E. Schreiber - Mutters Erbe
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Und jetzt musste ich ihn suchen den Herrn, mit meinen Augen suchte ich ihn, doch ich konnte ihn, den Herrn, von dem hier gesungen wurde, und weswegen es so wie es aussah auch diese Kirche hier gab, nicht finden. Er war einfach nicht immerdar, so wie im Lied besungen, außer auf dem Kruzifix, das thronend und mächtig vor mir im Kirchenschiff hing. Irgendetwas stimmte hier nicht, „Wenn ich ihn nicht finde“, überlegte ich, „wie soll ich ihn dann fragen, wer ich bin und ob das stimmt, dass nur er gut wäre“? Das Lied wiederholte sich und ich begann bitterlich zu weinen. Mama erschrak. So hatte sie mich in der Kirche noch nie erlebt, und versuchte mich zu beruhigen. Mein Schluchzen hörte gar nicht mehr auf, so dass es Mama schon einigermaßen peinlich wurde, doch als sie die Sitznachbarin anstieß und andächtig sagte: „Das Kind ist Gott sehr nahe, der heilige Geist ist wohl in ihr Kindlein getreten“, nickte meine Mama stolz und nahm mich heulendes Elend wieder auf den Schoß.
Ich heulte weiter, und so ging es die ganze Messe durch und Mama konnte nichts dagegen machen. Ab diesem Sonntag heulte ich jedes Mal, wenn das heilige Lied ertönte, und hörte nicht mehr auf, bis die Messe zu Ende war.
Danach gab es immer gebratenes Hühnchen zu Mittag, das sie vor der Kirche ins Backrohr geschoben hatte und ich konnte es, so wie das Kartoffelgulasch am Samstag, schon auf der Auffahrtsstraße riechen. Immer, wenn Mama so wundervoll duftende Sachen kochte, und sie kochte wie eine Göttin, schwanden mir fast die Sinne. Gerüche wahrzunehmen und sie dann für mich als gefährlich oder ungefährlich einzuordnen, war mir zu einer liebgewonnenen Gewohnheit geworden. Denn überall, da wo es gut roch, fühlte ich mich wohl.
Nach langem Drängen zeigte mir Mama endlich einmal, was sie am Abend so oft in der Stube taten. Ich dachte immer, alle spielten etwas oder sahen fern, was sie wohl auch taten, nachdem ich erfuhr, was das Vorprogramm von alledem war. Es nannte sich Hauskirche.
„Also doch ein Spiel!“, dachte ich und war gespannt. Ich konnte noch nicht lesen und schreiben und das störte mich, denn jeder Einzelne, von Sue angefangen bis hin zu Bobbi und Siggi, hatten einen Text zu lesen, den sie vortragen mussten.
Mama war sehr andächtig, wie in der Kirche. Sie zündete Kerzen an, und losch das Licht. Dann versammelte sich die gesamte Familie um den großen Esstisch. Jeder saß an seinem Platz. Ich neben Mama.
Es ging um Jesus und Gott, um Verstorbene und um arme Seelen, die deshalb so hießen, weil sie zu Lebzeiten nicht an Gott geglaubt hatten. Mama erzählte, dass Jesus sie alle und natürlich auch uns selbst errettete, durch seinen Tod am Kreuz.
Mama begann eine Diskussion, in die irgendwie keiner so recht einzusteigen gedachte. Und als ich an der Reihe war zu antworten, was ich denn von Jesus hielt und ob ich an ihn glaubte, antwortete ich mit tiefster kindlicher Überzeugung, „Ich glaube alles.“ Aber, dass ich es nicht richtig fand, dass nur Jesus Gottes Sohn war und, dass nur er das Privileg hatte die Menschen zu retten, musste ich unbedingt loswerden.
Mama war einerseits erstaunt, andererseits aber auch sehr geschockt wegen meiner Antwort. „Das ist Frevel, Isa“, mahnte sie, „du kannst nicht wie Jesus sein. Nur er ist Gottes Sohn! Wir können und sollen ihm aber nacheifern.“
Da war es wieder, dieses scheußliche Gefühl, nicht wertvoll und gut zu sein. Ich fühlte es immer bei dem Heilig-Heilig-Lied, und jetzt wollte ich wissen, warum nur Jesus die Menschen retten konnte. Ich sagte Mama beleidigt, dass ich es unfair fand, und dass ich, wenn ich die Macht hätte, so zu sein wie Jesus, ohne mit der Wimper zu zucken, auch alle Menschen retten würde. Das, was er getan hatte, war meiner Meinung nach nichts Besonderes. Ich fand es als überaus normal, und dass wohl jeder, der die Möglichkeit dazu hätte, mit ihm tauschen würde. Zumindest hätte ich es getan. Es war einfach nur logisch, ganz viele Menschen retten und dafür einen sterben zu lassen. Dieses Leid würde ich ertragen können, denn ich glaubte tatsächlich, dass ein Einziger alle retten konnte, warum also gerade nur er. Mama verstand meine Rede nicht und wechselte das Thema, indem sie mit dem Rosenkranz begann. Sie betete nicht nur ein Gesetzchen, sondern gleich zehn und wir alle mussten in die Leier mit einsteigen. Gott, war das langweilig. Immer und immer wieder das gleiche Gebet aufzusagen war nicht gerade ein Spiel, das für ein Highlight in der Familie sorgte. Aber ich glaubte zu wissen, dass es Mama gut tat. Ich glaubte sogar, dass sie sich irgendwie durch die ständigen gebetsmühlenartigen Wiederholungen woanders hin manövrieren konnte, irgendwohin, in eine andere Welt, so dass sie irgendwie gar nicht mehr anwesend war. So andächtig und inbrünstig betete sie.
