Ursula Özdemir - IM REICH DER SCHAFE

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Erzählband mit 31 Geschichten, er handelt in schlichter Erlebnisform von Soziokultur, Glauben, Aberglauben, Wildnis und Wetter in Anatolien. Als zentrales Thema stellt er ein Dorf aus der Kornkammer der Türkei weit östlich von Ankara vor, wo Bauern hoch oben auf den Bergen ackern und beten. Er läßt den Leser in die islamische Vorstellungswelt der Dorfbewohner eintauchen und ihn an einem ungewohnten Lebensstil teilhaben. Die Geschichten streifen aber auch alte Kulturen, die in Anatolien ihre Spuren hinterlassen haben.

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Der Bauernplausch läßt mir die Ohren klingen. Da hat doch der Mahmut mit der Hasenscharte aus dem Tscherkessen-Dorf oben hinter dem Berggipfel des Karatonuz einen Tonkrug voller alter Goldmünzen auf seinem Acker ausgebuddelt und flink versteckt. Er wurde beim Buddeln aber beobachtet und angezeigt. Nun haben die Gendarmen ihn schon zwei Mal oben vom Berg herunter ins Dorf Tonuz auf die Gendarmerie gebracht und ihn dort über Nacht grün und blau geschlagen, damit er das Gold herausrückt. Denn solch vergrabene Armenier-Schätze gehören dem Staat bzw. ins Museum. Der Mahmut habe also saftig Prügel bekommen. Von dem Gold aber bis heute keine Spur.

Gleich neben dem Fundacker, auf dem Mahmut den Tonkrug ausgegraben haben soll, liegt ein Acker unserer Familie. Auf diesem Acker sitzt gleichsam wie ein erhobener Zeigefinger ein weit in die Hochebene sichtbarer Felsen. Durch Mahmut’s Fund einerseits und andererseits beflügelt durch den selbstredenden Spitzfelsen soll die Armee kurz darauf diesen Acker mit schwerem Gerät auf der Suche nach vergrabenen Schätzen umgebrochen haben. Gefunden hat die Armee wohl nichts. Aber auf dem Acker liegen jetzt Scherben von uralten Tonkrügen herum.

Mustafa fällt ins Gespräch ein. Er hat von Gold geträumt, das unter einer Hausruine vergraben ist. Er hat die Hausruine im Traum ganz deutlich gesehen. Dann hat er sie gesucht und gesucht. Er habe diese Hausruine tatsächlich gefunden. Sie sehe genauso aus, wie die im Traum. Den Schatz habe er leider noch nicht heben können, da eine Schlangensippe in der Ruine sitze. Dies sei auch ein Beweis für die Richtigkeit seines Traumes, denn Schlangen seien ja bekannt als Hüter des Goldes. Der Traum war also ein Fingerzeig Allah’s. Es beginnt eine ernsthafte Diskussion, wie der Schatz zu heben ist – wer macht mit, wie werden die Schlangen überlistet, wie werden unerwünschte Gaffer vermieden ....

