Die Verdampfer-Spule ist ausschlaggebend für die „Dampfleistung“ und sollte einen Widerstandswert von weniger als 2 Ohm aufweisen (je kleiner der Widerstand, desto größer die Leistung). Sie ist ein relativ billiges Verschleißteil und muss sowieso alle paar Wochen ausgetauscht werden. Auch hier würde es sich lohnen, sicherheitshalber immer einen Ersatz mit sich zu führen.
Ob das Gerät eine Taste zum Einschalten hat oder einen Automatikschalter, der reagiert, wenn Sie an der Dampfe ziehen, bleibt Geschmackssache. Die Automatik ist bequemer, aber auch fehleranfälliger.
Die meisten umstiegswilligen Raucher beginnen mit einem Liquid mit Tabakaroma, um geschmacklich möglichst nah am Tabakrauchen zu bleiben. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Vorsicht ist allerdings bei der Wahl des Nikotingehalts geboten. Das ist überhaupt einer der kritischen Punkte, von denen es abhängt, ob der Umstieg zum Dampfen gelingt. Fertige Liquids werden in den Dampfershops immer in verschiedenen Nikotinkonzentrationen angeboten, z.B. mit 6, 9, 12 oder 15mg pro Milliliter Flüssigkeit. Dieser Wert lässt sich aber nicht direkt mit der entsprechenden Angabe auf Zigarettenpackungen vergleichen oder gar umrechnen, weil sich der Wert auf der Schachtel auf den Nikotinanteil im Rauch bezieht. Wenn Sie starker Raucher sind, beginnen Sie daher eher mit den höheren Werten.
Als Grundregel sollte hier ausnahmsweise gelten: besser zu viel Nikotin als zu wenig!
Begründung: Ist Ihnen die Mischung zu stark, können Sie diese leicht mit einem „Nuller-Liquid“ der gleichen Geschmacksrichtung verdünnen. Es gibt in jeder Geschmacksrichtung nämlich immer auch eine gänzlich nikotinfreie Variante zu kaufen. Ist Ihnen die Mischung jedoch zu schwach, greifen Sie mit Sicherheit wieder zur Zigarette!
Keine Sorge, Nikotin ist zwar prinzipiell ein Nervengift, in höherer Dosis sogar tödlich (in diesen Bereich kommen Sie allerdings nie mit einem Liquid, außer Sie trinken es), aber es wird vom Körper relativ rasch abgebaut. Nur zur Erinnerung: Das richtig Böse im Zigarettenqualm sind die Rauchinhaltsstoffe!
Und außerdem – im zweiten Schritt verrate ich Ihnen ohnehin, wie Sie den Nikotingehalt ganz leicht reduzieren können.
Besorgen Sie sich ein E-Dampfgerät und Liquid, wie zuvor beschrieben. Die Anschaffungskosten amortisieren sich bei erfolgreichem Umstieg in der Regel recht rasch durch die niedrigeren laufenden Kosten im Vergleich zum Zigarettenkonsum.
Und jetzt ein ganz wichtiger Punkt:
Erwarten Sie nicht, dass sich das Dampfen gleich anfühlt wie das Rauchen!
Das beginnt damit, dass man an einer E-Dampfe nicht so heftig zieht wie an einer Zigarette. Das kann man zwar schon machen, es bringt aber nichts. Dementsprechend ist auch der „Nikotin-Flash“ nicht so ausgeprägt. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber Sie bekommen dennoch genügend davon ab, wenn Sie einfach so lange weiter dampfen, bis das Verlangen nach einer Zigarette nachlässt.
Auch der Geschmack ist anders, selbst bei Verwendung eines Tabakaromas – nämlich viel besser! Oder kurz gesagt: Es stinkt nicht, weder im Raum, noch aus dem Mund (außer natürlich, sie essen zuvor reichlich Zwiebel oder Knoblauch).
Gewöhnen Sie sich ans Dampfen, indem sie zunächst nur eine einzelne Zigarette damit ersetzen. Dabei sollten Sie sich nicht in einer Stresssituation befinden. Ziehen Sie langsam und nicht hektisch an dem Gerät. Testen Sie, wie viel Dampf Sie ohne Husten vertragen, das ist individuell verschieden und muss genauso „trainiert“ werden wie einst das Rauchen (Erinnern Sie sich an Ihre erste Zigarette?). Dampfen Sie so lange, bis Sie das Gefühl haben, kein Verlangen mehr nach einer Zigarette zu haben. Es kann sein, dass Sie dafür am Anfang mehr Zeit benötigen als für eine typische Zigarettenlänge.
