E. Schreiber - Mutters Erbe
Здесь есть возможность читать онлайн «E. Schreiber - Mutters Erbe» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Mutters Erbe
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Mutters Erbe: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Mutters Erbe»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Mutters Erbe — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Mutters Erbe», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Mit diesem Zeitpunkt erlebte ich einen Bewusstseinsschub, der mir erlaubte zu verstehen, dass auch das Ständige-in-der-Reihe-Knien und Gute-Gefühle-machen-zu-müssen nicht richtig war. Aber mir war auch bewusst, dass mein Leben genauso weitergehen würde wie bisher. Denn niemanden schien dies zu interessieren. Selbst, als sich zwei der älteren Jungen, vor einigen anwesenden Kindern gegenseitig ihr Geschlechtsteil in den Mund des anderen steckten und dabei Grimassen zogen, und dies die Betreuer erfuhren, wurde laut gelacht. Beide Jungen wurden ausgelacht, auch von den Kindern, die sichtlich angeekelt umherstanden und während sie alle peinlich berührt lachten, hörte ich die Worte „Ja, ja! Die zwei waren noch nie die hellsten und sind auch jetzt nicht ganz richtig im Kopf.“ Mit diesen Worten wurde mir klar, dass es auch für mich nur ein Lachen geben würde.
Das nach Hause kommen von Caldo war immer etwas ganz Besonderes. Mama hatte dann immer das gesamte Haus blitzblank geputzt. Obwohl sie schon immer eine besonders reinliche Frau war und auf Sauberkeit großen Wert legte, gab sie unserem zu Hause im Moment des Heimkommens eine ganz besondere Note. Es roch dann immer nach Bonawachs-Paste und nach Möbelpolitur, die nach Bienenhonig duftete. Unsere Betten waren wunderbar gerichtet, und bereit in ihnen zu versinken.
Und beinahe jedes Jahr bekam Mama ein und dasselbe Hallo-Geschenk, in Form eines selbstgefertigten Tonaschenbechers, obwohl sie doch strikte Nichtraucherin war. Es war die leichteste Übung, der Aschenbecher, und da ich nicht besonders geschickt war im Tonbasteln und Modellieren, kreierte ich im Bastelzelt des Camps, wie meine anderen Geschwister in den Jahren zuvor, ein neues Modell eines Glimmstängelhalters.
Mama besaß bereits mehr als zwanzig Stück davon. Doch sie hatte sich nie darüber beklagt, sondern mir immerzu ihre absolute Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass ihr etwas Selbstgemachtes als Geschenk am meisten Freude bereitete, denn es bedeutete, ich hatte mir Zeit genommen, um mich mit ihr zu beschäftigen und ihr etwas Schönes, aus dem Herzen kommend, gebastelt. Was es letztendlich war, schien ihr völlig gleichgültig zu sein. Und das fand ich immer besonders schön, weil sie mir dadurch immer das Gefühl vermittelte, dass ich ihr wichtig war und dass es Bedeutung hatte, was auch immer ich für sie in Liebe tat.
Das „Wie“, die Methoden, die Systeme,
sie alle sind Erfindungen des Denkens,
daher sind sie begrenzt,
daher taugen sie nichts.
Wenn Sie das aber verstehen und die Wahrheit erkennen,
dass kein System jemals den Geist befreien kann,
dann ist die Freiheit augenblicklich da.
Krishnamurti
Die Erstkommunion, ein katholisches Ritual für Kinder, stand bevor. Es bedeutete, dass man Gott oder Jesus in Form einer Oblate in den Mund gesteckt bekam, hinunterschluckte und dadurch Gott in seine Seele einlud. Die Religionslehrerin und Mama machten aus der Vorbereitung dazu ein wahres Spektakel. Der ganze Ort war Wochen zuvor in fieberhafter Vorbereitung für dieses heilige Szenario, das weder ich noch meine Klassenkammeraden wirklich verstehen konnten.
Stattdessen freute ich mich darauf, als Vorsängerin in der Kirche zu agieren. Und da ich meiner schönen Singstimme wegen, wie man mir versicherte, mit zwei anderen Kindern dazu auserwählt wurde, stimmte mich das Wissen darum einigermaßen aufgeregt.
Doch bevor man die Oblate in den Mund gesteckt bekam, was einem Privileg ausnahmslos für Christen gleichkam, hatte man sich auf die heilige Beichte vorzubereiten.
Mama versuchte mir immerzu den Sinn der Beichte klarzumachen und legte mir nahe, meine Sünden auf einem Blatt Papier nieder zu schreiben, da ich sonst alle meine Unfehlbarkeiten vergessen würde und diese nicht verziehen werden konnten.