Plötzlich öffnet sich die Stubentür. Eine eisige Brise weht von draußen herein. Im Türrahmen steht unter fescher Schiebermütze ein weiter dunkler Mantel auf dünnen Beinen. Begeisterte Willkommensgrüße fordern den Gast aus der Kälte auf, in der guten Stube Platz zu nehmen. Selma huscht hinter dem Gast herein, nimmt ihm den klamm nassen Mantel ab und breitet ihn über einen Stuhl in der Nähe des Ofens. Der Neuankömmling steht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sein Riechzinken auf dem Rundrücken zieht genüßlich das ihm entgegenschlagende Wohlwollen ein, scheint seinen Rücken noch runder zu spannen. Der Schalk springt ihm aus den Augen, setzt sich in jeden Nacken. Da steht er nun, der drahtige Vagabund, der vor 40 Jahren der reichste Bauer im Dorf war, sich damals in eine reiche Schöne aus dem fernen Malatya Hals über Kopf verliebt hatte und all sein Land verkaufte, um zu seiner auserkorenen Perle nach Malatya zu ziehen. Er verlebte mit seiner Frau glückliche Jahre bis ins hohe Alter. Dann nahm der Tod ihm seine Frau, und ihre Brüder jagten ihn ohne jeden Pfennig aus dem Haus. Er ging. Zunächst in eine Zigarettenfabrik. Er organisierte sich ein Zubrot, indem er 200 g oder auch 200 kg Tabak privat auf dem Schwarzmarkt verhökerte. So genau hat er über das Gewicht des privat verhökerten Tabaks nie Auskunft geben können, denn Tabak sei ja sehr leicht. Und wegen dieser paar Gramm wird er von den Gendarmen der Türkei seit 10 Jahren gesucht. Der Prozeß wurde ihm dazumal ja gemacht. Er sollte einen hohen Geldbetrag als Strafe zahlen oder eine Pritsche in der Haftanstalt belegen. Er beschloß zu zahlen, um dem Staat nicht noch die Kosten für die Pritschenbelegung aufzubürden. Seitdem ist er spurlos verschwunden. Doch manchmal taucht er plötzlich bei Freunden auf. So steht er jetzt neben dem Ofen, schaut schlitzäugig in die Runde, schmunzelt und schiebt seinen rechten Arm bis zum Ellenbogen in die Hosentasche. Er zieht einen warm blinkenden Metalltaler hervor, der sofort von Hand zu Hand geht und anerkennend als Goldtaler bestaunt wird. Mustafa beißt ein Mal auf den Taler, und auch er erkennt ihn dann als echtes Goldstück an. Wir sind also wieder beim Thema. Mustafa’s Traum vom Schatz in der Hausruine lebt erneut auf. Aber wie ist dieser Schatz ohne Aufsehen zu heben? Unser Vagabund durchmißt in mäßigem Wanderschritt einige Mal die Stube, bleibt dann am Ofen stehen und macht plötzlich aus dem Stand eine Drehung um 180 Grad in die Grätsche, so daß seine Jacke auffliegt und beinah das Ofenrohr vom Sockel holt. Er schnipst mit den Fingern, und alle Ohren harren der Worte, die da nicht kommen. Doch dann sprudelt es aus ihm heraus: Kaufen soll Mustafa das Grundstück mit der Ruine, kaufen. Dann mit Hausbau beginnen. Da falle beim Abriß der Ruine die Schatzsuche gar nicht auf. Und die Kauf- bzw. Bauschulden lassen sich dann aus dem Schatz bezahlen. So einfach sei das.

Stimmung kommt auf. Selma serviert Tee. Aus dem kleinen Teekessel füllt sie starken Teesud in die Teegläser, aus dem etwas größeren Kessel füllt sie heißes Wasser auf. Sie stellt die Teegläser auf kleine Beistelltische, die an die Sitzkissen gerückt werden, und reicht den Gästen Würfelzucker. Nur unser Vagabund bleibt inmitten der Stube auf den Beinen. Das Teeglas in der einen Hand, schwenkt er mit der anderen den Teelöffel durch die Rauchschwaden und beschreibt seinen Weg ins Dorf. Eigentlich wollte er schon gestern kommen, erzählt er. Aber zwei Stunden vom Dorf entfernt, etwa in Höhe des Grauen Felsens, traf er auf Hühnerpascha Zeki, der im Dorf gerade 120 Eier verkauft hatte. Von ihm erfuhr er, daß die Gendarmen im Dorf gerade wieder Mal nach ihm suchen. Also änderte er seine Richtung und machte einen Umweg über das Bergdorf Samankaya, da dies im Frühjahr, wenn der Schnee auf den Bergen schmilzt, so im Matsch versinkt, daß es für die fahrbaren Untersätze der Gendarmen nicht passierbar ist. Und als er so über die Hochebene wanderte, was lachte ihn da aus klebrig glitschigem Lehmschlamm an? Ein Goldstück. Das Goldstück, das soeben die Runde gemacht hatte. In dieser Region wurden schon viele alte Münzen und Schmuckstücke gefunden, immer im Frühjahr, wenn das Wasser von den Bergen kommt. Von wo sie aus alten Verstecken herausgespült werden, ist noch ein Rätsel. Ja, und nach Übernachtung bei entfernten Verwandten in Samankaya ist unser Vagabund im Schutz der Eisheiligen einen Tag nach den Gendarmen in unser Dorf gekommen. Nun schlürft er andächtig seinen Tee, und die Bauern im Raum beschließen, ihm auf dem Friedhof außerhalb des Dorfes einen Grabstein mit eingehauenem Namen zu setzen. Bei der nächsten Suchaktion sollen die Gendarmen dort vor vollendete Tatsachen gestellt werden. So können Suche und Flucht endlich ein Ende nehmen, eine arme Seele kann ihre Ruhe finden.

