„Was? Du hast sie einfach so geküsst? Diese Masche kenne ich von dir. Du machst vor nichts halt.“
Frank war zornig und wollte Jerome am Kragen packen.
„Frank, bitte, was hast du vor? Lass es. Es hatte nichts zu bedeuten“, hielt ihn Janine zurück.
„Jerome du bist mein bester Freund, aber auch der größte Playboy den ich kenne und ich kenne einige. Wie viele Frauen hast du schon abgeschleppt? Ich kann sie schon nicht mehr zählen. Länger als zwei Wochen hielt keine deiner Beziehungen. Dann suchst du dir wieder ein neues Abenteuer.“
„Ich habe doch nicht gewusst, dass sie deine Freundin ist. Es tut mir wirklich leid. Ich entschuldige mich bei dir und bei Janine. Es wird nie wieder vorkommen. Deine Freundin ist für mich tabu.“
„Ich werde dich im Auge behalten. Lass die Finger von ihr, oder wir bekommen richtig Ärger.“
„Ich habe doch gesagt, dass es mir leid tut. Mach jetzt kein Drama daraus. Es war nur ein Kuss. Wir sind doch immer noch Freunde?“
„Ok. Ich vertraue dir. Komm her. Vergessen wir alles.“
Beide umarmten sich und wollten, so schnell wie möglich, die Angelegenheit vergessen.
„Jerome“, kam es zärtlich über die Lippen von Janine, als er ihre Hand zur Entschuldigung entgegenstreckte.
Frank war es nicht entgangen. Er hatte Angst um Janine. Sie durfte sich nicht in Jerome verlieben. Er wusste, dass er sie ebenso schnell verlassen würde, wie all die anderen. Frank zog Janine an sich und küsste sie sanft auf die Stirn. Jerome entfernte sich von den beiden und ging in die Bar.
„Janine, du weißt, dass ich dich liebe und ich möchte nicht, dass du enttäuscht wirst. Ich hoffe nicht, dass du dich in Jerome verliebst. Er ist war mein bester Freund, aber auch ein Frauenheld. Janine, ich möchte, dass du meine Frau wirst.“
„Bitte, Frank, ich kann dir in diesem Moment keine Antwort geben. Ich glaube, du hast mich nicht verdient. Das hat nichts mit diesem Kuss zu tun. Doch ich bin einfach noch nicht so weit. Aber deine Freundschaft möchte ich nicht verlieren.“
Frank war enttäuscht.
Jerome unterhielt sich mit Marina.
„Du kennst Janine?“, irritiert schaute Marina Jerome an.
„Ja. Sie ist wundervoll.“
„Du weißt schon, dass Frank sie heiraten will?“
„Jetzt ja. Ich dachte, sie wäre nur seine Freundin?“
Marina schüttelte den Kopf.
„Ich hoffe, es gibt keine Schwierigkeiten zwischen dir und Frank. Du hast doch hoffentlich keine Absichten? Janine und Frank haben einen Sohn zusammen. Wusstest du das nicht?“
„Nein. Ich war lange im Ausland und Frank hat nicht viel über sein Privatleben erzählt, wenn er mich mal besucht hat.“
„Oh. Wo warst du die ganze Zeit?“
„In den USA.“
„Wow. Und Frank hat nie über Janine erzählt?“
„Nein. Es tut mir leid, dass ich sie geküsst habe. Ich möchte mich gerne nochmal bei ihr entschuldigen. Könntest du das für mich arrangieren?
„Ich weiß nicht. Frank ist ein Freund von mir. Ich möchte ihm nicht in den Rücken fallen.“
„Bitte, Marina. Es wäre mir sehr wichtig.“
„Also gut. Ich suche Janine.“
„Du kannst sitzen bleiben, Marina. Er wird Janine nicht sehen und schon gar nicht mit ihr sprechen!“
Verdutzt schaute Marina von einem zum anderen.
„Jerome, ich sage dir jetzt nur einmal, lass die Finger von Janine. Sie ist zu Schade für deine Spielereien. Ich weiß, wie du bist. Ich hab es oft genug erlebt. Ich liebe sie schon lange und möchte sie heiraten. Wir haben einen Sohn zusammen. Unsere Freundschaft ist mir wichtig, deshalb Finger weg. Außerdem habe ich Janine nochmal erzählt was für ein Frauenheld du bist und ich glaube kaum, dass sie noch etwas von dir wissen will.“
„Ich verstehe. Es tut mir leid. Trotzdem hätte ich gerne die Chance mich bei ihr zu entschuldigen. Ich möchte ihr gerne selbst nochmal sagen, dass mir die ganze Sache leid tut.“
„Nein. Es ist besser so. Du weißt jetzt Bescheid!“
Frank drehte sich um und ging zurück zu Janine.
