E.R. Greulich - Des Kaisers Waisenknabe

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Wie lebt man als «des Kaisers Waisenknabe»? Man lebt im Paradies. So wörtlich darf man das allerdings nicht nehmen. Das Paradies ist eine genossenschaftliche Arbeitersiedlung am Rande Berlins, gegründet als Alternative zu Mietskaserne und Hinterhof. Schön ist es hier, doch ganz am Rande lebt man denn doch nicht. Der Krieg bricht aus, und der Kaiser schickt den Vater an die Front. Rudolf, fünf Jahre alt, bleibt mit Mama Hanni zurück, und wenn Vaters zweite Frau auch nicht die böse Stiefmutter aus dem Märchen ist, seine Probleme hat er schon mit ihr.
Voller Einfühlungsvermögen erzählt der Autor von einer Kindheit in schwerer Zeit. Dass Humor und Komik nicht zu kurz kommen, dass originelle Leute und originelle Erlebnisse eine Rolle spielen, dafür sorgt E. R. Greulich, seinen Lesern durch viele Bücher bekannt.

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Die verblüfften Gesichter erzürnten sie erst recht. "Eure Hoffnungen habt ihr immer an mich gehängt, immer nur Martha, Martha, Martha. Ist Erna weniger wert, weil sie fünf Jahre jünger ist?"

Die abwiegelnde Geste des Vaters stimmte sie nicht versöhnlicher. "Ihr kennt Emil nur als Kneipenbesucher. Wisst ihr, was er im Beruf leistet? Was er für den Verband tut? Welche Begabungen in ihm stecken? Woher nehmt ihr das Recht, ihn zu verurteilen?"

Die Mutter öffnete den Mund zu einer Erwiderung, aber Martha kam ihr zuvor. "Ist das denn wahre Elternliebe, wenn ihr tut, als sei ich ein unreifer Backfisch? Traut ihr mir überhaupt nichts zu, keinen guten Einfluss auf einen Mann, der mich liebt?"

Martha rannte aus dem Zimmer, sie kannte die Antworten bis zum Überdruss, und sie fühlte sich im Recht. Jede Zeit hat ihre Jugend-Rebellion. Überzeugt stritt Martha für sich und ihre Liebe, doch ihr Aufbegehren war auch Teil des allgemeinen Aufbegehrens der Jungen, das seit der Jahrhundertwende in vielfältigen Formen rumorte, im "Wandervogel", der Gemeinschaft aufmüpfiger Kinder des Groß- und Kleinbürgertums, oder in den Jugendbildungsvereinen der Arbeiterschaft.

Martha hätte gelächelt über solche Gedanken. Politik und Herzensangelegenheiten, was hatten die miteinander zu tun? Sie gehörte keinem Jugendbildungsverein an, obwohl einmal wöchentlich im kleineren Vereinszimmer einer tagte. Von dessen Vorhandensein wusste Martha so gut wie nichts, keiner hatte gewagt, die Wirtstochter für den Beitritt zu gewinnen. Anders dagegen die Klassenkameradinnen Marthas aus dem Lyzeum, Ilse und Olga, die irgendeinem Bund wandernder Mädel angehörten. Sie hatten Martha aufgefordert, an einer Fahrt ins Schlaubetal teilzunehmen. Der Schar munterer Mädchen mit Wimpelspeer, Lauten und Geigen fiel es nicht schwer, ihrem Gast die Wanderung zum Erlebnis zu machen. Junisonne lachte, die Gegend war romantisch in ihrer grünen Wildnishaftigkeit. An einem einsam gelegenen Waldsee wurde beschlossen, Mittagsrast zu machen und zu baden. Martha sagte, dass sie keinen Badeanzug mithabe, und die Mädchen Emmi und Isolde sagten es auch. Dagegen schauten die andern sieben kampfentschlossen, besonders die Wortführerin Ilse. Hier sei man vor unbefugten Augen sicher, ihr Körper lechze danach, endlich einmal wieder unbekleidet in die silberne Flut zu tauchen. Schließlich hätten sie es bisher öfter so gehalten. Während dieser energischen Darlegung löste Ilse das schwarze Samtmieder, stieg aus dem buntbestickten Bauernrock und befreite sich flink auch vom übrigen "Zivilisationsplunder". Martha schaute woanders hin. Sie sah trotzdem, Ilse war bildschön, und das besiegte keineswegs ihren Widerstand. Ilse belehrte sie, nur Spießerheuchelei könne der Grund sein, wenn eine Evastochter es ablehne, sich frei dem Sonnenlicht darzubieten. Gern hätte Martha etwas Zeit gehabt, darüber nachzudenken, ob sie ein Spießer sei, aber da wateten schon die ersten Mädchen lachend, kreischend und spritzend ins klare Nass. Sie zögerte noch immer, obwohl sich inzwischen auch Emmi und Isolde den Badenden zugesellt hatten. Ilse steckte ihre langen, schweren Zöpfe zum Kranz und bemerkte gnädig, natürlich würde niemand gezwungen, etwas zu tun, was er verachte.

