E.R. Greulich - Keiner wird als Held geboren

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Warum fällt es Dagmar, der «Tochter aus besserem Hause», schwerer, zur illegalen KPD zu kommen, als Nitte, dem umhergestoßenen Arbeiterjungen? Was unterscheidet die Führer des proletarischen Widerstands von denen des bürgerlichen? Weshalb musste die Revolte des 20. Juli scheitern? Werden jene, die wir als Helden bezeichnen, mit übermenschlichen Eigenschaften geboren?
Mit solchen und ähnlichen Fragen setzt sich der Autor in diesem Buch auseinander. Auf dem Hintergrund der furchtbaren Zeit des zweiten Weltkriegs spielen sich Schicksale von Menschen ab, die täglich vor Entscheidungen gestellt sind. Wir erleben Kämpfer von unbeugsamer Entschlossenheit, aber auch vor der ständigen Todesgefahr Schwachgewordene. Episoden gelungener Aktionen wechseln mit solchen der unüberwindbaren Schwierigkeiten des Untergrundkampfes. Dass er nicht losgelöst gezeigt wird, sondern im Zusammenhang mit dem damaligen Alltag des deutschen Volkes, verleiht dem Buch seine besondere Note. Es ist ein literarisches Denkmal für Anton Saefkow und seine Mitkämpfer. Nachrichten von ihrem Leben ergaben den Stoff für eine erregende Gestaltung.

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"... die Kienäppel", spottete Dagmar gutmütig.

"Wer die Kiefer nicht ehrt, ist die Buche nicht wert", tadelte Anton, als sie weitergingen.

Auf der Landseite mit Zwergbirken bestanden, führte der Weg bergab und bergauf. Als sie aufatmend eine neue Höhe erreicht hatten, verharrte sie vor der sich jenseits eines schmalen Wiesentals erstreckenden Wand schwarzsilbern schimmernder Stämme, die über sich ihr Schild grünen Blattwerks gegen den Himmel hielten.

"Schön", sagte Dagmar, "ein gewachsener Dom."

Anton gab ihr den Spott über die Kiefern zurück: "Stimmt. Dome riechen auch meist ein wenig modrig."

"Trotzdem sind sie erhebend."

"Stimmt auch, denn geblieben sind die herrlichen Formen. Wenige denken an die Kosten: Schweiß, Tränen, Blut."

"So kann man sich jede Freude vergällen."

"Wenn man weiß, welche Opfer es kostete, wird das Schöne schöner."

Sie wurde wieder misstrauisch, spürte, dass sie ihm auf dieser Ebene unterlegen sein würde. "Gehen wir diesen Weg?"

"Ich schlage vor, wir nehmen den Weg dort drüben. Er führt durch den ganzen Wald. Dahinter liegt ein Dorf, von dem wir mit dem Überlandbus zurückfahren können."

Sie wanderten eine Weile, ohne zu sprechen. Aus der Ferne waren Axtschläge und Sägegeräusche zu hören, einmal ein dumpfes Krachen. Hinter einer Wegbiegung tauchte plötzlich eine Arbeitskolonne auf, die mit Holzspalten beschäftigt war. Ringsum im Wald, links und rechts des Weges, waren andere Gruppen beim Fällen. Anton zuckte zusammen. Die Arbeitenden waren KZ-Häftlinge in der Zebrakluft, die er selbst so lange getragen hatte. Und da entdeckte er auch die SS-Posten mit Maschinenpistolen. Einige führten einen Hund an der Leine. In Anton stieg Übelkeit hoch, als er das Kommandieren und Brüllen hörte. Kein Zweifel, hier schuftete ein Außenkommando von einem der Konzentrationslager im Lande.

Als Dagmar die Szenen wahrnahm, ging sie unwillkürlich dichter neben Anton. "Zuchthäusler?" fragte sie mit gepresster Stimme.

Er schüttelte den Kopf: "KZler." Ich muss ihnen einen Beweis meiner Sympathie geben, überlegte er. Unauffällig holte er die angebrochene Schachtel Zigaretten aus der Jacketttasche und ließ sie zwischen Dagmar und sich zur Erde gleiten.

"Du hast etwas verloren", sagte Dagmar vorwurfsvoll.

"Lass es liegen." Als er ein winziges Zögern in ihr zu spüren glaubte, nahm er sie beim Arm und schritt schneller voran.

Mit eigensinnigem Gesicht, die Lippen zusammengepresst, ging sie neben ihm.

Sie schwiegen noch, als der Spuk lange verhallt war und vor ihnen helleres Licht das Ende des Buchenwaldes ankündigte.

"Es waren doch Verbrecher", sagte sie plötzlich.

"Im KZ sind Tausende anständige Menschen."

Erregt blickte sie auf. "Woher willst du das wissen?"

"Ich weiß es, du musst mir glauben."

"Das ist kein Beweis."

Er ging grübelnd und finster weiter. Glückliche Inseln inmitten der Nazihölle waren Trugbilder. Plötzlich stand da die graue Wirklichkeit und zwang ihn zu einer Entscheidung, um die er wahrlich nicht nachgesucht hatte. Sollte er jetzt das Gespräch abzubiegen versuchen? Noch war er für sich allein verantwortlich. Sicher, die illegale Arbeit wartete auf ihn: Streuzettel, Flugblätter, Mauerinschriften, Dreiergruppen, Geldsammlungen, den Volkskampf gegen Hitler organisieren. Worum ging es bei all diesen Aktionen? Menschen zu gewinnen. Nichts aber wirkte nachhaltiger als persönlicher Einfluss. Auch bei der geringsten Widerstandstätigkeit stand das Leben eines Kommunisten auf dem Spiel. Die Frage, lohnt es, war eines Kämpfers unwürdig. Es lohnte, einem jungen Menschen die Augen zu öffnen, zumindest Zweifel an diesem System in sein Herz zu senken. Er war mit Dagmar allein, niemand konnte ihr Gespräch hören. Er wusste nicht viel von ihr, doch das Wichtigste: Sie war keine fanatische Nazis, und sie war immer ehrlich zu ihm gewesen, überraschend ehrlich in dieser Zeit des großen Heuchelns. Er wäre nicht mehr er selbst, würde er jetzt ausweichen.

