E. Schreiber - Mutters Erbe
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Ich wusste nicht, wie lange das Höllenspiel gedauert hatte und wie ich wieder nach Hause gekommen war, noch, wie ich mich von den Fäkalien gesäubert, oder wie und wer mich wieder angezogen hatte. Ab diesem Zeitpunkt war ich irgendwie nicht mehr der, der ich vorher war. Irgendetwas fehlte. Und wie ich es immer tat, wenn ich etwas verloren hatte, versuchte ich es zu finden. Doch dies schien schwerer zu sein, als ich gedacht hatte. Denn wie findet man etwas, von dem man nicht weiß, was man verloren hat. Die einzige Möglichkeit, um mich nicht weiter zu quälen war, zu vergessen, dass ich etwas verloren hatte.
Wochen danach entdeckte meine große Schwester Ari, als sie zu Besuch bei uns war, und mich badete, dass mein gesamter Genital- und Afterbereich voller eigenartiger Geschwülste und Warzen war. Und unter dem Jucken und Brennen dieser eigenartigen Krankheit, die sich irgendwie dann auch noch auf meiner ganzen Haut ausbreitete, litt ich sehr lange Zeit.
Irgendwann dazwischen, an einem Sommertag, bemerkte ich, dass auch Siggis Koffer gepackt waren. Olli nahm mich zur Seite und umarmte mich. „Nah siehst du“, sagte er. „Ich wusste ja, dass du am Abend bald deine Ruhe haben wirst von ihm.“ Ich sah ihn verwundert an, aber traute mich nichts zu sagen. „Ja, ich weiß, dass er Dinge mit dir tut, die verboten sind“, sagte er. „Ich weiß das, weil ich im Nebenzimmer alles hören kann und als ich einmal nachschauen kam, hab ich´s gesehen.“ Olli sah mich merkwürdig an, und legte seinen Arm um mich. „Siggi drohte mir, dass ich niemanden etwas sagen darf. Aber, ab jetzt kann Siggi dich nicht mehr umbringen.“ Olli lächelte glücklich und drückte mich immer fester, bis mir von seiner Umarmerei schwindelig wurde.
„Ja genau“, dachte ich, „wenn er nicht mehr da ist, kann er auch Mama nicht mehr umbringen.“ Gott, war ich glücklich, dies zu wissen.
Olli und ich feierten unser ganz heimliches, stilles Siggi Abschiedsfest. Wir feierten es am Parkplatz vor unserem Haus. Wir umarmten uns und tanzten Ringelreihen. Ich sah Siggi noch nach, wie er in einem Auto verschwand, genauso wie ich hierhergekommen war. Er verschwand, leise und ohne ein Wort des Abschieds. Und irgendwann, nachdem wir fertig getanzt hatten, begann ich zu weinen. Ich weinte um Siggi. Weil auch er jetzt gegangen war. Weil auch er mich im Stich gelassen hat, und ich nicht wusste, was ich davon halten sollte, von einem Alltag ohne ihn, ohne seine starken Schultern, auf denen er mich reiten ließ, und ohne die Spiele, die zu meinem Alltag geworden waren, die nun nicht mehr sein würden. Und ich wusste nicht, was dies nun für mich bedeutete. Ich war verwirrt. Aber das konnte ich Olli unmöglich erklären. „Isa“, sagte Olli noch, jetzt kannst du Mama alles sagen, und ich bin dein Zeuge. Du musst es ihr sagen, dann wird alles gut!“ Ich blickte stumm auf den nackten Asphalt und schüttelte dabei den Kopf. Und Olli wusste, ich würde lieber sterben, als Mama davon zu erzählen.
Zu Weihnachten bekam ich eine wunderschöne, lächelnde Puppe geschenkt. Sie hatte langes, blondes Haar und als ich ihr einen Irokesen-Haarschnitt verpasste, und ihr Gesicht mit einem wasserfesten Wäschestift, den ich nie benutzen durfte, völlig entstellte, erklärte mir Mama, dass ich nie wieder eine Puppe von ihr bekommen würde, wenn ich so schlecht mit meinen Spielsachen umging. Ich wusste nicht, weshalb sie zornig auf mich war, für mich stimmte, seitdem ich sie entstellt hatte, fast alles mit der Puppe. Nur ihre Augen machten mir noch Angst, daher schnitt ich sie ihr einfach aus dem Kopf heraus. Damit war die Sache besiegelt. Nie wieder würde ich eine Puppe bekommen. Doch Ari, meine ältere Schwester, die auch gleichzeitig meine Taufpatin war, schenkte mir zu meinem Geburtstag eine männliche Puppe.
Ari war Psychologin und Psychotherapeutin, was das genau war und was sie in ihrem Beruf eigentlich tat, war mir nicht recht klar. Ari fragte mich, nachdem sie meine entstellte Mädchenpuppe gesehen hatte, weshalb ich sie zerstört hätte. Ich antwortete nur, dass ich keine Mädchenpuppe haben wollte und sie jetzt besser aussah. Ich wollte nicht zugeben, dass ich tatsächlich nicht erklären konnte, weshalb ich sie zum Zombie habe werden lassen.
Die Buben-Puppe war wohl zu jener Zeit das neueste Modell im Puppensektor gewesen. Und anfangs fand ich sie wundervoll. Ich konnte ihr in den Mund Wasser einfüllen, das danach unten herauskam. Ich fand dies spannend, doch als Ari beim nächsten Mal, als sie mich besuchen kam, die Puppe mit abgebissenem Geschlechtsteil in irgendeiner Ecke liegend entdeckte, wollte sie wissen wieso. Ich konnte ihr keine Antwort darauf geben.
