E.R. Greulich - Des Kaisers Waisenknabe

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Wie lebt man als «des Kaisers Waisenknabe»? Man lebt im Paradies. So wörtlich darf man das allerdings nicht nehmen. Das Paradies ist eine genossenschaftliche Arbeitersiedlung am Rande Berlins, gegründet als Alternative zu Mietskaserne und Hinterhof. Schön ist es hier, doch ganz am Rande lebt man denn doch nicht. Der Krieg bricht aus, und der Kaiser schickt den Vater an die Front. Rudolf, fünf Jahre alt, bleibt mit Mama Hanni zurück, und wenn Vaters zweite Frau auch nicht die böse Stiefmutter aus dem Märchen ist, seine Probleme hat er schon mit ihr.
Voller Einfühlungsvermögen erzählt der Autor von einer Kindheit in schwerer Zeit. Dass Humor und Komik nicht zu kurz kommen, dass originelle Leute und originelle Erlebnisse eine Rolle spielen, dafür sorgt E. R. Greulich, seinen Lesern durch viele Bücher bekannt.

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Den Verbandsvorsitzenden hatte sie sich anders vorgestellt. Kein Bäuchlein, keine Bürokratenglatze. Albert Massini wirkte eher intellektuell und sprach dialektfrei mit weittragender Stimme, die er theatralisch zu steigern vermochte. Er sprach ohne Manuskript. Über den schwindenden Winter, vom Frühling besiegt, so, wie einst der böse Feind Kapital von den Heerscharen der deutschen Arbeiterschaft bezwungen sein würde. Das Wort Arbeiterklasse kam nicht über seine Lippen. Er wies auf den historischen Boden hin, auf dem sie hier das Osterfest feierten. Schon vor hundert Jahren habe Turnvater Jahn in der Hasenheide begonnen, die Jugend auch körperlich zu ertüchtigen mit Freiübungen und Geräteturnen. Mit etwas Pathetik erinnerte Massini an die Massenveranstaltungen Berliner Arbeiter am selben Ort, mit August Bebel, Wilhelm Liebknecht und Paul Singer. Man wisse schon, und nicht zuletzt die diszipliniert organisierten Buchdrucker hätten ein Gespür dafür, wann zu kämpfen, und wann zu feiern sei, und so wünsche er allen Kollegen und ihren Frauen, allen lieben Gästen ein vergnügliches Beisammensein in der Gesellschaft Berliner Schwarzkünstler.

Als die Arbeitermarseillaise erklang, sangen die meisten den Refrain mit. Der "Osterspaziergang" war eine klug gewählte Überleitung zum zweiten Teil des Programms. Die Sänger blieben auf der Bühne, Emil Treulich trat nach vorn. Er hat Mut, dachte Martha, Bruder Lustig hat Mut. Ist es nicht tollkühn, das vor tausend Menschen zu sprechen? Der tollkühne Rezitator beginnt beinahe gemächlich, jene Frühlingslandschaft zu malen, als sehe er sie vor seinen Augen ausgebreitet. Dann steigert er, unmerklich fast, das Tempo, sein Mund formt bewegt die Worte des Dichters, und die Menschen im Saal erleben mit ihm die Welt des Frühlingsfestes, die Weite und die Enge, das Helle und das Dunkle bis zum erlösenden Ausklang: "Hier ist des Volkes wahrer Himmel -. Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!"

Martha war derart überrascht, dass sie zu klatschen vergaß. Ein erstaunlicher Mann.

Ob sie zu viel behauptet hätten, erkundigte sich Karge. Martha schreckte aus ihrem Nachdenken und antwortete, sie frage sich nur, woher der Emil Treulich auch noch Zeit finde für die Chorproben, die Gewerkschaftsaufgaben und ähnliche Dinge. Karge lachte geschmeichelt, als sei das Kompliment ihm gemacht worden. Tja, der Emil lese auch oft Nächte hindurch. Während sich brave Väter mit Familienkram abplackten, schlage sich der abgefeimte Junggeselle mit der Literatur herum. Den ersten Teil des "Faust" könne er auswendig.

Was für ein Mensch, dachte sie, geradezu das Gegenteil von jenen primitiven Vierschrötern, als welche die Arbeiter in den Witzblättern gern dargestellt werden. Zu der Sympathie kam nun der Wunsch, von Emil Treulich mehr zu erfahren. Marthas weiblicher Instinkt hatte vom ersten Augenblick an gespürt, dass er ein Mann war, auf den Frauen fliegen. Trotzdem bat sie ihm manches ab. Schürzenjagd als Lebensinhalt, das war eine mehr als oberflächliche Einschätzung gewesen.

Gleichsam wie eine fröhliche Aufforderung zu einer Osterwanderung, sang der Chor "Wer recht in Freuden wandern will" als Schlusslied nach einigen Balladen und Scherzliedern, zwischen denen Emil Treulich Gedichte aus dem Buch "Die zehnte Muse" rezitiert hatte.

