Marita Brenken - Vom Essen und Lieben

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Diese Menschen sind keine Helden, sie sind noch nicht alt und nicht mehr ganz jung. Ihr Handeln ist nur scheinbar alltäglich und nicht immer logisch. Sie kämpfen sich durchs Leben und haben Sorgen, Träume und Wünsche. Doch egal was sie auch tun, alles dreht sich ums Essen und um die Liebe. Sie essen, während sie der Liebe nachjagen, die ihnen fehlt, und die sie nicht finden. Sie essen, wenn sie lieben, oder sie denken an die Liebe, während sie essen. Auf der Suche nach dem Glück scheinen sie an sich und an ihrer Umwelt zu scheitern.

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Und wenn die beiden hackevoll waren, schwankten sie aufeinander gestützt nach Hause, und am nächsten Tag wusste das ganze Dorf, dass es wieder geknallt hatte zwischen den beiden. Wahrscheinlich haben sie in so einer Nacht, mit völlig besoffenem Kopf, ihren Sohn Hubert gezeugt, sagen die Frauen im Dorf. Hubert leidet am Down-Syndrom. Früher durfte man noch Mongolismus sagen, das ist heute verboten, weil es abwertend klinge für die Völker aus Zentralasien und der Arktis. Uns hier auf dem Dorf ist das ziemlich egal. Hubert war immer unser kleiner Mongole. Als Hubert klein war, fanden wir ihn niedlich, mit seinem teigigen Mondgesicht und den Schlitzaugen, der kleinen Nase und dem sabbernden Mund. Er mochte es gerne, wenn ich ihn umarmte, oder wenn er auf meinen Schultern sitzen durfte. Er liebte Körperkontakt. Irgendeine fremde Hand musste immer auf seiner Haut liegen, auf dem Kopf, am Hals, auf dem Bauch, oder im Rücken. Dann war er ein frohes, freundliches Kind. Aber jetzt ist Hubert zweiundzwanzig, und er ist nicht mehr niedlich. Natürlich kennt jeder im Dorf den Hubert und ihm kann hier gar nichts passieren. Wir passen alle auf ihn auf. Und er darf bei allen Sachen mitmachen, ob er das gut kann oder nicht. Er gehört einfach dazu. Wenn ich an so etwas denke, bin ich froh, dass ich keine Kinder gekriegt habe.

Das war nicht immer so. Eigentlich wollte ich einen Sack voll Kinder, damals, als ich jung war. Ich wollte das, was alle wollen. Eine Familie, ein Haus bauen, mit einem gepflegten Garten drum herum, ein schönes Auto, zweimal im Jahr in Urlaub fahren, abends von der Arbeit nach Hause kommen und eine glückliche Familie vorfinden. Und da fing es für mich schon an, kompliziert zu werden. Vor der Familienplanung brauchte ich erst einmal einen gut bezahlten Job. Und davor natürlich eine fundierte Ausbildung. Aber ich hatte keinen blassen Schimmer, was ich machen sollte. Ich hatte keine besonderen Interessen. Eigentlich wollte ich nur glücklich und zufrieden sein. So in etwa wie mein Freund Fred. Fred ist ein Uphoff, und ihm wurde das Glück in Form von viel Geld in die Wiege gelegt. Seinem Vater gehörte das größte Bauunternehmen in der ganzen Gegend. Als der alte Uphoff sich aus dem Tagesgeschäft zurückzog, setzte sich Fred auf den Chefsessel und modernisierte die Firma. Fred ist schlau. Er schuf einen neuen Firmenzweig, und montierte den Bauern in der Umgebung Solaranlagen, die der Staat subventionierte, auf die Dächer ihrer Ställe und Scheunen. Wenn ich heute mit Fred durch die Landschaft fahre, sagt er:“ Das ist mein Dach, und das ist mein Dach, und das ist auch mein Dach.“ Überall in dieser schönen Landschaft blinken diese hässlichen Solarzellen von meinem guten Freund Fred von den Dächern. „Uphoff und Söhne“ ist eine erfolgreiche Firma, Freds Werk. Wenn ich wollte, könnte ich sofort bei ihm einsteigen. Aber ich will nicht. Und das hat einen wichtigen Grund. Aber das ist eine andere Geschichte.