Unsinn, dachte Martha ärgerlich, weshalb sollte ich verachten, was man in der Badewanne als selbstverständlich betrachtet. Schnell wie selten war sie aus den Sachen und mitten unter den Schwimmenden.

Es war mehr als ein kühner Sprung ins kalte Wasser, es war jugendliches Aufbegehren gegen dumpfe Ängste vergangener Zeiten, die Mädchen empfanden es als ein Stück Befreiung. Martha gab ihnen recht, und es beunruhigte sie, dass zugleich auch Beklemmung in ihr war.

Die Angelegenheit machte Martha auch noch auf andere Art zu schaffen. Sie gestand sich ein, dass sie Ilse um ihre Überlegenheit beneidete. Es ist eine Erklärung, aber kein Trost, fand sie, dass Ilses Eltern schwerreiche Leute sind. Aber was macht einer, der arm ist? Da gibt es nur eins, Mangel an Geld und Gut wettmachen durch Geist und Gaben. Emil bewies es, einer kann sich Achtung erringen, ohne Macht und Reichtum zu besitzen. Emil hatte sich nicht durchgeboxt zu jenen, die im Wohlstand leben, indem sie ihre lieben Mitmenschen ausnutzen. Selbst bezahlter Angestellter der Kollegenschaft zu sein, war seiner Selbstachtung zuwider gewesen. Martha glaubte ihm, dass er mehrmals Gelegenheit gehabt hätte, von seiner ehrenamtlichen Funktion in eine hauptamtliche zu wechseln. Natürlich musste die Verbandsarbeit getan und also auch honoriert werden. Die "Bonzen" besaßen sein Mitleid. Was für ein Opfer, vom interessanten Beruf überzuwechseln zu öder Büroarbeit. Das Argument, dass dafür Existenzsicherheit und Lebensstellung winkten, belächelte Emil. Produktive Arbeit brauche er als Lebenselement. Mit Hand und Kopf zu wirken, nur das schenke ihm Schaffenslust.

Martha sah dies so wie Emil, und es brachte sie einander noch näher.

Einige Monate nach der Osterfeier der "Typographia" verlobten sie sich. Da war weder Leichtfertigkeit von der einen noch raffinierte Verführungskunst von der anderen Seite im Spiel. Martha war überzeugt, irgend wann müsse eine Frau ihre Liebe auch körperlich beweisen. Sie besuchte Emil in seinem Logis, wissend, wie taktvoll dessen Zimmerwirtin war. Das war auch nötig, Martha hatte genug andere Hemmnisse zu überwinden, und es sei gesagt, nach fraulichem Versteckspiel, gekrampften Scherzen und geglückten Zärtlichkeiten geschah dann, was sich beide gewünscht hatten.