Endlich trat er in aufgeräumter Stimmung an den Tisch. Martha dachte, Beifall wirkt manchmal wie Sekt. Als habe er den Gedanken erahnt, bestellte er beim Ober Champagner und bat die Freunde, mit ihm auf den gelungenen Abend anzustoßen. Er sah Martha übermütig in die Augen. "Auf den Glücksfall, Sie hier wiederzusehen." Da ihr der Vorschlag, Brüderschaft zu trinken, so sicher wie das Amen in der Kirche schien, suchte sie der Prozedur zu entgehen. "Wenn Sie wollen, dürfen Sie du zu mir sagen."

Wenn sie schon nichts vom Gläserkreuzen halte, parierte er, um den Kuss komme sie nicht herum. Sie hatte noch nie einen Mann geküsst und war rührend bemüht, den Spaß nicht durch alberne Ziererei peinlich werden zu lassen. Emil spielte den Beglückten, und die Kollegen am Tisch scherzten, dies schaue beinahe nach Verlobung aus.

Sie war nicht erschrocken über das Wort. Die ungeschickte Berührung ihrer beider trockenen Lippen empfand sie als gegenseitiges Versprechen. Als sie dann tanzten, war ihnen, als seien English Waltz, Schieber, Wiener Walzer, Polka eigens für sie komponiert. Martha schwebte auf rosa Wolken, und sie fand: Es gibt Stunden, da ist das Wort vom siebenten Himmel herrliche Wahrheit.

Was beide der Nacht an Zeit gestohlen, vermochte auch die Droschke nicht zurückzugewinnen, in der Emil die Martha nach Hause brachte. Schwester Erna hatte den Wohnungsschlüssel an verabredeter Stelle deponiert, und die Älteste schlich auf Zehenspitzen ins Bett. Dennoch wurde ihr spätes Heimkommen bemerkt, und Luise Saupt intonierte morgens eine Moralpauke. Julius Saupt appellierte mehr an die Vernunft und malte in düsteren Farben, was einem unbescholtenen Mädchen geschehen könne, das sich von raffinierten Kerlen umgarnen lasse. Martha wunderte sich selbst, wie wenig die Tiraden sie berührten. Geradezu mitleidig dachte sie, ach ihr, wenn ihr wüsstet ...

ZWEITES KAPITEL

Wenn die Vergangenheit aus heitren Büchern lacht,

wird uns das Heute hell.

Welch eine Lust, zu leben. Martha und Emil kannten das Wort Ulrich von Huttens, und wären sie gefragt worden, sie hätten geantwortet, es drücke ihr jetziges Lebensgefühl aus. Zwar ist dies der übliche Zustand von Verliebten, doch es gab einiges, das nicht gerade lustig genannt werden konnte. Martha hatte es vor den Eltern nicht verheimlicht, dass sie "mit Emil ging". Julius und Luise begannen einen gezielten Kleinkrieg dagegen, und - erreichten das Gegenteil. Zwei fortschrittlich zu nennende Leute, verfielen sie dennoch demselben Fehler, den vor ihnen unzählige Eltern machten. Es wollte nicht in ihren Kopf, dass ein angeschwärzter Geliebter für die Liebende nur um so heller glänzt. Warum hätte es bei -Martha Saupt anders sein sollen? Wie würde sie, Martha, reagiert haben, hätte Emil ihr eines Tages Lebewohl gesagt mit der Begründung, sie sei seinen Eltern nicht genehm? Sie fand die Gründe ihrer Eltern nicht stichhaltig. Zu deutlich war deren Enttäuschung, dass ihre Älteste sich "dem erstbesten an den Hals geworfen" hatte. So bastelten sich die alten Saupts aus übertriebener Vorsorge eine prächtige Sorge, die sich auswuchs zur heftigen Abneigung und später wandelte zum Hass.

Ein derartiger Hass musste dem um zwei Lebensalter jüngeren Rudolf unverständlich sein. Wir erfuhren schon, dass er die Großeltern in den Mittzwanziger Jahren besuchte, und sehen nun, warum es ihm die Lust zu weiteren Begegnungen auf Jahre hinaus verdarb. Die anfangs stockende und konventionelle Unterhaltung geriet bald in ein unschönes Fahrwasser. Großmutter Luise begann mit Episödchen und Stückchen über Emil Treulich, dessen Name nicht über ihre Lippen kam, und sie beendete ihren hämischen Bericht: "Das war der feine Herr, der leider dein Vater geworden ist." Als er die heftige Abwehr in Rudolfs Gesicht sah, nahm der Großvater das Wort. Emil Treulich sei ein zügelloser Ichmensch gewesen, mit einem Wort, ein gewissenloser Lump, der ihnen nicht nur die Tochter gestohlen habe, er sei auch schuld an ihrem Tod. Rudolf war empört. Des Vaters Sterbestunde stand wieder vor ihm, eine tiefe Narbe war aufgerissen worden. Er schrie es den beiden Alten in die Ohren. Ich kenne meinen Papa besser, ich habe mit ihm gelebt, er ist der beste Vater der Welt gewesen. Als Rudolf die Tür hinter sich zuwarf, hatte er Tränen in den Augen.

Es wurde Martha bald zur Gewissheit, dass sie sich entscheiden musste. Das war nach einer heftigen Auseinandersetzung, in der die Älteste den Eltern vorgeworfen hatte: "Ihr seid ungerecht! Gegen Erna, gegen Emil, gegen mich!"

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