Monika Kunze - Zu Hause ist anderswo

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Klaus ist sich so sicher, dass er Martina mit dieser spontanen Reise ins Tschechische eine Freude macht. «Das müsste doch für Dich wie eine Heimkehr sein?» vermutet er.
Doch was tut seine Frau? Sie schweigt, was sie sonst selten tut.
Ihr Gesicht verschließt sich immer mehr, je näher sie jenem Ort kommen, wo ihr Vater nach Kriegsende bestialisch ermordet worden war – vor den Augen seiner Familie. Darüber hat sie bisher noch mit niemandem gesprochen.
Klaus fängt an zu bohren, was er sonst auch nie tut.
Als Martina endlich imstande ist, ihr Schweigen zu brechen, sind sie endlich Zwei – auf der Suche: nach Wurzeln, nach Wahrheit, nach Schuld, nach Sühne?
*
Eine ungewöhnlich dicht und differenziert erzählte Geschichte: von Liebe und Hass, von Leben und Tod. Aufregend, anregend und ungeheuer spannend. Auch so gut wie ihre anderen Bücher? Nein, besser, ihr reifstes Werk.
(Sudetendeutsche Zeitung)

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Nichts.

Nur Stille.

Selbst von den beiden bärtigen Männern war kein Laut mehr zu hören. Sie schwiegen so abrupt, als seien ihre Stimmen lediglich aus einem Volksempfänger gekommen, den nun jemand abgestellt hatte – wie es der Großvater jedes Mal getan hatte, sobald die Nachrichten von Radio London vorbei waren.

Margot öffnete langsam ihre zusammengekniffenen Augen.

Doch als sie sich zögernd umsah, fühlte sie mehr als dass sie es wusste: Es handelte sich durchaus nicht um einen schrecklichen Traum.

Niemand hatte also ihr inniges Stoßgebet erhört.

Mit schmerzhaft klopfendem Herzen versuchte sie ihre Gefühle zu ordnen und in Worte zu fassen: Das alles, irgendetwas in ihr weigerte sich energisch, „das alles“ genauer zu benennen, war wohl doch grausame Wirklichkeit?

Was sollte sie nur tun?

Vor dem Waschhaus, in dessen Kessel die Russen noch im Mai ihren Gulasch gekocht hatten, begannen die kleineren Geschwister zu greinen. Das Getöse hatte sie ängstlich zurück auf den Hof getrieben. Mathilde war nicht imstande, die Kleinen zu besänftigen. Ein paar Meter weiter rappelte sich die Mutter hoch und stammelte immer wieder dieselben Worte.

„Tot? Ist er tot? Sie haben ihn einfach totgeschlagen!“

Mit einer unglaublich hilflos wirkenden Geste raufte sie sich die Haare und schlug die Hände vors Gesicht.

Margot konnte sich nicht vom Fleck rühren, sie sah die Stiefmutter, ihre Geschwister, das Haus mit dem Holzgitter am Giebel, den Hof mit dem Wäscheplatz wie durch einen Schleier, hörte alle Geräusche aus der Nähe und aus der Ferne wie durch eine dicke Schicht Watte. Sie fühlte das lähmende Entsetzen in sich aufsteigen, ohne auch nur das Geringste dagegen tun zu können. Aber sie wollte doch unbedingt etwas sagen oder etwas tun, aber sie wusste nicht was. Sie schämte sich ihrer Hilfslosigkeit, kam sich klein und überflüssig vor.

Wohin sollte sie zuerst? Zu den weinenden Geschwistern? Zu der verzweifelten Frau, die seit ein paar Jahren ihre Mutter sein sollte? Ihre Pein wurde so groß, dass sie etwas dagegen unternehmen musste.

Wie unter einem plötzlichen Zwang entschied sich Margot schließlich für die Mutter. Doch als sie die krampfhaft zuckende Gestalt umarmen wollte, wurde sie einfach abgeschüttelt.

Entmutigt ließ sie die Arme sinken und wandte sich seufzend ab.

Inzwischen hatten die Männer den leblosen, blutüberströmten Körper des Vaters draußen vor dem offenen Tor an das Zaumzeug eines braunen Ackergauls gebunden, dessen heller, zotteliger Schwanz nervös nach den unzähligen Fliegen schlug, die auf dem zuckenden Fell umherkrochen.

Die Männer verrichteten ihre makabre Arbeit hastig und schweigsam, doch wie es schien, äußerst gründlich, denn kein einziger Knoten wurde nachgezogen. Der Uniformierte mit dem Bajonett half ihnen nicht, aber er hinderte sie auch nicht an ihrem Tun.

Margot kam es vor, als hätten die schnurrbärtigen Männer in den schäbigen Stoffhosen und den karierten Hemden jeden Handgriff in Gedanken schon oft geübt. Sie erschrak, als einer der Kerle jetzt aufreizend mit der Zunge schnalzte und kräftig mit der Peitsche knallte. Auch das schweißglänzende Tier war zusammengezuckt, zuckte mit dem Kopf und dem Hinterteil, als wolle es seine unliebsame Last abstreifen, setzte sich dann aber doch gehorsam in Bewegung.