Anton seufzte und hatte sich entschieden. "Damit du mir glauben kannst, musst du wissen. Komm, gehen wir diesen Querweg, ich möchte sie nicht mehr sehen, wenn sie beim Einrücken hier vorbeikommen." In einer kleinen Mulde mit warmem Moos unter einer Birke ließ er sich nieder, bat sie mit einer Geste, sich ihm gegenüber zu setzen.

Verschlossen gehorchte sie und sah ihn forschend an. Er wich ihrem Blick nicht aus. "Ich war selbst im KZ."

"Nein." Es war ein kleiner ungläubiger Schrei.

"Doch."

"Warum? Was - hast - du - verbrochen?"

"Ich bin auch nach dreiunddreißig meiner Weltanschauung treu geblieben."

"Du bist Kommunist?" fragte sie so leise, als hätte sie Angst, es könnte sie auch hier jemand hören.

"Ich liebe Deutschland, und ich wehre mich dagegen, dass man seine schöpferischen Leistungen verdunkelt mit Herrendünkel. Ein Volk, das andere versklavt, wird selbst nie frei sein."

Sie schüttelte gequält den Kopf. "Nein, dass solch ein feiner Kerl wie du … Die Kommunisten wollen doch alles russisch machen, alles."

"Das lügt man über sie."

"Sonst würde man sie doch nicht einsperren."

"Immer versucht die Lüge Gewalt gegen die Wahrheit zu setzen. Die Kommunisten zeigen den Irrweg Hitlers. Sie beweisen, dass er in den Krieg führt."

"Der Führer will keinen Krieg."

Anton musste aufsteigenden Zorn über so viel naive Leichtgläubigkeit niederkämpfen und raunte sich zu: Geduld, Geduld. Ich kann ihr jetzt keinen politischen Vortrag halten. Ich muss versuchen, ihr menschliches Empfinden wachzurütteln, ihr Gefühl für Gerechtigkeit. "Dagmar«, sagte er eindringlich, "in einer Stunde könnte ich dir klarmachen, dass Hitlers Politik zum Kriege führen muss. Aber selbst wenn die Kommunisten das wären, was man dir über sie beigebracht hat - findest du es richtig, dass man sie so behandelt, wie du es vorhin selbst erlebt hast?"

"Wie viel Jahre warst du im KZ?" Ihre Frage hieß: Du lebst doch noch.

"Ich bin mehrere Tode gestorben", sagte er. "Als ich im Bunker im KZ Dachau kurz vorm Zusammenbruch stand, holten sie mich nach Hamburg, um mich für kommunistische Betätigung im KZ abzuurteilen. Sie diktierten mir Zuchthaus zu. Dort geht es relativ ordnungsgemäß zu. Nur dadurch bin ich noch am Leben."

"Bunker, was ist das?" fragte sie und unterdrückte ein Schütteln.

"Am Rand meiner Begleitpapiere stand rot unterstrichen: Rückkehr unerwünscht, streng isolieren! Das hieß bei meiner Einlieferung in Dachau, sofort in Dunkelarrest, hinab in den Bunker, einer Zementzelle unter der Erde, mit einem zugenagelten Fenster, einer Holzpritsche darin und einem stinkenden Marmeladeneimer für die Notdurft. Den ganzen Tag hatte ich gegenüber dem Guckloch aufrecht zu stehen, die Hände in Stahlfesseln. Machten sie plötzlich Licht und stand ich nicht vorschriftsmäßig, dann schlugen sie so lange mit Ochsenziemern auf mich ein, bis ich bewusstlos liegen blieb. Aber das geschah nur ein paar Mal, denn ich sollte langsam sterben. Schlimmer waren die andern Strafen. Jeden Tag bekam ich einen Liter Wassersuppe, alle drei Tage ein Stück trocken Brot. Entweder sie entzogen mir das Brot oder taten so viel Salz in die Suppe, dass ich vor Durst Fieber bekam. Einmal schütteten sie mir den Marmeladeneimer ins Gesicht, ein andermal schlossen sie mich eine Woche lang auch noch mit den Füßen an eine Kette in der Wand. Am schlimmsten war es abends und nachts. Immer hatten sie einen oder mehrere Bunkerinsassen 'weichzumachen'. Das heißt, sie wollten von ihnen Aussagen erzwingen. Dabei ließen sie die betreffenden Zellentüren weit auf, damit wir andern uns vor Grauen auf unsern Pritschen krümmten. Ich habe nie gewusst, wie entsetzlich Gemarterte brüllen können. Als ich ..."

"Hör auf!" schrie sie.

Sachlich fuhr er fort: "Als ich aus dem Bunker geholt wurde, um nach Hamburg gebracht zu werden, wog ich achtundneunzig Pfund. Ich konnte nicht mehr aufrecht stehen. Leidensgenossen mussten mich zur Kommandantur schleppen. Der Kommandant sagte: 'Dich haben wir leider zu sanft behandelt, Freundchen, sonst wären die Barettonkels aus Hamburg zu spät gekommen. Ab heute marschiert keiner mehr lebend aus dem Bunker.'"

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