Marita Brenken - Vom Essen und Lieben

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Diese Menschen sind keine Helden, sie sind noch nicht alt und nicht mehr ganz jung. Ihr Handeln ist nur scheinbar alltäglich und nicht immer logisch. Sie kämpfen sich durchs Leben und haben Sorgen, Träume und Wünsche. Doch egal was sie auch tun, alles dreht sich ums Essen und um die Liebe. Sie essen, während sie der Liebe nachjagen, die ihnen fehlt, und die sie nicht finden. Sie essen, wenn sie lieben, oder sie denken an die Liebe, während sie essen. Auf der Suche nach dem Glück scheinen sie an sich und an ihrer Umwelt zu scheitern.

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Das obere Stockwerk meines Elternhauses steht leer. Früher wohnten dort meine Tante Annemie und meine Oma Gerti. Meine Mutter und Tante Annemie sind die Töchter von Oma Gerti. Mein Vater sagte immer: “Oma Gerti ist ein Besen.“ Er meinte damit, dass die Alte das Sagen hatte. Was sie befahl, war Gesetz. Sie befahl meinem Vater, dass er im Erdgeschoss einen Laden aufmachen sollte, was er natürlich tat. Er litt sein Leben lang darunter, weil er lieber mit meiner Mutter durch die Weltgeschichte gefahren wäre. Oma Gerti befahl ihrer Tochter, also meiner Mutter, kein zweites Kind zu bekommen, weil ihr Ehemann ein Hallodri sei, womit sie natürlich Recht hatte. Trotzdem nahm ich ihr übel, dass ich kein Geschwisterchen bekam. Und Oma befahl, dass Tante Annemie nicht heiraten sollte, sondern dazu da sei, ihre Mutter, also meine Oma Gerti, zu versorgen. Das war zwar gemein, aber für Annemie die eleganteste Lösung, nachdem ihr der Verlobte weggelaufen war. Sie hätte wahrscheinlich niemanden mehr gefunden, der sie geheiratet hätte. Annemie war nicht die Schönste, und wirklich klug war sie auch nicht. Wahrscheinlich hätte nur ein Batzen Geld einen Mann bewegen können, sie zu heiraten. Aber Oma Gerti war der Meinung, dass Annemie kein Geld bräuchte, und vermachte bereits zu Lebzeiten das Haus meiner Mutter. Trotzdem musste Annemie nicht ganz ohne Liebe leben, mein Vater hatte ein gutes Herz und auch die entsprechende Potenz, die für zwei Frauen reichte, dank der vielen Eier, die er essen musste. Alle im Dorf wussten, dass mein Vater zwei Frauen beglückte, aber alle schwiegen. Natürlich wusste auch meine Mutter Bescheid. Aber sie fühlte sich nicht vernachlässigt, mein Vater hatte Liebe genug für zwei Frauen. Und während er seine Schäferstündchen mit Annemie verbrachte, konnte Mutter sich ungestört der Bemalung ihrer Eier widmen. Oma Gertis Begräbnis war ein großes Fest, das ganze Dorf war anwesend. Tante Annemie starb lange nach meiner Mutter. Sie hatte sich totgesoffen und wurde still begraben.

Jetzt steht der obere Stock leer, und ich würde ihn gerne an Studenten aus Münster vermieten. Am liebsten an Frauen, die sind ordentlicher als Männer. Aber die jungen Leute sind heute so anspruchsvoll. Die wollen eine Wohnung in Sichtweite der Uni. Die wollen weder fahren noch laufen. Und Familienanschluss wollen sie auch nicht. Sie nennen das autark sein, ich aber finde es fast autistisch. Die wollen doch alle so kommunikativ sein, die jungen Leute. Naja, geht mich nichts an. Bei uns früher war das ganz anders. Wir machten alles zusammen, immer in der Clique. Wir haben uns geholfen, wenn Not am Mann war.