Von nun an versuchten sie die Ursachen aufzuspüren für Eigenschaften, die dem andern nicht gefielen. Da gab es Emils noble Art, mit Geld umzugehen, die Martha von Anfang an kritisch vermerkt hatte. Sie war der Meinung, wer nicht über Millionen verfüge, habe Grund, mit seinen Groschen hauszuhalten. Geld bedeutet vergegenständlichte Anstrengung, die Achtung davor heißt Sparsamkeit. Wenn Emil von seiner Kindheit und Jugend erzählte, fanden sich unschwer auch Ursachen seiner Generosität. Not als nackte Existenzbedrohung hatte er nicht kennengelernt. Sein Vater Fritz Treulich war in früher Jugend aus Ostpreußen nach Berlin gekommen und hatte hier Mathilde gefunden, die, aus derselben Provinz stammend, genau wie der Fritz nur die Herrschaften getauscht hatte. Draußen hatte sie als Magd gedient, hier war sie Dienstmädchen; Fritz, vorher Kutscher eines adligen Herrn, war nun Kutscher bei einem Rollfuhrunternehmen. Wie Tausende mit ihnen, fühlten sie sich anfangs verlassen in der lauten, verrückten Stadt - und gingen dennoch nicht zurück. Fritz und Mathilde heirateten, bester Schutz gegen das Einsamsein, und nun fühlten sie sich schon ein kleines bisschen als Berliner. Der erste Junge kam. Als er sprechen gelernt hatte, sprach er fließend Berlinisch, die Eltern lernten es von ihm und fühlten sich noch ein bisschen mehr als Berliner. Das ging viermal so, in etwa Zweijahresabständen wurden die Treulichs mit Knaben beschenkt, bis dann der Gott der Fruchtbarkeit Einsehen zeigte und endlich ein Mädchen durchgehen ließ, die Mathilde, die zum Unterschied von der Mutter Tilla gerufen wurde. Tillas Eltern benahmen sich nun schon, als seien sie uralte Berliner. Der Ostpreußenton, unverkennbar in seinem gemächlichen Singsang, war fast völlig abgeschliffen vom schnell-frechen Berlinisch.

Die Siegermilliarden nach dem Deutsch-französischen Krieg schwemmten eine Woge hektischer Rührigkeit in die nüchterne Hauptstadt, und selbst für den letzten Dienstmann fielen noch Brosamen vom Tisch der behänden Wundertäter, die das französische Gold zum allmächtigen Zauberstab werden ließen. Es wurde gebaut wie nie zuvor. Die Maurer, Zimmerleute, Putzer, Hucker und Klempner schufteten nun im Akkord, und sie brauchten nicht mehr anschreiben zu lassen und zahlten ihre Schulden bei den Bäckern, Schlächtern, Grünkramhändlern, Schneidern und Schuhmachern. Das Ganze nannte sich Handel und Wandel, das große Geld heckte Mehrwert, und der Mehrwert heckte neue Verdienstmöglichkeiten. Auch für Fritz Treulich. Er sagte dem Rollfuhrunternehmen Valet und wurde Kutscher für Ziegel, Sand und Kalk. Weil sich jetzt der Arbeitstag lohnte, wurde er verdoppelt und zählte nun sechzehn Stunden. Da blieben immerhin noch acht Stunden zum Schlafen. Manchmal brachte der älteste Sohn Wilhelm das Mittagessen, manchmal Mutter Mathilde. Wenn sie den Überstundenkutscher Fritz trösten wollte, wehrte er ab. Beim Herrn von Wenzendorff sei er auch meist sechzehn Stunden auf den Beinen gewesen, für noch nicht mal ein Dankeschön. Jetzt müsse er zwar meist hurtiger dran, doch dafür bekomme er vom Chef einen Lohn, von dem er in Ostpreußen nicht einmal zu träumen gewagt hätte.

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