Gerhard Schumacher - Marrascas Erbe

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Jakob Zimmermann kommt 1932 nach Artà auf Mallorca, das Erbe des ihm unbekannten Xavier Marrasca anzutreten. Marrasca macht in einem persönlichen Schreiben an ihn einige mysteriöse Andeutungen über die Umstände des Erbes, was ihm umso verwunderlicher ist, da Marrasca um die Jahrhundertwende vor Canyamel ertrunken ist und Zimmermann gar nicht kennen kann. Zusammen mit zwei dem guten Leben zugetanen Geistlichen bemüht sich Zimmermann um Klärung und gerät immer tiefer in den Sog von Intrigen und Verbrechen um politische Macht und sehr viel Geld

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Plötzlich war ich Hausbesitzer in Artà.

Ebenso plötzlich waren aber auch die verblaßten Erinnerungen an meinen Aufenthalt in dem Städtchen wieder in farbenfroher Vielfalt gegenwärtig und meine Phantasie gaukelte mir manches Detail in einer Ausführlichkeit vor, die in der Realität höchstens in Ansätzen vorhanden gewesen war. Ich steigerte mich geradezu in eine Besessenheit hinein, mußte so schnell wie möglich wieder zurück auf die Insel und war mir in meinem Innersten durchaus bewußt, daß das Erbe nur ein vorgeschobener, aber immerhin ein Grund war.

Ich übergab meine Angelegenheiten zur abschließenden Regelung einem Anwalt, löste alle geschäftlichen Verbindungen, übertrug mein Konto auf eine mallorquinische Bank, was übrigens nicht ohne Schwierigkeiten vonstatten ging, und machte mich auf die Reise nach Barcelona. Dort löste ich eine Passage nach Palma, wo ich Mitte Mai im Schatten der Kathedrale La Seu zum zweiten Mal in meinem Leben mallorquinischen Boden betrat.

So begierig war ich, schnellstens in das kleine Städtchen Artà zu kommen, daß ich während der ganzen etwa zwölfstündigen Überfahrt trotz verhaltener nächtlicher Temperaturen unruhig auf dem Deck des Dampfschiffs umherlief und mir mit meiner Unruhe die mißtrauischen Blicke der Besatzung einfing. Immerhin vermied ich dadurch die Übernachtung in den windigen Verschlägen des Schiffes und den unweigerlich damit verbundenen Kontakten mit lästigen Flöhen und anderem Ungeziefer, wie ich ihn aus Unkenntnis während meiner ersten Passage einige Jahre zuvor erleiden mußte. Wie der Zufall es wollte, machte ich einige Zeit später in Palma die Bekanntschaft des deutschen Dichters Albert Vigoleis Thelens und seiner angehenden Frau Beatrice. Wir kamen in der gleichnamigen Bar des Hotels Alhambra ins Gespräch und stellten schnell fest, daß das Paar mit dem gleichen Dampfer, der Ciudad de Barcelona die Überfahrt von Barcelona nach Palma unternommen hatte, nur eben ein Jahr früher als ich. In Bezug auf das lästige Ungeziefer indes hatten wir ähnliche Erfahrungen zu verbuchen.

Ohne zeitliche Verzögerung mietete ich noch am Hafen einen Wagen, ein Automobil diesmal mit ortskundigem Fahrer, der mich auf schnellstem Wege über Manacor, wo wir eine Übernachtung einlegten, da der Chauffeur sich aus Gründen der Sicherheit weigerte, im Dunkeln weiterzufahren, nach Artà spedierte, das wir anderntags gegen Mittag erreichten.

Sofort begab ich mich in die Bar El Ultim und Pablo der Wirt schickte seinen Sohn zu Don Remigio, damit er ihn von meiner Ankunft unterrichtete.

Der pare kam auch unverzüglich die Gasse hinuntergerannt, seine schwarzen Rockschöße wehten ihm hinterdrein. Er umarmte mich freundschaftlich und überfiel mich mit einem Schwall mallorquinischer Wortkatarakte, weil er wohl in der Aufregung vergessen hatte, daß ich allenfalls català verstand, wiewohl durch die langen Jahre meiner Abwesenheit einigermaßen außer Übung war.

Pablo öffnete eine Flasche tempranillo und seine Frau Consuela stellte kleine Schalen mit Oliven, eingelegten anchoas und in Öl gedünsteten pebrotes auf den Tisch.

Wir tranken, aßen und hatten das Versäumte mehrerer Jahre zu erzählen. Es fiel mir allerdings auf, daß Don Remigio außer allgemeinen Floskeln nichts über die näheren Umstände des Ablebens Senyora Marrascas erzählte und ich war höflich und zurückhaltend genug, ihn nicht direkt darauf anzusprechen. Wir verabredeten uns für den nächsten Vormittag im Büro der Kirche, wo er mich über den aktuellen Stand der Dinge und die Hintergründe unterrichten wollte.

