Marita Brenken - Vom Essen und Lieben

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Diese Menschen sind keine Helden, sie sind noch nicht alt und nicht mehr ganz jung. Ihr Handeln ist nur scheinbar alltäglich und nicht immer logisch. Sie kämpfen sich durchs Leben und haben Sorgen, Träume und Wünsche. Doch egal was sie auch tun, alles dreht sich ums Essen und um die Liebe. Sie essen, während sie der Liebe nachjagen, die ihnen fehlt, und die sie nicht finden. Sie essen, wenn sie lieben, oder sie denken an die Liebe, während sie essen. Auf der Suche nach dem Glück scheinen sie an sich und an ihrer Umwelt zu scheitern.

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Irgendwann begann mich die Großstadt zu nerven. Ich fühlte mich krank und gestresst und nie richtig zu Hause. Ich bekam eine Erkältung nach der anderen, hatte geschwollene Nasennebenhöhlen, die Augen tränten und die Ohren schmerzten. Ich war mir sicher, dass die Luftverschmutzung, der Feinstaub und die vielen Autos in der Großstadt daran schuld waren. Ich glaube, ich hatte einfach Heimweh. Ich war krank vor Heimweh. Ich sehnte mich nach meinem Heimatdorf ohne richtigen Bahnhof, den schwingenden Feldern, den matschigen Schuhen im nassen Gras und nach meinen Freunden. Eines Morgens stand ich auf und wusste, hier muss ich weg. Also packte ich meine Sachen, ohne lange nachzudenken, zahlte die Miete bis zum Ende des Monats, kündigte meine Jobs und kaufte eine Bahnfahrkarte. Schon im Zug fiel der Stress von mir ab wie eine trockene Erdkruste. Nase und Ohren öffneten sich wieder, ich konnte frei atmen und gut hören. Am liebsten hätte ich laut gesungen. Ich fasste mir mit den Händen ins Gesicht und meine Haut fühlte sich nicht mehr vertrocknet und faltig an, sondern glatt und frisch wie ein grüner Apfel. Endlich durfte ich wieder nach Hause. Ich kroch aus meiner Großstadtschale und kehrte zurück in meine grüne langweilige Heimat.

Es ist natürlich etwas ganz anderes, ob du zu Besuch in die Heimat fährst, und die alten Freunde siehst, Spaß hast und entspannt bist, oder ob du wirklich zurückkommst und sagst: „So hier bin ich wieder. Ich gehöre wieder zu euch, möchte nicht nur Spaß, sondern meinen grauen Alltag mit euch teilen. Ich möchte an euren Sorgen teilhaben und euch auf den Geist gehen, wenn es mir einmal schlecht geht, und dann möchte ich von euch aufgefangen werden. Ich möchte in den Arm genommen werden, wenn ich es brauche, ich möchte mit euch ein Bier trinken, oder zwei, oder mir Geld von euch leihen, wenn ich es brauche.“

Es war nicht einfach für mich, zurückzukommen, ohne eine Erfolgsstory erzählen zu können, ohne einen Sack Geld mitzubringen, ohne Frau und süße Kinder im Schlepptau. Ich brachte nur mich mit, und meine Jahre in der Großstadt. Und meine Entscheidung, dass ich hier her gehöre, in den Ort meiner Eltern, in das Haus, in dem ich geboren wurde. Sonst nichts.