Anschließend prüfen Sie, ob ungefähr die gleiche Zeitspanne vergeht, bis das Verlangen nach einer Zigarette wiederkehrt, wie wenn Sie eine normale Zigarette geraucht hätten. Falls diese kürzer sein sollte, könnte das auf zu wenig Nikotingehalt in Ihrem Liquid hinweisen. Bevor Sie jetzt aber in den nächsten Dampfershop stürmen, machen Sie den Versuch ruhig öfter. Erst falls Sie permanent das Gefühl haben, zu wenig Nikotin zu erhalten, holen Sie sich ein stärkeres Liquid.
Umgekehrt, falls Ihnen nach dem Dampfen öfter schlecht oder schwindlig ist, verringern Sie den Nikotingehalt. Deswegen brauchen Sie das Liquid nicht wegzuwerfen, sondern Sie verdünnen es einfach mit einem „Nuller-Liquid“ – einem ohne Nikotin – in der gleichen Geschmacksrichtung.
Auf diese Weise sollte es Ihnen gelingen, zu einer für Sie passenden Dosierung des Nikotins zu kommen, eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Umstieg.
Bevor wir in die nächste Phase treten, sollten Sie daher zu den folgenden Statements mit einem ehrlichen „JA“ zustimmend nicken können:
Ich kann jederzeit eine einzelne Zigarette durch Dampfen ersetzen.
Es geht mir damit nicht anders, als ob ich geraucht hätte.
Wenn Sie mühelos einzelne Zigaretten durch Dampfen ersetzen können, dann ist es eigentlich logisch, dass es auch mit mehreren hintereinander klappen muss: Versuchen Sie als Nächstes, möglichst viele Zigaretten, die Sie „nur so zwischendurch“ rauchen, durch Dampfen zu ersetzen. Sie werden merken, dass es funktioniert. Wahrscheinlich werden Sie vorläufig noch die berühmten „Genusszigaretten“ (z.B. nach dem Essen) weiter rauchen, aber es sollte für Sie problemlos möglich sein, einen ganzen Vormittag oder Nachmittag ohne blauen Rauch zu überstehen. Üben Sie das, bis es wirklich klappt, und machen Sie erst weiter, wenn Sie wieder folgender Feststellung zustimmen können:
Ich kann stundenlang ohne Zigaretten auskommen, indem ich stattdessen dampfe.
Erst wenn Sie so weit sind und genug Vertrauen in das Dampfen als Nikotinlieferanten haben, machen Sie den nächsten, allerwichtigsten Schritt:
Kaufen Sie sich keine Zigaretten mehr!
Nur wenn Sie keine Glimmstängel mehr dabei haben (und sich auch keine von Anderen schnorren), werden Sie den Umstieg schaffen.
Wählen Sie dazu am besten einen Zeitpunkt, wo Sie möglichst ein paar Tage lang weder großem Stress ausgesetzt sind, noch irgendwelche Festivitäten anstehen. Das vermindert die Gefahr eines Rückfalls enorm. So lernen Sie, auf das Dampfen als Nikotinlieferanten zu vertrauen.
Und es funktioniert! Sie bekommen beim Dampfen genügend Nikotin geliefert, um keine Entzugserscheinungenzu haben und Sie können alle Ihre bisherigen Gewohnheiten ganz normal beibehalten: die Rauchpausen (jetzt: Dampfpausen), den Klatsch im Raucherzimmer, die „Nach-dem-Essen“ E-Zigarette (die jetzt viel besser schmeckt) etc.
Wenn Sie die ersten Tage gemeistert haben, können Sie sich auch in exponiertere Situationen wagen, beispielsweise einen Kneipenbesuch mit Freunden. Sie werden sehen, auch das klappt, wenn man erst einmal darauf vertraut, dass der Ersatz funktioniert.
Zunächst ein Wort zur Akzeptanz des Dampfens: Am Anfang werden Sie von Ihrem Umfeld scheele oder sogar belustigte Blicke ernten, wenn Sie unter Rauchern Ihr Dampfgerät zücken. Aber ich habe immer öfter die Beobachtung gemacht, dass schließlich das Interesse überwiegt, besonders wenn man auf die vielen Vorteile hinweist, die das Dampfen gegenüber dem Tabakrauchen hat. Lesen Sie ruhig noch einmal deren Aufzählung am Beginn dieses Kapitels. Sie alleine sollten schon Motivation genug für einen Umstieg sein!
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