warmen Herd warteten die fertigen Speisen. Am Freitag hineingeschoben, wurden sie am Sonnabendmittag gegessen, der Tscholent und der Kugel (auch Kig'l). Und sie waren zu diesem späten Zeitpunkt gut und wohlschmeckend, wenn der Ofen die Wärme hielt.

Ihre Zusammensetzung erlaubt - und erfordert - stundenlanges Köcheln. Die Zutaten blühen vielfach erst durch die lange Garzeit auf. "Das muss man lernen", sagt Mara. "Der beste Tscholent ist der, in dem das Wasser oder das Fett erst ganz am Schluss verkocht. Und anbrennen darf dir gar nix, sonst hast du versagt als Köchin und Hausfrau. Und besser gut und ein bissel, als schlecht und eine volle Schüssel, heißt es doch."

Tscholent, Kugel und der Zimmes sind die Krönungen des Sabbatessens. "Wer am Sabbat Tscholent und Kugel isst, ist die ganze Woche lang satt." Ein Sprichwort, dem man glauben will, wenn man die Zusammensetzung, die unendliche und kalorienhaltige Vielfalt dieser Gerichte bedenkt.

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