Im Verlauf des Nachmittags kamen nach und nach auch die anderen Freunde in die Bar, bis diese voll war wie sonst nur an hohen Feiertagen. Es hatte sich meine Ankunft natürlich schnell herumgesprochen.

Endlich war die Zeit gekommen, die Betten aufzusuchen. Don Remigio übergab mir feierlich die Schlüssel zu Dona Marias Häuschen, das nun das meine war. Dann wünschte er eine gute Nacht und verschwand leicht schwankend in Richtung seines Refugiums.

Der Chauffeur, der mich mit seinem Automobil nach Artà gebracht hatte, war im Laufe des Nachmittags mehr und mehr dem tempranillo verfallen und konnte in seinem Zustand beim besten Willen nicht die Rückfahrt antreten. Also lud ich ihn ein, mit mir zusammen in meinem neuen Heim zu nächtigen, was er dankend annahm.

Nach dem Ableben der Witwe hatte Consuela, die Frau des Wirtes, regelmäßig zweimal in der Woche das Häuschen sauber gemacht und für meine Rückkehr, an der hier offensichtlich niemand auch nur den geringsten Zweifel hatte, bereitgehalten. Alles war blitzblank sauber und gepflegt.

Ich wies dem Chauffeur die ehemalige Schlafkammer der Witwe zu und bezog selbst das Zimmer, das ich vor etlichen Jahren schon einmal bewohnt hatte. Auf dem Tischchen am Fenster fand ich eine prachtvolle ensaimada , die Consuela wohl am Nachmittag dorthin gestellt hatte.

Als ich im Bett lag und durch schon halb geschlossene Lider gerade eben noch das gelbe Licht der Laterne vor dem Haus wahrnehmen konnte, hatte ich das Gefühl, zuhause angekommen zu sein. Und schlief zufrieden ein.

eins / u

„Es ist müßig, die Frage nach der Existenz Gottes zu stellen, weil die Antwort darauf zwangsläufig eine unbefriedigende sein muß. Wer will schon wie beweisen, daß Gott existiert oder aber im Gegenteil, nicht existiert? Die eine Beweisführung ist so wenig möglich wie die andere. Ich habe mein Leben lang derart unsicheres Terrain gemieden und denke, gut daran getan zu haben.“

Don Remigio lachte mich pausbäckig mit blinzelnden Augen an und hob der frühen Stunde zum Trotz, es war noch nicht elf Uhr am Vormittag, das Weinglas an die Lippen. Nachdem er getrunken hatte, wischte er sich mit dem Ärmel seiner Jacke über den Mund, brummte zufrieden, und fuhr fort:

„Es mag Sie, meu amic , aus dem protestantistischen Norden, wohl erstaunen, diese Worte aus dem Munde eines katholischen Geistlichen zu hören, zumal noch in Spanien, dem Mutterland der Heiligen Inquisition. Nun denn, ich muß gestehen, es gibt nicht viele Menschen auf dieser Erde, in deren Gegenwart ich sie wiederholen würde. Ich fühle mich weder zum Helden noch zum Märtyrer berufen und auch wenn unsere Mutter Kirche Ketzer oder solche, die sie dazu erklärt, in diesen modernen Zeiten anders als zuvor behandelt, mir sind Scheiterhaufen, wie immer sie daherkommen mögen, schlicht zu heiß.

Ihr alemany kennt immer nur den geraden Weg, schwarz oder weiß, rechts oder links, oben oder unten, nichts dazwischen. Wenn eine Kurve unvermeidlich ist, muß sie lange vorher angekündigt sein und zwar ordnungsgemäß. Glauben Sie mir, meu amic , da denken wir hier pragmatischer.“

Der pare strich sich über den Bauch und grinste mich an.

„Extra ecclesiam nulla salus est, es gibt kein Heil außerhalb der Kirche. Dieser Satz ist die Grundlage für ein sorgenfreies Leben, glauben Sie mir. Intra ecclesiam können Sie fast alles machen, Diskretion vorausgesetzt, wenn Sie keine goldenen Löffel vom Tisch des bisbe stehlen. Und selbst wenn, unter gewissen Umständen wird Ihnen auch dann verziehen, denn der bisbe hat die Löffel zumeist ja auch gestohlen. Es kommt eben immer drauf an.

Will damit sagen: dieweil ich also meine Ansichten, zum Beispiel die Existenz oder Nichtexistenz Gottes betreffend, während der Prozession zu Sant Antoni nicht bäuchlings plakatiert vor mir hertrage, interessieren sie keinen. Sie sind Privatsache und werden von den Klugen nicht zur Kenntnis genommen. Solange ich meine Arbeit verrichte, ist es den meisten Leuten egal, ob ich dahinter stehe oder nicht. Der Schmied wird auch nicht gefragt, ob er den Amboß liebt, den er täglich mit dem Hammer traktiert.

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