Ich dachte in dem Moment an Mama und an Siggi. Und erinnerte mich, dass ich eines Tages gemeinsam mit Siggi in der Badewanne gesessen hatte. Ich rutschte dabei auf Siggis angezogenen Beinen ins Wasser und hatte großen Spaß dabei, bis Mama sagte, wir sollten uns endlich waschen. Ich war froh, als ich endlich die Namen unserer Geschlechtsorgane kannte, denn als Siggi Mama nachäffte, „Isa, wasch deine Scheide“, und genau so tat wie Mama tat, spürte ich, dass man diesen Namen nie, niemals aussprechen durfte. Genau das gleiche galt auch bei dem Namen Glied. Gott, ich hasste es, wie sie es sagte. Sie sagte es angewidert und ganz leise, so als dürfte man auch dieses Wort nicht in den Mund nehmen.
Ich traute mich Ari nicht zu erzählen, dass Mama keine rechte Freude mit der Puppe mit dem Glied hatte und als ich es weggebissen hatte, war für mich wieder alles in Ordnung. Es war überhaupt alles in bester Ordnung, wenn man Geschlechtsteile und deren Namen nie erwähnte und am besten vergaß, dass sie existierten. Danach bekam ich auch von Ari nie wieder eine Puppe und den Puppenkasten, den sie mir dazu geschenkt hatte, nahm sie für ihre kleine Tochter mit. Ich hasste sie dafür. Denn der Puppenkasten war das einzige, das jemals so richtig mir gehörte und mit dem ich ständig gespielt hatte. Ich liebte seinen Holzgeruch. Und die Türen, die so bunt bemalt und mit Äpfeln verziert waren, konnte man wunderbar auf- und zusperren. Die kleinen Kleiderhaken mit der Puppenbekleidung darauf waren wie ein Wunderding, mit dem man eine garstig aussehende Puppe verstecken konnte und dieses Spiel liebte ich. Das Zombiepuppen-versteck-Spiel.
Aber ohne Puppe keinen gut duftenden Puppenkasten. Das waren die Spielregeln.
Und obwohl Siggi schon einige Zeit nicht mehr da war, und ich das Wort Scheide seit damals nicht mehr gehört hatte, war dieser Name, vor allem aber das Gefühl, das mir dieser Körperteil Tag für Tag bescherte, wann immer ich wegen meiner anhaltenden Bauchschmerzen ein gutes Körpergefühl brauchte, um die Schmerzen zu vertreiben, für mich zu einem alltäglichen Albtraum geworden, mit dem ich nicht umzugehen verstand. Ich wusste, dass „meine Scheide“ wichtig dafür war, mein immer wiederkehrendes stechendes Gefühl im Unterleib zu beruhigen. Auch wenn sie dafür verantwortlich war, dass ich überhaupt Schmerzen bekam, so war es doch der einzige Teil von mir, der es schaffte, für eine beruhigende Entspannung in meinem Unterleib zu sorgen.
Die Erwachsenen begehen eine barbarische Sünde,
indem sie das Schöpfertum des Kindes
durch den Raub seiner Welt zerstören,
unter herangebrachtem, totem Wissensstoff ersticken
und auf bestimmte, ihm fremde Ziele abrichten.
Bertrand Russel
Olli und Karl waren Zündler der Extraklasse. Wenn Karl was ausgefressen hatte, wurde stets der Ältere, also Olli beschuldigt. Auch wenn er nichts dafür konnte. Ich hielt zu Olli, wann immer es nur ging, stand ich für ihn ein. Und Olli für mich. Und mit Olli an meiner Seite, was sollte mir da noch groß passieren? Olli war bereits über acht Jahre alt und ich gerade mal sieben.
Tante Gerda war wieder da und vertrat Mama, die einige Wochen in Urlaub gefahren war. Die Holzspielhütte vor unserem Haus war relativ neu und von irgendwelchen netten Leuten gespendet worden. In dieser spielten wir Kinder immer Mutter-Vater-Kind. Und als Joe einmal darin Arzt spielen wollte, veranlasste ich Olli, die ganze Bude anzuzünden. Oh, wie ich sie hasste, diese Arztspiele. Olli ließ sich das nicht zweimal sagen. Er stachelte Karl an, der ohnedies ständig Blödsinn machte, und ich hockte mich auf die Schaukel vor der Spielhütte. Ich schaukelte so wild, dass ich mich darauf fast überschlug. Das Schaukeln gab mir immer das Gefühl eines Höhenrausches und fliegen zu können. Und wenn ich im Höhenflug meine Arme ausbreitete, gab mir das Schwindelgefühl, das meinen Körper überfiel, stets die Hoffnung, eines Tages vielleicht doch im Himmel zu landen. Und dieses Gefühl war genial. Olli und Karl stopften also die kleine Holzhütte mit trockenem Heu voll, das sie von der Siebener-Wiese geholt hatten. Der nette Bauer im Ort hatte mich vor kurzem auf seinem Traktor mitgenommen, als er es mit dem Mähwerk geschnitten hatte, und nun war es von der Sonne so ausgedörrt, dass es bereit zur Ernte war. Mein Hintern tat mir noch immer weh, weil ich mir auf dem Metallsitz, der sich seitlich des Traktors befand, in der Höllenhitze den Allerwertesten verbrannt hatte.
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