„Bloß gut, dass Vater nichts mehr merkt“, hatte Margot in jenem Moment laut gedacht und sich noch Jahre später wegen ihrer scheinbar herzlosen Worte geschämt.

6. Bloß nicht heulen, Martina!

„Du lieber Gott, das war ja ein richtiger Mord – oder eine Hinrichtung!“

Klaus konnte ein Stöhnen nicht verhindern, als Martina aufgehört hatte zu sprechen. Sie schnäuzte sich geräuschvoll und wischte sich hastig mit der Hand über die Augen. Klaus mochte es nicht, wenn sie weinte.

„Und das hat dir alles deine Schwester erzählt? Wann denn, ich denke, die ist ganz woanders aufgewachsen als du?“

Das hatte sie ganz am Anfang mal beiläufig erwähnt.

Ihm kam es in diesem Moment selbst ungewohnt vor, so viele Fragen zu stellen.

Martina schaute ihn von der Seite an und dachte bei sich, wenn du wüsstest, das ist ja noch längst nicht alles . Laut sagte sie: „Als ich noch nicht einmal zur Schule ging, hat mir meine Pflegemutter ohne Umschweife erklärt, dass mich meine leibliche Mutter nicht haben wollte und sie mich deshalb an Kindes statt angenommen hätte. Die Tragweite dieser Eröffnung wurde mir erst viel später bewusst, an jenem Tag war ich wohl noch in einem Alter, wo ich ihre Worte einfach so hingenommen habe. Es ist mir ja nicht einmal in den Sinn gekommen, irgendwie näher nach meiner leiblichen Mutter zu fragen. Für mich stand fest: Meine Mutter ist die, die mir die Nase putzte, die mich lehrte, eine Schleife zu binden, die mit mir abends im Bett sang. Also die Hilde – und niemand sonst.

Von Geschwistern war bei diesem ersten Gespräch überhaupt noch keine Rede gewesen. Davon hat sie mir erst viel später erzählt, als ich schon sechzehn war. Sie meinte dann, es könne ja nichts schaden, wenn ich mich mal nach ihnen erkundige. Das habe ich dann eben getan.“

So einfach ging das natürlich nicht vonstatten, dachte Martina. Sie hatte mir ja nicht einmal gesagt, wie ich das anstellen sollte. Das hat sie mir nie gesagt. Sie hat mir das Problem genannt, aber den Lösungsweg musste ich immer selbst herausbekommen .

Aber diese Überlegungen behielt sie besser für sich, sie hätten möglicherweise nach Selbstmitleid geklungen. Diesen Eindruck wollte sie auf jeden Fall vermeiden. Bloß nicht heulen jetzt!

Klaus wurde es sichtlich unbehaglich. Martina war ja selbst verwundert über ihre plötzlich so harte Stimme. Das habe ich dann eben getan, sagte sie. Wie lapidar das in seinen Ohren klingen musste. Seine Frage kam prompt.

„Wie denn, wie hast du es getan? Über das Deutsche Rote Kreuz, den Suchdienst oder wie?“

Er erschrak, wohl, weil er befürchtete, nun nicht mehr aufhören zu können mit der Fragerei. Wer weiß, was noch alles zum Vorschein kommen würde! Wäre er doch nur zu Hause geblieben und hätte sich an seinen Vorsatz gehalten, niemals in Martinas Vergangenheit herumzustochern.

Er nahm seinen Fuß vom Gaspedal, vorsichtshalber, wer sollte sich bei solchen Geschichten aufs Fahren konzentrieren!

„Nein, weder DRK noch Suchdienst“, Martina hatte immer noch diese kalte, ihr selbst fremde Stimme, „ich wusste ja nicht einmal ihre Namen. Meine Pflegemutter kannte auch nur den Namen meiner Mutter und den des letzten Ortes, wo der Brief hergekommen war.“

„Was für ein Brief?“

„Der mit der Abtrittserklärung.“

Verdutzter Blick. Intervallmäßiges Bremsen. Vorsichtshalber.

Klang ja auch wirklich merkwürdig dieses Wort, so beeilte sich Martina, ihm die Sache plausibel zu machen.

„Also: Ich hatte dir doch schon erzählt, dass mich meine Mutter im Krankenhaus abgegeben hatte. Drei Jahre lang hat der Chefarzt nach ihrem Aufenthaltsort geforscht, ehe er sie fand. Irgendjemand musste ja schließlich die Krankenhauskosten tragen. So diktierte er einen Brief, legte eine Rechnung bei – und eben diese Abtrittserklärung. Wenn Hella nicht bezahlen wollte oder konnte, sollte sie die Erklärung unterschreiben und zurückschicken. Er hätte schon jemanden in Aussicht, ließ er sie wissen, der mich gern an Kindes statt annehmen würde. Diese Abtrittserklärung, ich kann auch nichts dafür, wenn dieser Zettel so hieß, soll dann, zu jedermanns Überraschung, ganz schnell, nämlich schon nach einer Woche, unterschrieben zurückgeschickt worden sein. Damit war, sozusagen, mein Schicksal besiegelt, das heißt, ich wurde „abgetreten“, so etwas Ähnliches wie zur Adoption freigegeben. Und die Hilde, die damals in jenem Krankenhaus in Torgau tätig war, hat mich dann einfach an Kindes statt angenommen.“

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