Natürlich überprüfte sie, was ich mir notierte, und gab mir den einen oder anderen Anhaltspunkt, was ich angestellt hatte und ich empfand diese Tortur immerzu als demütigend. Ich empfand mich selbst nicht als Sünderin, sondern fühlte mich als Kind unschuldig, aber auch unfrei. Vielleicht, so dachte ich, lag meine Unfreiheit in irgendeiner Sünde verborgen, die ich irgendwann einmal begangen hatte. Doch ich konnte mich an keine Tat erinnern, die derart böse gewesen wäre, dass ich diese Freiheitsstrafe und den Entzug von Lebensenergie verdient hätte.
So kam es, dass ich mich bei meiner ersten heiligen Beichte nicht an das Blatt Papier mit den üblichen Fehlbarkeiten hielt, sondern log, was das Zeug hielt. Ich wurde sozusagen mitten im Beichtstuhl ganz bewusst zu einer Diebin, einer von Rache und Hass getriebenen Sünderin und Schlägerin, die ständig ihre Brüder verprügelte. „Was für ein Schwachsinn“, dachte ich mir und musste dabei lachen, als ich erkannte, dass mir der Pfarrer jedes meiner Worte anstandslos glaubte. Ich hatte also mitten im Beichtstuhl das Lügen gelernt.
Zur Strafe Gottes hatte ich im Anschluss drei Vater-unser zu beten und drei Ave-Maria und abends sollte ich noch zwei Gesetzchen Rosenkranz beten. Von da an wusste ich, weshalb Mama ständig in die monotonen Wiederholungen des Gebetes hinein kippte.
Denn an diesem Abend fühlte ich mich, während ich so das Gebet aufsagte, als würde ich in andere Gefilde getragen. Weit, weit weg, in einer anderen mir sehr bekannten Welt existierte ich, in reinem Nichts, in unendlichem Sein. Das dieses Gebet eine Art Tor zu einer inneren Welt war, die ich ja bereits bestens kannte, und für das Betreten derselben ich dieses Tor jedoch noch nie gebraucht hatte, wurde mir Mamas Glaube etwas verständlicher. Und ich erinnerte mich plötzlich daran, dass genau dieses Gefühl dasselbe war, für dessen spüren und leben ich immerzu ausgeschimpft wurde, sobald ich in der Schule abwesend auf irgendeinen Punkt im Raum oder aus dem Fenster blickte.
„Isa!“, wurde ich dann immer abgemahnt, „wo bist du schon wieder mit deinen Gedanken und sei endlich bei der Sache.“ Aber gerade das war es ja, ich war in keinem Gedanken, sondern ganz frei, ohne Gedanken, die mich marterten und mich für die Zeit, in der ich mich in diese freie Welt zurückzog, etwas erholen konnte.
Ich wusste an diesem Abend, ich hatte etwas Wichtiges entdeckt. Und dass die Grenze, die ich immer zwischen der Religion meiner Mama und mir spürte, gar nicht existierte. Zumindest nicht für mich. Es war dieselbe Sache, derselbe Seelenzustand. Nur wurde der Zugang, den ich dazu hatte, als böse und Sünde angesehen, und das religiöse christliche Gebet hochgehalten, als der einzige erlaubte Zugang zu Gott.
Langsam begann ich die Religion als das zu verstehen, was sie im eigentlichen auch war. Eine Möglichkeit dorthin zu gelangen, wo andere Menschen, so wie ich, ohne religiöse Verbote und Mahnungen hingelangen konnten.
Und wenn das, was ich in dieser „anderen“ Welt, die niemand mit seinen Augen sehen konnte, als Freiheit und Unendlichkeit fühlen konnte, Gott war, so musste ich erkennen, dass ich Gott nie verloren hatte, sondern das Gott in mir war. Das ich selbst Gott war, denn in diesem Gefühl gab es niemanden, der mich strafte oder sich ober mir platzierte und mir Vorschriften machte. Es gab keine andere Existenz neben mir, sondern nur alle Existenzen in mir. So verbunden mit allem was ist, erfuhr ich was es hieß, alles was ist, zu sein.
Ich war also nicht von Gott getrennt, kein schlechter sündiger Mensch, wie ich durch die Kirche gelehrt wurde. Und mein Verstand konnte zum ersten Mal verstehen, was es heißt, in Sünde zu leben. In Sünde zu leben und das was damit gemeint war, war das Gefühl, von allem getrennt zu sein, außerhalb dieser Ebene der Unendlichkeit. Genau das musste die Sünde sein, von der mir erzählt wurde. Doch in dieser, meiner anderen Welt, frei von Gedanken und Bestimmungen, konnte nichts Böses existieren. Und da ich die reale, sichtbare Welt großteils aus diesem Bewusstsein heraus betrachtete, erlebte ich immer, wenn ich aus meiner heilen Welt zurückkam, hinein in die Welt der Gedankenfluten und Kopflastigkeit, dass es eine reale Welt war, in der Gut und Böse einfach existierten und ich darin irgendwie überleben musste. Doch dies war nur zu schaffen, wenn ich meine Auszeiten in der anderen, friedlichen und unendlichen Welt hatte, in der kein Gut und Böse existierte.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Mutters Erbe»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Mutters Erbe» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Mutters Erbe» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.