Vom Minarett erschallt das Allah akbar. Die Männer erheben sich von ihren Sitzkissen und gehen zum Gebet in die Moschee.

Teewasser aufsetzen

Es ist ein linder Mittsommertag. Kein Lüftchen bewegt sich. Selbst der Süd-West-Wind hängt faul herum und rührt sich nicht. Nur drüben von der Wasserstelle her hallen die Schläge einer Wäschekeule und lassen die Dorfgassen im Wiederhall erbeben. Ich sitze vor dem Haus auf der Veranda und schaue gedankenverloren Nachbars Hühnern zu, die auf unserem Hof wieder Mal ihr Futterglück suchen. Dabei lausche ich den unablässigen Schlägen der Wäschekeule, die erbarmungslos auf eingeseifte Wäschestücke drischt.

Ein Traktor tuckert auf den Hof. Vom Anhänger steigt eine kunterbunte Schar quirliger Gäste herunter. Sie kommen aus dem benachbarten Dorf Samankaya. Es liegt jenseits der Weideflächen unseres Dorfes, gleich hinter der Salzschlucht. Dort hinter der Salzschlucht klettern die dicht bewohnten Erdhütten aus der Talsohle die Bergrücken hinauf, stapeln sich mit ihren Flachdächern dicht gedrängt übereinander und beleben das nach Südosten geöffnete Trichtertal gleich einem Freilichttheater. Aus diesem Hüttenstapel heraus sind nun Großtanten, Cousins, Schwiegerschwäger, Kind und Kegel und sonstige Reiselustige, die auf Hänger und Traktor Platz fanden, quer über Felder, über die weiß verkrusteten Schollen der Salzschlucht, über holpriges Felsgestein und durch wilde Wassergräben bis auf unseren Hof gerollt. Nun kommen sie über die fünf Eingangsstufen auf die Veranda unseres Hauses, streifen vor der Haustür ihre Schuhe in Reih und Glied ab und ergießen sich gleich aufkochendem Wasser ins Innere des Hauses. Die Nachricht über die Gäste aus Samankaya verbreitet sich im Dorf wie ein Lauffeuer zu beiden Seiten des Baches. Prompt setzt eine Invasion von ortsansässigen Verwandten, Nachbarn und Neugierigen ein. Die Veranda füllt sich mit Schuhen, Überschuhen und Gummilatschen. Fein säuberlich aufgereiht stehen sie vor der Haustür. Jeder weitere Besucher kann jetzt beim Abstellen seiner Globetrotter mit einem Blick erfassen, daß in den vier Räumen dieses Hauses auf jedem Sitzkissen mindestens zwei Gäste thronen. Ich schlüpfe aus dem Begrüßungstrubel in die Küche, um für die Gäste Teewasser aufzusetzen.

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