E. Schreiber - Mutters Erbe
Здесь есть возможность читать онлайн «E. Schreiber - Mutters Erbe» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Mutters Erbe
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Mutters Erbe: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Mutters Erbe»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Mutters Erbe — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Mutters Erbe», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Versuche stets,
ein Stückchen Himmel
über deinem Leben freizuhalten.
Sören Kierkegard
Olli steckte den Kopf aus dem Türrahmen und sagte: „Hey Isa, was packst du alles ein für Caldonazzo?“ „Mama packt meine Koffer“, entgegnete ich kurz, während ich ebenso wie er meinen Kopf aus dem Zimmer streckte. „Ich freu mich schon so, vor allem auf den Zug.“
Olli nickte mit dem Kopf „Ja, das wird ein Erlebnis, wart´s nur ab.“ Beide grinsten wir wie Honigkuchenpferde, die auf und davon in die Sommerferien galoppierten. Hinein in den Sommer, ab in den Süden, wo alle Heimkinder aus dem ganzem Land hinfuhren, und das für ganze sechs Wochen lang. Nur Mama fuhr nicht mit. Sie hatte Urlaub zu dieser Zeit. Urlaub von uns Kindern und wir wohl auch von ihr, irgendwie.
Von den großen Kindern hörte ich immer: „Entweder du liebst Caldo oder du hasst es. Ein dazwischen gibt es nicht.“ Und ich liebte es jetzt schon. Ich hatte Zigeunerblut in mir, ein Halbblut also, genauso wie mein Vater, den ich allerdings nicht kannte.
Was konnte es für mich schöneres geben als mit dem Zug in ein fremdes Land zu fahren, eine andere Sprache zu hören, die Fremde zu erleben, wie ich sie nur gemeinsam mit meinen Freunden und Gleichgesinnten erleben konnte. Was um alles in der Welt konnte schöner und erfüllender sein, als meinen Körper im Überangebot an Sport, den es dort gab, zu fühlen, meinem Ehrgeiz, bei den Veranstaltungen zu gewinnen, zu frönen, und mich am Caldosee am Strand zu vergnügen. Ich konnte es nur lieben, allein die Vorstellung reichte völlig aus, und ich wusste, ich würde dem Paradies begegnen.
So hockten wir alle Heimkinder aus Seelenberg, die alt genug waren, um mit zu können, so auch Karl, Olli und ich, in den mittleren Reihen des Busses, der uns zum Zug nach Klagenfurt bringen sollte.
Mama und die anderen Mütter, die zurückblieben, standen auf dem Parkplatz und winkten uns zum Abschied. Ich fühlte mich frei und war voller Vorfreude, als ich ganz plötzlich bitterlich zu weinen begann. Mama kam an meine Fensterscheibe gelaufen und winkte mich noch einmal zu sich heraus. Ich lief noch einmal zu ihr, drückte sie und küsste sie ein letztes Mal, und begab mich dann wieder an meinen Sitzplatz. Ganze sechs Wochen würde ich sie jetzt nicht mehr sehen.
Die Betreuer waren Fremde für mich, doch ich mochte sie sofort gut leiden. Besonders Luis, ein groß gewachsener starker Mann mit Dreitagebart, hatte es mir sofort angetan. Und so wie es aussah, ich auch ihm. Ich liebte es, wenn er mich mit seinen starken Armen aufhob und auf seine muskulösen Schultern setzte, um mit mir einige Runden zu drehen. Und umso schneller er mit mir umherlief, desto schwindeliger wurde mir, was mir immer ein Gefühl von „am Leben zu sein“ vermittelte.
Kim und ich liebten Fußball. Und da es für Mädchen keine eigene Fußballmannschaft gab, gründeten wir eine. Schon bald hatten sich auch andere Heime mit dieser Idee angefreundet und dann spielten wir Meisterschaften gegeneinander. Einige Heime hatten allerdings zu wenige Mädchen in der Mannschaft, sodass Kim und ich ständig dazu eingeladen wurden, in ihren Mannschaften als Stürmerinnen zu agieren und den gegnerischen Torfrauen das Fürchten zu lehren. Ich war wild und ungezähmt, so wie Kim und meine anderen Freundinnen.
Das Seelenberger Heim war unter den über dreißig anderen Heimen, die im Caldo-Camp waren, als „Sportnation“ bekannt. Schwer zu besiegen und schnell wie die Wiesel waren wir, und dies bestätigte sich immer wieder, sobald es um sportliches Miteinander-Messen ging.
Das große gepachtete Areal, welches an den Caldosee angrenzte, säumte eine Armada von Zelten und Bungalows. Die Leute aus dem Krankenbungalow kannten mich gut, wegen meiner ständigen Verletzungen, die ich mir beim herumtoben zuzog. Wegen meiner permanenten Bauchschmerzen ging ich nur einmal ins Krankenbungalow. Dass ich an einer Blinddarmreizung litt, um die ich mich, wenn ich wieder zu Hause wäre, kümmern müsste, wurde mir erst am Ende der Ferien mitgeteilt.