Zum Glück stand ich nicht auf der Straße, das war ein großer Vorteil. Mein Elternhaus ist groß, es hat zwei Stockwerke und liegt an der Hauptstraße. Es ist hellgelb gestrichen und sieht noch sehr gut aus. Auch das Dach ist dicht. Ich brauchte also nichts investieren. Das ist ein Glück, ich hätte gar kein Geld für so eine Aktion. Ich wohne jetzt alleine in dem Haus. Meine Eltern sind tot. Viel zu früh gestorben, wenn man mich fragt. Erst starb meine Mutter. Das war wirklich ein Schlag für mich, und natürlich auch für meinen Vater. Wir haben immer gedacht, Mutter stirbt an Lungenkrebs, weil sie rauchte wie ein Ruhrpottschlot. Und dann starb sie an einer banalen Blutvergiftung. Sie hatte im Garten gegraben, wie immer ohne Handschuhe. Mutter liebte es, mit den Händen in der Erde zu wühlen und sich die Finger dreckig zu machen. Sie hat sich an einer Tonscherbe geschnitten und Dreck in die Wunde bekommen. Man denkt ja, das ist nicht so schlimm. Ist es aber doch. Erst wurde die Hand dick und rot, dann der ganze Arm, dann bekam sie Fieber und Schweißausbrüche, und ruckzuck war ihr ganzer Körper vergiftet. Es dauerte nur vier Tage. Dann war sie tot. Ich glaube, mein Vater ist gleich mit ihr gestorben. Obwohl er körperlich noch anwesend war, nahm er nicht mehr am Leben teil. Er war schon weg, bei ihr. Er wurde immer weniger, immer dünner. Und er aß nichts mehr. Er rauchte die Zigaretten, die Mutter übrig gelassen hatte, so als wolle er jetzt den Lungenkrebs kriegen, den eigentlich seine Frau hätte kriegen sollen. Ein Jahr nach ihrem Tod legte er sich ins Bett und stand nicht mehr auf. Er legte sich hin zum Sterben, aß nicht, verweigerte das Trinken und war nach sieben Tagen tot. Ich bin Vollwaise. Ich bin so ziemlich alleine. Ich habe nur das Haus. Es ist eigentlich viel zu groß für mich. Unten im Erdgeschoß habe ich meinen Laden eingerichtet, dort wo meine Eltern früher ihren Laden hatten. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Also unten habe ich meinen Laden. Im ersten Stock wohne ich. Ich habe die Schlafzimmermöbel verkauft und den Raum neu gestrichen, dunkelblau. Ich finde, dass ist eine schöne Farbe für ein Schlafzimmer. Das neue Bett habe ich mir im Internet gekauft, es ist groß und bequem. Meine Klamotten bewahre ich im alten Küchenschrank auf, den ich mit meinen Freunden aus der Küche hier hoch geschleppt habe. Dann stehen da noch ein Kühlschrank und eine Kaffeemaschine. Ich finde, das ist eine super Einrichtung für ein Schlafzimmer. Als Nele das erste Mal hier war, meinte sie, es würde etwas fehlen, und zwar Musik. Also habe ich die alte Musikanlage aus dem Arbeitszimmer meines Vaters hier reingeschleppt, und alle seine Schallplatten, echte Langspielplatten, richtige Raritäten. Vater liebte Elvis, Rock’n Roll, und Country. Ich liebe diese Musik, weil es seine war, und weil sie mich an ihn erinnert. Und an die alten Zeiten. Wenn wir sonntags nachmittags im Wohnzimmer saßen, rauchten und Kaffee tranken, hörten wir diese Musik. Also liege ich jetzt mit Nele im Bett, wenn es ganz schön mit uns war, trinke mit ihr Kaffee aus der Kaffeemaschine, die auf dem Hocker steht und höre mit ihr alte Platten, von Jonny Cash, Led Zeppelin oder Eric Clapton. Mein Schlafzimmer ist ein sicheres Versteck. Hier kann uns niemand finden. Schon gar nicht Fred. Der ist sowieso mit Geldverdienen beschäftigt und montiert seine Solaranlagen irgendwo in der Welt auf Dächer oder Felder, in die Wüste oder ins ewige Eis. Schade nur, dass Nele am späten Nachmittag immer weg muss, nach Hause, um ihre beiden pubertierenden Töchter zu bekochen und zu beaufsichtigen, wenn sie aus der Schule kommen.