„Was ist hier überhaupt los. Ich verstehe gar nichts mehr.“
„Besser so. Trink mit mir Marina.“
Janine hatte sich inzwischen wieder beruhigt. Sie dachte an ihren Sohn und im gleichen Augenblick an Jerome. Wenn er wirklich so ist, wie Frank ihn beschrieben hat, dann war es besser, ihn zu vergessen. Versuchen musste sie es.
„Komm Janine. Wir wollen tanzen.“
Frank nahm sie am Arm.
„Ich wollte eigentlich nach Hause fahren.“
„Bitte bleib. Du wirst das alles bald vergessen haben. Vor allem brauchst du jetzt etwas Ablenkung. Erzähl mir von unserem Sohn. Ist alles in Ordnung?“
Janine ließ sich von Frank mitziehen und berichtete freudestrahlend über Dirk. Während des Tanzens gingen ihre Gedanken immer wieder zu Jerome. Sie suchte seine Blicke und schmiegte sich gleichzeitig an Frank. Vergessen musst du ihn, sagte sie sich selbst. Aber das war nicht so einfach. Jerome saß immer noch an der Bar, zusammen mit Marina und nahm einen Drink nach dem anderen.
„Wollen wir nicht mal zusammen tanzen?“, riss Marina ihn aus seinen Gedanken.
Er tat ihr leid, obwohl sie einiges über ihn erfahren hatte. Denn Jerome hatte ihr einiges über sich erzählt. Er hatte nichts beschönigt. Jerome stand auf, nahm Marina an der Hand und führte sie zur Tanzfläche.
„Du hast recht, Marina, warum soll ich mich noch mehr volllaufen lassen. Wir zeigen denen mal wie getanzt wird.“
Jerome und Marina tanzten, als hätten sie nie was anderes getan. Man räumte die Tanzfläche, um den beiden Platz zu schaffen und klatschte und feuerte sie noch mehr an. Dann wurde ein langsames Stück gespielt. Auch den tanzten beide zusammen. Jerome zog Marina näher an sich. Aber Marina bemerkte, dass es freundschaftlich gemeint war. Er benahm sich ihr gegenüber tadellos. Auch Janine und Frank tanzten diesen Tanz zusammen.
„Siehst du Janine, Jerome hat schon Ersatz gefunden. Er tanzt mit Marina, eng umschlungen. Er nimmt das alles nicht so ernst.“
Janine antwortete nicht. Ihre Blicke hingen an Jerome. Jetzt hatte er auch sie entdeckt. Einen Augenblick blieb er stehen, formte leise ihren Namen. Marina hatte es bemerkt und schaute in die Richtung von Janine. Sie bemerkte, dass Janine nur Augen für Jerome hatte.
„Hallo, Jerome. Alles klar soweit?“
„Ich muss unbedingt mit Janine sprechen. Das bin ich ihr schuldig.“
„Also gut. Du tust mir leid. Du sollst deine Chance zur Aussprache mit Janine bekommen. Aber dann musst du sie in Ruhe lassen. Ich möchte nicht, dass Frank noch mehr Kummer hat. Er ist auch mein Freund und ich möchte seine Freundschaft nicht verlieren.“
„Danke, Marina. Du bist ein Engel“, küsste er sie auf die Wange.
Janine sah es und wandte sich ab. Hatte er sie wirklich schon vergessen. Doch warum schaute er sie immer noch so an. Wäre ich nur nicht hierher gekommen, dann hätte ich ihn nie getroffen.
„Lass uns bitte in die Bar gehen“, bat Janine Frank.
Sie wollte sich der Anziehungskraft seiner Blicke entziehen. Marina sah, dass Janine und Frank zur kleinen Bar gingen.
„Jerome, ich werde jetzt Frank zum Tanzen mit mir überreden. In der Zeit kannst du dich mit Janine aussprechen.“
Marina ging zur Bar. Jerome verschwand auf die Terrasse.
„Hallo ihr beiden. Wie wär‘s , wenn du auch mal mit deine zweitbesten Freundin tanzen würdest?“, scherzte Marina.
„Das tu ich gern“, lachte Frank.
„Du entschuldigst, Janine. Man verlangt nach mir.“
„Klar doch“, lächelte sie.
Marina zog Frank mit sich. Janine war froh, dass Marina gekommen war und Frank mitgenommen hat, so konnte sie sich wieder ihren Gedanken widmen. Plötzlich wurde sie unruhig. Ein seltsames Gefühl überkam sie und das Herz klopfte fast zum Zerspringen. Langsam drehte sie sich um. Sie schloss für einen Moment die Augen. Träumte sie, oder stand er wirklich vor ihr.
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