Am nächsten Sonntag betete ich in der Kirche zu Gott, er möge mir doch helfen, so wie Jesus zu sein, auch wenn ich nur ein Mädchen war. Ich sagte ihm, wenn er wirklich gut und gerecht war, so wie mir Mama erzählte, dann dürfte er mich nicht dafür bestrafen, dass ich es nicht richtig fand, wie er die Sache mit Jesus regelte. Aber ich bekam keine Antwort darauf. Scheinbar war er wieder nicht vorhanden, selbst wenn ich noch so fest an ihn glaubte. Das hieß für mich also, „Isa, du kannst dich anstrengen und glauben so fest du willst. Du wirst immer nur ein Mädchen bleiben und niemals so gut sein wie es ein Mann wie Jesus war.“ An jenem Tag brannte sich dieses Gefühl so tief in mich, dass ich von nun an alles und jedes in Frage zu stellen begann, was mit Heiligkeit, mit Sünde und mit Religion zu tun hatte. Ab jenem Tag wurde ich das Gefühl nicht mehr los, dass sich Gott nur deshalb nicht bei mir meldete, weil er Zeit brauchte, sich brauchbare Antworten für all meine Fragen zurechtzulegen. Doch eines Tages, das wusste ich, würde er sich vor mir nicht mehr verstecken können, irgendwann würde ich ihn aufstöbern, aus seiner hintersten Ecke und dann bräuchte er verdammt gute Antworten, um mich zufrieden zu stellen.
Gerade in dem Augenblick vielmehr,
in dem man nichts mehr zu verlieren hat,
will man ein Wagnis nicht mehr auf sich nehmen,
zu dem man in der Fülle des Lebens
sich leicht entschlossen hätte.
Marcel Proust
Wenig später bekam ich einen neuen Bruder, namens Karl. Er war etwas jünger als ich und ein Schreihals, wie ich noch nie vorher einen gehört hatte. Mama kümmerte sich aufopfernd um den kleinen Dreijährigen, der ihr ordentlich zu schaffen machte. Vor allem nachts, wenn er vor lauter Angst zu schreien begann und um sein Leben flehte. Da meine Abende fast immer mit Siggis Zimmerbesuchen voll bepackt waren, und ich erst spät einschlief, waren meine Nächte immer kurz gewesen, doch Karl schaffte es, dass sie von nun an noch kürzer wurden. Er war ein Schlafwandler und wenn er mal nicht aufschrie vor Todesangst, kam er schlafwandelnd in mein Zimmer, um mir mein Bücherregal abzuräumen. Oder er räumte mir den Kasten aus, nur um diesen im Anschluss wieder mit all meinen Kleidern vollzustopfen. Eines Nachts schrie er so laut um Hilfe, dass ich vor Schreck nicht mehr einschlafen konnte. Von da an siedelte ihn meine Mama aus dem Obergeschoss in ihr Zimmer um.
Dann bekamen wir Olli ins Haus. Einen aufmüpfigen, jähzornigen Fünfjährigen, dem ich Dreieinhalbjährige als allererstes Geschenk eine Lektion erteilen wollte, die er nie mehr vergessen sollte. Ich zog ihn also zum Apfelbaum des Nachbarhauses hinauf und schmierte ihm eine mit der Begründung, dass er niemals versuchen sollte mir meinen Platz in der Familie streitig zu machen. Olli staunte nicht schlecht, und ich hatte gewonnen, so dachte ich jedenfalls, bis sein Gesicht rot anlief vor Zorn. Seine Hand holte aus, und dann wischte er mir eine, dass ich die Sterne funkeln sah. Ab diesem Zeitpunkt liebte ich den jähzornigen Olli, da ich wusste, einen Kampfgefährten gefunden zu haben, der sich nichts, aber auch gar nichts gefallen ließ. Und tatsächlich fanden wir sehr schnell zueinander. Olli und ich. Doch immer, wenn sein Gesicht rot anlief, schaute ich, dass ich so schnell wie möglich das Weite suchte.
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