Unsere Clique ist natürlich eine große Viehfuß-Uphoff Gruppe, und wir halten fest zusammen. Wahrscheinlich sind wir auch noch zusammen, wenn wir alt und grau sind. Dann gehen wir zusammen ins Maximilian-Friedrich- Seniorenheim. Oder wir gründen eine Seniorenwohngemeinschaft. Am besten im Haus meiner Eltern. Vielleicht sollte ich früh genug mit dem Umbau beginnen. Und dann beschäftigen wir nette Altenpflegerinnen aus Vietnam oder Thailand, die sollen besonders gut sein. Bei dem Pflegenotstand heute. Man will sich ja als alter Mensch auch noch was Gutes tun, und was Nettes zum Anschauen haben. Aber so weit ist es noch lange nicht. Die meisten von uns haben jetzt ihre Kinder so weit, dass sie aus dem Nest gestoßen werden, wenn sie nicht selbst gehen. Die Eltern können sich wieder mit sich selbst beschäftigen, oder mit ihren Hobbys und Freunden. Als die Kinder noch klein waren, ging das nicht. Das war eine schlechte Zeit für mich, als einziger kinderloser Mann in der Clique. Natürlich traf ich mich weiter mit meinen Freunden, aber die hatten immer ihre Bälger dabei. Wir trafen uns auf dem Spielplatz, oder auf der Wiese am Schloss, oder am See zum Picknick. Da machten wir dann Kinderfernsehen. Und das geht so: Die jungen Eltern und ich saßen da auf der Wiese rum. Wir unterhielten uns nicht. Anscheinend hatten wir uns in dieser Zeit nichts zu sagen. Oder das, was ich zu sagen hatte, interessierte die anderen nicht. Wir schauten den Kindern beim Spielen, oder Essen, oder Unfug machen zu. Beim Hinfallen und wieder Aufstehen, beim Sand in die Augen werfen oder aufs Klettergerüst steigen, beim in die Hose scheißen oder Weinen. Unsere Gespräche bestanden aus öden und unsinnigen Bemerkungen wie:

“Schau doch mal, was sie da macht.“ „Ach wie süß.“ „ Nicht so weit weglaufen.“ „Kann deiner das auch schon?“ „Nicht in den Mund stecken.“ „Willst du nicht auch noch ein Kind?“ „ Gib die Schaufel zurück.“

Irgendwann hatte ich die Nase voll und konnte dieses Kindergequatsche nicht mehr ertragen. Also bin ich weg.

Das war die Zeit, in der ich Abstand brauchte von meiner Clique. Ich bin abgehauen, in die Großstadt. Nur für ein paar Jahre. Nicht nach Münster. Münster war für uns alle die Einkaufs- und Ausgehmeile am Wochenende. Wir trafen uns um 12 Uhr mittags auf dem Markt, tranken einen Kaffee oder einen Prosecco, und aßen eine Kleinigkeit. Oder wir bildeten Fahrgemeinschaften und besuchten abends die Disco oder einen angesagten Club. Mir waren die Studentenkneipen am liebsten. Ich lernte neue Leute kennen, am liebsten natürlich Frauen, die nichts mit der Clique zu tun hatten. Frischfleisch, sagte ich damals immer, aber ich dachte dabei an frisches Blut, das nichts mit Familie Viehfuß oder Uphoff zu tun hatte.

Also nicht nach Münster. Ich war einige Jahre in der Hauptstadt. Seitdem bin ich etwas Besonderes in der Clique. Für manche auf jeden Fall. Für die bin ich der Großstädter, der weiß wo‘s lang geht. Für den Rest bin ich der Gescheiterte. Die Großstadt war nicht schlecht für mich. Ich konnte vergessen, dass ich keine Familie gegründet hatte. Ich wohnte in einer WG. Das war wie eine große Familie. Ich hatte immer jemanden zum Reden, und ich war nie wirklich alleine. Es macht mehr Spaß für sieben Leute zu kochen, als für sich alleine. Wir hatten zwei riesige Kühlschränke in der Küche, einen vegetarischen und einen für die tierischen Produkte. Die Kühlschränke sauber zu halten war meine Aufgabe. Es gab eine Küchenkasse, die wir jeden Monat füllten. Jeden Samstag gingen wir für die kommende Woche einkaufen und wir kochten im Wechsel, jeder an einem Tag. Wer kochte brauchte nicht abwaschen, das taten die anderen. Für den Rest hatten wir eine Putzfrau, so gab es nie Streit. Einen Job zu kriegen war damals nicht schwer. Ich gehöre ja nicht wirklich zum Fachpersonal, ich habe mein Studium geschmissen. Als Einziger aus der Clique. Ich bin der Loser, aber es fühlt sich nicht so an. Ich arbeitete viel, in der Großstadt. Ich hatte einen guten Job bei einer Autowaschanlage. Da arbeiteten wir Schicht. Ich nahm meist die Abendschicht, weil ich morgens nicht konnte. Ich stand um vier Uhr morgens bereits auf dem Großmarkt, und packte die LKW mit dem Gemüse aus Holland aus. Manchmal half ich auch an den Ständen, wenn Not am Mann war. Irgendwann bekam ich einen Vertretungsjob in einer angesagten Bar. Als Barkeeper. Da begann meine Schicht erst um zwei Uhr in der Nacht. Leider habe ich mich in diesem Job nicht bewährt. Ich hätte gerne länger da gearbeitet, es war der Job mit den höchsten Trinkgeldern, die ich je gekriegt habe. Das lag nicht an meinem Aussehen. Ich war wirklich cool, schmierte mir tonnenweise Gel ins Haar und trug farblosen Nagellack. Es lag an meinen Cocktails. Ich nahm immer zu viel Alkohol. Die Alkoholmengen für die Getränke waren genau vorgeschrieben. Ich fand die Drinks viel zu lasch, und peppte sie ein bisschen auf. Das gefiel meinem Chef gar nicht. Als er es spitz kriegte, flog ich. Schade.

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