In diesem meinem ersten Jahr in Caldonazzo erfuhr ich, was es hieß, schwimmen zu können, denn ich lernte es im Eiltempo, gemeinsam mit Matt. Ich lernte, dass barfuß Laufen beim Lagerfeuer sehr gefährlich und schmerzhaft sein konnte, vor allem dann, wenn man, so wie ich, auf eine glühende Eisenstange trat und sich dabei die gesamte Fußsohle bis aufs Fleisch verbrannte. Ich erfuhr abends, wenn wir in unseren Schlafsäcken lagen und Geistergeschichten hörten, dass es einen Yeti gab, der oben am Weinberg sein Unwesen trieb.
Ich erlebte, was es bedeutete, bei den Schwimmmeisterschaften Erste zu werden, und dass meine panische Angst, der Teufel wäre hinter mir her, daran schuld war, mich zu Höchstleistungen anzutreiben. Und außerdem erfuhr ich, was es bedeutete, wenn ich Siebenjährige gegen Zehn- und Zwölfjährige schwamm und haushoch gewann, weil ich die Angst, sterben zu können, zu meinem Freund habe werden lassen, den ich Tod nannte. Diesen Vorteil schöpfte ich aus, egal ob es sich um Leichtathletik oder Völkerball handelte, denn ich brauchte den Kampf und den Genuss des Sieges über mich selbst. Dass ich dabei ständig die Anderen besiegte, war nur ein Nebenprodukt meiner Gier, meinen Körper und meine Seele fühlen zu können. Für all meine Siege wurde ich hoch gelobt und gefeiert, was mir bestätigte, dass es im Leben nur darum zu gehen schien, wer gewann und wer nicht. Und dass sich danach die Allgemeinheit ein Bild davon machte, ob man ein Gewinner oder ein Verlierer war. Dass ich in meinem Innersten verloren hatte, und mein Schmerz mich dazu brachte, meinen Körper zu Höchstleistungen zu treiben, interessierte niemanden, auch mich selbst nicht, da es bedeuten würde, wieder auf der Verliererseite zu landen, zumindest in den Augen der Anderen.
Tante Greta, meine Betreuerin lehrte mich, was es bedeutete, wenn einem mit einer Mittelohrentzündung ins Ohr geschrien wurde, so dass ich danach aus meinem Ohr blutete. Auch erfuhr ich, was es hieß, vor allen anderen Kindern nach Läusen durchsucht zu werden und das tatsächlich siebzehn Stück von diesen Viechern aus meinem langen dunkelblonden Haar gekämmt wurden. Dass ich mir die Zahl siebzehn zum ersten Mal erst vorstellen und begreifen konnte, nachdem ich die siebzehn Läuse vor mir aufgeknackt auf dem Klopapier liegen sah, erfüllte mich mit solchem Stolz, weil es mir in der Schule nie gelungen war. Und ich erfuhr, dass es Mädchen in meiner Gruppe gab, die so wie ich ihre Stockbetten verhängten, damit sie nicht dabei gesehen werden konnten, wenn sie abends ihren Körper hin und her wiegten und dabei den Kopf von der einer auf die andere Seite schleuderten.
Ich erfuhr von dem Kick, den ich dabei hatte, wenn ich die noch grünen und unreifen Früchte, die auf der Apfelplantage hinter unserem Bungalow wuchsen, plünderte, und als Strafe dafür drei Tage lang an Durchfall litt. Und was es bedeutet, so starkes Heimweh zu haben, dass ich dachte sterben zu müssen, wenn ich nicht Olli oder einen meiner Freunde gehabt hätte, die mich in den Arm nahmen, wenn es mal wieder vorkam, die Sehnsucht nach Mama, und das konnte durchaus mehrere Male in der Woche sein.
All dies hinterließ in mir ein Gefühl, den Himmel auf Erden gefunden zu haben. Denn Caldo machte mich frei. Frei im Denken, in meinen Gefühlen und in meinen körperlichen Handlungen, die ich mehr als irgendwo sonst in so hohen Maßen sportlich ausleben konnte.
Im Jahr darauf kam nur wenig hinzu. Doch dieses Wenige zeigte mir, dass selbst der Himmel auf Erden nicht vollständig und voll Liebe war. Das ehemalige Heimkind Herold, der bereits erwachsen war und mit seiner Frau und seinen Kindern das Camp für einige Wochen besuchte, brach in meine Idylle ein und zerstörte sie. Mit jedem Mal, wenn er uns Mädchen im Wasser jagte und keine Gelegenheit ausließ, uns zwischen den Beinen nach oben zu heben, um wollüstig seine Finger in unsere Körper zu schieben, starb ein Stück meines Paradieses, und mit ihm auch ein Stück Hoffnung auf ein Leben ohne Angst. Ich erkannte, dass es auf Erden wohl nirgendwo einen Platz für mich gab, an dem ich mich restlos sicher fühlen konnte. Aber von nun an wusste ich auch, dass ich nicht mehr alleine war mit der Wahrnehmung, dass es nicht richtig war, was Herold tat.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Mutters Erbe»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Mutters Erbe» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Mutters Erbe» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.