„Fällt Dir nichts ein?“
„Äh…nein…?“
„Richtig. Wenn eine Person eine andere zu deren Weltanschauung zu bekehren versucht, wird sie immer auf geistigen Widerstand stoßen. Und dieser Widerstand begründet einen Großteil des menschlichen Leids auf dieser besten aller Welten. “
„Ja.“ Schluckte sie, sehr kleinlaut. Vor dem Volltreffer eines Blumentopfs auf meinem Scheitel war sie nie so gewesen.
„Sieh in die Politik: sieh, was passiert, wenn eine politische Kaste ihrer Bevölkerung die eigene Ideologie als allein selig machende Weisheit schmackhaft machen will: ein Teil der Bevölkerung nimmt dieses, äh, Angebot sehr dankbar auf. Ein anderer Teil lehnt es ab – es kommt zu Widerstand. Der Sozialismus ist eine wohlmeinende Ideologie: allen das gleiche. Sozialistische Gesellschaften jedoch münden in schönster Regelmäßigkeit in Diktaturen. Preisfrage: warum?“
„Äh, Adrian, bist Du das, der da redet?“
„Das habe ich Dich nicht gefragt. Also?“
„Weil ein Teil der Bevölkerung…anders denkt und…Widerstand leistet?“
„Der befreite Geist hat jegliche Form von Ideologie hinter sich gelassen, und damit jegliche Form der Mission. Warum sollte er den Anderen von irgendetwas überzeugen wollen? Der befreite Geist ist sich bewusst, dass jeder Mensch einen anderen Bewusstseinszustand hat – und jede Form von Missionierung ein unzulässiger Eingriff in die Bewusstseinssphäre des Missionierten wäre. Deswegen gibt es auch keine erleuchtete Ideologie, keine erleuchtete Doktrin – denn das wäre ein Widerspruch in sich.“
„Wow…“ ächzte Isabell leise.
„Die einzige Möglichkeit, die Welt wirklich bewusster zu machen, Licht in die Dunkelheit zu bringen, ist, die Menschheit von jeder Ideologie zu befreien. Egal wie gut, ausgefeilt und durchdacht sie immer scheinen mag: es gibt immer Menschen, die mit ihr nicht einverstanden sind. Dadurch entstehen Streit, Konflikte und Krieg. Wenn Du Frieden willst – befreie Dich von Ideologie. Dann kehrt Frieden ein – sowohl außen, als auch in Dir selbst.“
„Äh…ich glaube, ich muss mal kurz…“
Da war sie auch schon weg. Sie war im Übrigen nicht kurz weg, sondern blieb gleich weg, was besonders wohltuend war. Ganz simpel aus dem Grund, dass ich jetzt einfach ein Mittagsschläfchen machen wollte. Der Salat mit Thunfisch wollte schließlich angemessen verdaut sein. Sie hatte auch die Frage nach meinen Erlebnissen unmittelbar nach dem Blumentopf-Crash vergessen. Aber das war erstens kein Wunder und zweitens besser so.
Was auch immer es war, dass sie diese Frage vergessen ließ: ich dankte dem kosmischen Bewusstsein dafür, bevor ich zum Mittagsschläfchen ansetzte…
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