Für Depressionen bedeutet das, die gedankliche Vorstellung dahingehend zu erweitern, daß ich etwas vermag, nämlich mein Leben zu verändern, zu verschönern und anzupassen, und zwar an das, was ich mir sehnlichst wünsche, aber mir selber nicht zugestehe – weil meine Gedanken und Hoffnungen immer gleichbleibend im derzeitigen Zustand verharren.
Genauso wie immer wiederkehrende Gedanken stärker werden, und bedingt durch ihre negative Richtung, in der Vergangenheit für einen depressiven Zustand gesorgt haben, genauso werden Gedanken konstruktiver Art, die immer wiederkehren und häufig gedacht werden, zu Gefühlen und damit zur Realität.
Der einzige Unterschied besteht bei der Umkehrung darin, daß wir den konstruktiven und positiven, lichtvollen Gedanken keinen Raum geben wollen. Denn, schon bevor wir sie zu Ende gedacht haben, bevor ein positiver Gedanke klar formuliert ist, hat der Verstand ihn bereits wieder verworfen. „Das klappt sowieso nicht“, oder „das schaffe ich nie“. Und die Begründung dafür ist: „In der Vergangenheit hat es auch nicht funktioniert“. Doch, gerade in der Vergangenheit hat die Technik, eben durch Gedanken die Realität zu formen, wunderbar geklappt. Durch z.B. ständiges Abwerten des eigenen und echten Wunsches, durch ständiges „Miesmachen“ der eigenen Fähigkeiten und Kräfte, sind adäquate Überzeugungen und Gefühle entstanden. Die Folge sind die Depressionen, Zustände ohne Licht, das man sich selber konsequent genommen hat. Genauso gilt es, die Konsequenz umgekehrt zu benutzen: Indem ich an das Wahre glaube (die Erfüllung meiner Wünsche, die Fähigkeit meiner Gedanken und Gefühle) und versuche, das Schöne zu sehen und zu suchen. Denn, nur wer sucht, kann finden. Suchen Sie es in sich selber!
Was kann ich tun ... bei Angst?
Ängste und Nöte sind ein besonderes Kapitel. Fast jeder kennt sie, fast jeder erlebt sie, und das täglich. Ängste und Unsicherheiten gehören für viele von uns schon zum Alltag und werden damit beinahe zu einem Selbstverständnis. Danach gefragt, werden viele sicherlich überzeugt antworten: „Angst? Kenne ich nicht.“ Und doch leiden viele darunter, zum einen Teil bewußt, zum anderen Teil unbewußt.
Der Übergang ist schleichend, von scheinbar selten auftretenden und harmlosen Ängsten, die nur bei spezifischen Gelegenheiten auftauchen, bis hin zu denen, die deutlich „lästig fallen“ und bereits für einen gewaltigen Schaden sorgen. Ein Schaden entsteht durch Ängste dann, wenn sie uns von den Dingen im Leben abhalten, die von uns erledigt werden sollten und könnten; deren Gelingen unser Verstand uns nicht zutraut und uns damit von deren Durchführung abhält.
So entstehen aus Ängsten Blockaden und Hindernisse, die mehr Schaden anrichten, als es das Bewußtwerden der Ursache und die Beseitigung derselben getan hätte.
Sicherlich ist es weniger angenehm, sich mit seinen Ängsten und Unsicherheiten zu beschäftigen; aber, wer sie sich ins Bewußtsein hoch holt und sie betrachtet, – rational – von der Verstandesebene ausgehend, der wird oftmals feststellen, daß diese im Licht des bewußten Betrachtens nicht mehr bestehen können.
Ängste richten erst dann Schäden an und führen zu solchen Blockaden, die unser Leben plötzlich beschwerlich erscheinen lassen, wenn sie verdrängt und geleugnet werden. Sie gedeihen im Dunklen des Unterbewußtseins weiter – ähnlich wie Samen in der Erde –, bevor sie zu keimen beginnen.
Wenn sie uns bewußt werden, ist es oft schon so schlimm, daß sie bereits – rational – uns von unseren Handlungen abhalten. Was kann man dann dagegen tun?
Das Sinnvollste bei Ängsten ist immer noch, den Körper zunächst zu beruhigen, danach den Geist, bis der ganze Körper und der Kopf schön entspannt sind. Wer entspannt ist, empfindet so leicht keine Angst mehr, im Gegenteil. Bei regelmäßiger Wiederholung werden sich Angstgefühle regelrecht in Luft auflösen. Wer dagegen angespannt ist, hält seine Ängste und Befürchtungen regelrecht fest (Anleitung und Beschreibung der Übungen zur körperlichen und geistigen Entspannung erfolgen weiter unten).