Meine Freunde waren schon alle immatrikuliert, damals, und ich wusste immer noch nicht, was mir gefiel, oder was ich werden sollte. Wie gesagt, eigentlich wollte ich nur meine Ruhe. Aber, um mit den anderen mitzuhalten, begann ich, Elektrotechnik zu studieren, obwohl ich keine Ahnung hatte, was da auf mich zukam. Als mir klar wurde, was ich mir da ausgesucht hatte, und dass es absolut nichts mit mir zu tun hatte, war es schon zu spät. Ich tat nur noch das Notwendigste für mein Studium. Ich führte meinen Freunden aus der Clique lieber den WG-Haushalt, während sie fleißig studierten. Die Wohnung bezahlte Freds Vater, damit wir uns voll auf das Studium konzentrieren konnten, ohne nebenbei arbeiten zum müssen. Das Haus, in dem wir ein ganzes Stockwerk bewohnten, lag direkt an der B219 Richtung Norden, einer viel befahrenen Straße. Wenn die LKW am Haus vorbeidonnerten, wackelten die Tassen auf dem Tisch, und ich hatte das Gefühl, ich müsste flüchten, weil der Lastwagen direkt durch die Küche fuhr. Vor dem Haus befand sich ein schmaler grüner Streifen, den wir Garten nannten. Dort standen alte verrottete Gartenstühle und ein paar Kisten, die wir als Tische benutzten. Im Sommer verbrachten wir unsere Nächte draußen, in unserem Garten. Wir rauchten und tranken Bier, aßen den Nudelsalat und die Frikadellen, die ich tagsüber vorbereitet und gebraten hatte. Das war auch die Zeit, in der sich die Männer der Clique in die Frauen der Clique verliebten, völlig egal, ob es Viehfuß oder Uphoff waren. Es sollte ja nicht für immer sein, sondern nur ein großer Spaß und ein Ausprobieren und Studieren des anderen Geschlechts. Ich glaube ich war schon im Buddelkasten in Nele verliebt, also verliebte ich mich jetzt wieder in Nele, obwohl wir beide Viehfuß sind und eigentlich sogar Cousin und Cousine. Für Nele war es das erste Mal mit mir. Ich war sehr vorsichtig und fragte immer wieder nach: “Darf ich das jetzt machen? Tut dir das gut? Wie fühlt sich das an? Bin ich zu schnell? Möchtest du noch warten? Du musst mir sagen, was du willst. Oder soll ich dir was zeigen? Soll ich dir zeigen, wie es geht?“ Am Ende wollte sie, dass ich ihr alles zeigte, was ich wusste, und was ich konnte, und zwar schnell, und wenn möglich, alles auf einmal. Und dann wurde sie selbst kreativ und probierte alles aus, was ihr Gefühl ihr sagte, und wohin ihre Lust sie trieb. Ich wünschte mir, dass meine Mutter dagewesen wäre, um mir Rührei mit Schnittlauch oder mit Pilzen zu machen, wegen der Potenz. Für mich hätte es immer so weiter gehen können. Aber es kam anders. Das Karussell begann sich zu drehen, und Männer wie Frauen wechselten ihre Partner in regelmäßigen Abständen, aber immer innerhalb unserer Clique. So hatte bald jede mit jedem geschlafen. Und der Kreislauf begann von neuem, und änderte sich erst unmerklich, dann offensichtlich. Diesmal wurde es ernst. Es ging um die Familienplanung. Ich wollte Nele, und wusste, dass es nicht ging. Sonst wusste ich nichts. Ich schmiss mein Studium, was mich einen Dreck interessierte. Und dann entschied sich Nele für meinen besten Freund Fred. Fred Uphoff. Eine gute Wahl. Sicherheit, Reichtum, Beständigkeit, die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche, langweilige Ehe. Und ich konnte mich nicht entscheiden. Und deshalb sollte ich mit Agatha verkuppelt werden. Zum Glück hat das damals nicht geklappt. Und jetzt ist es soweit. Das Karussell beginnt sich wieder zu drehen, jetzt, wo die Kinder groß sind, und langsam flügge werden. Jetzt kommt es nicht mehr darauf an, Kinder zu zeugen, jetzt kommt es nur noch darauf an, glücklich zu sein.

Und jetzt liege ich mit meiner Nele in meinem dunkelblauen Schlafzimmer, in meinem großen Bett, und sie sagt mir, wie sie es gerne hätte, und wo ich sie berühren soll. Und wenn mich die Kraft verlässt, gehen wir rüber in die Küche und braten Spiegeleier mit Speck oder machen Omelett, das wir mit heißen Kirschen bedecken und darauf eine Kugel Eis schmelzen lassen. Ja, ich kann wieder Eier essen. Und das mit Genuss.

Unser Dorf hat sich verändert. Viele Menschen sind in die Stadt gezogen, nach Münster. Oder in noch größere Städte, oder sogar in andere Länder. Unserem Dorf hat das nicht gut getan. Die Einzelhandelsgeschäfte mussten nach und nach schließen, weil sich das Geschäft nicht mehr lohnte.

Früher bekam man alles in unserem Dorf zu kaufen, niemand musste in die Stadt fahren, um sich zu versorgen. Meine Eltern waren angesehene Einzelhändler in unserem Ort. Sie führten ein großes Haushaltswarengeschäft. Es gab alles. Niemand musste in die Stadt fahren, um sich durch die vielen Stockwerke eines Kaufhauses zu quälen. Und was meine Eltern nicht auf Lager hatten, besorgten sie. Meine Eltern liebten die Vielfalt und sie verkauften Dinge, die ihnen selbst gefielen. Mein Vater hatte eine kleine Abteilung mit Elektrobohrern, Schleifgeräten und Sägen aufgemacht. Natürlich gab es jede Schraube und jeden Dübel in jeder Größe. Eine Zeitlang stand sogar ein Rasenmäher in unserem Laden zum Verkauf. Er landete in unserem Garten, und Mutter mähte damit unseren Rasen. Es gab Toaster und Kaffeemaschinen, Kofferradios, Batterien und Taschenlampen. Meine Mutter war für die Putzmittel zuständig, für die Knöpfe und Gummibänder, Stricknadeln, Gardinen und Tapeten. Und für die kleinen nutzlosen Dekorationsgegenstände, die sie so gerne einkaufte, um sie wieder zu verkaufen. Gläserne Aschenbecher, Wanduhren mit seltsamen Messingeinfassungen, beleuchtete Schiffe, die auf dem Fernseher ihren Platz fanden, und Enten und Hühner aus jedem Material und in jeder Größe. Eine Waschmaschine und ein Kühlschrank standen jahrelang im Schaufenster zum Verkauf. Sie wurden Ladenhüter, und meine Mutter benutzte sie zur Dekoration. Sie ließ bunte Stoffe aus der runden Öffnung der Waschmaschine quellen, öffnete die Kühlschranktür und dekorierte die Fächer mit Enten und Hühnerfamilien die sie liebevoll in grüne Holzwolle setzte.

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