Ich bin der Meinung, die Mädels werden viel zu sehr verwöhnt. Die können sich ihre Nudeln doch mal selber kochen. Oder die Tiefkühlpommes in den Backofen schmeißen. Aber nein, Nele will wenigstens eine gute Mutter sein, wenn sie schon keine gute Ehefrau mehr ist.

Also gut, das ist das Schlafzimmer. Das Wohnzimmer habe ich fast so gelassen, wie es war, mit der karierten Eckcouch, dem flachen dreieckigen Tisch davor, mit den vielen kleinen Klemmlampen an den Bücherregalen, die sich durch den Raum ziehen, und mit den Eiern auf den Fensterbänken. Ja, Eier, das klingt komisch. Ich bin immer sehr vorsichtig, wenn ich die zarten Eier abstaube. Sie sind das Vermächtnis meiner Mutter. Es war zuerst eine Spinnerei, dann war es eine Sucht. Meine Mutter bemalte ausgeblasene Hühnereier mit Miniaturen großer Meisterwerke. Sie malte van Gogh in klein, genauso wie Klimt, Chagall, Matisse und Tintoretto. Es dauerte ewig, bis so ein Ei fertig war. Sie malte mit Lupe und rauchte dabei etliche Zigaretten. Am Ende wurden die Eier versiegelt und bekamen einen kleinen hölzernen Eierbecher, der aussah wie ein Dreifuß, der auf dem Kopf steht. So landeten diese Kunstwerke auf unseren Fensterbänken. Aber nicht nur. Der ganze Viehfuß-Uphoff- Clan litt unter einer Eierplage. Meine Mutter versorgte alle mit ihren bemalten Eiern. Nicht mit den großen Kunstwerken, aber mit kleinen, einfachen Bildchen, oder mit vielfältigen Mustern und Ornamenten. Sie malte Weihnachtsmänner, Osterhasen, Schmetterlinge, Blumen und Gartenzwerge. Mutter verschenkte ihre Eier zu jeder Gelegenheit und zu jedem Fest, sie verkaufte sie auf dem Weihnachtsmarkt und auf dem Trödel. Aber noch mehr als der Viehfuß-Uphoff -Clan litten ich und mein Vater. Jeden Sonntagmorgen mussten wir zehn glatte, schneeweiße, wohlgeformte Eier für meine Mutter ausblasen, und wehe es ging eines davon kaputt. Zum Frühstück gab es dann Kaffee, Toastbrot und Ei. Es gab Rührei mit Schnittlauch oder mit Pilzen, es gab italienische Frittata mit Kräutern oder Zucchini, oder es gab Eierkuchen mit Nutella und Marmelade. Als ich fünfzehn war, gewöhnte ich mir an, sonntags erst im Morgengrauen von meinen Kneipentouren oder von meinen Freundinnen nach Hause zu kommen. Ich polterte laut die Treppen hinauf, und schlug meine Zimmertür zu, so dass ich sicher sein konnte, dass meine Mutter erwachte und mich hörte. So konnte ich bis zum Mittagessen schlafen und entging dem Eierausblasen und den Frühstückseiern. Meine Mutter hat mir durch ihre Verrücktheit den Genuss eines Frühstückseies gründlich vermasselt. Ich esse keine Eier. Schon lange nicht mehr. Nele versteht das nicht. Sie versucht, mir das Eieressen wieder beizubringen. Sie ist hartnäckig und schafft es bestimmt. Sie meint, Eier sind gesund und steigern die Potenz. Aber ich denke, sie kann sich nicht beschweren, auch wenn ich keine Eier esse. Wenn ich Fred und Nele besuche, begegne ich natürlich auch den Eiern meiner Mutter. Sie stehen im Vitrinenschrank und hängen in den Zimmern der Kinder von der Decke herab. Ich bin Patenonkel von den beiden. Ich habe ja keine eigenen Kinder. Und Fred ist mein bester Freund. Noch.

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