Wer entspannt ist, kann auch wieder klar denken, und nur im entspannten Körper vermag jeder seine Gefühle zu kontrollieren. Das ist insofern wichtig, als das man nur dann die Kontrolle über seine Gedanken haben kann, wenn man sie über seine Gefühle hat.
Und Angst ist zunächst ein Produkt des Geistes, bevor sie körperlich auch spürbar ist. Angst ist oftmals ein reines Produkt unserer Phantasie.
Betrachten Sie z.B. Kinder, die Skifahren lernen, und vergleichen es mit den Erwachsenen. Kinder fahren einfach drauflos, Erwachsene sind dagegen sehr zögerlich, wenn sie noch unerfahren die Piste hinunter fahren. Wie kommt das? Je älter man wird, desto reicher wird man an Erfahrung. Und damit steigt auch der Schatz des negativen Vorstellungsvermögens an. Je größer unsere negative Vorstellungskraft dann ist, desto größer wird die Angst.
Man beseitigt Angst am besten dadurch, daß man sich mit ihrem Gegenteil beschäftigt, und zwar mit Mut und Vertrauen. Wenn ich mir Mut zuspreche, indem ich mir überzeugt sage, „ich schaffe es schon“, oder, „es wird schon gut gehen, ich werde unbeschadet den Berg hinunter kommen“, dann ist die Wahrscheinlichkeit, mir ein Bein zu brechen, auch geringer. Betrachten Sie einmal einen ängstlichen Menschen, und vergleichen Sie ihn mit einem Selbstsicheren, der voller Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten ist: Er steht viel sicherer auf den Beinen als der ängstliche Mensch, der fast schon von selber fällt, alleine durch den bloßen angstmachenden Gedanken, was alles passieren könnte, und das er es nicht schaffen könnte.
Mut zu haben und an sich selber zu glauben, Zutrauen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Kräfte zu haben, sind ebenfalls ein Produkt unserer Phantasie. Wenn wir denn geneigt sind, unsere Phantasie in die positive, d.h., konstruktive Richtung zu lenken.
Unterstützt werden kann das geistige Training, „wie man mit Ängsten besser umgeht“, durch spezielle Übungen:
Übung 1: „Vom besseren Umgang mit Ängsten“
Man beginnt am besten damit, sich die Angst bewußt zu machen, d.h., sich die Ängste ins Bewußtsein zu holen, und sie rational von allen Seiten zu durchleuchten. Halten sie dann immer noch stand, sollte man gezielt und konsequent die folgenden Schritte unternehmen:
Den Check durchführen. So nenne ich die Übung zur körperlichen Entspannung, die zur Vorbereitung dient, den Geist schön aufnahmebereit zu machen für neue, positive Suggestionen (die Suggestionen kommen weiter unten). Man beginnt damit, sich einen schönen, bequemen und vor allem ruhigen Platz zu suchen, wie Sessel, Bett etc.
Hat man den geeigneten Platz gefunden, nimmt man eine entspannte Ruheposition ein (Hände nicht auf den Bauch legen, oder gar die Arme vor dem Bauch verschränken, denn dann kann die Energie nicht fließen, und es kann nicht zu einer richtigen Entspannung kommen). Anschließend, am besten mit geschlossenen Augen, sagt man sich voll Überzeugung: „Mein Kopf ist entspannt, mein Gesicht, mein Hals und Nacken, die Schultern sind entspannt, die Arme, die Hände und Finger, Brust und Bauch, Rücken und Po, Beine und Füße und die Zehen sind schön entspannt, und zwar ganz entspannt – jetzt.“
Das kann beliebig oft wiederholt werden, bis die gewünschte Entspannung eintritt (und wer konsequent übt, wird feststellen, wie schnell es plötzlich geht; ich selber brauche den Check gar nicht mehr, denn, sobald ich mich an meine gewohnte Stelle lege, nimmt der Körper automatisch den Entspannungszustand an, weil er in der Vergangenheit, an diesem Platz, auf Entspannung programmiert worden ist).
Sobald der Körper schön entspannt ist, kann man diesen Zustand noch durch passende Suggestionen verstärken:
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